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Freitag, 7. September 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Heimfahrt und WoMo-Fazit

Am nächsten Tag hieß es: heim fahren. Wir entleerten alle Wassertanks des WoMo und reinigten schon mal die Chemie-Toilette, tankten voll und machten uns auf die Fahrt nach Mommenheim.

Unser Stellplatz in Blankenberge
Die Fahrt dauerte gute sechs Stunden; mit einem WoMo kommt man natürlich nicht so schnell voran wie mit einem PKW, weswegen die ursprüngliche Prognose des Navis um etwa zwei Stunden daneben lag. Grund waren aber auch die zahlreichen Baustellen, von denen unser Navi offensichtlich nix wußte, und eine Vesper-Pause, die wir auf einem Parkplatz einlegten.
Wir kamen immerhin so rechtzeitig zu Hause an daß ich um 17:00 Uhr das WM-Spiel Mexico gegen Deutschland gucken konnte – was ich besser gelassen hätte.
Unser Stellplatz in Ablasserdam
Am Folgetag, Montag, der 18.6.2018, brachten wir das WoMo unbeschädigt und innen gereinigt zurück zu Camping-Voepel und sahen uns bei der Gelegenheit gleich ein Knaus-Modell an, das man hier auch mieten kann und das wir beim nächsten mal wohl ausprobieren werden.
Wie wir erfuhren und dann auch sehen können hat Knaus vieles besser und auch qualitativ hochwertiger gelöst als das bei Weinsberg der Fall ist. Der Preis liegt natürlich auch um etwa € 10.000 höher.
Unser Standplatz in Amsterdam
Besonders gestört beim Weinsberg haben uns:
  • das Aufspringen der großen Küchenschublade beim Fahren über ein Schlagloch. Gab jedesmall einen gewaltigen Knall, der meine Frau zu Tode erschreckte. Das winzige Häkchen, das die Schublade arretiert, ist bei weitem unter-dimensioniert.
  • die niedrige Steh-Höhe im Bad. Während der Boden angehoben ist ( was konstruktions-bedingt wohl so sein muß und auch beim Knaus so ist ) gibt es oben unter der Tür gleichzeitig eine Latte, was die Deckenhöhe reduziert, so daß ich mich mit meinen 1,89 m irgendwie in das Bad reinfalten muß ( oder den Kopf stoße ).
    Unser Standplatz in Mariahoeve
    Beim Knaus fällt diese Schikane oben weg und man tritt in die Duschwanne; also: ausreichend Stehhöhe !
  • daß man das Waschbecken zur Seite schieben muß um aufs Klo zu gehen. Ist beim Knaus deutlich besser gelöst: das Chemie-Klo befindet sich an der Seite.
  • die Größe der Duschkabine. Beim Weinsberg gibt es mittlerweile auch eine Schiebe-Trennwand, so daß beim Duschen nur das halbe Bad naß wird, aber die Duschkabine ist sehr eng. Besser gelöst beim Knaus.
    Unser Stellplatz bei Harlingen
    Hier gibt es ebenfalls eine rausklappbare Trennwand, aber die Duschkabine ist dann größer.
  • die Tür zum Bad. Eine gewöhnliche Tür beim Weinsberg, die man nicht arretieren kann, die einem also immer im Weg ist oder zufällt, weswegen wir sie oft am Kühlschrank befestigten mit einem Befestigungs-Gummi. Beim Knaus gibt es eine praktische Schiebetür.
  • der separate Tritt-Hocker um aus dem oder in das WoMo aus- oder einzusteigen.
    Unser Standplatz in Horumersiel
    Knaus und viele andere Hersteller haben eine integrierte und ausklappbare kleine Trittleiter.
Weiterhin hat uns beim Knaus besser gefallen:
  • mehr Kopfhöhe im Schlafbereich ( Betten niedriger )
  • kleine Eckbank im ‘Wohnbereich’
  • versenkbarer Fernseher
Das war der letzte Beitrag in der Serie über unsere WoMo-Reise dieses Jahr. Alle anderen Beiträge seien hier nochmal aufgelistet:
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 1 – Ardennen
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 1 – Stavelot
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 2 – Antwerpen
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 3 – Blankenberge
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 3 – Brügge
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 4 – Oostkapelle
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 4 – Radtour nach Middelburg
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 5 – Alblasserdam
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 5 – Radtour von Mühle zu Mühle
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 5 – Rotterdam
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 6 – Amsterdam
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 6 – Noch ein Tag in Amsterdam
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 7 – Hoorn
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Julianadorp aan zee
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Den Helder
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 9 – Harlingen
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 10 – Papenburg
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 11 – Carolinensiel
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 11 – Mit dem Rad nach Neuharlingersiel
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Horumersiel
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Radtour nach Hooksiel
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Radtour nach Carolinensiel
Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Heimfahrt und WoMo-Fazit

Mittwoch, 29. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Radtour nach Carolinensiel

An unserem letzten Urlaubstag unternahmen wir nochmal eine Radtour nach Carolinensiel, gut 20 km entfernt.

