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Dienstag, 1. November 2022

Wanderung von Lorch and Sauerthal

 Gestern, am Montag, den 31. Oktober 2022, fuhren wir mit dem Auto nach Lorch. Ab Geisenheim mußten wir eine Umleitung nehmen, denn die B42 war gesperrt zwischen Assmanshausen und Lorch ( die Sperrung dauert noch bis Februar 2023 ). Wir fuhren also an Stephanshausen vorbei nach Presberg, dann eine Serpentinenstrasse hinunter nach Lorch. Dort war an einer Stelle eine Ampel installiert, ohne daß eine Baustelle vorhanden war; vermutlich ist die Stelle dort zu eng für Schwerverkehr, der ja auch diese Umleitung nehmen muß.

Ruine Waldeck

Von Lorch wanderten wir los auf dem Rheinhöhenweg. An der Wisperbrücke hielten wir uns links, wanderten zuerst etwas oberhalb der Schwalbacher Strasse entlang, dann linkerhand, bald immer mehr ansteigend, ging es auf Sauerthal zu. Wir kamen vorbei an der Ruine Waldeck. Kurz vor Sauerthal trafen wir auf den Gebück-Weg und folgten diesem nach links. Ein guter Anstieg über etwa 200 Höhenmeter stand uns bevor, bis wir Weideland erreichten, über das wir nun leicht bergab gehend Richtung Rhein und Lorchhausen wanderten.

Oberhalb von Lorch

 Oberhalb von Lorchhausen bogen wirh links ab auf den Rheinsteig und folgten diesem nun bis nach Lorch ( der Gebück-Weg verläuft etwas weiter unterhalb durch die Weinberge ). Wir kamen an der Ruine Nollig vorbei, dann ging es über einen "Klettersteig' hinab nach Lorch. 

"Himmel und Erde"

 Zum Abschluß der Wanderung kehrten wir in das Winzerhaus Rößler ein, von dem wir schon überall Werbetafeln gesehen hatten, tranken einen Schoppen und ließen uns das Essen in der sehr urigen Stube mit sehr freundlichen Wirtsleuten schmecken: Handkäse in Zwiebeln, Nüssen und Rosinen, oder das Highlight: "Himmel und Erde" mit Apfelkompott und hausgemachtem Kartoffelbrei.

Montag, 14. November 2011

Rheinsteig 2011 – Von Johannisberg nach Assmannshausen


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Knapp 20 km ist diese vierte Rheinsteig-Etappe lang und wir mußten noch ca. 4 km dazu addieren für den Aufstieg zum Haus Neugebauer, dem “offiziellen” Ende der dritten Etappe. Also hieß es wieder früh aufbrechen.

Die Antoniuskapelle
"Die Antoniuskapelle"
Als wir um 08:30 Uhr das Klosterhotel verließen hing dicker Nebel über dem Rheintal und sollte auch den ganzen Tag dort hängen bleiben. Ein steiler Aufstieg brachte uns zurück in den Ort, den wir wieder durchquerten, um zum Rheinsteig zurückzukehren. Weiter ging es aufwärts durch Weinberge, später durch Wald, zum Haus Neugebauer. Die nächsten Stationen waren: Kloster Marienthal ( 10:30 Uhr ), Antoniuskapelle ( 11:00 Uhr ), Abtei St. Hildegardis ( 12:00 Uhr ). Der Kirchenturm wurde erst sichtbar, als wir schon fast davor standen, so dicht war der Nebel. Das Kloster-Info-Lädchen bot uns Unterschlupf für eine trockene und halbwegs warme Mittagsrast, inklusive Tee aus dem Automaten.
Beim Jadgschloss oberhalb von Assmannshausen
"Beim Jadgschloss oberhalb von Assmannshausen"
Von hier aus wanderten wir nun zum Niederwald-Denkmal. Irgendwann unterquerten wir den Sessellift, der aus dem Nebel kam. Am Niederwald-Denkmal, das wir eine Stunde später erreicht hatten, liefen wir vorbei und sahen es nur schemenhaft; es war gerade eingerüstet und wir hörten Handwerker hämmern. Noch 5 km bis Assmannshausen !
Wir erreichten den Aussichtspunkt Rossel, heute ohne Aussicht. Immerhin konnten wir mal kurz den Mäuseturm im Rhein zwischen Nebelschwaden erkennen. Nochmal ging’s bergauf, dann weiter zum Jagdschloss, das wir um 14:10 Uhr erreichten, und der Bergstation des Sessellifts von Assmannshausen, der außer Betrieb war.
Ankunft in Assmannshausen
"Ankunft in Assmannshausen"
Von hier führte ein Pfad abwärts zum Ziel unserer viertägigen Wanderung. Um 14:45 Uhr hatten wir die Alte Bauernschänke erreicht, unsere bevorzugte Gaststätte in Assmannshausen, und wärmten uns bei Latte Machiato, Gulaschsuppe und Crepes wieder auf, während bereits die Dunkelheit einsetzte an diesem trüben Tag.
Auf einen Zug, der uns zurück nach Wiesbaden-Biebrich zum Schlosspark brachte, mußten wir nicht lange warten. Gegen 17:00 Uhr, nach einer Durchquerung des Schlossparks, hatten wir unser Auto erreicht und machten uns auf die Heimfahrt.

Sonntag, 13. November 2011

Rheinsteig 2011 – Von Eltville nach Johannisberg


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17 km sind es von Kiedrich nach Johannisberg, und da wir noch 3 km von Eltville plus 2,5 bis nach Kiedrich laufen mußen hatten wir für heute eine lange Tour vor uns, weswegen wir früh – so um 08:30 Uhr – aufbrachen.

Burg Scharfenstein bei Kiedrich
"Burg Scharfenstein bei Kiedrich"

Das Wetter heute wurde toll, anfangs noch dunstig, aber dann gewann immer mehr die Sonne die Oberhand und heizte uns ganz schön ein. Die prächstigen Herbstfarben des “Indian Summer” im Rheingau kamen heute brilliant zur Geltung: Weinberge und Bäume leuchteten in kräftigen Geld-, Orange und Rottönen.

Nachdem wir um 09:10 Uhr die Umgehungsstrasse von Eltville überquert hatten ging es leicht ansteigend zurück zu dem Abzweigpunkt, von dem aus wir gestern nach Eltville abgestiegen waren.

Herbstwanderung
"Herbstwanderung"

Nach einem weiteren kurzen Anstieg traten wir aus dem Wald und hatten einen herrlichen Blick auf die Ruine Scharfenstein und die Häuser von Kiebrich im Hintergrund. An der Ruine vorbei ging es zu einem Aussichtspunkt, von dort führte ein Pfad steil bergab nach Kiedruch, dann an einem lauschigen Bach entlang in den alten Ortskern von Kiedrich.

