Sonntag, 28. Dezember 2008

Von Rambach zum Kellerskopf und weiter zur Platte

Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Sportplatz Rambach
Über: Kellerskopf, Platte
Ziel: Sportplatz Rambach
Strecke: 15 km
Gehzeit: 3 Stunden 15 Minuten

Bei –2 Grad am Morgen und strahlendem Sonnenschein unternahmen wir eine knapp vierstündige Wanderung von Rambach zum Kellerskopf und weiter zur Platte.

Den Parkplatz oben am Sportplatz in Rambach erreicht man mit dem Auto von Wiesbaden / Sonnenberg kommend wenn man beim Wegweiser zum Sportplatz links von der Hauptstrasse abbiegt und dann immer dieser Nebenstrasse bergauf folgt.

Wir starteten um 11:20 Uhr und wanderten zunächst auf den Kellerskopf, dem Weg folgend, der mit einem gelben Balken markiert ist, und erreichten den Parkplatz oben am Restaurant nach etwa 50 Minuten. Von dort ging es weiter dem blauen Kreuz 6 km folgend zur Platte, wo wir uns mit einem Glühwein aufwärmten, der an einer Bude am Restaurant Jadgschloß verkauft wurde und sehr gut schmeckte, da er wenig oder gar nicht gezuckert war.

Die restlichen 5 km zurück zu unserem Auto ging’s hauptsächlich bergab. Wir folgten dem mit einem roten Vogel markierten Weg, dann rechts dem schwarzen Punkt bergab, vorbei an der Idsteiner Eiche, dann dem Eichhörnchen folgend nach links. Der Abzweig danach nach links zum Weg mit dem gelben Balken, der uns zurück nach Rambach bringen sollte, war schlecht beschildert, aber glücklicherweise kannten wir uns an dieser Stelle gut aus und wußten, daß wir in Richtung Schützenhaus laufen mußten; der Weg dorthin war ausgeschildert. Wir hatten Glück, daß der Boden dort gefroren war, denn meist ist es auf diesem Wegstück sehr morastig.

Kurz nach 15 Uhr hatten wir unser Auto wieder erreicht.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 20. Etappe von der Falierhütte nach Alleghe

Start: Fallierhütte
Ziel: Alleghe
Entfernung: 22 km
Aufstieg: 140 m
Abstieg: 1260 m
Gehzeit: 5h

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Unter strahlend blauem Himmel stiegen wir ab von der Falierhütte zur Talstation der Marmolada-Seilbahn, wo wir nach dem spärlichen Frühstück in der Früh ein zweites Frühstück einnahmen, bestehend aus Tee, Late Machiatto und leckerem Schokoladenkuchen.

Hike through the Sottoguda Canyon
Wanderung durch die Sottoguda-Schlucht

Durch die Sottoguda-Schlucht, verziert mit einigen Kunst-Figuren, ging es zum Ort Sottoguda und zügig weiter nach Caprile, wo wir in die Pizzeria Georgio einkehrten und eine gute Pizza mit Ruccola und Bündner Fleisch aßen, nachdem sich Alex in der Apotheke mit neuem Tape und Blasenpflaster und ich mit frischen Batterien für meinen Rasierapparat eingedeckt hatte.”

Apropos Tape: für Alex war dies schon immer eine bewährte Methode die Füße an kritischen Stellen mit Tape zu verkleben um Blasen vorzubeugen. Auch Ludwig, unser Bergführer, hatte eine morgendliche “Tape”-Stunde eingerichtet, so daß ihn Wanderer aus der Gruppe morgens aufsuchen konnten und er ihre Füße mit Tape verklebte um sie vor weiteren Abnutzungserscheinungen zu schützen. Ein guter Service, den ich glücklicherweise nie in Anspruch nehmen mußte.

Alleghe
"Alleghe". Im Hintergrund türmte sich die Civetta auf, unser morgiges Ziel.

Wir freuten uns, daß das Tape hier in Italien nur halb so teuer war wie in Deutschland, aber wie sich dann herausstellte war es auch nur halb so gut. Es klebte nicht richtig und verrutschte dann leicht, wenn der Fuß feucht wurde, und hatte somit nicht mehr den Effekt des hochwertigen Tapes, das Alex zuvor benutzt hatte.

Von Caprile aus waren es nur noch etwas 1 1/2 Stunden zum Alleghe-See, wo uns Herr Rossi vom Hotel Ciclamino mit dem VW-Bus abholte und ins Hotel brachte, wo wir um kurz nach 15 Uhr eintrafen. Wieder 22 km geschafft auf dem Weg nach Venedig, und es lockte eine Dusche, ein geräumiges Zimmer nach dem engen Lager auf der Falierhütte, frische Wäsche aus dem Reisegepäck und ein gutes Abendessen.”

Unsere Unterkunft:
In Alleghe waren wir in dem familiär geführten Hotel Ciclamino untergebracht, das etwas außerhalb vom Ortskern liegt. Wir freuten uns über ordentliche Zimmer mal wieder mit etwas privater Atmosphäre und eigenem Bad. Auf der grossen Terasse des Hotels ließ es sich gut die Füße ausstrecken in der Nachmittagssonne bei einem Spritz aka Venediger. Das Abendessen war 'ne Wucht: ganz klar bestes Vorspeisenbuffet auf der gesamten Venedig-Tour. Auch das reichhaltige Frühstücksbuffet war ein Genuß, sowie die netten Wirtsleute. Wer gute Weine probieren will, ist hier bei Herrn Rossi genau richtig.

Am Abend hieß es Abschied nehmen in geselliger Runde von unseren Schweizerinen Yolanda und Brigitte, zwei sehr ruhigen und angenehmen Mitwanderinen, die erst nach langer Zeit etwas gesprächiger geworden waren, und Kiwi, unserer Koreanierin, die stets gut gelaunt war und die es sich nicht nehmen ließ jedem noch ein Feedback mit auf den Weg zu geben. Neue Mitwanderer kamen für die vierte Woche nicht hinzu.

Drei Wochen lagen nun hinter uns. Wir waren schon weit gekommen. Was sollte uns jetzt noch aufhalten auf dem Weg nach Venedig, nach überstandenen 327 km, 17.190 m Auftsieg, 16.900 m Abstieg und 127 Stunden Gesamt-Gehzeit ?

Sonntag, 21. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 19. Etappe vom Contrinhaus zur Falierhütte

Start: Contrinhaus
Ziel: Falierhütte
Entfernung: 5 km
Aufstieg: 700 m
Abstieg: 680 m
Gehzeit: 4h

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Die Fallier-Hütte
"Die Fallier-Hütte"

Wir hatten mal wieder sehr viel Glück mit dem Wetter. Auch wenn wir nicht den angekündigten stahlblauen Himmel bekamen, so war es doch sonnig und warm mit einzelnen Wolkenfeldern, ideal zum Wandern.