Schafe, so weit das Auge reicht
Zuvor frühstückten wir im Hotel “Altes Zollhaus”. Für € 14,50 pro Person gab es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, das uns für den ganzen Tag satt machte.
Über Schillig radelten wir dann immer am Deich entlang, bevölkert mit hunderten von Schafen, der Weg entsprechend verunreinigt. Irgendwann kamen wir an ein Umleitungsschild und radelten etwas ins Landesinnere.
Unterwegs zum Hafen von Carolinensiel
Dieser Weg kam mir gleich bekannt vor, wir waren hier vor Jahren schon mal lang geradelt. Die Umleitung an sich schien unnötig zu sein, denn auch am äußeren Deich sahen wir jede Menge Radfahrer. Zwar war dort der Deich augenscheinlich erneuert worden, der Weg aber ohne Hindernisse befahrbar, weswegen wir diese Route dann auch für den Rückweg wählten.
Am späten Vormittag langten wir in Carolinensiel an und tranken am alten Hafen einen Hugo. Hunger hatten wir noch keinen.
Ein Radler, viele Schafe
Das Wetter war trocken, anfangs am Morgen sogar sehr drückend und windstill, überwiegend bewölkt. Mittlerweile hatte es etwas aufgefrischt und ein paar Regentropfen fielen aus mancher dunklen Wolke auf uns herab.
Alex besuchte noch einmal ihren Lieblingsladen in Carolinensiel und kaufte Eier und eine ostfriesische geräucherte Mett-Wurst, bevor wir die Rückfahrt antraten.
Nach einer Teepause in unserem WoMo gingen wir zum Abendessen nochmal ins “Alte Zollhaus” und aßen nochmal Fisch satt, wie schon die ganze Woche zuvor.

Montag, 27. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Radtour nach Hooksiel

Wir verbrachten den Tag heute überwiegend damit unseren schönen Standplatz auf der Hafenmole von Horumersiel zu genießen mit Blick auf Wattenmeer und Eingang zum Jade Busen und der Nordsee dabei zuzusehen wie sie kam und wieder ging.

WoMo Stellplatz Horumersiel
Das Wetter war brilliant. Wir bauten unseren Frühstückstisch auf der Mauer der Mole auf und frühstückten mit unglaublichem Panorama.
Danach saßen wir faul in unseren Stühlen und beobachteten Schiffe in der Ferne, Düsenjäger bei ihren Flugübungen, Vögel, und zwei Kegelrobben weit weg auf einer Sandbank, die immer mehr im Wasser verschwanden, während das Wasser stieg.
Blick hinaus zum Wattenmeer
Wir nahmen uns Zeit stundenlang dabei zuzusehen wie sich die Watt-Landschaft, ein Naturschutzgebiet, vor unseren Augen langsam veränderte, während das Wasser sachte heranströmte, in die eingezäunten Landflächen am Ufer strömte, allmählich das Gras unter Wasser setzte, begleitet von Vögeln, die besonders an der Wasserkante Nahrung zu finden scheinen. Als dann der Höchsstand erreicht war ließen sich all diese Vögel auf den niedrigen Einzäunungen nieder, die hier angelegt sind, möglicherweise um Land zu gewinnen oder Ruhezonen für diverse Vögel zu schaffen, und schienen ein Verdauungsschläfchen zu machen.
Lunch auf der Mole in Horumersiel
Schwalben zogen dicht über das Gras, um Insekten, die durch das Wasser aufgescheucht wurden, zu ergattern, manchmal wie kleine Hubschrauber knapp über der Wasseroberfläche flatternd. Als das Wasser wieder abgelaufen war konnten wir Enten dabei beobachten wir sie laut schmatzend ( so hörte es sich jedenfalls an ) mit dem Schnabel im Schlick umher liefen, um ihren Teil vom Nahrungsangebot abzubekommen.

Wattvögel im seichten Wasser
Mittags holten wir uns Fischbrötchen hier am Kiosk direkt am Hafen und zwei Jever Radler. Es gab leckere Krabben- und Sherry-Matjes Brötchen.
Erst am späteren Nachmittag machten wir uns auf zu einer kurzen Radtour zu dem 7,5 km entfernten Hooksiel. Wir inspizierten den dortigen Camping- und WoMo-Stellplatz, beides gewaltig groß, der WoMo-Stellplatz aber schon sehr voll. Augenscheinlich beginnt nun die Hochsaison.
Hochsiel 
Hauptziel unserer Tour nach Hooksiel war natürlich das Gasthaus “Zum Anker”, wo es, wie wir von einem vergangenen Besuch her wußten, gute und günstige Fischgerichte gibt. Dort aßen wir zu Abend: Schollenfilet mit Nordseekrabben für mich, Heilbutt-Filet für Alex, beides vorzüglich. Nachdem wir den obligatorischen Friesengeist getrunken hatten radelten wir wieder zurück zu unserem WoMo und kamen dort rechtzeitig genug an, um das WM-Fußballspiel Portugal gegen Spanien anzuschauen, recht spannend mit vielen Toren. Ronaldo schoß alle drei für Portugal, und obwohl ich den arroganten Kerl nicht wirklich leiden kann muß ich zugeben daß er tatsächlich ein toller Fußballer ist.