“Lauschig” muß man leider relativieren: auch hier kommen mittlerweile im 30-Seklunden-Takt Flugzeuge im Tiefflug entlang, die auf dem Rhein-Main-Flughafen landen wollen, weswegen man auch hier Ruhe vergebens sucht.

Kloster Eberbach
"Kloster Eberbach"

Um 10:30 Uhr hatten wir Kiedrich durchquert und es ging zunächst wieder ansteigend auf unserem weiteren Weg zum Kloster Eberbach, das wir eine Stunde später erreichten und umrundeten, während uns Myriaden von Maikäfern im warmen Sonnenlicht umschwirrten. Entlang der Klostermauer bog der Steig bald nach rechts ab und stieg steil an zu einem weiteren hübschen Aussichtspunkt mit Blick auf Rhein und Hallgarten. Einem schmalen Pfad am Wald entlang, dann Forstwegen durch Wald folgend erreichten wir die kleime Siedlung “Am Rebhang”, suchten uns dort am Weinberg eine Bank und machten Mittagsrast.

Wandern im Herbst
"Wandern im Herbst"

Unter der warmen Nachmittagssonne ging es dann weiter parallel oberhalb des Rheins entlang, über den Susberg ( 331 m ), an Wald entlang und einem Modellflugzeugplatz vorbei zur Kühnsmühle, wo man auch einkehren kann, was wir aber nicht taten. Die Tage waren kurz geworden seit der vorgestrigen Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und wir wollten die Sonne und das Tageslicht nutzen, um nicht allzu spät in Johnannisberg einzutreffen.

Schloss Vollrads
"Schloss Vollrads"

Das Schloss Vollrads erreichten wir um 14:45 Uhr, von dort war es gar nicht mehr so weit bis nach Johannisberg.

Vor Johannisberg verließen wir den Rheinsteig; das empfohlene Tagesziel Haus Neugebauer liegt etwas außerhalb, hat aber Montags und Dienstags Ruhetag, so daß man dort kein Abendessen bekommt, weswegen wir eine zentralere Unterkunft bevorzugten. Wir durchquerten Johannisberg und folgten einer Strasse nach links abwärts, bis wir das Klosterhotel Johannisberg erreichten, wo wir uns für diese Nacht einquartiert hatten.

Klosterhotel in Johannisberg
"Klosterhotel in Johannisberg"

Um 15:30 Uhr saßen wir dort auf der Terasse und tranken Tee oder Latte Machiato, während die Sonne bereits hinter den Bäumen verschwand. Schnell wurde es dunkel. In der Halloween-Nacht spazierten wir nochmal in den Ort über steil ansteigende Gassen, denn das Kloster liegt ein gutes Stück unterhalb des Ortes, und fanden das Weingut Gietz, wo wir gutes Essen und Wein von einem pfiffigen Kellner serviert bekamen.

Samstag, 12. November 2011

Rheinsteig 2011 – Von Schlangenbad nach Eltville


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Die zweite Rheinsteig-Etappe führt eigentlich nach Kiedrich und ist nur 10,5 km lang, also locker in unter drei Stunden zu schaffen. Wir hatten uns aber ein Hotel mit Sauna in Eltville ausgesucht – das Parkhotel Sonnenberg – weswegen sich unsere Tour um zweimal 3 km verlängerte durch den Abstecher nach Eltville.

Unterwegs auf dem Rheinsteig
"Unterwegs auf dem Rheinsteig"

Es regnete leicht, als wir am Morgen Schlangenbad verließen. Nach einem kurzen Aufstieg ging es durch Wald auf Rauenthal zu, vorbei an der Waldgaststätte Rausch und dann weiter Richtung Kiedrich, bis zum Abzweig nach Eltville. Der Regen hatte aufgehört, aber es war sehr trüb. Wir wanderten nach Eltville, wo wir bereits um 12:30 Uhr eintrafen. Wir gingen hinuter zur Rheinpromenade und sahen uns Schloß und Rosengarten an, bevor es zurück in die Altstadt ging und zu Kappeskerb und Weinlesefest, die zur Zeit das Leben in Eltville bestimmte.

In Eltville
"In Eltville"

Auf einem zentralen Platz ließen wir uns nieder zu Festmusik, Wein, Flammkuchen und Bratwurst, bis schließlich die Zeit gekommen war im Hotel einzuchecken, das nicht weit vom Festplatz entfernt lag, und einen Nachmittag dort in der Sauna zu verbringen. Am Abend ging’s wieder in die Altstadt. Auf dem Festplatz war es höllich voll, die Musik nun aber besser. Wir spazierten weiter und kehrten schließlich ins Gelbe Haus ein, eine Weinstube gleich neben dem Schloss gelegen, wo es sehr gemütlich und gar nicht voll war. Bei Wein und leckerem Abendessen ließen wir diese zweite äußerst beschauliche Rheinsteig-Wanderung ausklingen.

Donnerstag, 10. November 2011

Rheinsteig 2011 – Von Wiesbaden Biebrich nach Schlangenbad


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Das Allerheiligen-Wochenende lockte mit schönem Herbstwetter, also kramten wir noch einmal unsere Wanderschuhe und Rucksäcke hervor, bevor der Winter Einzug hält, und machten uns auf zu einer viertägigen Wanderung über die ersten vier Rheinsteig-Etappen von Wiesbaden nach Assmannshausen.

Start des Rheinsteigs
"Start des Rheinsteigs"

Der Rheinsteig startet vor dem Schloß in Wiesbaden Biebrich, gegenüber am Rheinufer. Am Samstag, dem 29. Oktober,  um 09:15 Uhr, hatten wir unser Auto am Biebricher Schlosspark geparkt, wo es zahlreiche Parkmöglichkeiten gibt, und begannen unsere Wanderung entang des Rheins rheinabwärts. Der Rheinsteig führt zunächst zum Schiersteiner Hafen und biegt direkt dahinter rechts ab in Richtung Taunus. Diesen Abzweig verpassten wir und wanderten gedankenverloren weiter den Rhein entlang, bis wir uns plötzlich wunderten, daß die Rheinsteig-Markierung gelb geworden war, also einen Rheinsteig-Zubringer-Weg anzeigte.

Am Schiersteiner Hafen
"Am Schiersteiner Hafen"

An der Niederwallufer Bucht, wo man zahlreiche Vögel, unter anderem auch Störche beobachten kann, kehrten wir um zum Schiersteiner Hafen und verlängerten so die 17-km-Etappe auf gute 19 km.

