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Mittwoch, 30. September 2020

Herbstwanderwochen 2020: Freitag, 11. September, Fahrt nach Lermoos

 

Die Fahrt zum Ortler, wo wir eine erste Wanderwoche verbringen wollten, bevor es dann in der zweiten Woche nach Wolkenstein gehen sollte, hatten wir in zwei Etappen aufgeteilt.

Hotel Hochmoos in Lermoos

Um 11:00 Uhr brachen wir auf, wählten dann für den Weg nach Stuttgart die Variante über Heilbronn wegen eines gemeldeten Staus bei Pforzheim, was sich dann aber als Fehlentscheidung entpuppte. Zum einen ist die halbe Strecke eine Baustelle, zum anderen standen wir dann wegen eines brennenden PKW im Stau. Der zweite Stau ereilte uns dann am Aichelberg und kurz nach 17:00 Uhr erreichten wir unser über booking.com gebuchtes Hotel Hochmoss in Lermoos, direkt an der Seilbahn gelegen. Das Hotel war sehr ordentlich mit frisch renovierten Zimmer, fernab vom Strassenlärm. Abends spazierten wir durch den Ort und aßen zu Abend im Hotel Bergland.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Wildschönau 2013

Nach unserem Sommerurlaub in der Wildschönau vor 28 Jahren und einem Winterurlaub letztes Jahr kamen meine Frau und ich dieses Jahr in die Wildschönau zurück um einige Akklimatisierungs- und Trainings-Wanderungen zu machen als Vorbereitung für die folgende Bergwoche in den Dolomiten mit Hans Kammerlander. Leider war das Wetter überwiegend schlecht, Europa lag unter einem Tiefdruckgebiet, angeblich verursacht durch den heißen Sommer, der den Atlantik aufgewärmt hatte und nun viel Niederschläge brachte.

Die Rosskopf-Hütte
"Die Rosskopf-Hütte"
Am Montag, den 9.9.2013, wanderten wir bei Regen zuerst von unserem Hotel Silberberger auf dem Roggenboden nach Oberau und kauften dort Proviant für den Rucksack ein. Dann stiegen wir vorbei am Riedl-Hof auf zur Rosskopfhütte ( 1490 m ). Der Aufstieg war steil und glitschig und Alex hatte sofort wieder Blasen an den Fersen. Als wir die Rosskopfhütte erreichten klarte es zwar leicht auf, der Rosskopf selbst lag aber noch in Wolken. Wir kehrten kurz ein zu Tee, Radler und Speckbrot, auch wenn uns die Hauskatze vom Eingang aus grimmig musterrte, als wäre ihr Gesellschaft gar nicht recht. Dann wanderten wir auf dem Weg 23 zur Horlerstiegl und von dort der Strasse folgend direkt abwärts zu unserem Hotel.

Aufstieg von der Schönanger Alm
"Aufstieg von der Schönanger Alm"
An den nächsten beiden Tagen, Dienstag und Mittwoch, verhalf uns Fön zu besserem Wetter. Am Dienstag wanderten wir von der Schönangeralm  über die Breiteggalm auf die Breiteggspitze ( 1868 m ), eine Wanderung, die wir letztes Jahr im Winter mit Schneeschuhen gemacht hatten. Von dort ging es weiter zum Siedeljoch. Wir trafen auf den Weg, der hinauf zu Gressensteinalm und von dort weiter entweder zu Sonnjoch oder Grosser Beil führt. Für den Abstieg zur Schönangeralm wählten wir die Variante am Gressenstein vorbei, dann über einen steilen Pfad abwärts an Gressenstein-Wasserfall vorbei zur Kundl-Alm.
Erster Schnee in der Wildschönau
"Erster Schnee in der Wildschönau"
Wie angekündigt begann es am Nachmittag zu regnen, da saßen wir aber schon in der Schönangeralm bei Buttermilch und Sachertorte. Anschließend warfen wir noch einen Blick in die Schaukäserei und erstanden etwas Käse und Würste.