Freitag, 24. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 12 – Horumersiel

Den Vormittag verbrachten wir noch am Strand von Harlesiel. Der Himmel war blau, das Wetter sollte am Vormittag noch schön bleiben, bis es dann mittags zu Bewölkung und nachmittags zum Regen kam.

Ein Tag am Strand in Carolinensiel
Wir mieteten einen Strandkorb und unternahmen gleich eine Watt-Wanderung hinaus zur Nordsee, denn es war Ebbe. Weit draußen am Wasser konnten wir zuschauen wie schnell dasselbe nun stieg und auf das Land zu kroch. Wir begaben uns zurück zum Strandkorb, drehten ihn aus dem Wind und genossen die heiße Sonne, die sich dann aber, wie von der Wetter-App angekündigt, bald verhüllte.
Spuren im Schlick

Zum Mittagessen besorgten wir uns Fischbrötchen im Strand-Restaurant. Als es nachmittags zu regnen anfing kehrten wir zum WoMo zurück und fuhren nun eine halbe Stunde lang nach Horumersiel, wo wir direkt auf der Mole am Hafen einen Standplatz bekamen.
Es regnete nun immer wieder und wir mußten des öfteren den Scheibenwischer betätigen um den freien Blick hinaus auf die Nordsee genießen zu können. Abends spazierten wir in den Ort und aßen im Alten Sielwärterhaus. Spezialiät hier ist eine Vorspeise: Ostfriesisches Dreierlei – Matje aus Schwarzbort, Rührer und Krabben sowie Kartoffelpuffer und Lachs, dazu etwas Salat.
Ostfriesisches Dreierlei 

Mit einem Rindersüppchen als Vorspeise und Roter Grütze als Nachspeise ergab sich daraus ein hübsches Menue. Und abgerundet wurde dieses natürlich mit einem Friesengeist, eigens von der Chefin serviert, denn die polnischen Angestellten hier können den dazugehörigen Spruch natürlich nicht aufsagen. Alex kam ihr allerdings zuvor und ließ es sich nicht nehmen den Spruch selbst aufzusagen:

Wie Irrlicht im Moorflackerts empor
Lösch aus, trink aus,
genieße leise
auf echte Friesenweise
den Friesen zur Ehr,
vom Friesengeist mehr.

Yachthafen Horumersiel

Lage: am Yachthafen, wenige Gehminuten vom Ort entfernt
Stellplätze: 22
Preis: 12 € pro Nacht plus 2,50 € Kurtaxe pro Person, inklusive Strom
Ausstattung: WC, Strom, Fisch-Kiosk mit ‘Biergarten’
+:
  • Schöne Lage, freier Blick auf Meer und Hafen
  • ruhig
-:
  • kein WLAN
Kommentare:
  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Mittwoch, 22. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 11 – Mit dem Rad nach Neuharlingersiel

Nach dem Frühstück radelten wir die schlappen 7,5 km bis Neuharlingersiel.

Unterwegs am Deich mit dem Fahrrad

Die Schafskälte war noch nicht vorüber, es war kalt, windig und bewölkt.
Wir kamen an ein Vogel-Beobachtungs-Podest für Vögel. Durch ein Fernrohr konnten wir diverse Vögel im hinter dem Deich liegenden Tümpel beobachten, u.a. Löffler, diverse Gänse und Enten und Kiebitze. Desweiteren gibt es hier Säbelschnäbler, die mit ihren Jungen vom Feuchtgebiet durch einen Graben, über Radweg und Deich zum Watt wandern müssen, wo die Jungen auf Nahrungssuche gehen können. Vor allem der Graben stellt ein Hindernis dar, das vielen Jungtieren zum Verhängnis wird; deswegen haben Naturschützer Passagen über den Graben angelegt.
Wattenmeer zwischen Carolinensiel
und Neuharlingersiel 
Auf einer vierhundert Meter langen Strecke des Radweges ist das Anhalten verboten, um die Muttertiere nicht unnötig nervös zu machen, die ohnehin schon jede Menge Ablenkungsmanöver fliegen, wenn man an ihnen und den in der Regel unsichtbaren Küken vorbei radelt.
Wir gelangten rasch nach Neuharlingersiel, stellten die Räder ab und spazierten durch den beschaulichen Hafen zum Deich und zur Mole an der Hafeneinfahrt. Der Hafen von Neuharlingersiel ist immer wieder sehenswert, immer wieder fotografiert man dieselben Motive: bunte Krabbenkunker vor Klinker-Häuschen.
Sturmhuis in Neuharlingersie
Direkt am alten Hafen eroberten wir einen Strandkorb, in dem wir genüßlich ein paar Fischbrötchen verzehren konnten.
Nun mit Rückenwind ging es flux zurück nach Harlesiel, wir packten Bademantel und Handtücher in unsere Fahrradtaschen und begaben uns sogleich zum Saunieren in die Cliner-Quelle. Mittwochs kostet der Eintritt nur die Hälfte, trotzdem war es nicht wirklich voll und wir genossen ein paar Aufgüsse und Sonnenbaden, denn mittlerweile hatte sich der Himmel deutlich aufgeklart.
Zahlengewirr am Strand
von Neuharlingersiel

Zum Abendessen erschienen wir dann gerade noch rechtzeitig im Restaurant Pier 10 im Hotel Harlesiel ( es war 19:45 Uhr ) und bekamen noch eine warme Mahlzeit: Steinköhler für Alex, Backfisch für mich, dazu hausgemachte Remouladen- oder Dillsoße, wirklich gut gemacht
!