Bald ließen wir die Häuser von Schierstein und die A66 hinter uns und wanderten durch Weinberge auf Frauenstein zu. Weinstöcke und Bäume hatten eine herrliche Herbstfärbung angenommen, der Dunst ließ die Farben aber nur abgeschwächt erkennen. Irgendwo auf einer Höhe mit Blick auf den Rhein rasteten wir zu einer Vesper, bevor es weiter ging nach Frauenstein – auf der einen Seite hinab und auf der anderen wieder hinauf, wie es so typisch ist für den Rheinsteig.

Rheinsteig bei Frauenstein
"Rheinsteig bei Frauenstein"

Auch Goethe war schon hier – im Juli 1815 – und in den Nürnberger Hof eingegehrt, denn wir links hatten liegen lassen. Eine Steinsäule oberhalb von Frauenstein erinnert an diesen Ausflug Goethes in den Rheingau.

Hinter Frauenstein wanderten wir durch Wald auf Georgenborn zu und hatten dann auch bald schon Schlangenbad erreicht, wo wir um 14:30 Uhr zu Kaffee und Kuchen ins Cafe Walz einkehrten. Wir saßen dabei draußen und genossen das milde Klima, das auch dazu führt, daß man hier in der Gegend Äskulapnattern sehen kann, die sonst nur in mediterranen Gegenden zu finden sind. Uns begegnete allerdings keine, dazu war es wohl auch schon zu spät im Jahr.

Blick zum Parkhotel in Schlangenbad
"Blick zum Parkhotel in Schlangenbad"

Unser Hotel Russischer Hof war dann schnell gefunden, direkt gegenüber dem luxuriösen Parkhotel – alt, wie sein Besitzer, aber komfortabel. Der Besitzer empfahl uns das Lokal gleich daneben zum Abendessen – den Schlangenkeller - und wir folgten seinem Rat, nachdem wir noch einen Nachmittags-Spaziergang durch den kleinen Kurgarten gemacht hatten.

Die Empfehlung war gut, der Schuppen aber brechend voll und die Wirtin etwas überlastet. Wir nahmen an einem Tisch Platz, an dem ein älteres Ehepaar aus Bielefeld saß, und mußten dafür mit stundenlangen Belanglosigkeiten bezahlen, die uns die Dame dort ins Ohr drückte. Weine, die nach langer Wartezeit endlich serviert wurden, und ein gutes Essen, das dann schnell serviert wurde, ließen uns das ganze aber tapfer ertragen.

Samstag, 25. Juni 2011

Rheinsteig 2011 – Von Oberdollendorf nach Bonn

Noch einmal hieß es 15 km wandern – von Oberdollendorf nach Bonn.

Oberdollendorf
"Oberdollendorf"

Am Morgen nach dem Frühstück stiegen wir wieder hinauf auf den Rheinsteig und blickten über die Weinberge hinunter nach Oberdollendorf mit der kleinen Pension gegenüber der Kirche, wo wir die Nacht verbracht hatten. Langer Eugen und der Posttower von Bonn waren jetzt schon ganz nahe.

Vorbei an diversen Aussichtspunkten wie “Rheinblick” und “Rabenley” ging es noch einmal auf der Höhe entlang durch Wald. Wir kamen an zwei Seen vorbei, von denen wir aber nix zu sehen bekamen, dazu hätten wir wohl nochmal irgendwo einen Abstecher machen müssen.

Auf dem Marktplatz von Bonn
"Auf dem Marktplatz von Bonn"

Ein letzter kurzer Aufstieg führte uns zum Foveaux-Häuschen, ein 1820 von einem Kölner Unternehmer errichtetes Schutzhäuschen, wo wir um 12:30 Uhr unsere Mittagsrast einlegten.

Nun ging es bergab, die A59 überquerend, zum Bonner Ortsteil Küdinghoven, zwischen Oberkassel und Bonn-Beuel gelegen, wo wir an Friedhof und Kirche vorbei, die Hauptstrasse über- und die S-Bahn-Linie unterquerend vorbei am Telekom-Gebäude zum Rhein gelangten. Diesem folgten wir jetzt noch 5 km weit bis zur Kenedey-Brücke, die uns zur anderen Rheinseite und zum Ende des Rheinsteigs auf den Marktplatz von Bonn führte.

Moby Dick bei Bonn
"Moby Dick bei Bonn"

Dort belohnten wir uns erstmal mit einem Eisbecher, dann stellten wir fest, daß unser Hotel praktisch in Küdinghoven direkt am Rheinsteig lag, wir also schon längst daran vorbei gelaufen waren. Glücklicherweise gab es eine Strassenbahn-Verbindung dort hin, die wir später nutzten, nachdem wir uns an der Uni auf dem Rasen niedergelassen und die Füße gelüftet hatten. Und nachdem wir uns noch ein paar Kölsch im Brauhaus “Zum Gequetschten”, nicht weit vom Sterntor entfernt, gegönnt hatten.

Im Hotel Zur Post bekamen wir ein riesiges Zimmer, frsich renoviert und modern eingerichtet, und natürlich ein gutes Abendessen.

Am nächsten Tag wanderten wir zum Schiffsanleger bei Oberkassel und fuhren mit der ”Moby Dick” um 11:30 Uhr zurück nach Bad Honnef, wo wir eine knappe Stunde später eintrafen und unser Auto auf uns wartete.

Freitag, 24. Juni 2011

Rheinsteig 2011 – Von Rhöndorf nach Oberdollendorf

Bevor wir nach einem wunderbaren Frühstück im Weinhaus Hoff die nächste Rheinsteig-Etappe in Angriff nahmen, statteten wir dem Konrad-Adenauer-Haus einen Besuch ab.

Das Konrad-Adenauer-Haus
"Das Konrad-Adenauer-Haus"

Es gehört einer Stiftung, die das Haus von den sieben Kindern Konrad Adenauers überlassen bekam und deren Zweck es ist, die Erinnerung an den erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland zu pflegen.

Wir nahmen an einer kostenfreien Führung teil, die um 10:30 Uhr begann und uns über viele Stufen hinauf zum Haus führte. Vom Rosengarten aus hatten wir einen tollen Ausblick auf Rhöndorf. Unserer Führerin hatte viel zu erzählen – geschichtliches aber auch viele Anekdoten aus dem Leben Konrad Adenauers, der zweimal verheiratet war und beide Frauen früh verlor, und der nebenbei auch ein Erfinder war. Wir warfen einen Blick in das herrliche Pavillion im Garten, in der er seine “Erinnerungen”-Bücher schrieb, dann ging es ins Haus und in das Wohnzimmer, in dem so manches historsiche Treffen stattgefunden hat, und in dem auch heute noch Nachkommen Konrad Adenauers den zweiten Weihnachtsfeiertag begehen, so wie es in diesem Haus Tradition war.