Unsere Unterkunft:
Die Falierhütte ist klein und urig, davor sitzt man an Tischen und Bänken in einer herrlichen Berglandschaft mit tollem Ausblick nach Osten. Im Norden richten sich beeindruckend die 1000 m hohen Felswände der Marmolada auf, die viele Kletterer anziehen, die hier Station machen - und natürlich früh aus den Betten kriechen. Unser Schlaflager unter dem Dach war das engste auf der gesamten Tour - mit wackligen Betten, niedrigen Balken und einem blubbernden Wassertank. Zum Abendessen bekamen wir Polenta und eine "Bratwurst", die mehr einem Hackfleisch-Klops glich, dazu Salat. Das Essen war einfach, schmeckte aber ganz ordentlich. Ludwig war mit den unfreundlichen Wirtsleuten nicht so zufrieden; sieht so aus als würde sich der Summit Klub nach einer anderen Unterkunft umgucken.

So machten wir uns heute um 08:15 Uhr auf zur Fallierhütte, wo wir einen halben Ruhetag verbringen sollten. Nach einem steilen Anstieg von 600 m erreichten wir auf 2.700 m den Passo Ombretta und stiegen dann über ein Geröllfeld ab. Ludwig machte es vor und jeder entwickelte so seinen eigenen Stil in dem Geröll ‘abzufahren’. Kurz danach erreichten wir die kleine, herrlich gelegene Fallierhütte, wo wir uns ein leckeres Mittagsessen gönnten und dann den Nachmittag im Liegestuhl in der Sonne verbrachten und uns ausruhten. Am späten Nachmittag erspähten wir eine Gruppe Steinböcke.”

Samstag, 20. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 18. Etappe von der Boehütte zum Contrinhaus

Start: Boehütte
Ziel: Contrinhaus
Entfernung: 16 km
Aufstieg: 890 m
Abstieg: 1100 m
Gehzeit: 7h

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Goodbye, Boehütte
"Goodbye, Boehütte"

Nach einem typischen spartanischen Hüttenfrühstück wanderten wir von der Boehütte in den Morgen. Die Sonne kam gerade über die Berggipfel, als wir an der Pardoihütte anlangten. Von hier stiegen wir 600 m über einen steilen und sehr steinigen Pfad (viel Schotter!) ab bis hinunter zum Pardoijoch, wo reger Tourismus herrschte und wir unser zweites Frühstück einnahmen. Auf dem sehr viel begangenen Bindelweg wanderten wir weiter zum Fedaiasee …”

Der Bindelweg ist ein angenehmer Bergpfad mit wenig Steigungen. Rechts thront die Marmolada – die “Glänzende” – mit ihren mächtigen Gletschern und dem Fedaiasee an ihrem Fuße. Grüne Hänge fallen ab in ein tiefes Tal. Der Absteig zum Fedaiasee wird immer wieder als der “Knieschaggler” bezeichnet, auch in Ludiwg Grassler’s Buch, aber ich muß sagen ich fand ihn nicht so schlimm, vielleicht weil ich mich auf schlimmeres eingestellt hatte.

Der Bindelweg
"Der Bindelweg"

Vom Fedaiasee aus gibt es nun einige Varianten für den weiteren Weg nach Venedig. Zur Sottoguda-Schlucht ist es nicht weit, von der aus man dann nach einem halben Tag Alleghe erreichen kann. Dies ist auch die Variante, die Josef Schwellensattel in seinem Fernseh-Beitrag “Zu Fuß von München nach Venedig …” beschreibt. Eine sportliche Variante wäre laut Ludwig Grassler eine hochalpine Überquerung der Marmolada mit Steigeisen und Eispickel. Die Summit-Klub-Variante sah eine zweitägige Umgehung der Marmolada auf der vom Fedaiasee aus gesehen abgelegenen Seite vor.

Unsere Unterkunft:
Das Contrinhaus macht einen neu renovierten Eindruck. Geschlafen wird in einem Nebenhaus, unsere gesamte Gruppe war in einem Mehr-Bett-Zimmer untergebracht mit eher dürftigen Metall-Betten. Es gab ausreichend Duschen und Bäder und wie immer gutes Essen und Service in der Gaststube.

Wir nahmen einen Bus nach Penia, “wo wir eine leckere Pizza zu Mittag aßen. So gestärkt nahmen wir den Anstieg zum Contrinhaus in Angriff, der die ganze Zeit auf einem breiten Forstweg verlief.” Wir kamen durch ein Tal in dem herrlicher Enzian massenweise blühte. Gegen 15:30 Uhr hatten wir unser heutiges Etappenziel ereicht. Alex hatte etwas Schmerzen im Knie und wieder Probleme mit einer Blase am Fuß. Den Spruch “Wer nach Venedig will muß leiden” hatten wir mittlerweile verinnerlicht und akzeptiert. So herrlich dieses Wander-Erlebnis auch war, etwas Durchhaltevermögen mußte man schon aufbringen.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 17. Etappe vom Grödnerjoch zur Boehütte

Start: Grödnerjoch
Ziel: Boehütte
Entfernung: 7 km
Aufstieg: 1270 m
Abstieg: 530 m
Gehzeit: 7h

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Morning at Grödner Joch
"Morning at Grödner Joch"

Um 08:15 Uhr brachen wir vom Berghaus Frara auf und stiegen durch das Val Setus auf zur Pisciaduhütte. Das letzte Drittel des Aufstiegs war seilversichert und erforderte etwas Kletterei.”

Wir waren in Ladinien, wie ich aus Ludwig Grasslers Buch gelernt habe, wo eine eigene, dem Lateinischen ähnliche Sprache noch von etwa 20.000 Menschen gesprochen wird. Das Val Setus bezeichnet Ludwig Grassler als “eine Breche in die Gralsburg Ladiniens” – den Sella Stock, der für das ungeübte Auge tatsächlich wie eine unüberwindbare Festung anmutet.

Blick zurück auf die Cirspitzen
"Blick zurück auf die Cirspitzen"

Gudrun und Hans Dieter waren nicht mit dabei. Ludwig hatte sich am Abend zuvor mit ihnen zusammengesetzt um ein Alternativ-Programm für die beiden auszuarbeiten, so daß sie die schweren Touren auslassen aber die Reise an sich doch mitmachen konnten. Ludwig, den wir oft nur von seiner harschen Seite kennenlernten, wenn er uns klare Regeln setzte oder Kritik übte, zeigte sich hier von seiner herzlichen Seite. Wir würden die beiden oben auf der Boehütte wiedertreffen. Auf der anderen Seite des Sella-Massivs gab es eine Seilbahn, die die beiden benutzen würden.

Oben auf der Pisciaduhütte “gab’s neben einem Cappuchino eine wunderbare Ausicht, bevor wir weiter wanderten und kletterten zur Boehütte (2.873 m).

Wir betraten eine Mondlandschaft. Mittendrin lag die Hütte, dahinter erhob sich der Gipfel des Piz Boe.

View at the end of the climb to the Pisciaduhütte
"View at the end of the climb to the Pisciaduhütte". Stolz blickt man zurück in die weite Bergwelt, aus der man gekommen ist, sieht Berge und Übergänge, die man tags zuvor überquert hat.

Nach dem Mittagessen starteten wir um 14:00 Uhr zu einem zweistündigen Gipfelsturm auf den Piz Boe (3.152 m), meinem ersten Dreitausender, soweit ich mich erinnern kann”, und dem höchsten Punkt auf der gesamten Venedig-Tour.