Mittwoch, 15. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 11 – Carolinensiel

Von Papenburg fuhren wir nach Carolinensiel, ca. 85 km über Landstraßen, gut 1,5 Stunden Fahrzeit, über Wiesmoor und Wittmund.

WoMo Standplatz Carolinensiel

Dort landelten wir auf dem WoMo-Stellplatz vor dem Campingplatz, der an den Strand angrenzt. Erst später sahen wir daß es noch einen zweiten Platz gibt, direkt an der Mole, wo sich das beheizte Freibad befindet.
Das Wetter war kühl, wolkig, windig. Vermutlich hatten wir es gerade mit der Schafskälte zutun. Wir spazierten zuerst zum Strand, dann die etwa 2 km von Harlesiel bis zum historischen Hafen von Carolinensiel. Dort kauften wir in einem kleinen, sehr urigen Laden, direkt am Hafen gelegen, eine friesische Teekanne aus Metall, sowie mehrere Packungen der Tee-Hausmischung.
Am alten Hafen in Carolinensiel
Schon 2014 hatten wir hier eine solche Kanne gekauft – es gibt nix besseres für Tee. Sie gießt sich perfekt und der Tee bleibt in der Metallkanne lange heiß. Meine Frau wollte nun noch eine zweite haben für Kräutertee.
In einem alten Laden in Carolinensiel
Der Verkäufer im Laden ist ein Unikum, mit richtig friesischem Dialekt. In seinem Laden steht noch eine alte Metall-Waage, gerechnet wird mit Papier und Bleistift.
Gleich nebenan ließen wir uns nieder auf Kissen an Holzpaletten im Cafe Speicher. Ich probierte Bierbowle mit Erdbeeren – mal was anderes. Erfrischend und eben nicht so süß.
Wir spazierten zurück und kauften bei Janssens’s Fischhandel Nordseekrabben fürs Abendessen: € 18,87 für 300 gr, wahrlich heutzutage ein Luxus-Essen. Die gibt’s dann mit Rührei und Schwarzbrot dazu, auf jeden Fall eine Delikatesse.
Wohnmobilhafen Harlesiel
Lage: hinter Campingplatz am Strand von Harlesiel, ebene Plätze auf Pflastersteinen
Stellplätze: 75
Preis: 21 € pro Nacht für 2 Personen incl. Strom, WLAN, Kurtaxe, Duschen. Frischwasser kostet € 1 für 100 Liter, Entsorgung kostenlos
Ausstattung: WC, Duschen, Strom, WLAN, Restaurants und Bäcker nicht weit weg
+:
  • Günstige Lage, nicht weit zum Strand
  • ruhig
-:
  • etwas wenige Stromverteiler, u.U. braucht man ein langes Kabel oder muß seinen Stellplatz entsprechend wählen.
Kommentare:
  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Freitag, 10. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 10 – Papenburg

 

Schon immer wollte ich mal eine Schiffswerft besichtigen, eine richtig große, wo die großen Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.
Museumsschiff Friederike in Papenburg
Die Meyer Werft ist eine solche Werft und befindet sich in Papenburg, was ziemlich genau auf unserem Weg nach Ostfriesland lag.
Also buchte ich per Internet zwei Karten für uns für die 15:00 Uhr Tour zu € 13.50 pro Person und wir fuhren am Morgen dorthin, ca. 160 km. Deutschland hatte uns also wieder.
In Papenburg angekommen parkten wir unweit des Museumsschiffs “Brigg Friederike” und schlenderten dorthin, um die Karten abzuholen.


Mittagessen in Papenburg
Anschließend spazierten wir durch die beschauliche Fußgängerzone entlang eines Kanals. In einem urigen Fischrestaurant aßen wir ein Krabben-Brötchen.

Um 15:00 Uhr startete die Tour per Bus von einem Kiosk neben dem Rathaus. Wir wurden zur Werft gebracht und erhielten unterwegs erste Informationen über Geschichte und Dimensionen der Werft. 1795 wurde die Werft gegründet. Man baute zuerst Holzschiffe im Zentrum der Stadt, später dann Schiffe aus Stahl, und es bedurfte einiger Überredungkünste von Josef L. Meyer um die Papenburger davon zu überzeugen daß auch Stahl schwimmen kann.
Schiffsbau in der Meyer Werft
Als die Schiffe immer größer wurden mußte eine neue Werft her weiter draußen, wo früher angeblich die Papenburg gestanden hat.