Rhöndorf
"Rhöndorf"

Weiter ging es ums Haus herum und zu dem Adenauer-de Gaulle-Denkmal. Vor dem Haus stehend hatten wir einen schönen Ausblick auf den Drachenfelsen hinauf, der das erste Ziel unserer heutigen Wanderung werden sollte.

Nach Ende der Führung schulterten wir also unsere Rucksäcke und begannen den ersten von zahlreichen Aufstiegen zum Drachenfelsen, den wir gegen 13:00 Uhr erreichten. Wir machten einen kurzen Abstecher zur Ruine, dann stiegen wir ab in Richtung Königswinter. Bald tat sich der Wald auf und bot uns einen herrlichen Ausblick auf den Rhein bei Bonn, mit dem “Neuschwanstein des Rheins” im Vordergrund – der Drachenburg.

Neuschwanstein am Rhein
"Neuschwanstein am Rhein"

Auch der “Posttower” von Bonn war schon seit einer ganzen Weile für uns sichtbar. An der Drachenbergbahn entlang ging es weiter ein Stück bergab, bei der Burg schlugen wir uns dann nach rechts in den Wald und ließen die Touristenmassen hinter uns.

Um 13:45 erreichten wir das Milchhäuschen, ein Einkehr-Muß. Buttermilch mit Fruchtsirup und Pfannkuchen mit Blaubeeren mundeten gar köstlich, machten aber die nun folgenden Aufstiege auf den Geisberg und etwas später auf den Petersberg nicht gerade leichter.

Am Milchhäuschen
"Am Milchhäuschen"

Auf dem Petersberg angekommen, auf dem sich das ehemalige Gästehaus des Bundes befindet, war der Pfannkuchen allerdings schon wieder verdaut und wir genossen den Ausblick von hier ins Rheintal. Es war mittlerweile wieder ordentlich warm geworden.

Nun folgte der Abstieg zum Kloster Heisterbach, das z.Z. eine Baustelle war. Die letzten drei Kilometer führten uns zum Ende der heutigen Etappe nach Oberdollendorf und zur Pension Ley, der einzigen Unterkunft im Dorf, die im Gegensatz zu allen im Rheinsteig-Gästeverzeichnis aufgeführten noch in Betrieb ist.

Auf dem Petersberg
"Auf dem Petersberg"

Wir waren dort nett und günstig untergebracht; Wanderer sind hier sehr willkommen !

Am Abend spazierten wir noch ein wenig durch die Gassen des kleinen Ortes und entschieden uns dann für Die Bauernschenke zu Abendessen und Bier, denn der Durst war heute gar groß !

Sonntag, 19. Juni 2011

Rheinsteig 2011 – Von Bad Honnef nach Rhöndorf

Das lange Christi-Himmelfahrt-Wochenende lockte uns mit schönem Wetter wieder raus in die Natur und auf einen Wanderweg, obwohl wir gerade von einer einwöchigen Wanderwoche auf Mallorca zurückgekommen waren.

Bad Honnef - Auf der Suche nach dem Rheinsteig
"Bad Honnef - Auf der Suche nach dem Rheinsteig"

Drei Tage Büro waren genug erstmal und wir beschlossen drei weitere Rheinsteig-Etappen in Angriff zu nehmen, nämlich die drei letzten von Bad Honnef nach Bonn.

Die Autofahrt nach Bad Honnef über die A3 dauerte etwa zwei Stunden und so um 11:00 Uhr starteten wir vom Bahnhof aus und wanderten Richtung Zentrum von Bad Honnef. Die 22. Rheinsteig-Etappe, so wie im Buch “Rheinsteig” von Tassilo Wengel beschrieben, startet südlich von Bad Honnef, führt 15 km lang um Bad Honnef herum und endet dann in Rhöndorf, das man von Bad Honnef aus, wenn man quasi am Rhein entlang läuft, etwa in 20 Minuten erreichen kann.

Grün
"Grün"

Wir machten den Fehler gleich dem erstbesten gelben Rheisnteig-Zeichen zu folgen, das wir fanden, anstatt uns an die Ausführungen des Authors zu halten: “Nun folgen wir der Menzenberger Straße, schwenken bei der Linzer Straße nach links und biegen dann in die Hauptstraße nach rechts ein. Sie wird bald zur Schmelztalstraße, auf der wir zum Abzeig Rheinhöhenweg kommen. Auf diesem gelangen wir zum Rheinsteig im Mucherwisental und folgen ihm aufwärts in Richtung Himmerich.”

Auf der Löwenburg
"Auf der Löwenburg"

So wanderten wir direkt auf die Löwenburg zu, anfangs an einem Bach entlang, bis wir einen Wegweiser fanden: noch 1 km zur Löwenburg, ohne daß wir bisher auf den Rheisnteig gestoßen wären. Da es viel zu früh war, bogen wir nach rechts ab, in der Hoffnung zum Anfang dieser Rheinsteig-Etappe zu gelangen. An einem Platz mit schönem Ausblick auf Bad Honnef machten wir Mittagsrast. Der Weg führte uns dann aber nach Bad Honnef zurück und etwas frustriert probierten wir den gleichen Anstieg noch einmal; vielleicht hatten wir ja einen Abzweig verpasst. Unterhalb der Löwenburg trafen wir dann auf den Rheinsteig, dies ist allerdings schon das Stück, das dann über zwei Berge hinunter nach Rhöndorf führt.

Der Rhein bei Rhöndorf
"Der Rhein bei Rhöndorf"

Wir wanderten zunächst am Restaurant unterhalb der Löwenburg vorbei dem Rheinsteig folgend in die falsche Richtung, was wir bald bemerkten, als wir wieder Wegweiser nach Bad Honnef erblickten. Zerknirscht kehrten wir um und kehrten zunächst in besagtes Lokal ein. Wegen Vatertag war heute viel los hier und auf den Wanderwegen, wir ergatterten aber dennoch einen Platz, tranken Gaffels Fassbrause und aßen Erdbeerkuchen. Danach machten wir uns an den Aufstieg zur Löwenburg und genossen die Aussicht. Auch hier: viel los heute !

Nach dem Abstieg wählten wir – immer noch verwirrt; so habe ich mich schon lange nicht mehr verlaufen ! – einen direkten Abstieg nach Rhöndorf. Erst später konnte ich auf der Karte nachvollziehen wie wir in etwa gelaufen sind:

In Rhöndorf hatten wir ein tolles Hotel gebucht: das Weinhaus Hoff. Wir bekamen ein schönes Zimmer im schräg gegenüberliegenden Nebengebäude mit grosser Terasse zu Garten und Wald.