Unsere Unterkunft:
Auf der Boehütte (2.873 m) bekamen meine Frau und ich zusammen mit Gisela und Tina ein 4-Bett-Zinmmer. Es gab gewöhnungsbedürftige Steh-Klos und wenig kaltes Wasser zum Waschen. Dafür eine gemütlche Gaststube und ein netter Hüttenwirt, der auch Ludwig hieß und seinen gesterigen Namenstag mit uns und einem leckeren Schnaps begoss.

Nach einem Glühwein” in der Gipfelhütte, in der man auch übernachten kann, “stiegen wir über den Grad ab und mußten wieder etwas klettern, unter Ludwig’s kritischen Blicken. Eine Kritik war uns sicher, als wir wieder an der Hütte eintrafen.

Die Sicht vom Gipfel war bescheiden gewesen wegen Wolken, trotz Hochdruck-Wetterlage bis Samstag, aber einen kurzen Blick auf die Marmolata konnten wir erhaschen.” Wir würden sie in den nächsten Tagen noch oft genug bewundern können – von allen Seiten.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 16. Etappe von der Schlüterhütte zum Grödnerjoch

Start: Schlüterhütte
Ziel: Grödnerjoch
Entfernung: 19 km
Aufstieg: 1180 m
Abstieg: 1375 m
Gehzeit: 7h

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Goodbye Schlüterhütte
"Goodbye Schlüterhütte"

Der 15. Wandertag (Okay, für uns war es der 16. ), er führt von der Schlüterhütte zum Grödner Joch, ist der Tag der neun Jöcher und Scharten.”, schreibt Ludwig Grassler in seinem Buch “Zu Fuß über die Alpen – der Traumpfad von München nach Venedig”.  “Ganz anders als im Zentralmassiv, wo die Überwindung eines Joches fast eine Tagesaufgabe ist, passiert es hier, dass wir ein Joch betreten und es kaum bemerken.” Im einzelnen waren dies laut Aufzeichnungen unsere Bergführers, der auch Ludwig heißt: Kreuzkofeljoch (2340m) – Sobutsch – Kreuzjoch (2293m) – Wasserscharte - Roa Scharte (2616m) – Nivesscharte (2662m) - Puez Hütte (2475m) – Forcella de Champei (2368m) – Crespeina Joch (2523m) – Pso Cir (2470m) - Grödner Joch (2137m).

Dolomiti Hiking
"Dolomiti Hiking"

Eine lange, anstrengende Tour führte uns durch ein atemberaubendes Bergpanorama über insgesamt 9 Übergänge durch die Dolomiten. Langsam näherten wir uns der Sella-Gruppe, unserem morgigen Ziel. Der Höhenweg, teilweise seilversichert, führte uns zur Puezhütte, wo wir um 13:00 Uhr zur Mittagsrast eintrafen.”

Auf der Roa Scharte mußten wir wieder lange auf Gudrun und Hans Dieter warten. Als Hans Dieter endlich oben auftauchte erwartete ihn Ludwig mit den Worten: “Wer von Euch hat die Schnapsidee gehabt diese Tour zu buchen ? Ihr seid damit total überfordert !” Oder so ähnlich. Hart, aber zutreffend. Gestern hatte Ludwig noch kein Wort gesagt über ihre schlechte Kondition, heute war ein direktes Wort fällig. Wir hatten eine sehr lange Tour vor uns und würden in diesem Tempo die Unterkunft erst nach dem Abendessen und bei Dunkelheit erreichen. Hans Dieter, der zunächst seine Frau immer wieder dazu aufforderte schneller zu gehen und das Tempo zu halten, sah dies wohl schließlich ein. Als bald rechterhand eine Alm auftauchte machte er den Vorschlag daß sie beide dorthin gehen und per Seilbahn, Bus und Taxi zum Grödner Joch kommen würden. Glücklicherweise kannte sich Hans Dieter gut aus in den Dolomiten und so trennten sich zunächst unsere Wege.

Anstieg zur Roa Scharte
"Anstieg zur Roa Scharte"

Auf dem Weg zur Puez-Hütte rutschte Kiwi von dem an sich sicheren Pfad ab und wir konnten sie gerade noch am Rucksack wieder hoch ziehen und vor einem Absturz bewahren. Der Dolomitenhöhenweg ist eigentlich sicher angelegt und gut zu gehen, aber etwas Konzentration sollte man schon aufbringen.

“Um 14:00 Uhr ging’s weiter und wir benötigten noch fast 3 Stunden bis zum Berghaus Frara am Grödner Joch (2.137 m).” Vor dem Abstieg zum Grödner Joch standen wir auf dem Cir Joch und blickten direkt hinüber zum unüberwindlich erscheinenden Sella-Massiv, das wir am nächsten Tag überqueren wollten, bevor “wir mit schmerzenden Füßen” an unserem Etappenziel “eintrafen und uns über Betten, frische Handtücher und Duschen freunen konnten. Das Wetter für diese Tour war super gewesen und die Vorhersage sah vielversprechend aus für die nächsten Tage.”

Auf dem Cir Joch
"Auf dem Cir Joch"

Wettermäßig hatten wir viel Glück in dieser gesamten dritten Woche und konnten die Dolomiten in all ihrer Pracht im Sonnenschein genießen. Das es auch anders sein kann zeigt eindrucksvoll der Filmbeitrag von Josef Schwellensattel “Zu Fuß von München nach Venedig …”. “1978 hat es hier 33 mal geschneit – im Sommer !”, erzählt der Wirt der Puez-Hütte. Auch im August kann es hier oben Winter sein.

Unsere Unterkunft:
Das Berghaus Frara am Grödnerjoch bot uns frische Handtücher, richtige Betten und frei Duschen ! Wir waren in einem großen Schlafsaal unter dem Dach untergebracht. Auf einem Balkon konnten wir unsere Strümpfe, Schuhe und Füße lüften mit Blick auf die Cirspitzen. Das Haus liegt direkt an der Strasse, es wäre aber ruhig gewesen, wenn nicht ein paar Deppen nachts lautstark versucht hätten ins Haus zu kommen. Ein Bild des Berghauses mit Cirspitzen im Hintergrund findet man auch in Wikipedia: es ist das Haus unterhalb der Strasse.

Diese anstrengende Etappe war eine der schönsten auf dem Weg nach Venedig. Die Dolomiten sind einfach sehr beeindruckend und diese Tour bot immer wieder neue Ausblicke und Perspektiven. Vor 200 Millionen Jahren sind sie entstanden. Zunächst waren hier noch Meere, und der Sella-Stock war darin ein mächtiges Korallenriff. Vor 35 Millionen Jahren kamen diese Riffe ans Tageslicht und bildeten die Dolomiten.

Wir hatten zunächst naiv angenommen daß viele kurze Ab- und Aufstiege leichter zu bewältigen sind als ein langer Aufstieg, aber das erwies sich als Irrtum. Wenn nach jedem Abstieg immer wieder ein neuer Aufstieg auftaucht kann auch das zermürbend werden. Wie auch immer: die vielen Höhenmeter wollen bewältigt werden !