Am MIttwoch – es hatte in der Nacht bis auf 1800 m Schnee gegeben und die höheren Berge der Wildschönau waren leicht angezuckert -  wanderten wir von Auffach aus über den Jägersteig zum Bernauer Hof, dann weiter dem Weg 55 folgend von Bernau kommend gen Schatzberg.

Schatzberg
"Schatzberg"
Der Weg wurde bald nahezu unpassierbar, überall lagen Baumstämme herum. Weiter oben erfuhren wir, daß der Weg wegen Waldarbeiten eigentlich gesperrt sein sollte, wir hatten unten aber keine entsprechenden Schilder geshen. Zunächst an einem Lift entlang vorbei am Koglmoos, wo sich die Mittelstation der Schatzbergbahn befindet, ging es weiter aufwärts dem Weg 9 folgend zur Bergstation. Von dort war es noch eine halbe Stunde zum Gipfel (1898 m) und der darunter liegenden “Gipfö Hit”, wo wir zur Mittagsrast einkehrten. Um etwa 14:15 Uhr wanderten wir weiter ein Stück über den Grat in Richtung Joelspitze, dann zur Gernalm und von dort absteigend Richtung Aschbachtal.
In der Kundl-Klamm
"In der Kundl-Klamm"
Um etwa 17:30 Uhr hatten wir Auffach erreicht, wo unser Auto an der Talstation parkte.

Der Donnerstag brachte wieder Regen. In Oberau kaufte ich mir neue Wanderschuhe, dann unternahmen wir einen Spaziergang durch die Kundler Klamm zum Gasthof Kundler KLamm, der gerade renoviert wurde und geschlossen war, und zurück. Den Freitag verbrachten wir mehr oder weniger nur im Hotel und entspannten in Schwimmbad und Sauna, unterbrochen von einem Spaziergang hinunter zur Talmühle zum Kaffee trinken. Am Samstag wanderten wir von Auffach über den Weg 33 und Adlerweg vorbei an der Steinbaumgartenalm zur Horlerstiegl, dann weiter zur Holzalm (Käsealm), wo wir zur Brettljause einkehrten.

Auf der Steinbaugartalm
"Auf der Steinbaugartalm"
Bis dahin war es nur bewölkt gewesen, als wieder dann weiter gen Rosskopf stiegen setzte Regen ein. Der Weg wars ehr durchweicht und auf dem Halsgatterl ( 1562 m ) brachen wir den Aufstieg ab und wandten uns nach rechts um zum Markbachjoch zu gelangen und von dort mit der Seilbahn ins Tal nach Niederau´zu fahren. Der nächste Bus nach Oberau würde erst in zwei Stunden gehen, also machten wir uns zu Fuß auf über den Franziskusweg nach Oberau und dann weiter über den Waldrandweg zum Roggenboden und unserem Hotel. 


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Sonntag, 18. März 2012

Winterurlaub in der Wildschönau 2012

Hinfahrt am Samstag, den 3.3.2012

Um 8:30 Uhr ging’s los: auf die A3 über Würzburg, Nürnberg, München ins Inntal, nach Wörgl und dann in die Wildschönau.

Hotel Silberberger auf dem Roggenboden
"Hotel Silberberger auf dem Roggenboden"

Es herrschte viel Verkehr und wir kamen immer mal wieder in einen kurzen Stau. Hinter München wurde es noch schlimmer, weswegen wir die Autobahn vor Einfahrt in das Inntal verließen und über Rosenheim Landstrassen folgend nach Kufstein und schließlich Wörgl gelangten, wo wir dann in die Wildschönau abbogen. Hier unten im Tal lag kaum noch Schnee, in der Wildschönau dann schon deutlich mehr. Über Niederau gelangten wir nach Oberau, wo wir erstmal in ein Cafe einkehrten und nach dem Weg zu unserem Hotel – Hotel Silberberger auf dem Roggenboden – fragten.

Dort angelangt bezogen wir ein herrliches Zimmer im Turm mit tollem Bergpanorama und Blick auf den Schatzberg, sehr geräumig und gut geheizt, mit Balkon und Sitzecke am Kaminofen.

