Mittwoch, 24. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Dritte Wanderung mit Hans Kammerlander: Zur Nassereithütte

Es hatte die ganze Nacht zum Mittwoch geregnet und es regnete auch am Morgen und am Mittag, bis der Regen am Nachmittag dann endlich nachließ.

Aufstieg im Regen zur Nassereiter Hütte
"Aufstieg im Regen zur Nassereiter Hütte"
An eine Hochtour oder auch eine weitere Wanderung war nicht zu denken. Mit Regenschirmen, Rucksack-Überziehern, Regenhosen und –jacken ausgestattet stiefelt wir morgens zur Bushaltestelle gegenüber dem Hotel und fuhren mit dem Bus nach Partschins.
Ankunft an der Nassereiter Hütte
"Ankunft an der Nassereiter Hütte"
Dort stiegen wir um in einen anderen Bus der uns zum Partschinser Wasserfall und dem dort gelegenen Gasthof Wasserfall brachte. Alex und ich waren vor vier Tagen schon dort gewesen, bei wesentlich besserem Wetter.

Nach einem kurzen Abstecher zum Wasserfall-Ausguck stiegen wir in einer Stunde hinauf zur Nassereithütte ( 1523 m ).

Erstmal einen Schnaps zum Aufwärmen
"Erstmal einen Schnaps zum Aufwärmen"
Die Wirtin wartete schon auf uns mit Schnaps und Wäscheständern, Sepp hatte am Morgen angerufen um sich zu vergewissern daß die Hütte offen war.

Während wir die Mittagszeit dort verbrachten ging der Regen langsam in Schneefall über, wir befanden uns etwa genau auf der Schneefallgrenze.

Aus Regen wurde Schnee
"Aus Regen wurde Schnee"
Um 13:00 Uhr brachen wir wieder auf und tauschten Schneefall mit Regen, sobald wir die Höhe von 1500 m verlassen hatten. Wir stiegen hinunter zum Dursterhof mit seiner liebevoll gestalteten und noch im Bau befindlichen Aussenanlage, dann ganz runter ins Tal zur Brücke unterhalb des Wasserfalls, von dort ging’s zu Fuß zurück nach Partschins.

Am Abend zeigte Hans ein paar Filme, u.a. von den Matterhörnern dieser Welt, die er bestiegen hat.

Sonntag, 21. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Zweite Wanderung mit Hans Kammerlander: Auf die Mutspitze

Die Mutspitze ( 2294 m ) sollte das Ziel unserer heutigen Wanderung sein.

Auf dem Meraner Höhenweg hinter der Leiteralm
"Auf dem Meraner Höhenweg hinter der Leiteralm"
Vom Wintergarten, in dem wir morgens immer frühstückten, konnten wir sie direkt vor uns aufragen sehen. Heute lag sie allerdings in Wolken, der ganze Himmel war damit bedeckt, wir konnten also nur auf Aufklarung hoffen im Laufe des Tages.

Nach dem Frühstück wanderten wir zur nahegelegenen Talstationen eines privat betriebenen Sessellifts, mit dem man bequem hinauf nach Vellau gelangt. “Gartenstuhl an einem Haken”, nannte Martina das, der nicht ganz wohl zu sein schien beim Gedanken an die Auffahrt mit diesem Verkehrsmittel.

Feuersalamander
"Feuersalamander"
In Vellau stiegen wir um in einen Korblift, der zwei Personen stehend weiter nach oben beförderte zur Leiter Alm ( 1550 m ). Hier nun wanderten wir los, zunächst rechterhand dem Meraner Höhenweg folgend, bis zum Gasthaus Steinegg, dann ansteigend auf den Mutkopf mit dem Gasthof Talbauer, wo wir eine kurze Rast einlegten.

Der Aufstieg zur Mutspitze beginnt
"Der Aufstieg zur Mutspitze beginnt"
Um 10:30 Uhr begannen wir von dort mit dem Aufstieg. Ein gut mit Steinen und Holzgeländer ausgebauter Wanderweg, der wohl vor allem wegen dem Mutspitze-Berglauf angelegt wurde, führt  von hier zum Gipfel.

Wir kamen alsbald in Wolken, der Nebel wurde immer dichter.