Montag, 15. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 15. Etappe von St Andrä bei Brixen zur Schlüterhütte

Start: St. Andrä
Ziel: Schlüterhütte
Entfernung: 17 km
Aufstieg: 970 m
Abstieg: 635 m
Gehzeit: 6h

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An der Rossalm
"An der Rossalm"

Zunächst hieß es wieder Abschied nehmen von ein paar lieb gewonnenen Mitwanderern, und wir durften auch wieder ein paar Neue in der Gruppe begrüßen. Verabschieden mußten wir uns von Petra und Ronald, die uns die ersten zwei Wochen begleitet hatten, sowie von Bernd und Norbert aus Husum. Neu hinzu kamen Tina, Gisela’s Tochter, Gudurn und Hans Dieter, ein älteres Ehepaar aus Fürth, sowie Kwi-Soon, eine Koreanerin, die wir bald nur noch “Kiwi” nannten.

 “Nach einem feinen Frühstück und bei herrlichem Sonnenschein begannen wir die dritte Wanderwoche. Mit der Seilbahn fuhren wir wieder auf den Plose und nahmen damit zunächst den gleichen Weg, den wir gestern herunter gekommen waren.

Gelber Mohn
"Gelber Mohn"

Dann ging es auf dem Dolomitenhöhenweg Nr. 2 zunächst zur Rossalm und dann weiter zur Halsllhütte, wo wir einen leckeren Kaiserschmarren vertilgten. Das Panorama, das sich uns heute bot, reichte vom Peitlerkofel über den Schlern, die Brenta bis hin zur Ortlergruppe, und das alles vor einem stahlblauen Himmel.”

Nachdem uns unser Weg am Vormittag bequem und fast eben durch die herrliche Dolomitenlandschaft geführt hatte, stand uns nun am Nachmittag noch eine kurzer Aufstieg bevor.

“Nach einem 500 m Anstieg erreichten wir die Peitlerscharte, von wo aus wir wieder einen spektakulären Blick in die Bergwelt hatten.”

Peitlerkofel und Peitlerscharte
"Peitlerkofel und Peitlerscharte"

Es zeigte sich leider, daß Gudurn und Hans Dieter nicht ausreichend auf die Tour vorbereitet waren und wie wir dann erfuhren waren sie zum letzten mal vor 30 Jahren in den Bergen gewesen. Gudrun tat sich sehr schwer bei dem Aufstieg und kam bald nur noch im Schneckentempo voran. Wir mußten lange auf sie warten. Irgendwann erschien dann Hans Dieter mit zwei Rucksäcken und später dann Gudrun – zu Tode erschöpft.

Unsere Unterkunft:
Die Schlüterhütte war voll belegt und einige mußten auf den Notlagern schlafen, d.h. teilweise irgendwo auf den Gängen. Unsere Gruppe war größtenteils in einem 10-Bett-Zimmer untergebracht, einige mußten noch auf ein anderes Zimmer ausweichen. Die Gaststube war sehr gemütlich und es gab ein gutes Abendessen. Am Nachmittag saßen wir noch in der Sonne vor der Hütte und genossen Kaffee und Kuchen sowie die wunderschöne Bergwelt ringsrum.

Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir dann die wunderschön gelegene Schlüterhütte, wo wir ein 10-Bett-Zimmer bezogen.”

Wir verbrachten einen erholsamen Nachmittag noch draußen in der Sonne und später in der urigen Hüttenstube.

Samstag, 6. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 14. Etappe von Lüsen nach St Andrä bei Brixen

Start: Lüsen
Ziel: St. Andrä
Entfernung: 8 km
Aufstieg: 1500 m
Abstieg: 420 m
Gehzeit: 5h

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Nach einem wirklich guten Frühstück vom Buffet brachen wir heute bei leider strömendem Regen auf, wohlverpackt in Regenkleidung und ich diesmal sogar mit Schirm !”

Auf dem Plose
"Auf dem Plose"

Bernd hatte mir seinen ausgeliehen, denn er hatte sich angesichts des Wetters an diesem Morgen gleich noch einen größeren gekauft, und ich wollte nun mal ausprobieren, worauf viele, insibesondere auch Wanderführer, schwören: das Wandern mit Schirm. Ich muß sagen, die Vorteile überwiegen: bei stundenlangem Regen hält der Schirm doch viel Wasser von Kleidung und Rucksack ab, so daß man länger trocken bleibt. Ein weiterer Vorteil gerade beim bergauf gehen ist, daß man seine Regenjacke nicht bis oben hin verschließen muß und auch die Kapuze nicht unbedingt üder dem Kopf haben muß; dadurch schwitzt man weniger and bekommt besser Luft. Nachteil ist natürlich, daß man nur eine Hand frei hat und somit auf schiwerigen Pfaden nur einen Wanderstock benutzten kann. Der Aufsteig auf den Plose verlief aber zunächst über eine Forststrasse, die man bequem auch ohne Stöcke bewältigen konnte.

Ich war recht schnell vom Wandern mit Regenschirm überzeugt und kaufte Bernd das Exemplar für ein Weizenbier am Abend ab.

St. Andrä bei Regen
"St. Andrä bei Regen"

Unser Weg führte uns entlang des Kaserbaches zur Plosehütte auf 2.446 m und damit waren also 1.500 Höhenmeter zu überwinden. Die Lüsener Scharte bot uns den erforderlichen Übergang und tropfnass kehrten wir kurz danach in die Hütte ein, um uns mit warmen Getränken und Speisen wieder ein bischen für den bevorstehenden Abstieg zu motivieren.

Die 400 Höhenmeter zur Seilbahn legten wir recht schnell zurück, da es über uns blitzte und donnerte. Die Kabinenbahn brachte uns dann rasch ins Tal und nach kurzem Fußmarsch waren wir dann endlich im Trockenen und wärmten uns sogleich in der Sauna des Gasthofes auf.”

Der Wellness-Bereich des Gasthofs “Gasserhof” in St. Andrä war ideal um eine entspannende Ruhepasue einzulegen mit Sauna, Dampfbad und Liegestühlen, während es draußen noch weiter regnete. Und wir hatten natürlich allen Grund zu feiern: Halbzeit ! Die ersten zwei Wochen waren geschafft. Insgesamt hatten wir nun 241 km zurückgelegt, waren 91 Stunden gegangen, hatten 12.040 Höhenmeter erklommen und waren 11.300 Höhenmeter abgestiegen.

Unsere Unterkunft:
Der Gasthof "Grasserhof" war ein würdiges Hotel für unsere Halbzeitpause. Den Wellnessbereich genossen wir sehr. Die Zimmer wären okay, vielleicht etwas klein, aber wen störte das jetzt noch ? Es gab gutes Essen und die Leute dort waren sehr nett. Ein Trockenraum half uns die Klamotten bis zum nächsten Tag wieder trocken zu kriegen.