1. Tag, Sonntag, 4.3.2012

Winterwandern
"Winterwandern"

Es war überwiegend sonnig mit wenig Schleierwolken und wir unternahmen eine erste Wanderung über die geräumten Winterwanderwege über den Sonnberg nach Auffach, wo wir vor 25 Jahren mal in der Pension Sun Valley gewohnt haben. Zurück ging es entlang der Wildschönauer Ache, dann wieder hinauf zum Roggenboden. Dort drehten wir noch eine Runde über die Hochebene, bevor wir uns im Eiscafe Jacky niederliessen zu Sonne, Radler und Knoblauchbrot.

Am Nachmittag genossen wir den Aufenthalt in Schwimmbad und Sauna unseres Hotels.

2. Tag, Montag, 5.3.2012

Das Wetter hatte sich verschlechtert, erst regnete es, dann gab es aber leichten Schneefall.

Schneefall in Oberau
"Schneefall in Oberau"

Am Morgen hatte uns Herr Silberberger für eine Schneeschuh-Wanderung des Tourismus-Verbandes für den nächsten Tag angemeldet. Wir wanderten nach Oberau, wo wir uns mittags Schneeschuhe ausleihen wollten. Sowohl die Wanderung als auch der Schneeschu-Verleih sind kostenlos, aber strengen Regeln unterworfen: Schneeschuh-Ausleihe erst ab 16:00 Uhr !

Wir aßen zu Mittag beim Kellerwirt, wo es einen leckeren Kaiserschmarren gibt, und wanderten zurück auf den Roggenboden. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Auto nochmal nach Oberau, um Schneeschuhe auszuleihen.

3. Tag, Dienstag, 6.3.2012

Um 09:30 Uhr trafen wir uns mit 16 weiteren Teilnehmern an der Touri-Info zwischen Oberau und Niederau und starteten zu einem zweistündigen Schneeschuh-Spaziergang zum Zauberwinkel.

Schneeschuhwandern mit Hans
"Schneeschuhwandern mit Hans"

Es war bewölkt, kein Niederschlag mehr, schlechte Sicht, Berge in Wolken. Der Schnee war etwas brüchig zum Gehen, ansonsten eine leichte Tour.

Mittags kehrten wir wieder beim Kellerwirt ein, nachdem wir die Schneeschuhe gleich beim Sportgeschäft gegenüber abgegeben hatten. Dort trafen wir auf Hans, unseren Wanderführer, und einige Mit-Wanderer, und verbrachten einen unterhaltsamen Nachmittag mit allerlei Anekdoten und Reise-Erzählungen.

Später ging’s dann wieder in Sauna und Dampfbad, bevor wir uns mal wieder Salatbuffet und Vier-Gang-Menu schmecken ließen.

4. Tag, Mittwoch, 7.3.2012

Pünktlich um 08:30 Uhr traf Hari bei uns im Hotel ein, ein Wanderführer aus Wörgl, den Alex für vier Wanderungen ( Tagessatz: € 200 ) gebucht hatte, nachdem uns der DAV Summit Club so schmählich im Stich ließ; die für die kommende Woche geplante Schneeschuh-Wanderwoche wurde storniert, da Alex und ich die einzigen Teilnehmer gewesen wären.

Schneeschuhwanderin
"Schneeschuhwanderin"

Hari hatte moderne Tubbs-Schneeschuhe sowie Lawinen-Piepser und Bergungs-Ausrüstung dabei. Er schlug uns für diesen wunderschönen Sonnentag zwei Touren vor und wir entschieden uns für die Auffahrt zum Schatzberg und dann Gratwanderung zu Joelspitze und Saupanzen.

Mit der Seilbahn ging es alsbald bergan und nach einer kurzen Wanderung über Skipisten hatten wir den Schatzberg-Gipfel um 09:30 Uhr erreicht. Dort zogen wir die Schneeschuhe und dünnere Jacken an, denn es war recht warm im kräftigen Sonnenschein.