Wein und Vesper
"Wein und Vesper"

Das und die abendliche rustikale Vesper bei viel Wein in der Weinwirtschaft Zum Böllchen trösteten uns über die etwas mißglückte Wanderung hinweg.

Hier noch ein Tip: das Hotel Weinhaus Hoff kann man als Rheinsteigwanderer auch gut für zwei Übernachtungen nutzen, und somit auch eine Tagesetappe mit leichtem Gepäck wandern, da , wie schon beschrieben, Rhöndorf und Bad Honnef sehr dicht beisammen liegen und man am Rhein entlang oder der Hauptstraße folgend diese Entfernung locker in 30-45 Minuten zurücklegen kann, oder einfach die S-Bahn nutzt. 

Donnerstag, 23. April 2009

Rheinsteig 2009 – Von Lorch nach Assmannshausen

Unsere Unterkunft:
Das Hotel "Zur Krone" in der Rheinstrasse in Lorch bot uns zu dieser späten Stunde noch ein freies Doppelzimmer mit Frühstück für € 58,00. Das Zimmer wie das ganze Haus und die Gaststube waren liebevoll eingerichtet, ordentlich und sauber. Das Zimmer verfügte über ein modernes Bad und wir fühlten uns sogleich wohl dort. Neben frischer Wispertal-Forelle gibt es dort feinen Rehbraten zu essen und einen guten Rotwein dazu. Herausragend das Frühstück: endlich mal kein Buffet, sondern ein richtiger Frühstückstisch, auf dem nichts fehlte.

Heute, am Ostermontag, ging’s also mal in die andere Richtung: rheinaufwärts, von Lorch nach Assmannshausen, etwa 15 km. Es war zunächst recht trüb, als wir von Lorch kommend in die Weinberge aufstiegen. Die Ruine Nollig oberhalb von Lorch war nur schemenhaft in blauem Dunst erkennbar und auch später die Sicht ins Rheintal und auf die anderen Burgen entlang unseres Weges bescheiden, wenngleich sich die Sonne alsbald durch die Wolken kämpfte und uns ein schönes Wanderwetter bereitete.

An Weinbergen entlang, dann immer mal wieder in waldige Täler abzweigend, etwas bergauf und bergab näherten wir uns Assmannshausen.

Assmanshausen
"Assmanshausen"

Auch ohne gute Sicht genossen wir eine kurze Pause am Drei-Burgen-Blick. Vorbei an den Felswänden des Teufelskadrich kamen wir bald zu einem Pavillion oberhalb von Assmanshausen, dann folgten wir Serpentinen abwärts ins Tal und bis hinein in den Ort, wo wir uns um 13:30 zu einem Mittagsessen in der Alten Bauernschänke niederließen, einem schönen zentral gelegenen Restaurant mit Wintergarten, gutem Essen und gutem Service.

Eine Stunde später erwischten wir sogleich ein Schiff – die “Vater Rhein” - , das zurück in Richtung Loreley fuhr und uns eine halbe Stunde später zwischen Lorch und Lorchhausen absetzte ( Fahrpreis € 6,50 pro Person ).

Nach diesem letzten gelungenen Wandertag an diesem Osterwochenende traten wir zufrienden die Heimfahrt an.

Dienstag, 21. April 2009

Rheinsteig 2009 – Von Linz nach Bad Honnef

Am Zeppelin Gedenkstein auf der Erpeler Ley
"Am Zeppelin Gedenkstein auf der Erpeler Ley"

Auch heute wanderten wir wieder zwei der in unserem Rheinsteig-Wanderführer beschriebenen Etappen, die 20. und 21. Etappe zunächst von Linz nach Unkel und dann weiter nach Bad Honnef, insgesamt laut Buch 24 km.

Wir marschierten in die Altstadt von Linz und fanden den Rheinsteig am Brunnen mit der Butter-Frau. Natürlich ging’s zunächst bergauf, dann an der Burg Ockenfels vorbei über Wiesen und durch Wälder bis zum Abzweig zum Aussichtspunkt “Erpeler Ley”, von dem aus man eine gute Sicht in beide Richtungen auf den Rhein und hinunter nach Remagen hat, ein lohnender Abstecher vom Rheinsteig – 2 x 400 m lang. Ein Gedenkstein errinnert an die “Sturmfahrt” des Graf Zeppelin im August 1909 entlang des Rheins.

Noch 22 km bis Bad Honnef ?
"Noch 22 km bis Bad Honnef ?"

Weiter führte uns unser Weg in die Wälder oberhalb von Unkel, über ein Äquadukt ( ähnlich einem Levada auf Madeira ) und an einem kleinen Wasserfall vorbei. Hier schockte uns ein Wegweiser nach Band Honnef: Noch 22 km ? Wirklich. Wir waren auf nur noch 13 eingestellt. Diese Angabe ist allerdings etwas irreführend, Bad Honnef liegt tatsächlich viel näher. Diese Streckenangabe geht davon aus daß man Bad Honnef auf dem Rheinsteig fast umrundet, der hier einige Kilometer “schindet”, bevor man in den Ort hinein geht. Es geht auch kürzer !

Ein zäher Anstieg brachte uns schließlich zum “Auge Gottes”, wo wir so um 13:30 Uhr unsere Mittagsrast einlegten. Schnell hatten wir dann die nicht mehr existierende Barbarahütte unterhalb des Leybergs erreicht, und hier stand auf einem Wegweiser-Stein: noch 1,9 km bis nach Bad Honnef – dem Rheinhöhenweg (“R”) folgend !

Wasserfall am Rheinsteig
"Wasserfall am Rheinsteig"

Wir wählten diese Alternative und erreichten bald Selhof, einen Stadtteil von Bad Honnef. Nach etwas Suchen hatten wir die Hauptstrasse gefunden und das Hotel Bergischer Hof, unserer für heute geplante Unterkunft. Dort war es allerdings so schmutzig daß wir diese Bleibe sogleich wieder verließen. Da uns die ansonsten in Bad Honnef zur Verfügung stehenden Seminar-Hotels zu teuer waren und wir keine Lust mehr hatten zur Jugendherberge zurück zu laufen und auch nirgends eine Telefonzelle mit Telefonbuch fanden setzten wir uns alsbad in den Zug und fuhren zurück nach Leutesdorf, von wo aus wir vorgestern gestartet waren und wo unser Auto parkte. Dabei refite Plan B in unserern Köpfen: wir wollten versuchen in Lorch eine Unterkunft zu finden und dann am nächsten Tag noch die Rheinsteig-Etappe Lorch – Assmannshausen zu laufen.