Irgendiwe war ich mir jetzt sehr sicher auch die nächsten zwei Wochen problemlos zu bewältigen. Mein Knie hatte prima mitgespielt ohne irgendwelche Probleme, meinen Füßen machte das Wandern ohnehin nichts aus und konditionell ging’s auch sehr gut. Ich hatte auch noch keinen Lager- oder Gruppenkoller, auch wenn es manchmal schon ein paar kleine Reibereien oder Unstimmigkeiten gab. Im großen und ganzen funktionierte es sehr gut und wir hatten uns auch prima an den Tagesablauf und die “Wanderroutine” gewöhnt. Dem Erreichen von Venedig stand aus meiner Sicht nichts mehr im Wege.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Freenet & Internet-Telefonate vom Desktop

Tja, da hab ich nun meinen Freenet Tarif umgestellt von “HighSpeed DSL 6000” flat auf “freenetKomplett” – und muß feststellen daß meine Internet-Telefonie über den Freenet iphone Communicator nicht mehr funktioniert. D.h. es funktioniert noch, aber nur für 30 Sekunden, danach wird die Verbindung getrennt Sad.

freenet iphone Communicator

Ansonsten ging ja alles glatt bei der Umstellung, außer daß die Hardware zwei Tage zu spät zugeschickt wurde und mein neuer Router, eine “Fritz! Box Fon WLAN 7113” nur noch einen LAN-Asnchluß hat im Gegensatz zu meinem vorherigen Router (Modell 7170), der über vier Anschlüsse verfügte, ich aber zwei Computer in Betrieb habe und den zweiten nun über einen Fritz! Wireless USB Stick ans Netzwerk anbinden muß.

Aber nun mußte ich heute feststellen, nachdem ich mich in unser heutiges Abteilungsmeeting eingewählt hatte, daß ich mit dem iphone Freenet Communicator nicht mehr telefonieren kann: die Verbindung bricht nach 30 Sekunden ab – ohne jegliche Fehlermeldung oder Hinweis, was falsch gelaufen ist. Ich benutzte ihn hauptsächlich dafür mich in Konferenzen einzuwählen, wenn ich von zu Hause arbeite. Über mein Telefon ist die Eingabe eines PIN Codes nicht möglich (wahrscheinlich falsches Wahlverfahren), so daß ich speziell dafür ein “Softphone” einsetze. Weiterer Vorteil: ich kann bequem mit einem Headset telefonieren.

Ich habe das Problem mal an freenet per e-mail adressiert. Mal sehen, ob ich eine vernünftige Antwort erhalte.

Zunächst einmal habe ich bisher herausgefunden, daß dieser iphone freenet Communicator nicht mehr zum Download verfügbar ist und somit wohl auch nicht mehr unterstützt wird. Unter Windows Vista hat er sowieso nicht funktioniert Sad. Freenet rät zur Benutzung “jeder anderen SIP-kompatiblen Software”.

Aha Thinking.

Was bleibt, ist selbst nachzuforschen Nerd. Dieser Blog-Artikel von Rajeev Edmonds war sehr hilfreich Smile.

X-Lite Softphone

Habe also probiert:

  • Ninja Lite. Sieht toll aus auf dem Desktop, hat sich automatisch für freenet konfigurieren lassen und hat ein ansprechendes Benutzerinterface. Ich konnte mich in meine Konferenz einwählen, aber … die Eingabe des PIN-Codes hat nicht funktioniert. Auch hier falsches Wahlverfahren  Sad ? Habe das als Problem-Ticket adressiert, mal sehen ob man das vielleicht irgendwo umkonfiguerien kann.
  • Firefly. Verlangt leider die Registrierung eines Fleshtel Accounts, und der ist wohl kostenpflichtig, zumindest ausserhalb UK Sad.
  • X-Lite. Yesss ! Na endlich ! Das hat funktioniert. Ebenfalls ein ansprechendes Benutzerinterface, die Konfigurierung meines freenet Accounts war einfach: ich mußte nur meinen Benutzernamen und Passowrt, sowie die freent Domaine ( freenet.de ) angeben. Schon konnte ich telefonieren und auch das Eingaben des PIN Codes für meine Konferenz hat funktioniert. Smile. Und der riesengroße Pluspunkt: die Software läuft auch einwandfrei unter Windows Vista Open-mouthed.

Mein Abteilungsmeeting habe ich zwar verpasst ( danke, freenet ), aber nun habe ich wieder ein funktionierendes Softphone ( danke, CounterPath ).

Update vom 6.12.2008: Von Freenet habe ich eine Antwort erhalten: der freenet Communicator wird nicht mehr unterstützt. smile_sad

Auch das Support-Team von Ninja Lite hat mir geantwortet: das Wahrverfahren läßt sich tatsächlich ändern: unter Settings->Advanced->DTMF auf “Inband” setzen. Damit funktioniert jetzt die Eingabe eines PIN-Codes für meine Konferenz-Nummer. smile_regular.

Sonntag, 30. November 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 13. Etappe von Obervintl nach Lüsen

Start: Obervintl
Ziel: Lüsen
Entfernung: 14 km
Aufstieg: 1160 m
Abstieg: 920 m
Gehzeit: 6h

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An der Rodener Hütte
"An der Rodener Hütte"

Heute galt es eine 1.800 m hohe bewaldete Höhe zu überwinden: den Rodenecker Wald.”

Ein bewaldeter Hügel, der nach dem Alpenhauptkamm zuerst nicht zu beeindrucken scheint. Wie ich immer zu sagen pflege: am schwierigsten zu bewältigen sind die Wanderungen, die man unterschätzt.

“Teilweise steil ging es bergan, aber glücklicherweise meist im Schatten. Gut 1.000 Höhenmeter waren zu überwinden, um die Rodener Hütte zu erreichen, wo wir eine Stunde lang in der Sonne saßen und uns Schinken und kühle Getränke schmecken ließen.

Unsere Unterkunft:
Das 3-Sterne-Hotel Rosental bot uns wiederum den Komfort eines Hotels mit excellentem Abend- und Frühstücksbuffet. Zum Abendessen gab es eine reichhaltige Auswahl an Salaten, Vorspeisen und Deserts. Teilweise waren wir in einem externen Appertmenthaus untergebracht mit geräumigen Zimmern. Gut sitzen ließ es sich vor dem Hotel oder am Abend auf der Terasse mit Blick auf den malerischen Ort bei einem Spritzer oder anderem Getränk.

Um 13:30 Uhr wanderten wir weiter und stiegen bald ab zum Ort Lüsen, unserem heutigen Etappenziel, wo wir im 3-Sterne-Hotel Rosental untergebracht waren.”

Wir genossen den Nachmittag auf der Terasse, sammelten Kräfte für die weiteren Wanderetappen und schrieben Postkarten an unsere Freunde und Verwandten.

Sonntag, 23. November 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 12. Etappe vom Pfitscherjochhaus nach Obervintl

Start: Pfitscherjochhaus
Ziel: Obervintl
Entfernung: 16 km
Aufstieg: 980 m
Abstieg: 2055 m
Gehzeit: 8h

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Am Morgen riß der Himmel auf und offenbarte ein herrliches Bergpanorama rund um das Pfitscherjochhaus. Innerhalb einer Stunde stiegen wir ab über 500 Höhenmeter, nachdem wir ein gutes Frühstück mit leckerem Tiroler Speck und geschäumter Milch bekommen hatten. Ludwig war zufrieden mit uns…”

Hike to the Gliderscharte
"Auf dem Weg zur Gliderscharte"

– nachdem er gestern noch einen seiner berüchtigten Sprüche losgelassen hatte: “Wenn ihr morgen so langsam bergab lauft wie heute, dann kommen wir nie an.”  -

“…und wir begannen den dreistündigen Aufstieg über 900 Höhenmeter vorbei an der verfallenen Unterbergalm durch ein romantisches Tal und dann entlang des Unterbergbaches steiler werdend und später über Geröll hinauf zur Gliderscharte ( 2638 m ). Dort blies ein frischer Wind und wir genossen kurz den Blick zurück zur Friesenbergscharte, die wir vorgestern überwunden hatten, und zum Hochfeiler mit Hochfeilerhütte und Gletscher.