Lämpersberg und Saupanzen
"Lämpersberg und Saupanzen"

Dann verließen wir die belebte Ski-Region und drangen in die einsame Bergwelt vor, in Schneelandschaften, in denen wir die ersten Spuren hinterließen. Der Schnee war leicht zu gehen und wir erstiegen rasch die Joelspitze ( 1964 m ), wo Hari einen leckeren Kräuterschnaps aus seinem Flachmann spendierte. Abwärts und wieder aufwärts ging es weiter auf den Saupanzen. Die Sicht reichte bis Gross Glockner und Gross Venediger in östlicher Richtung, bis ins Inntal und zum Karwendel in die andere Richtung.

Auf dem Weg zum Saupanzen
"Auf dem Weg zum Saupanzen"

Ein steiler Abstieg führte uns, teilweise als Rutschpartie auf dem Hosenboden, in die Senke vor dem Lämpersberg, wo wir dann in Richtung Alpach-Tal abzweigten. Unterhalb von Lämpersberg und Grossem Beil wanderten wir weiter in das Tal hinein, durchquerten eine Senke, dann ging es durch Wald und mit weiteren Rutschpartien hinunter zur Filzalm, wo Radler, Weizenbier und Schinkenbrote lockten – und die warme Sonne. Vier Stunden hatten wir bis hierher benötigt und genossen unsere einstündige Pause, bevor die Sonne hinter dem Berg verschwand und wir hinunter wanderten zum Parkplatz und Hari’s Frau und Sohn entgegen, die eine Rodelpartie mit dem Abhol-Service für uns verbunden hatten.

Vesper auf der Filzalm
"Vesper auf der Filzalm"

Nach Wörgl und hinauf in die Wildschönau fuhren wir gut eine Stunde lang und erreichten unser Hotel um etwa 16:30 Uhr.

5. Tag, Donnerstag, 8.3.2012

Unsere zweite Schneeschuh-Wanderung mit Hari führte uns zunächst per Seilbahn auf das Markbachjoch. Das Wetter war durchwachsen: bewölkt und leichter Schneefall, weswegen Hari eine kürzere Tour eingeplant hatte, zumal für den Mittag noch stürmische Böen vorhergesagt waren.

Alex und Axel auf dem Rosskopf
"Alex und Axel auf dem Rosskopf"

Zunächst stiegen wir ein kurzer Stück ab Richtung Münchener Hütte, wo wir die Schneeschuhe anzogen. Dann ging es ständig bergan über das Halsgatterl ( 1562 m ) auf den Roßkopf ( 1731 m ), dessen Gipfel wir nach 75 Minuten Gehzeit um 11:00 Uhr erreicht hatten.

Das Wetter klarte etwas auf und Hari war etwas zerknirscht, daß ihn seine drei Wettervorhersage-Dienste, die er konsultiert hatte, so im Stich gelassen hatten. Durch Wald stiegen wir ab zur Roßkopfhütte, wo wir eine kurze Vesper-Pause machten. Dann schlugen wir noch einen Bogen Richtung Sonnberg und trafen schon bald auf die geräumte Forstsrasse, die wir dann hinab wanderten direkt zu unserem Hotel, wo wir die Wanderung in der Bar ausklingen ließen.

Am Abend gab’s im Hotel ein Bauernbuffet mit herzhaften Tiroler Gerichten und dem Schatzberg Duo, das zum Tanz aufpsielte.

6. Tag, Freitag, 9.3.2012

Viele Schneeschuhwanderer
"Viele Schneeschuhwanderer"

Heute war wieder eine Kurz-Wanderung mit Hans angesagt. Mit einer grossen Gruppe ging es von Auffach los ins Aschbachtal, 2,5 Stunden lang teilweise mit, teilweise ohne Schnee, und mit einem steilen Abstieg durch den Wald, der einigen Teilnehmern einiges abverlangte. Anschließend saßen Alex und ich mit den zwei Bremern, die auch bei uns im Hotel wohnen, und Hans beim Gasthof Weissbacher in der Sonne und ließen uns Radler und warme Suppen schmecken.