So fuhren wir am Abend gen Süden den Rhein entlang auf der B42 bis nach Lorch. Dort bekamen wir im Hotel “Zur Krone” in der Rheinstrasse ein wunderschön eingerichtetes und liebevoll ausgestattetes Doppelzimmer mit modernem Bad und sehr sauber für € 58 inklusive Frühstück. Es war bereits nach 20:00 Uhr als wir in der gemütlichen Gaststube bei Schallplatten-Musik, Rehbraten und dem wundervollen Lorcher Rotwein saßen und uns auf die Wanderung am nächsten Tag freuten.

Donnerstag, 16. April 2009

Rheinsteig 2009 – Von Rheinbrohl nach Linz

Schloss Arenfels
"Schloss Arenfels"

Heute wanderten wir von Rheinbrohl nach Ariendorf und weiter nach Linz. Laut unserem Rheinsteig-Wanderführer waren dies zwei ( die 18. und 19. ) Etappen, zusammen etwa 23 km lang. Laut der Beschilderung und auch der Zeit, die wir dafür benötigten, kam uns die Wanderung allerdings etwas kürzer vor.

In Rheinbrohl nahmen wir gleich eine Abkürzung nach Empfehlung unseres Wirtes: vom Jägerhof kommend marschierten wir gleich nach links in die Mozartstrasse und erreichten dieser folgend und die B42 unterquerend bald den Rheinsteig; dadurch hatten wir uns den Weg zurück ins Orts-Zentrum und eine etwa 3 km lange Schleife des Rheinsteigs um Rheinbrohl herum gespart.

Unsere Unterkunft:
Das Rheinparkhotel Bucheneck ist sicher nicht die typische Quartier-Wahl für einen Rheinsteig-Wanderer und lag preislich auch etwas über unserem Durchschnitt ( DZ mit Frühstück € 90,00 ), war aber eine lohnende Wahl ! Direkt am Rhein gelegen bekamen wir ein Zimmer mit Blick auf den Fluß durch die großen Fenster. Das Zimmer war klein aber sehr sauber und in gutem Zustand - ganz in weiß eingerichtet. Auf der Terasse ließ es sich gut aushalten bei Tee und Kuchen, das Restaurant bot ein sehr gutes Abendessen und war auch fast ausgebucht, und wir bekamen auch ein sehr gutes Frühstück, obwohl wir etwas früh ( 08:00 Uhr ) dran waren. Die Rühreier mit Speck schmeckten phantastisch, die Bedienung war stets sehr freundlich.

Vorbei am Schloss Arenfels und einem ehemaligen Schafsstall, in dem die Bediensteten des Schlosses früher wohnten, kamen wir zu einem Steinbruch. Hier verpassten wir eine Abzweigung nach links und liefen stattdessen oberhalb des Steinbruchs entlang ( nicht so empfehlenswert ), um dahinter wieder auf den Rheinsteig zu treffen. Recht schnell hatten wir Ariendorf erreicht und tranken dort im Hotel “Zum kühlen Grund” einen Instant-Capucchino ( ebenfalls nicht so empfehlenswert ) .

Stadttor in Linz
"Stadttor in Linz"

Weiter ging es an schönen Aussichtspunkten vorbei und oberhalb des Rheins entlang nach Dattenberg, wo uns ein kleiner geschäftstüchtiger rothaariger Junge in seinem “Cafe Rheinsteig” Kuchen verkaufte und zwei kleine Mädchen Spenden für Nigeria einsammelten. Vorbei an einem Sportplatz gelangten wir auf eine Höhe zu einem weiteren Sportplatz oberhalb von Linz mit wiederum guter Aussicht auf Linz, den Rhein und das Ahrtal. Etwas unterhalb wählten wir einen von einem weiteren geschäftstüchtigen Lokal-Besitzer angelegten Abzweig und gelangten zu einem Lokal mit herrlicher Terasse oberhalb von Linz, wo wir unseren Flüssigkeitspegel diesmal mit nicht-alkoholischen Getränken auffüllten und dabei die Aussicht auf Linz genossen.

Um 15:30 Uhr hatten wir unser Hotel erreicht und noch genügend Kraft-Reserven für eine Erkundung der schönen Altstadt von Linz.

Dienstag, 14. April 2009

Rheinsteig 2009 – Von Leutesdorf nach Rheinbrohl

Dieses Oster-Wochenende lockte mit einer hervorragenden Wettervorhersage und so machten meine Frau und ich uns auf mit dem Auto nach Leutesdorf hinter Neu-Wied, um mal wieder ein paar Rheinsteig-Etappen unter die Sohlen zu nehmen.

Die Etappen um Koblenz und Neu-Wied herum lockten uns nicht so sehr und sind auch logistisch von Nachteil, da sie nicht an der Bahnlinie Bonn-Koblenz liegen. Deswegen war Leutesdorf – direkt am Rhein gelegen – ein idealer Startpunkt und wir fanden ohne Probleme ein Parkplatz unten am Rhein in der Nähe des Bahnhofs.

Rheinbrohl
"Rheinbrohl"

Zuerst wanderten wir etwas am Rhein entlang, dann hinauf zur Kirche, wo der Rheinsteig begann. Wie üblich begann die Wanderung zunächst mit einem Aufstieg vom Rheintal auf etwa 200 Höhenmeter. Überall blühten Büsche und Bäume in weiß, die Weinberge waren noch kahl, also eine ganz andere Atmosphäre als bei unserer letzte Rheinsteig-Wanderung im Herbst. Die Sicht war an diesem Tag ( Karfreitag ) sehr gut.

Wir waren um 11:15 Uhr gestartet und beschränkten uns für heute auf die 14,5 km lange Etappe bis nach Rheinbrohl, dem Ursprung des Limes am Rhein. Unsere Mittagsrast machten wir auf der Ruine Hammerstein und genossen dabei den Blick nach Norden und Süden ins Rheintal. Weiter ging es zum Annahof oberhalb von Rheinbrohl, wo uns ein frühes Radler recht gelegen kam. Die forsche Wirtin hat “ihre” Rheinsteig-Wanderer gut im Griff und mahnt diese unentwegt ihre Hunde anzuleinen und auf dem Weg zu bleiben. Sie erzählte uns manch lustige Anekdote und gab uns Grüße mit für den Wirt des Jägerhofs, wo wir diese Nacht verbringen würden.