Im Besucherzentrum angekommen ging’s los mit einem Film, dann mit der Führung durch mehrere Ausstellungsräume und schließlich in eine Kanzel, von der aus wir in die größte Halle der Werft schauen konnten. Vor uns stand die “Aida Nova”, deren Rohbau bereits abgeschlossen war, der Innenausbau war nun im Gange. Das Schiff soll am 1. September vom Stapel laufen. Was bedeutet: die Halle wird geflutet, was in wenigen Stunden möglich ist, dann öffnet sich eines der größten Tore der Welt und das Schiff zeigt sich der Öffentlichkeit und wird in das Hafenbecken manövriert.

Schiffsmodell eines Kreuzfahrtschiffes
Nach der Taufe wird es dann rückwärts mit der Hilfe von zwei Schleppern und fünf Kapitänen 15 Stunden lang durch die Ems manövriert, mehr als 50 km weit bis zur Nordsee. Diese wurde zuvor aufgestaut auf 2,70 m über Normalniveau ( was die Naturschutzverbände nicht gerne sehen und nur zweimal im Jahr ‘gestatten’ ). Trotzdem bleiben einem Schiff von der Größe einer “AIDAnova” oder “Quantum Of The Seas” nur 30 cm Wasser unter dem Kiel.
36 Monate dauert der Bau eines solchen Schiffs, es kostet etwa 300 Millionen Euro. Es soll noch größere und luxoriösere Schiffe geben, deren Kosten sich auf über eine Milliarde Euro belaufen, die zum Beispiel im Inneren einen Central Park haben.
Besucher der Meyer Werft
100.000 Tonnen Stahl benötigt die Werft im Jahr, 10.000 Tonnen sind ständig vorrätig in den Hallen des nahe gelegenen Zulieferers. Ein weiterer Zulieferer liefert die Kabinen – eine alle 15 Minuten. Über 6000 Kabinen benötigt die Werft im Jahr für zwei Schiffe ( nächstes Jahr sogar drei ).
Riesen-Schiffsschraube

Die Kabinen werden fertig angeliefert ohne Boden, mit hochgeklappten Möbeln und Teppichböden. Diese Module werden dann in den Schiffsrumpf gestopft, angeschlossen, montiert und fertig. Konstruiert wird so ein Schiff mit Hilfe der Software CATIA.
3500 Menschen arbeiten in der Werft, zig Tausende in Zulieferbetrieben, hundert Tausende Besucher kommen jedes Jahr. Für die kleine Stadt Papenburg ist diese Werft also ein nicht weg zu denkender Wirtschaftsfaktor.
Schiffsmontage in der Meyer Werft

Dennoch ist Papenburg auch bekannt (mehr oder weniger) für die Herstellung von Kräuterpflanzen und Gurken.
Die Tour dauerte über zwei Stunden. Nachdem uns der Bus zurück gebracht hatte gingen wir zurück zu unserem WoMo und gaben die Adresse des Hotels Hilling ein. Dort befindet sich ein guter WoMo-Platz mit 20 Stellplätzen auf festem Untergrund und 180 weiteren möglichen Stellplätzen auf einer riesigen Wiese.
Zu Abend aßen wir im Hotel, wo es recht gutes Essen und auch Weine aus der Pfalz gibt.
Hotel-Restaurant Hilling
Lage: ca 5 km vom Museumsschiff “Brigg Friederike” entfernt, Stellplätze hinter dem Hotel, 20 auf Pflastersteinen mit Stromversorgung, 180 weitere auf riesiger Wiese
Stellplätze: ca. 22+180
Preis: 8 € pro Nacht für 2 Personen, Duschen 3 €, Strom 0,50 € pro kWh
Ausstattung: WC im Hotel 6-23 Uhr, Duschen im Hotel, Strom, Sani-Station zum Befüllen oder Entsorgen von Wasser für 1 €, Restaurant im Hotel
+:
  • Günstige Lage, nicht weit zum Centrum von Papenburg
  • günstig
  • ruhig
Kommentare:
  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Mittwoch, 1. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 9 – Harlingen

Harlingen gilt als Zentrum der holländischen Krabbenfischerei. 1) Vom Hafen ziehen sich Grachten in den historischen Stadtkern, man sieht überall alte Segelschiffe und ein paar Krabbenkutter.


Auf dem Damm am Issjelmeer

1,5 km südlich der Stadt befindet sich der Campingplatz De Zeehoeve gleich hinter dem Deich, ein ordentlicher aber auch teurer Standplatz, wo wir für eine Nacht bleiben würden.Wir fuhren etwa 60 km bis dorthin und überquerten dabei den 32 km langen Abschlußdeich, der das Ilsselmeer vom Wattenmeer trennt.
Von dort schlenderten wir am Deich entlang in den Ort, in dem zur Zeit ein Strassenfest im Gange war mit offenen Geschäften, Kirmes und Strassenmusik.
Enten vor unserem WoMo