7. Tag, Samstag, 10.3.2012

Winterlandschaft in der Wildschönau
"Winterlandschaft in der Wildschönau"

Bei strahlendem Sonnenschein wanderten wir zur Schönangeralm – immer der Strasse aus Auffach heraus folgend. Am Ortsausgang hatten wir gerade noch einen Parkplatz gefunden, nachdem der Ort bereits mit parkenden Autos überfüllt war, viele davon mit Münchner Kennzeichen; es war Wochenende.

1,5 Stunden dauerte der Marsch zur Schönangeralm. Stellenweise war die Strasse dorthin noch vereist und ein Lieferwagen hatte sich quer gestellt und diese vollkommen blockiert und mußte mit Hilfe eines anderen Autos und einem Schleppseil wieder auf Spur gebracht werden.

Das Bergpanorama mit Blick auf Grosses Beil und Lämpersberg war überwältigend. Nach einem Tee wanderten wir noch etwas weiter ins Tal hinein, bis wir kurz vor der Kundlalm auf eine Sperrung trafen: Lawinengefahr !

Winterwanderung zur Kundl Alm
"Winterwanderung zur Kundl Alm"

Direkt vor und hinter der Alm waren bereits Lawinen abgegangen. Dessen ungeachtet sahen wir aber mehrere Skitouren-Geher vom Grossen Beil ins Tal abfahren.

Zurück auf der Schönangeralm kehrten wir abermals ein zu Schokolade, Kaffee und Apfelstrudel, dann machten wir uns auf den Rückweg. Das Eis auf der Strasse war nun größtenteils im warmen Sonnenlicht geschmolzen und somit nicht mehr so rutschig wie noch am Morgen.

Lawinengebiet
"Lawinengebiet"

Halsschmerzen und weitere Erkältungssymptome waren die Quittung für das leichtsinnige Sonnenbad im T-Shirt vor dem Gasthof Weissbacher gestern. Nach Dampfbad und einem Saunagang ging ich früh schlafen in der Hoffnung bald wieder fit zu sein für die nächste Schneeschuh-Tour. Glücklicherweise ist für morgen erst mal trübes Wetter angesagt, weswegen wir wohl den ursprünglichen Plan, erst am Dienstag und Mittwoch wieder mit Hari alpine Touren zu machen, umsetzen werden.

Zurück zur Schönanger Alm
"Zurück zur Schönanger Alm"

Ich überwand mich sogar abends einen Krautinger ( Rübenschnaps ) zu trinken, der gar fürchterlich schmeckte, aber als Medizin gute Dienste leisten soll. Hoffen wir es.

8. Tag, Sonntag, 11.3.2012

Um meine Erkältung auszukurieren war für mich heute Stubenhocker-Tag angesagt. Während ich den Ken-Follett-Roman „Die Tore der Welt“ zu Ende las unternahm Alex mittags einen Spaziergang über den Roggenboden mit Einkehrschwung zu Jacky’s Cafe und genoß dann wieder Dampfbad, Sauna und Schwimmbad des Hotels.

9. Tag, Montag, 12.3.2012

Ich befand mich schon wieder auf dem Weg der Besserung und nach einem späten Frühstück fuhren wir mit dem Auto nach Mühltal und wanderten Richtung Kundl-Klamm.

Alles bereit für die Schneeschuhwanderung
"Alles bereit für die Schneeschuhwanderung"

Der Weg dorthin verwandelte sich alsbald in eine Eispiste und wir kehrten um; er ist auch nicht als Winter-Wanderweg markiert ! Wir liefen noch eine Schleife durchs Mühltal und wanderten dann nach Auffach, da wir uns noch nicht ausgelastet fühlten. Dort kehrten wir in den Gasthof Weissbacher ein zu Fritaten-Suppe und Almdudler, bevor wir nach Mühltal zurück wanderten, diesmal über die Berg-Siedlung Bernau, wo wir eine ganze Weile den Winter-Wanderweg nach Mühltal suchen mußten.