Weg in den Nebel
"Weg in den Nebel"
An eine Aufklarung war offensichtlich nicht mehr zu denken. Wir erreichten einen markanten Punkt unterhalb des Gipfels, wo wir uns zur Umkehr entschlossen, da das Wetter eher schlechter als besser wurde.  Der mit rutschigen Steinen gebaute Wanderweg erwies sich für den Abstieg als nicht so praktisch. Um 13:00 hatten wir wieder den Gasthof auf dem Mutkopf erreicht und kehrten dort ein zum Mittagessen. Ich bestellte mir Speckknödel mit Specksalat ( Krautsalat mit Speck ) und hatte damit eine gute Wahl getroffen.

Nach dieser ausgiebigen Mittagsrast  stiegen wir weiter ab und erreichten so um 14:30 Uhr das Gasthaus Steinegg. Die Wolken waren dunkler geworden und es begann zu regnen.

Speckknödel und Specksalat
"Speckknödel und Specksalat"

Dann schlug unvermittelt ein Blitz nicht weit entfernt von uns ein, denn der ohrenbetäubende Knall war fast zeitgleich zu hören. Wir flüchteten uns in das Gasthaus Steinegg um die weitere Wetterentwicklung abzuwarten. Hans blickte besorgt in die Richtung, in die wir auf dem dort recht exponierten Meraner Höhenweg noch laufen mußten. Es nahten weitere Gewitterwolken. Gegen viele Gefahren am Berg kann man sich gut wappnen, sagte er, nicht aber gegen ein Gewitter. Wie wir alle wußten hatte er damit schon tragische Erfahrungen gemacht, und in diesem Punkt sicherlich absolut recht.

Wandern am Algunder Waalweg
"Wandern am Algunder Waalweg"
Wir stiegen also ab zur Bergstation der Gondel nach Dorf Tirol, glücklicherweise direkt unterhalb des Gasthauses Steinegg gelegen, und fuhren von dort hinunter ins Tal. Dort wanderten wir, zuerst durch Dorf Tirol, dann am Schloss Tirol vorbei und  schließlich  dem Algunder Waalweg folgend, zurück zu unserem Hotel. Unterwegs gab’s noch einen verspäteten “Gipfeltrunk” in Form eines Kräuterschnapses, den Hans noch im Rucksack hatte und der heute nicht wirklich zum Einsatz gekommen war. Um 17:00 Uhr waren wir wieder zurück am Hotel, Zeit genug also noch für einen Saunagang.

Freitag, 19. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Erste Wanderung mit Hans Kammerlander: Eingeh-Tour

Als Eingeh-Tour war eine leichte Wanderung geplant von Aschenbach über das Viglijoch zur Naturnser Alm und zurück nach Aschenbach, etwa 750 Höhenmeter.

St. Vigillius
"St. Vigillius"
Die geplante Auffahrt mit der Aschenbach-Bahn mußte leider entfallen: ausgerechnet für diesen Morgen war die Bahn wegen einer Inspektion am Vormittag gesperrt. Also fuhren wir mit Autos die 12 km lange schmale Serpentinen-Strasse hinauf nach Aschenbach. Wir fuhren mit Franz mit, der seinen Automatik-Hybrid-Toyota problemlos die kurvenreiche Strasse empor lenkte.

Von dort wanderten wir bei Sonnenschein los, geführt von unserem ortskundigen Wanderführer Sepp, den Hans für diese Tour engagiert hatte.

Blau blau blau blüht der Einzian
"Blau blau blau blüht der Einzian"
Hier oben auf einer Höhe von 1300 m war es deutlich kühler als im sommerlich warmen Tal.

Zuerst steiler, dann abflachend ging es bergauf zum Kirchlein St. Viglius  und weiter zum Vigiljoch, wo wir um 10:30 Uhr anlangten. Weiter drehten wir dann eine Runde über die Nartunser Böden und bestaunten die dort spriesende Blumenpracht. Wir sahen jede Menge blauen Enzian, Anemonen begannen bereits ihre Köpfe zu heben.

Auf den Naturnser Böden
"Auf den Naturnser Böden"
Der Abstieg erfolgte zur Naturnser Alm, wo wir zum Mittagessen einkehrten. Die vorzügliche Speckknödel-Suppe stand eine Minute nach Bestellung dampfend auf dem Tisch.

Der weitere Abstieg dauerte knapp 1,5 Stunden und führte uns zurück nach Aschenbach, wo wir in der Nachmittagssonne draußen saßen im Garten eines Gasthauses und uns Bier oder Kaffee mit Kuchen schmecken ließen.

Samstag, 13. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Wanderung auf dem Marlinger Höhen- und Waalweg

Auch heute lockte wieder schönes Wetter zu einer Wanderung.