Rasch stiegen wir dann ab zum Grindlbergsee zu einer viertelstündigen Mittagsrast, dann weiter zur urigen Engbergalm, wo wir uns Brot und Butter und Milch schmecken ließen.”

Im Pfunderer Tal
"Im Pfunderer Tal"

Diese Rast bei hartem Fladenbrot und Milch hat offensichtlich schon Tradition für Venedigwanderer; sie wird sogar in Ludwig Grassler’s Buch “Zu Fuß über die Alpen – der Traumpfad von München nach Venedig” erwähnt !

600 m Abstieg hatten wir da schon hinter uns, 900 m standen uns noch bevor über eine Forststrasse hinab nach Dune, vorbei an der Duner Klamm, dann weiter bei mittlerweile heißer Witterung nach Pfunders, wo wir eine halbe Stunde vor Abfahrt des Busses um 15:55 Uhr eintrafen.

Unsere Unterkunft:
Das Hotel Alpenhof liegt direkt an der Strasse nach Bruneck und ins Ahrntal. Es verfügt über ein Schwimmbad, einen grossen Garten und bequeme Zimmer mit Balkon. Die Betten waren super-bequem und das Hotel gewinnt somit den Preis "Bestes Bett zwischen München und Venedig". Viellei8cht lag's ja auch an der langen Tour und dem monströsen Abstieg über 2000 Höhenmeter, der hinter uns lag. Trotzdem wird der o.g. Preis anerkannt ;-)

Der Bus brachte uns nach Obervintl, wo wir uns mit Proviant versorgen konnten. Eine halbe Stunde mußten wir noch laufen zum Hotel Alpenhof, das direkt an der Strasse ins Ahrntal liegt. Endlich mal wieder ein Bett …” … und das war richtig bequem nach dieser Etappe mit dem längsten Abstieg ( insgesamt mehr als 2000 Höhenmeter ) auf dem Weg nach Venedig.

Sonntag, 16. November 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 11. Etappe vom Friesenberghaus zum Pfitscherjochhaus

Start: Friesenberghaus
Ziel: Pfitscherjochhaus
Entfernung: 13 km
Aufstieg: 755 m
Abstieg: 955m
Gehzeit: 6h

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Schlegeis Speichersee
"Schlegeis Speichersee"

Die 5-Tages-Wetterprognosen während unserer Tour sind sehr zuverlässig: während wir in den letzten drei Tagen schönes Wetter hatten gab es heute eine Schlechtwetterstörung, wie angekündigt. Glücklicherweise hatten wir nur eine relativ kurze und einfache Strecke zu bewältigen und verzichteten auf die 2 Stunden längere Alternative: den Berliner Höhenweg …” … und Olperer Hütte.

Der Abstieg zum Schlegeis-Speichersee war recht einfach und als wir dort bei einem Kiosk rasteten und heiße Wurst futterten, klarte es auf und der Nieselregen hörte auf. Weiter ging es dann am Zamser Bach entlang zur Lavitzalm, wo wir frische Mich und Apfelstrudel bekamen. Zur italienischen Grenze und dem Pfitscherjochhaus war es nun nicht mehr weit und wir trafen bereits um 14:00 Uhr dort ein.

Reached Italy
"Willkommen in Italien" Meine Frau und ich an der italienischen Grenze.

‘Legt die Füße hoch’, riet uns unser Wanderführer. ‘Morgen gibt’s eine lange Tour !’

Unsere Unterkunft:
Das Pfitscherjochhaus wurde wohl neu renoviert, denn es sieht nicht mehr so aus wie auf dem Bild in diesem Wikipedia Artikel. Es ist ein grosses Haus, in dem wir in Mehrbettzimmern untergebracht waren. In den Bädern konnten wir kostenlos duschen, in der geräumigen Gaststube gab es erstmalig italienische Kost, das bedeutet vor allem: Pasta als Vorspeise. Vom Pfitscherjochhaus hat man einen direkten Blick hiunter zur italienischen Grenze.

In seinem Buch “Zu Fuß über die Alpen …” schreibt Ludwig Grassler über die italiensiche Grenze: “Nach dem ersten Weltkrieg war festgelegt worden, die neue Grenze so zu ziehen, wie die Kugel rollt und das Wasser fließt. Tirol, das Land in den Bergen, hatten die Politiker damit auseinandergerissen. Die Landshuter Hütte, 6 1/2 Kilometer östl. des Pfitscherjoches gelegen, wurde mit dieser Regelung in einen österreichischen und einen italienischen Bereich aufgeteilt.

Samstag, 15. November 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 10. Etappe vom Tuxerjochhaus zum Friesenberghaus

Start: Tuxerjochhaus
Ziel: Friesenberghaus
Entfernung: 12 km
Aufstieg: 900 m
Abstieg: 1000 m
Gehzeit: 6h

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View down from the Friesenberg-Scharte
"Blick von der Friesenberg-Scharte auf den Friesenbergsee und -hütte."

Momentan sitze ich bei herrlichem Sommerwetter vor dem Friesenberghaus auf 2.500 m und genieße die Nachmittagssonne”, schrieb meine Frau an diesem Tag in unser Tourenbuch. “Ein Tel der Gruppe ist auf das nahe gelegene Petersköpfle gestiegen um die dortigen Steinmänner zu bestaunen.

Da war auch ich dabei, denn diesen mystischen Ort oberhalb des Friesenberghauses, den man in etwa 45 Minuten erreichen kann, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Wir konnten hinüberschauen zur Italienischen Grenze, die wir am nächsten Tag erreichen wollten. Und wir sahen schlechtes Wetter herannahen, das bereits vorhergesagt worden war und sich heute bei der Wanderung hierhier schon durch starke Winde angekündigt hatte.

Der schon mehrfach erwähnte sehr interessante Filmbeitrag des bayrischen Rundfunks über den Traumpfad nach Venedig enthüllt die traurige Bedeutung dieses Platzes: Mitglider des deutschen und österreichischen Alpenvereins haben hier diese Steinmänner errichtet zum Gedenken an ihre jüdischen Kameraden, die während der Nazi-Zeit umgekommen sind.

Petersköpfle
Auf dem "Petersköpfle"

Der heutige Weg führte uns über eine Mittelmoräne zum Spannagelhaus und von dort über den 2.900 m hohen Friesenbergsattel, der teilweise noch mit etwas Schnee bedeckt war. Auf der Südseite hieß es dann Stöcke einpacken und einen versicherten Steig hinab gen Tal gehen, vorbei an einem Bergsee, zum Friesenberghaus, unserem heutigen Etappenziel.

Die Friesenberg-Scharte gilt als der höchste Punkt auf dem Weg nach Venedig. Wenn man nicht noch höher hinaus will, wie wir es in den Dolomiten vorhatten.