10. Tag, Dienstag, 13.3.2012

Für heute und morgen war wieder Schneeschuh-Wandern mit Hari Koidl angesagt, der pünktlich um 8:30 Uhr an unserem Hotel auftauchte. Mit seinem Bus fuhren wir hinter zur Schönanger-Alm, die heute Ruhetag hatte, und begannen dort den direkten Aufstieg zur Breiteggspitze ( 1866 m ) über Breiteggalm und Kl. Neubergalm.

Aufstieg, der Sonne entgegen
"Aufstieg, der Sonne entgegen"

Eine Gruppe von vier älteren Ski-Touren-Geher überholte uns, ansonsten waren wir alleine unterwegs, während ein warmer sonniger Tag heraufzog und die letzten paar Dunst-Wolken aus dem Tal vertrieb. Durch den meist steilen Anstieg gewannen wir schnell an Höhe und waren um 11:00 Uhr auf dem Gipfel. Hari war mit unserer Kondition und Tempo recht zufrieden, wenngleich er diese insgesamt 4-Stunden-Tour für sich mit Skieren in 50 Minuten erledigt.

Alex und Axel auf dem Dach der kleinen Neubergalm
"Alex und Axel auf dem Dach der kleinen Neubergalm"

Wir legten eine kurze Gipfelrast ein, es war kaum windig und die Temperaturen sehr angenehm. Um uns herum gab es ein 360°-Winter-Alpen-Panorama zu bestaunen.

Der Abstieg war leicht und angenehm, fast schon meditativ stiefelten wir durch den weichen Schnee zunächst über den sanft abfallenden Grat nach Süden; rechter Hand thronten Sonnenjoch und das Grosse Beil. Dann ging es in Wald hinein und eine scharfe Rechtskehre lenkte unsere Schritte nun wieder in Richtung Norden auf die Schönanger Alm zu.

Alm unterhalb der Breiteggspitze
"Alm unterhalb der Breiteggspitze"

Wir unterquerten einen Hang, der schon einige Lawinen abgesondert hatte und auch in den nächsten Tagen wieder gefährlich werden konnte, für heute aber stabil war, wie uns Hari versicherte. Wir gelangten schließlich auf den Schönanger Rundweg und hatten die Alm und das Auto um 13:45 Uhr erreicht und gut und gerne 850 Höhenmeter zurückgelegt.

Auf der Rückfahrt hielten wir an der rustikalen Talmühle. Hari ließ sich dort eine einheimische Spezialität schmecken bestehend aus Teigtaschen und Sauerkraut, ansonsten gab’s natürlich Bier und Radler gegen den Durst.

Into the white wild
"Into the white wild"

Diese Tour wäre übrigens vermutlich die „Königsetappe“ im DAV-Programm gewesen. „Wenn es eine gute Gruppe ist“, fügte Hari hinzu. Unsere Königsetappe sollte am nächsten Tag folgen: 1000 Höhenmeter aufs Feldalphorn ( 1920 m ).


11. Tag, Mittwoch, 14.3.2012

Mit beiden Autos fuhren wir um 8:30 Uhr die Forststrasse hinauf Richtung Horler Stiege und parkten dort am Ende der Strasse meinen Mondeo. Dann fuhren wir mit Hari’s Bus zurück ins Tal, wieder Richtung Schönanger Alm und parkten direkt am Einstiegspunkt fürs Feldalphorn.

Die Gipfel der Wildschönau
"Die Gipfel der Wildschönau"

Wieder ging es steil bergan, der Schweiß floß in Strömen – zumindest bei Alex und mir. Meine Erkältung war noch nicht durchgestanden: etwas Husten und Schnupfen und Temperatur am Abend ließen sich nicht wegleugnen, aber ich wollte die Tour auf keinen Fall verpassen.