Nachdem wir etwas umher geschlendert waren aßen wir in einer Kneipe ein Krabbenbrötchen und tranken ein Bier dazu, bevor wir zum WoMo zurück spazierten zum Nachmittags-Kaffee.Das Wetter war eher unfreundlich, bewölkt und kühl, nicht so ganz das, was die Wetter-App anzeigte.
Heute hatten wir besonderes Glück: irgend so ein Vogelvieh schaffte es durch unsere WoMo-Dachluke zwischen unsere Betten zu scheißen. Respekt !
Historischer Hafen Harlingen
Aber vielleicht doch nicht so ein Zufall wie ich denke. Möglicherweise üben die Vögel das hier jeden Tag.
Am Abend machten wir uns abermals los und spazierten nun am Deich entlang bis zum Fähr-Anleger und sahen dort eine Weile dem Treiben im Hafen zu. Die Sonne lies sich jetzt ab und an mal blicken.
Zum Abendessen gab’s Fisch satt im Cafe ‘T Noorderke. Dazu wurde eine interessante Beilage gereicht: ein Mus aus rotem Rhabarber.
1) Werner K. Lahmann in seinem Buch “Niederlande mit dem Wohnmobil”
Camping De Zeehoeve
Lage: 1,5 km von Harlingen entfernt, direkt hinter dem Deich, Autobahn in der Nähe, Rasenplätze
Stellplätze: ca. 40
Preis: 27 € pro Nacht für 2 Personen, WLAN 2 € am Tag, Duschen 0,50 €
Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Spülen, Restaurant
+:
  • Günstige Lage, nicht weit zum Strand und nach Harlingen
  • alles da was man braucht
-:
  • teuer
  • Autobahn in der Nähe
Kommentare:
  • nicht im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Montag, 30. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Den Helder

Über den Dünen-Radweg und dann rechts abbiegend über die Radwege 22 und 99, durch Nieuw Den Helder und entlang eines Kanals radelten wir nach Den Helder, dem Tor zur Insel Texel.

Mit dem Rad nach Den Helder

Wir stellten die Räder an der Fußgängerzone ab und spazierten durch die Stadt bis runter zum Hafen, wo sich Schiffs- und Marinemuseum befinden und ein paar hübsche Cafes. Wir wanderten weiter zum Deich und spähten hinüber zur Insel Texel.
Dann schlenderten wir zurück in die Fußgängerzone und machten ein paar Einkäufe fürs Abendessen im WoMo. Anschließend radelten wir wieder zum Hafen zu einem Lunch in einem der schon erwähnten Cafes.
Marine-U-Boot in Den Helder
Leckere Brodjes bekommt man hier überall, und ein Texels Weißbier dazu schmeckte nicht schlecht.

Am Deich entlang, vorbei am Leuchtturm und dann dem Radweg # 5 folgend radelten wir zurück zu unserem WoMo und genossen einen ruhigen Nachmittag und Abend auf unserem ruhigen und friedlichen kleinen Campingplatz.

Sonntag, 29. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Julianadorp aan zee

Julianadorp aan zee liegt 6 km südlich von Den Helder, von wo aus man mit der Fähre zur Insel Texel übersetzen kann, also ganz im Nordwesten von Holland.

Unser Standplatz in Mariahoeve

Dorthin fuhren wir heute, gut 55 km von Hoorn entfernt. Das Wetter heute war nicht so gut wie in den vergangenen zwei Tagen: bewölkt, manchmal leichter Nieselregen.
Wir hatten uns zwei kleine Campingplätze im ADAC Reiseführer ausgesucht: Minicamping Hoeve Ons Lust und Camping Duinzoomhoeve, beide waren aber voll belegt. Glücklicherwüeise gibt es weitere Plätze hier, u.a. ein sehr goßer Campingplatz direkt an der Hauptstraße. Von Camping Duinzoomhoeve fuhren wir 1 km weiter die schmale Strasse entlang zu einem anderen ausgeschilderten Platz: Camping Mariahoeve.

Mariahoeve
Wie die anderen auch war dies ein Bauernhof inmitten von Blumenfeldern gelegen, die aber z.Z. nicht blühten. Im Frühling muß es hier bezaubernd sein. Dort bekamen wir einen Platz für € 19 pro Nacht incl. Kurtaxe. Es war alles da, was man braucht: saubere Toiletten und Duschen, Strom, WLAN, Spülen, Wasserver- und entsorgung für WoMos. Wir standen auf einer Wiese hinter der Scheune mit Blick über die Felder bis hin zu den hohen Dünen, hinter denen die Nordsee liegt.
Dorthin radelten wir erstmal und spazierten zum Strand, dann radelten wir weiter den schönen Dünen-Radweg entlang zum Ort Julianadorp aan zee. Dort kauften wir ein – Fleisch, Salate, Brötchen, Milch, Obst, Kuchen – und besorgten uns Bargeld, dann radelten wir über den Radweg nach Den Helder zurück zum Gehöft Mariahoeve.
Draußen auf dem Land
Wir genossen einen ruhigen Nachmittag mit Kaffee trinken und Grillen.
Camping Mariahoeve
Lage: 1,5 km von der Nordsee entfernt, ca. 6 km südlich von Den Helder oder 3 km von Julianadorp aan zee entfernt. Rasenplatz hinter der Scheune, Feldrand
Stellplätze: ca. 10
Preis: 19 € mit allem, inkl. Kurtaxe, Duschen kostet 0,50 €
Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Spülen
+:
  • Schöne, ruhige Lage
  • alles da was man braucht
-:
  • 1,5 km bis zum Strand
Kommentare:
  • nicht im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Mittwoch, 25. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 7 – Hoorn

Nach einem Frühstück in der Sonne vor unserem WoMo brachen wir auf und fuhren weiter gen Norden, nachdem wir Frischwasser aufgefüllt und Brauchwasser abgelassen hatten.