Forst Holzsteg über die Etsch
"Forst Holzsteg über die Etsch"
Nach dem Frühstück wanderten wir zum Freibad, überquerten die Etsch über den hölzernen Forster Steg und folgten nun rechter Hand der Brauhausstrasse ( nachdem wir zuerst in eine Sackgasse gewandert waren ). Eine ganze Weile ging es geradeaus, alsbald am E-Werk vorbei, dann der Beschilderung zum Marlinger Waalweg folgend über eine Wiese bergan zur Autostrasse Richtung Reschenpass, auf der der Verkehr bereits zum Stillstand gekommen war ( es war schließlich Sonntag nach einem langen Wochenende ).

Felsdurchlass am Marlinger Waal
"Felsdurchlass am Marlinger Waal"
An einem Parkplatz dort beginnt der Marlinger Waalweg. An einem Obststand kauften wir frische Himbeeren und folgten sogleich dem zunächst trockenen Waal, der erst nach einer Weile mit Wasser versorgt wurde, während wir die frischen Himbeeren gleich aus der Schale naschten. Es dauerte nicht lange bis wir auf den Abzweig zum Marlinger Höhenweg trafen, der nun ansteigend hinauf führte in den Wald. Während auf dem Waalweg viele Menschen unterwegs waren, wurde es hier auf dem Höhenweg ruhiger.

Blick vom Marlinger Höhenweg
"Blick vom Marlinger Höhenweg"
Bei schöner Aussicht auf Algund und Meran mit den Bergen im Hintergrund wanderten wir nun auf Marlingen zu. Zur Mittagsrast erreichten wir das Gasthaus “Senn am Egg”. Hier war viel los, viele Tische reserviert. Wir tranken Radler und setzten unsere Wanderung gleich fort.

Blick nach Meran vom Marlinger Höhenweg
"Blick nach Meran vom Marlinger Höhenweg"
Eine Forststrasse brachte uns bald zur Halbgasse, von hier zweigt der Weg Nr. 33 ab hinab zum Marlinger Waalweg. Um 14:15 erreichten wir den Gasthof Waalheim und kehrten ein zu Tee und Himbeertorte. Gemächlich ging es dann am Marlinger Waal entlang zurück nach Algrund. Unterwegs erspähten wir eine Natter, die wohl in den Waal gefallen war und nun auf der Wasseroberfläche schlängelnd um ihr Leben kämpfte; für sie gab es kein Entrinnen aus der Betonrinne.
Zurück über den Marlinger Waalweg
"Zurück über den Marlinger Waalweg"
Alex eilte beherzt sofort hinterher, schnappte sich einen Ast und fischte damit das Reptil aus dem Waal, das sich sofort zwischen ein paar Sträuchern zusammenrollte.

Oberhalb von Forst, wo sich auch die Brauerei Forst befindet, verließen wir den Waalweg und folgten einem Weg hinab zum Forster Schloß und weiter zurück zum Forster Steg.

Schloß Forst
"Schloß Forst"
Am Abend um 19:00 Uhr trafen wir uns mit Hans Kammerlander und der Wandergruppe zur Begrüßung mit einem Gläschen Sekt auf der Terrasse unseres Hotels “Mittelplarser Hof”, bekamen die üblichen Informationen zum Beginn der Wanderwoche und gingen dann in den Wintergarten, wo wir mit der dreizehn-köpfigen Gruppe zum Abendessen Platz nahmen.
Begrüßungstreffen im Hotel Wiesenhof
"Begrüßungstreffen im Hotel Wiesenhof"
Einige wenige bekannte Gesichte waren wieder dabei: Rolf und Inge aus dem Schwabenländle ( Inge war nur zur Begleitung dabei und würde die Wanderungen nicht mitmachen ) und Marianne auf dem Grenzgebiet zwischen Schweiz und Schwabenland, mit einem entsprechenden Dialekt. Überhaupt waren außergewöhnlich viele Schwaben hier anzutreffen; für sie ist es keine so weite Fahrt nach Südtirol.

Freitag, 12. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Wanderung zum Partschinser Wasserfall

Blauer Himmel und Sonnenschein wurden uns am Morgen des folgenden Tags geboten.

Erste Wanderung im Meraner Land
"Erste Wanderung im Meraner Land"
Nach dem Frühstück um 9:30 Uhr verließen wir das Hotel in kurzen Wanderhosen, denn es war recht schnell recht warm geworden. Wir wanderten die Strasse entlang ein kurzes Stück bergab bis zur Algunder Sennerei. Dort begann die Wanderung zum Partschinser Wasserfall, ein Wandervorschlag aus dem Info-Material, das wir uns gestern noch im Hotel besorgt hatten. 4-6 Stunden Gehzeit, 750 Höhenmeter, eine gute Etappe für eine Eingeh-Tour.