Unsere Unterkunft:
Das Friesenberghaus liegt inmitten einer herrlichen Berglandschaft. Von der Terasse blickt man hinüber in die Zillertaler Alpen und auf den Schlegeis-Speichersee. Der urige Wirt ist eifrig dabei den Laden zu schmeißen und für eine zuverlässige Wetterprognose immer gut: so wie er das Wetter voraussagt wird es garantiert nicht. Im Friesenberghaus hatten meine Frau und ich den Luxus eines Zweitbett-Zimmers. In der Gaststube war es eng und gemütlich; auch diese Hütte war wieder gut besucht.

Die erwähnte Mittelmoräne kann man in Google Maps sehr gut sehen, wie auch das Tuxerjochhaus, von dem aus wir morgens um 07:30 Uhr zur gewohnten Zeit aufgebrochen waren, und das Friesenberghaus. Der genannte Bergsee ist der Friesenbergsee, man sieht ihn oben in der Karte ganz unten rechts. Im oberen linken Viertel erkennt man einen weiteren See, an dem wir vorbeikamen entlang der Forststrasse hinauf zum Spannagelhaus, bevor wir nach rechts zur Moräne abzweigten.

Das Friesenberghaus ist die höchstgelegene AV-Hütte des Zillertals und wird ausschließlich über den Luftweg mit Helikopter versorgt, weswegen die Preise etwas höher sind ( 3 min duschen für 3 € ).

Mittwoch, 12. November 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 9. Etappe von der Lizumer Hütte zum Tuxerjochhaus

Start: Lizumer Hütte
Ziel: Tuxerjochhaus
Entfernung: 10,5 km
Aufstieg: 1200 m
Abstieg: 900 m
Gehzeit: 6h

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Lake below Pluderling-Sattel
"Junssee unterhalb des Pluderling-Sattel

Meine Frau schrieb in unser Tourenbuch: “Pünktlich um 07:30 Uhr ging die Tour los, nach einem recht kurzen Frühstück. 3 Stunden stiegen wir an, teilweise durch recht tiefen Schnee zum Pluderlingsattel (2.743 m), den wir gegen 10:30 Uhr erreichten. Die Sonne schien von einem fast wolkenlosen Himmel, aber auf über 2.000 m wehte ein recht frischer Wind. Vom Sattel aus gab es noch einen kurzen Anstieg von 100 Höhenmetern auf den Gipfel des Geier, den meine Frau und ich allerdings ausließen.

Dies sollte die einzige Wanderung sein, die ich auf dem Weg nach Venedig auslassen würde. Ich war von dem Bergpanorama hier oben auf dem Sattel und dem tollen Wetter bereits so begeistert, daß ich und auch Alex lieber 20 Minuten darauf verwendete dieses Panorama zu genießen, anstatt noch einen Abstecher auf den Extra-Gipfel zu machen.

Behind Gschützspitzsattel
"Abstieg vom Gschützspitzsattel"

Der steile Abstieg mit Schnee, Matsch und Geröll führte uns vorbei an einem Bergsee, dem Junssee.

Der Abstieg war nicht ganz ungefährlich, denn es war rutschig und anfangs fiel der Hang zur Linken steil ab zum Junssee. Ein Fehltritt hier war absolut nicht angebraqcht. Als die übliche Unterhaltung in der Gruppe einsetzte gebot Ludwig zu Recht Ruhe und mahnte uns, uns auf unsere Schritte zu konzentrieren.

Wanderstöcke waren besonders auf dieser Etappe sehr hilfreich und sind im allgemeinen, speziell bei einer 4-wöchigen Wanderung, ein sehr empfehlenswerter Ausrüstungsgegenstand. Ich benutzte sie vorwiegend bei langen und steilen Abstiegen, um meine Knie etwas zu entlasten. Grundsätzlich sollen sie aber mehr der Balance dienen, als sich damit einen Berg hoch zu stemmen oder runterwärts abzufangen, wie uns Ludwig schon frühzeitig erklärt hatte. Soviel Kraft, wie man in den Beinen hat, kann man mit Armen und Schultern nicht aufbringen. Um aber besser das Gleichgewicht zu halten bzw. zu korrigieren wenn man einmal etwas strauchelt, sind sie ideal. Jeden kleinen Fehltritt, den man ohne Stöcke ausgleichen muß, kostet wieder ein Quentchen Kraft auf so einem langen Weg wie der nach Venedig.

Waterfall seen on our way to Tuxerjoch-Haus
"Wasserfall im Weidental"

Wofür man Stöcke aber garantiert nicht verwenden sollte ist, sie jemandem zur Hilfe zu reichen, der z.B. einen Abhang herunter gerutscht ist, um ihn wieder hoch zu ziehen. Auf Zug-Belastung sind diese Stöcke absolut nicht ausgelegt und gehen auseinander ! Ich habe das einmal bei einer Wanderung auf Reunion beobachtet und es wäre dabei fast zu einem schlimmen Sturz gekommen, weil sich ein Wanderer von einem anderen mit einem Wanderstock hochziehen lassen wollte und der Stock dabei auseinander fiel, da die Teleskopstöcke ja aus mehreren ineinander gesteckten Rohren bestehen.

Unsere Unterkunft:
Das Tuxerjochhaus wird von Ludwig Grassler in seinem Buch als ein bevorzugter Standort genannt, um einen Abend in einem herrlichen Bergpanorama zu verbringen. Die Aussicht war tatsächlich großartig und läßt sich auch bei kühler Witterung auf der gläsernen Veranda genießen. Plätze sind allerdings limitiert und der Wirt bekannt dafür, Wanderer einfach weiterzuschicken, wie man auch im 2. Teil des Fernsehbeitrags “Zu Fuss von München nach Venedig – ...” vom Bayrischen Rundfunk sehen kann.
Unsere ganze Gruppe war unter dem Dach in einem grossen Schlafsaal untergebracht mit Stockbetten und Matratzen. In der kleinen Gaststube bekamen wir ein gutes Abendessen und konnten dabei den Kühen zuschauen, wie sie artig zum Stall trabten.

Nach diesem Abstieg bot sich dann bereits der nächste Sattel an, den es zu überwinden galt: den Gschützspitzsattel (2.657 m).

Als wir diesen überwunden hatten lag vor uns ein grünes, tiefes Tal, von Schnee, durch den wir noch beim Anstieg gestapft waren, keine Spur mehr hier südlich des Sattels. Ein bequemer Pfad schlängelte sich in die Tiefe.

…. es ging 600 m abwärts ins Weidental, wo wir an einem schönen Wasserfall rasteten, unter den wachsamen Augen zahlreicher Murmeltiere. Als dann auch noch die letzten 300 Höhenmeter – wieder bergan – überwunden waren ließen wir uns müde, aber zufrieden in unserem Lager nieder und bevor es in Waschraum oder Dusche ging vertilgten wir ein riesiges Stück Sachertorte !