Unsere Unterkunft:
Der Jägerhof ist preiswert, ruhig gelegen und verfügt über geräunmige Zimmer hinten zum Garten raus. Die Matrazen waren etwas durchgelegen und eine Renovierung hier und da könnte nicht schaden. Aber es war sauber und wir wurden freundlich begrüßt und bekamen ein reichhaltiges Frühstück-Buffet. Alles in allem eine gute Unterkunft für Rheinsteig-Wanderer. Preis: € 60,00 für DZ mit Frühstück.

Der Abstieg vorbei am Aussichtspunkt “Rheinbrohler Lay” ging schnell vonstatten und am Nachmittag hatten wir bald den Jägerhof gefunden und unser Zimmer dort bezogen ( wegen dem Oster-Wochenende hatten wir alle Zimmer am Vortag telefonsich reserviert, was aber nicht notwenidg gewesen wäre, wie wir später sahen: überall waren noch Zimmer zu haben ), bevor wir uns nochmal auf machten in den Ort und zum Römerplatz, wo wir in einem Steakhouse ein gutes Abendessen bekamen, bevor uns ein weiterer Spaziergang hinunter zum Rhein und zurück zu unserer Unterkunft führte. Nach einem weiteren Bier und Schnaps hatten wir mehr als die nötige Bettschwere erreicht. Wir waren überrascht daß uns diese relativ kurze Wanderung so angestrengt hatte, aber wie schon so oft hatten wir den Rheinsteig mal wieder unterschätzt: auf dieser Etappe sind insgesamt immerhin 450 Höhenmeter zu bewältigen in drei Auf- und Abstiegen!

Freitag, 19. Oktober 2007

Mein Gepäck für die Rheinsteig-Wanderung 2007

Es ist erstaunlich mit wie wenig Dingen man eine Woche lang auskommen kann. Die Rheinsteig-Wanderung dieses Jahr war die beste Möglichkeit das auszuprobieren und deshalb wählten wir die sportliche Variante und trugen unser benötigtes Gepäck die ganze Zeit selbst, anstatt es uns von Hotel zu Hotel transportieren zu lassen. Mein Rucksack wog etwa 10 kg, der meiner Frau 8 kg.
Mit was ich eine Woche lang ausgekommen bin zeigt folgendes Bild.



Als ich die Aufnahme machte trug ich noch eine kruze Hose und ein T-Shirt. Die Wanderschuhe und -socken hatte ich schon zum Lüften weggestellt.

Das war's - mehr braucht man nicht und mehr will man auch nicht tragen !

Montag, 15. Oktober 2007

Rheinsteig 2007, 6. Etappe , 26. September 2007


Die Lahn bei Lahnstein, vom Rheinsteig aus gesehen
Die Lahn bei Lahnstein, vom Rheinsteig aus gesehen

Unsere letzte Rheinsteig-Etappe war 15 km lang und führte uns von Lahnstein nach Koblenz. Zunächst wanderten wir an der Lahn entlang zurück zum Rheinsteig, der uns dann sogleich zur Ruppertsklamm führte. Wir folgten der Klamm aufwärts über einen zum Teil mit einem Seil gesicherten Kletterpfad. An einer Grillhütte angekommen ging es weiter, zunächst dem Lahnhöhenweg folgenden, bald weiter ansteigend auf den Lichter Kopf (325 m). Ein hölzerner Aussichtsturm bot einen Ausblick über die Bäume hinweg zum Rhein und den südlichen Teil von Koblenz.
Durch Wälder wanderten wir weiter nach Koblenz, vernahmen Schüsse vermutlich von einem nahe gelegenen Truppenübungsplatz, unterquerten einige Bundesstrassen und langten bald in Koblenz-Pfaffenhofen an, wo wir auf den Rhein stießen und diesem nun nach Ehrenbreitstein folgten. Dort in einem Cafe, in dem ein schlechter Cappuccino gebraut wurde, telefonierten wir nach einer Unterkunft. Da diesseits des Rheins keine zu haben war setzten wir mit der Personenfähre nach Koblenz über, besuchten dort zuerst das Deutsche Eck und wanderten dann in die Innenstadt, wo wir im Hotel Metropol für 88 € ein Doppelzimmer mit Frühstück erhielten.



Ehrenbreitstein
Ehrenbreitstein bei Koblenz

Es begann bereits am Nachmittag zu regnen. Wir gingen italienisch essen, danach noch zu einem Kilkenny ins Irish Pub. Am nächsten Morgen war der Himmel wolkenverhangen und es regnete, Dauerregen war angesagt. Somit beschlossen wir unsere Rheinsteig-Wanderung hier zu beenden und die Heimreise anzutreten.
In der irrigen Annahme auf der anderen Rhein-Seite eine Zugverbindung nach Lorch zu bekommen setzten wir wieder mit der Personenfähre über. Am Bahnhof wurden wir dann aber eines besseren belehrt und fuhren mit dem Bus zum Hauptbahnhof nach Koblenz, von wo uns dann ein Zug zurück nach Lorch brachte.

Freitag, 12. Oktober 2007

Rheinsteig 2007, 5. Etappe, , 25. September 2007


Braubach mit der Marksburg
Der Rhein bei Braubach. Rechts sieht man die Marksburg

Da wir gestern bis Osterspai gekommen waren wäre unsere nächste Etappe nach Braubach laut Wanderführer nur ca. 14 km lang gewesen. Somit beschlossen wir die nächste Etappe bis nach Lahnstein gleich dranzuhängen ( + 11.5 km ).
Der Tag begann mit Sonnenschein, obwohl eigentlich eine Wetterverschlechterung vorhergesagt worden war. Wir stiegen zurück auf den Rheinsteig und genossen einen schönen Ausblick auf Osterspai. In der Ferne sahen wir bereits die Marksburg bei Brauchbach liegen, die wir zur Mittagszeit erreichten und uns dort Pfannkuchen mit Speck oder Kartoffelsuppe schmecken ließen.

Where the Rheinsteig continues, as seen from the Marksburg
Von der Marksburg kann man schon sehen, wie der Rheinsteig weiter verläuft....

Dann ging es bergab, bald durch schmale Gässchen nach Braubach, wo wir in das Hotel-Cafe Maas zu Kaffee und Kuchen einkehrten und um zu überlegen, ob wir die Wanderung noch fortsetzen sollten.
Da das Wetter noch gut war und die Zeit nicht zu weit fortgeschritten, und da uns der leckere Kuchen schwer im Magen lag beschlossen wir sogleich weiter zu wandern. Also hieß es bald wieder bergauf marschieren mit Blick zurück nach Braubach und zur Marksburg. Weiter ging es bis zu einem steilen Felsstück, über das wir klettern mußten. Dann hinuter zu einem kleinen Ort am Schlierbach, diesem dann folgend bald wieder steil bergauf, bis schließlich das Mercure-Hotel vor uns lag.