Partschins
"Partschins"
Von der Sennerei aus folgten wir dem Wanderweg Nr. 7, bergan an urigen Häusern und Apfelplantagen vorbei nach Mittel- und Oberplars, am Plarser Schloß vorbei weiter ansteigend bis zur Saxner Mühle. Dort wanderten wir noch 5 Minuten weiter zum Saxner Hof, wo wir leckere kühle hausgemachte Fruchtsäfte bekamen, kehrten dann um und nahmen an der Saxner Mühle den Abzweig Richtung Partschins.
Entlang des Partschinser Waalweges
"Entlang des Partschinser Waalweges"
Wir folgten nun der Beschilderung “Partschinser Waalweg”, kamen am Hotel Niedermayer und an einer Jausenstation vorbei und erreichten den Eingang zum Partschinser Waalweg.

Ein Waal, so lernten wir dort durch eine Info-Tafel, ist ein Bewässerungskanal. Diese Kanäle wurden angelegt um das Wasser aus den Bergen ins Tal zu den Apfelplantagen zu bringen, ähnlich der auf der Insel Madeira bekannten Levadas. An den Waalen gibt es auch immer bequeme Wanderwege und sogar ein Waal-Rundweg, die “Meraner Wallrunde”, der diese alle verbindet.

Axel am Partschinser Wasserfall
"Axel am Partschinser Wasserfall"
Der nun folgende Waalweg verlief auf gleichbleibender Höhe oberhalb von Partschins entlang durch den Wald. Rechter Hand gurgelte das Wasser, links bot sich uns oft eine schöne Aussicht auf den Ort Partschins und ins grüne Tal. Am Ende des Waalweges verhieß ein Wegweiser: noch 1 Stunde bis zum Wasserfall, den wir dann auch bald schon in der Ferne sehen konnten.
Wasser ins Tal
"Wasser ins Tal"
Wir stiegen weiter auf und hatten dann um 11:45 Uhr den Fall erreicht, über den Wassermassen 97 Meter tief und in einem weiten Bogen herab fielen. Eine kühlende Gischt umfing uns. Wir machten hier Mittagsrast und verzehrten mitgebrachte Wurst und Vinschgauer Brot. Dann stiegen wir noch hoch am Gasthof Zum Wasserfall vorbei, der heute auf Samstag Ruhetag hatte, und erreichten eine Plattform direkt vor der gewaltigen Wasserwand, die sich im oberen Teil des Falles bildete.
Wegweiser am Partschinser Wasserfall
"Wegweiser am Partschinser Wasserfall"
Im Juni und Juli rauschen hier 6000 Liter pro Sekunde abwärts, und wir hatten heute dieses Maß sicherlich erreicht.

Zurück wanderten wir zunächst denselben Weg, wieder am beschaulichen Waal entlang, bis zu einer Jausenstation, wo es erstmal ein kühles Radler gab. Weiter ging es dann bis zu einer Quelle unterhalb der Saxner Mühle. Hier verließen wir den Weg Nr. 7 und folgten dem Weg Nr. 21B ( nach Algund noch eine Stunde ) am Berg entlang durch den Wald, dann den Wegen 21 und 25A bis zum Algunder Waalweg, am Cafe Konrad dann hinunter nach Algund und schließlich nach Mitterplars zu unserem Hotel, wo wir um 17:00 Uhr anlangten.

Algund
"Algund"
Zeit also noch für eine Abkühlung im recht frischen Außenpool, ein kurzes Sonnenbad und einen Aperitif, bevor es zum Abendessen ging. Ein toller erster Wandertag ging zu Ende mit einer abwechslungsreichen Wanderung und einem phantastischen Wetter; oftmals war es warm gewesen wie bei uns im August, und einige Liter Schweiß waren geflossen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Hinfahrt und Begegnung mit dem Heiligen Christopherus

Die schon zur lieben Gewohnheit gewordene Wanderwoche mit Hans Kammerlander fand dieses Jahr im Frühling statt, notfalls auch mit Schneeschuhen, wie im Programm zu lesen war. Wir packten also neben Wander- auch Schneeschuhe mit ein und verließen Mommenheim am Morgen des 15. Mai 2015 um 9:20 Uhr und machten uns auf die Fahrt nach Südtirol.