Freitag, 31. Oktober 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 8. Etappe von Tulfes zur Lizumer Hütte

Start: Tulfes bei Hall
Ziel: Lizumer Hütte
Entfernung: 10 km
Aufstieg: 1100 m[1]
Abstieg: 550 m[1]
Gehzeit: 6h

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Bei schönem Wetter starteten wir heute vom Gasthof Neuwirt in Tulfes mit einem Sammeltaxi zum Lager Walchen, um von dort den 550 m Anstieg zur Hütte in Angriff zu nehmen. (…) Vom Lager Walchen ging es gemächlich bergan, die meiste Zeit entlang eines schönen Baches. Der Weg führte vorbei an Zirbelkiefern, die ein besonders schönes rötliches Holz liefern, mit dem auch die Gaststube der Lizumer Hütte getäfelt ist.

Auf dem Weg zur Lizumer Hütte
"Auf dem Weg zur Lizumer Hütte"

Der aus Zirbeln gebrannte Schnaps, den wir abends auf der Hütte probierten, ist allerdings nicht so recht nach meinem Geschmack.

Die heutige Wanderung war ebenfalls recht kurz, nachdem wir bereits gestern einen halben Ruhetag einlegen konnten: zur Mittagszeit erreichten wir bereits die Lizumer Hütte. Für den Nachmittag bot Ludwig eine optionale Wanderung auf die Graue Wand an. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen diesen weiteren halben Ruhetag in jedem Fall zu nutzen, um fit zu bleiben für den langen Weg nach Italien. Als es nun soweit war, konnte ich dann doch nicht widerstehen, auch diese zusätzliche Bergbesteigung mitzumachen.

Nach einer leckeren Suppe mit Käseknödel (…) und einer ruhigen Mittagspause führte uns Ludwig noch weitere 550 Höhenmeter aufwärts auf die Graue Wand, die noch teilweise mit Schnee bedeckt war.”

Die vergangenen Regentage, die wir im Karwendel erlebt hatten, hatten hier in dieser Höhe ab etwa 2.500 m die Berge mit Schnee bedeckt.

Pluderling Sattel, seen from the Graue Wand
"Blick zum Pluderling Sattel von der Grauen Wand"

Auf unserem Weg wurden wir von dem Pfeifen von Murmeltieren begleitet, ohne daß wir sie wirklich sahen. Am Gipfelkreuz genossen wir den Ausblick in die Alpen und stiegen dann vorsichtig ab, denn es war recht rutschig.

Oben vom Gipfel hatte Ludwig nachdenklich die Berge im Norden betrachtet, vor allem den Pluderlingsattel, den wir am nächsten Tag überqueren wollten. Er kam zu dem Schluß, daß für eine Überquerung zu viel Schnee vorhanden war und wir spielten bereits gedanklich die Alternativ-Wanderung durch, mit der wir diesen Übergang umgehen konnten. Beim Abstieg durch den Schnee auf der Grauen Wand taten sich einige von uns schwer und als ich diesbezüglich eine Bemerkung machte erwiderte Ludwig, daß dies wohl zu seiner Entscheidung über den Verlauf des morgigen Tages beitrug.

Unsere Unterkunft:
Die Lizumer Hütte ist ganz offensichtlich neu aufgebaut oder restauriert worden. Sie verfügt über modern eingerichtete und geräumige Zimmer. Wir waren in 4-Bett-Zimmern mit Waschbecken untergebracht, zusätzlich gab es recht modern ausgestattete Waschräume, Duschen, und einen geräumigen Trockenraum. Der Service war exzellent: die Mädels bedienten uns flott und hervoragend, obwohl sie schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen waren, da an diesem Tag ein Gottesdienst hier oben stattgefunden hatte. Ganz herausragend der Desert-Teller nach dem Abendessen: eindeutig besters Desert auf der ganzen Tour !

Wie wir dann später am Abend erfuhren hatte er sich dann doch entschieden den Pluderling- und den Gschützspitzsattel mit uns zu überqueren. Der Schnee war am Nachmittag drastisch abgeschmolzen und die Wettervorhersage für den morgigen Tag brilliant, so daß wir auf jeden Fall diese schöne alpine Wanderung unternehmen wollten.

[1] Ich vermute diese Angaben beinhalten den "Nachmittags-Spaziergang" auf die Graue Wand. Von der Lizumer Hütte auf die Graue Wand sind 550 Höhenmeter zu bewältigen.

Montag, 27. Oktober 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 7. Etappe vom Hallerangerhaus nach Hall

Start: Hallerangerhaus
Ziel: Tulfes bei Hall
Entfernung: 14 km
Aufstieg: 320 m
Abstieg: 1400 m
Gehzeit: 5h

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Auf dem Lafatscherjoch
"Auf dem Lafatscherjoch"
Ludwig Grassler schreibt über den siebten Tag: "Am Ende der ersten Wanderwoche verlassen wir die nördlichen Kalkalpen und steigen hinunter in die tief eingeschnittene Inntalfurche. Bereits wenige Minuten nach dem Aufbruch schlängelt sich unser Pfad durch eine steile Schuttreißen aufwärts, vorbei an den hohen, gespaltenen Kalktafeln der Schnitlwände. Hier im Druchschlag und später gegenüber des schottergefüllten Stempelkars erhalten wir einprägsamen Anschauungsunterricht über die gewaltige und stete Kraft der Verwitterung. In den steindurchsetzten Matten und Hängen unterhalb des Lafatscherjoches äsen meist zahlreiche Gämsen. ..."

Ich schrieb in unser Tourenbuch: “Um 07:30 Uhr brachen wir auf zum Lafatscher Joch (2081 m), wo uns viele Gemsen und Schneeregen erwartete. Oben auf den Bergen war leicht angezuckert.

Kirche von Tulfes
"Kirche von Tulfes"

Über die Herrenhäuser, wo wir eine hübsche Kapelle besichtigten, ging’s zum Gasthof St. Magdalena, einem ehemaligen Kloster, wo wir Zeit für eine 90minütige Mittagspause hatten und ich mir einen ausgezeichneten Kaiserschmarren gönnte.

Über den Fluchtsteig führte uns ein einstündiger Abstieg ins Inntal, wo zwei Taxis bereits auf uns warteten, die wir auf die Minute pünktlich um 13:00 Uhr erreichten. Nach kurzer Fahrt quer durchs Tal trafen wir beim Gasthof Neuwirt in Tulfes ein und Rolf, Alex und Petra wieder. Nun stand uns ein halber Ruhetag bevor !”

… und wir genossen diesen in allen Zügen mit Bier auf der sonningen Terasse.

Unsere Unterkunft:
Der Gasthof Neuwirt in Tulfes bot uns wieder ausreichend Komfort: Zimmer mit Dusche, gutes Abendessen, guter Service, eine gemütliche Terasse, und vor allem ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Waschen von ein paar Klamotten war möglich, wenngleich wir angehalten waren diese nicht außen sichtbar zum Trocknen aufzuhängen. Eine Marotte der Wirtin, die ansonsten sehr nett war und quirlig um unser Wohl besorgt.

Am Ende dieser ersten Wanderwoche hieß es dann Abschied nehmen von Jos und Juliane sowie Thomas und Heidi. Dafür kamen hinzu: Bernd und Norbert aus dem hohen Norden, aus Husum, Brigitte und Yolanda aus der Schweiz, die die nächsten zwei Wochen mitgehen wollten, und Gisela aus Darmstadt.

Gesamtleistung nach einer Woche: 48 Stunden Gehzeit, 158 Kilometer, 3630 m Aufstieg und 3970 m Abstieg.