Hafen Hoorn

Wir fuhren nur 40 km weit bis Hoorn am Markermeer, das durch einen Damm vom Ijsselmeer abgetrennt ist, das durch einen Damm von der Nordsee abgetrennt ist. Eigentlich hatten wir Hoorn nur angesteuert um mal am Ijsselmeer gewesen zu sein und weil es dort am Jachthafen einen komfortablen WoMo-Platz gibt. Der holländischen Entdecker Willem Cornelisz Schouten wurde in Hoorn geboren, weswegen der von ihm entdeckte südlichste Punkt Südamerikas nach diesem Ort benannt wurde.

Altes Segelschiff in Hoorn 
Als wir den Ort dann am Mittag erkundeten waren wir überrascht wie gut er uns gefiel: eine schmucke alte Innenstadt mit Fußgängerzone und vielen Kneipen sowie ein historischer Hafen mit vielen alten Segeglschiffen machen diesen Ort zu einem lohnenden Ausflugsziel. Knapp 2 km entfernt vom Jachthafen gibt es auch einen winzigen Strand, zu dem wir am Nachmittag radelten, nachdem wir im Ort am Hafen Sandwiches und Salat zum Lunch gegessen hatten.
Alter Hafen in Hoorn

Wir schwammen im Markermeer und sonnten uns, das Wetter heute wieder sommerlich schön.
Am Abend spazierten wir nochmal in die Stadt zu einem Abendessen im Restaurant De Hoofdtoren. Wir saßen draußen vor dem hübschen Hafenturm und aßen Seezunge ( schmacke Kerlchen mit wenig Masse, immerhin gab es drei davon ) oder Bouillabaisse. “Nicht wirklich eine Bouillabaisse”, war Alex abschätzige Meinung.
Stichting Jachthaven Hoorn
Lage: 10 Geh-Minuten vom alten Hafen in Hoorn entfernt, fast direkt am Markermeer gelegen. Stellplätze auf Asphalt, leicht geneigt
Stellplätze: ca. 28, aber es ist viel Reserve-Platz vorhanden
Preis: 15 € mit Strom + WLAN, Duschen kostet 1 €
Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Außenküche, Lädchen
+:
  • Schöne Lage
  • guter Preis
  • alles da was man braucht
-:
  • den Eingang muß man erst mal finden, dann klingeln, damit der Hafenmeister auf macht
Kommentare:
  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Dienstag, 24. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 6 – Noch ein Tag in Amsterdam

Am Morgen radelten wir wieder zur Ilplein-Fähre, nachdem wir im Camping-Restaurant gefrühstückt hatten, und setzten abermals nach Amsterdam über.

Ferry arriving in Amsterdam 

Zielstrebig steuerten wir den Dam Square an, wo um 11:00 Uhr eine “free tour”, veranstaltet von 360amsterdamtours, stattfinden sollte. Wir erspähten auch gleich eine Mitarbeiterin der Firma, leicht zu erkennen an einem großen orange-farbenen Schirm, und meldeten uns für die Tour an. Um 11:00 Uhr ging es dann los mit Barm, einem Musikstudenten, der uns allerhand über Amsterdam wie auch über die holländische Laissez-Faire-Kultur erzählte. Das Wetter war herrlich, Sonne pur und sommerlich warm.
Magna Plaza

Die Tour begann vor dem Royal Palace, der für Louis Bonaparte errichtet wurde, dem Bruder von Napoleon Bonaparte, als dieser zum König von Holland ernannt wurde. Da ihn das Marktgeschehen vor seinem Palast störte wurde der Markt und alles sonstige hier kurzerhand verlegt, weswegen der Platz heute einen eher verwaisten Eindruck macht.Wir spazierten zur ersten Gracht zwei Strassen weiter. Bis hierhin reichte Amsterdam ursprünglich, hier gab es eine Statdtmauer mit Tor, dahinter begann Sumpf-Landschaft.
Die schiefen Häuser
von Amsterdam

Heute verfügt Amsterdam über mehrere Grachtengürtel, auf dem Stadtplan kann man bis zu sechs Kanäle parallel gelegen erkennen. Insgesamt gibt es 100 Grachten, in der Summe 100 km lang, mit 1000 Brücken. Die Häuser an den Grachten sind typische Handelshäuser, schmal, leicht nach vorne geneigt und mit einem Haken am Dachgiebel: über Seile wurden die erstandenen Waren auf einen Speicher unter dem Dach befördert. Im Keller läßt sich nix lagern, alles würde zu feucht werden. Amsterdam ist ( wie Venedig ) auf Holzstämmen erbaut, die im Wasser stehen.
Hier in Amsterdam mündet die Amstel, nach der auch ein bekanntes holländisches Bier benannt ist, in die Ij.
Begjinenhof 