Gasthof an der Lahn
Wirtshaus an der Lahn, in einem historischen Zollhaus untergebracht.
An diesem vorbei wanderten wir weiter nach Friedland, wo wir alsbald auf die Lahn trafen und diese über die C.S.Schmidt-Brücke überquerten. Nun mußten wir dem Fluß noch etwa 3 km weit folgen, bis wir nach Lahnstein gelangten und dort in das Hotel "Weisses Ross" einkehrten, das von Griechen geführt wird. In der Nachbarschaft liegt direkt das etwas vornehmere Restaurant "Wirtshaus an der Lahn", in dem wir uns kleinere Schmanckerl, z.B. warmen Ziegenkäse mit Speck, schmecken ließen.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Rheinsteig 2007, 4. Etappe, , 24. September 2007


Kestert
Blick nach Kestert und zu den feindlichen Brüdern im Hintergrund

Die 4. Etappe sollte uns von Kestert nach Filsen bringen. Dort gibt es nur ein Hotel und das hat Montag Ruhetag, also war telefonisch kein Zimmer zu bekommen. Laut Auskunft unserer Wirtsleute im Hotel Krone gibt es aber im nächsten Ort - Osterspai - drei Hotels mit ausreichend Zimmern. Somit beschlossen wir unsere ursprünglich 17 km lange Etappe noch um 3 km zu verlängern, um in Osterspai eine Unterkunft zu finden.
Ein Aufstieg von Kestert führte uns zurück auf den Rheinsteig und wir machten zunächst noch einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt mit Blick hinab zu dem Ort, aus dem wir gekommen waren, und nach Norden zu den beiden Burgen, die auch "Die feindlichen Brüder" genannt werden. Etwas später kamen wir nach Lykershausen, wo es am Wegesrand frische Äpfel einzeln für Wanderer zu kaufen gab.

Boppard, as seen from the Rheinsteig
Boppard, vom Rheinsteig aus gesehen

Die feindlichen Brüder erreichten wir dann am Vormittag und kehrten in die Burg Sterrenberg zur Mittagsrast ein, bei der wir uns Wildschweinsülze und Bier schmecken ließen. Dann ging es mal wieder bergauf und ein weiterer schöner Aussichtspunkt mit Bank ließ uns direkt auf die beiden Burgen blicken. Immer weiter ging es nun am Rhein entlang, und bald lag Boppard unter uns auf der anderen Rheinseite. Mittlerweile kam ein scharfer Wind auf und Wolken strömten herbei.
In Filsen kehrten wir zu Kaffee und Kuchen ein, dann packten wir unsere Regenjacken aus, denn die Wolken wurden nun immer dunkler. Eine weitere Stunde mussten wir dann noch weiterwandern, um Osterspai zu erreichen und dort sogleich im "Anker" nach einem Zimmer zu fragen, das wir auch bekamen. Ein leichter Regen setzte erst ein, nachdem wir ein Dach über dem Kopf hatten. Es klarte aber rasch wieder auf und wir unternahmen sogar noch einen kurzen Spaziergang durch das sorgfältig restaurierte Dort mit zahlreichen Fachwerkhäusern, bevor wir uns zum Abendessen niederließen.

Montag, 8. Oktober 2007

Rheinsteig 2007, 3. Etappe, 23. September 2007


Blick zurück zur Burg Maus
Blick zurück zur Burg Maus: St. Goarshausen und die Loreley liegen nun schon einige Rheinschleifen weit hinter uns

15.5 km waren es von St. Goarshausen nach Kestert. Direkt gegenüber unserem Hotel in St. Goarshausen ging es unter der Unterführung am Bahnhof hindurch weiter auf dem Rheinsteig. Wieder bergauf und dann immer weiter nach Norden oberhalb des Rheins entlang führte uns der Weg bald zur Burg Maus. Als wir zu dieser hinabstiegen konnten wir von oben eine der dort stattfindenden Adler- und Falken-Vorführungen beobachten. Ein weiterer Aufstieg folgte über einen Bergbau- und Landschafts-Lehrpfad.
Nach dieser "erholsamen" Etappe erreichten wir unsere nächste Station am frühen Nachmittag. Das Hotel Krone in Kestert liegt direkt am Rhein. Dort bekamen wir ein Zimmer mit Balkon nach Süden und nutzten den warmen Sonnenschein, um einige Klamotten zu waschen und zu trocknen. Dann quartierten wir uns in dem kleinen Sauna-Bereich ein und erholten uns von der bisherigen Wanderung.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Rheinsteig 2007, 2. Etappe, 22. September 2007


Steep ascent from Kaub
Steiler Anstieg von Kaub

Die längste Etappe auf unserer Rheinsteigwanderung war die zweite, die wir an meinem Geburtstag unternahmen: von Kaub über die Loreley nach St. Goarshausen hatten wir 22 km zu erwandern. Nach einem steilen Anstieg über Stufen in die Weinberge ging es bei wieder traumhaftem Wetter oberhalb des Rheins entlang von einem grandiosen Aussichtspunkt zum nächsten. Die lange Hose hatte ich schon gleich nach dem ersten Anstieg gegen eine kurze ausgetauscht, denn nun wurde es wirklich angenehm warm. Mehrmals ging es wieder in Täler hinein und weitere, teilweise steile Aufstiege mußten bewältigt werden. Dann hatten wir einen ersten Blick auf den Loreleyfelsen - aber ihn sehen und dort sein sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Der Loreleyfelsen
Den Loreleyfelsen sehen und da sein sind zweierlei ...

Von der Felsenkanzel hatten wir einen besonders schönen Ausblick auf die Loreley. Dort angekommen steuerten wir zielstrebig den Biergarten an, der unterhalb der Freilichtbühne liegt und einen wunderbaren Ausblick über den Rhein und hinuter nach St. Goarshausen bietet. Nach einem erfrischenden Bier ging es weiter, über den Ortsteil Heide und an der Burg Katz vorbei, bis wir schließlich am späten Nachmittag St. Goarshausen erreichten und den Bahnhof ansteuerten, dem gegenüber das Hotel Colonius liegt, in dem wir am Vortag telefonisch ein Zimmer bestellt hatten, eines der letzten freien Zimmer, die an diesem Samstag noch zu haben waren.
Zu Abend aßen wir in einer Weinstube an der Hauptstrasse. Dann ging es in die Altstadt, wo wir in einem historischen Turm mit Weinmuseum und einer sehr urigen Weinkneipe mit einigen Gläschen Wein auf meinen Geburtstag anstiessen und uns mit den anwesenden Gästen und dem Besitzer-Ehepaar angeregt unterhielten.