Das Wetter war eher regnerisch. Wir fuhren diesmal nicht die mit langen Baustellen garnierte Strecke über Karlsruhe nach Stuttgart und Ulm, sondern die A6  Richtung Nürnberg und dann die A7 nach Ulm. An einem großzügigen und fast schon nett zu nennenden Rastplatz hinter der Kochertal-Brücke besichtigten wir die dort ein Jahr zuvor erbaute Kirche und lernten dort die Sage des Opherus kennen, der seinem Herrn dienen wollte und sich nichts mehr wünschte als einmal Jesus Chrsitus zu begegnen.

"Der Heilige St. Christopherus - Wandgemälde an der Kirche in Meran"
Der Herr sandte ihn, der groß und kräftig war, zu einem reißenden Flug am Ende der Wüste, dort solle er den Reisenden über den Fluß helfen. Er ließ sich dort nieder, baute sich ein Haus und tat wie ihm geheißen. Eines Tages stand ein Kind am Ufer und wollte über den Fluß gebracht werden. Er nahm es auf die Schulter und stiefelte durch die reißenden Flute, die plötzlich immer reißender wurden, wie auch das Kind immer schwerer zu werden schien. Nach großer Anstrengung erreichte er schließlich mit dem Kind das Ufer und erzählte ihm von dem Erlebten. “Ich bin Jesus Chrsitus”, erwiderte das Kind, “und Du hast mit mir die Last der ganzen Welt über diesen Fluß getragen.” Seitdem nannte man ihn den Heiligen Christopherus, den “Christus-Träger”.

Vor der Kirche stand eine im Schwarzwald geschnitzte Holzstatue, die den großen Mann mit Stock und dem Kind auf den Schultern darstellte, das Kind trug einen Ball, der wohl vielmehr die Welt symbolisiert. Ich sah mir daraufhin meinen Christopherus-Kettenanhängern genauer an, den mir meine Frau mal schenkte, um mich auf allen meinen Reisen zu beschützen. Und tatsächlich auch dort zu sehen: ein Kind auf den Schultern des Mannes, mit einem Ball. Verwundert stellte ich fest, daß ich mir diesen Anhänger erst jetzt nach vielen vielen Jahren genauer angesehen hatte.

Weiter ging es auf der Autobahn. Auch hier gab es schließlich Baustellen, aber dennoch kamen wir gut voran, es war relativ wenig Verkehr an diesem Freitag nach Chrsiti Himmelfahrt.

Von Ulm ging es ein Stück weiter auf der Autobahn nach Süden, dann lotste mich mein Navi nach Bregens am Bodensee und in Richtung Reschenpass. Mal was neues, dachten wir uns, nicht wie immer über den Brenner. Zu Hause hatte ich versucht per Google Maps eine Route durchs Ötz-Tal und über das Timmelsjoch zu berechnen, Google hatte mich aber immer wieder nach Innsbruck geschickt und eine Fahrt über das Timmelsjoch verweigert. Wie wir später vor Ort sahen zeigten Straßenschilder hinter Meran an, daß das Timmelsjoch gesperrt war.

Hinter Bregens wurde das Navi dann sichtlich nervös, zeigte eine Strassensperrung an und wollte uns plötzlich zurück nach Bregens schicken. Ich fuhr unbeirrt weiter. Schilder wiesen schließlich darauf hin, daß der Arlbergtunnel gesperrt sei, wir fuhren trotzdem weiter und wurden dann auf eine Strasse geleitet, die über den Arlbergpass führte.

Hinauf ging es in den Nebel, beiderseits der Strasse waren noch kleinere Schneefelder zu sehen.  Dann ging es zurück zur Strasse nach Innsbruck und weiter und bald zweigten wir zum Reschenpass ab. Noch 120 km bis zum Ziel ! Wir kamen gut voran, natürlich nicht mehr so schnell wie auf der Autobahn.

"Hotel Mitterplarserhof"
Um etwa 16:30 Uhr tranken wir Kaffee am Reschensee und kauften dort Speck und Brot als Wanderproviant. Es nieselte immer noch, nur selten kam etwas Sonnenlicht durch. Beschaulich ging es weiter durch das Vinschgauer Land und hinunter nach Südtirol, dann in Richtung Meran, wo wir um 18:20 Uhr an unserem Hotel Mitterplaser Hof in Algund ankamen.

Wir bezogen ein hübsches geräumiges Zimmer mit grossem Balkon, schlüpften sofort in unsere Badesachen und schwammen noch ein paar Runden im hoteleigenen Schwimmbad, bevor es zum Abendessen ging.