Über die Amstel wurde ein Damm gebaut, auf dem die ersten Häuser standen, so erhielt die Stadt ihren Namen: Amsterdam. Das Wasser der Amstel fließt unterirdisch in die vielen Kanäle ringsum. Zwei Stunden dauerte die Tour und wir lernten auch viel über die Toleranz der Holländer. In Coffeshops kann man auch Kaffee bekommen, doch dafür geht man besser in ein Cafe oder eine Bar. Coffeeshops dienen eher dem Konsum von Haschich oder Mariuhana. Alkohol trinken auf der Strasse ist verboten, außer am Geburtstag des Königs ( der bekannt dafür ist gerne selbst Bier zu konsumieren ).
Amsterdam Water Ways
Wenn aber jemand Äpfel für € 5 verkauft und dazu einen gratis Drink, dann ist das die “Brücke”, die ein Polizist braucht, um ein Auge zuzudrücken. Holländische Toleranz eben !

Amsterdam ist die Stadt der Fahrräder. Ich habe noch nie in einer Stadt so viele Fahrräder gesehen. Es gibt 838.000 Einwohner und mindestens ebensoviele Fahrräder. Sie stellen auch gleichzeitig die größte Gefahr dar in Amsterdam, denn wie bei uns auch gibt es zwar Regeln im Strassenverkehr, Fahrrad-Fahrer halten sich aber selten daran.


Am Nieuwmarkt
Fahrräder klauen scheint ein Volkssport zu sein in Amsterdam, weswegen die meisten mit den billigsten Klapper-Gestellen unterwegs sind. Kommt einem das Fahrrad abhanden klaut man sich am besten selbst eins, oder kauft ein gebrauchtes für € 50, wenn man Glück hat für € 10, was wahrscheinlich dann ebenfalls geklaut war. Man sollte nicht zu sehr an einem besonderen Fahrrad hängen, meinte Bram, dem in vier Jahren neun Räder abhanden gekommen sind. Sein Vater, wie er erzählte, klaut ebenfalls gerne Fahrräder, vorwiegend kaputte, repariert sie dann und stellt sie wieder ab wo er sie “gefunden” hat, wenn er sie nicht anders los wurde, ein “Robin Hood” der Fahrräder sozusagen.
Auf den Kanälen von Amsterdam 

Man sagt, daß auch auf dem schlammigen Grund der Kanäle eine Schicht Fahrräder liege, neben ein paar Autos, von denen auch eins pro Woche ins Wasser fällt, obwohl die Stadt für viel Geld an den meisten Ufern niedrige Metallzäune errichtete.
( Nicht alles was ich hier berichte haben wir auf Bram’s Tour erfahren, einiges auch auf der später folgenden Kanal-Rundfahrt. )
Man sieht überraschend wenig Autos. Auf meine Frage, warum das so sei, erfuhr ich die zwei Hauptgründe: erstens ist Parken in Amsterdam sehr teuer, € 7 pro Stunde, und zweitens sind Autofahrer immer im Unrecht, wenn es zu einem Unfall mit einem Fahrrad kommt – selbst wenn das Fahrrad in ein stehendes Auto fährt.
NEMO Science Museum Amsterdam 

Wir sahen u.a. noch das schmalste Haus Amsterdam, das älteste Holzhaus, eine Wohn-Oase für Nonnen, der Begjinenhof, mit einer katholischen Kirche versteckt in einem Privathaus – dieses Versteckspiel war üblich in der Zeit des protestantischen Regimes hier – das ehemalige Männergefängnis, und einiges mehr.
Um 13:00 Uhr endete die Tour. Sie war natürlich nicht wirklich “free”, jeder war angehalten ein Trinkgeld zu geben, je nachdem, wie die Tour gefallen hatte.
Chines Restaurant and
NEMO Science Museum Amsterdam

Wir aßen ein Sandwich im ruhigen, schattigen Innenhof des Amsterdam-Museums, schlenderten dann an einem Kanal entlang zum Blumenmarkt, wo überwiegend Kitsch feilgeboten wurde, zur Oper und zum Nieuw Markt mit dem Waaghujs, durch das Chinesen-Viertel zurück zum Bahnhof, von wo aus wir um 17:00 Uhr zu einer einstündigen Kanal-Rundfahrt starteten. Amsterdam ist die Stadt der Kanäle, man schaut sie sich am besten von dort aus an.

So voller Eindrücke spazierten wir anschließend noch zu dem gigantischen Sea Palace, einem schwimmenden China-Restaurant nicht weit vom Bahnhof entfernt, um dort unser Abendessen einzunehmen, bevor es mit Fähre und Fahrrad ( letztere glücklicherweise nicht geklaut ) zurück ging zum Campingplatz Vliegenbos.