Im Tal war der Weg aufs Feldalphorn mit 3 Stunden angeschlagen gewesen, aber unser Tempo lag darüber. Kurz unterhalb der Feldalm machten wir einen kurzen Trinkstopp. Meine Trinkflasche befand sich eben noch zu meinen Füßen, dann sah ich sie auch schon raketengleich gen Tal sausen: blankes Metall auf gefrorenem Schnee, wen sollte das überraschen ? Hari sprang mit Riesensätzen hinterher, konnte das Rennen aber nicht für sich entscheiden und sah die Flasche weiter unten im Wald verschwinden.

Der Gifel des Feldaplhorns
"Der Gifel des Feldaplhorns"

„Die finde ich wieder“, versicherte er. Für die kommende Woche hatte er wieder Schneeschuh-Touren geplant mit einer Gruppe Schweizer und würde womöglich auch wieder hierher kommen.

So ging’s dann weiter bergan auf den Gipfel, den wir nach 2,5 Stunden um 11:45 Uhr erreicht hatten. Wie gestern war es ein herrlicher Sonnentag mit traumhafter Rundum-Sicht. Hari hatte für unsere letzte Tour ein Flasche italienischen Rotwein (samt Bechern !) und eine Speckjause dabei. Wir fanden ein warmes Plätzchen in einer Schneemulde direkt unterhalb des Gipfels und legten eine gut einstündige Rast ein, während wir den vollmundigen leckeren Wein gut gekühlt, die Jause, die Aussicht und die Sonne in Ruhe genießen konnten.

Blick vom Feldalphorn
"Blick vom Feldalphorn"

Ähnlich wie gestern war der Abstieg nicht sonderlich schwierig und führte uns über einen Grat und dann durch Wald auf die Horler Stiege ( 1474 m ) zu, die wir um 14:15 Uhr erreicht hatten. Vor uns sahen wir Markbachjoch und Rosskopf ( unsere zweite Tour der letzten Woche ), zur Linken nochmal Schatzberg, Joelspitze und Saupanzen ( unsere erste Tour der letzten Woche ). Einem Weg nach rechts folgend hatten wir 35 Minuten später das Auto erreicht.

Verdiente Rast auf dem Feldalphorn
"Verdiente Rast auf dem Feldalphorn"

Wir fuhren mit Hari zu dessen Auto und dann nach Auffach, wo wir zum Abschluß in den Gasthof Weissbacher einkehrten. Dort verweilten wir bis die Sonne hinter dem Haus verschwand, dann verabschiedeten wir uns von unserem Wanderführer, mit dem wir vier grandiose Touren machen durften. Alex hatte sogleich bei der Raiffeisenbank Bares besorgt, so daß wir ihn direkt auszahlen konnten, und natürlich gab’s von uns noch eine Flasche rheinhessischen Dornfelder als Abschiedsgeschenk.

12. Tag, Donnerstag, 15.3.2012

Die letzten beiden alpinen Schneeschuh-Touren mit Hari waren sicher einigermaßen anspruchsvoll für uns gewesen, hatten uns aber nicht so geschwächt, daß wir für diesen abermals herrlichen Sonnentag einen Ruhetag einlegen würden. Stattdessen beschlossen wir von Thierbach (1175 m) aus auf die Schatzbergalm (1780 m) zu wandern.

Thierbach
"Thierbach"

Wir hatten uns Zeit gelassen am Morgen und starteten unsere Wanderung aus dem malerischen Thierbach heraus mit seiner Kirsche vor herrlicher Bergkulisse, der kleinen Grundschule, einem Cafe und ein paar Häusern und Bauernhöfen um 10:30 Uhr. Eine Privatstrasse führt hier zur Schatzbergalm, gut planiert und damit gut bewanderbar, nach meiner Meinung die schönste Winterwanderung in der Wildschönau überhaupt. Wie im Tal angekündigt benötigten wir für den gemütlichen Aufstieg 2 Stunden. Anfangs war es sehr friedlich und malerisch und wir waren unter uns, dann wurde es lauter und der Ski-Rummel setzte ein.

Blick hinuter nach Thierbach
"Blick hinuter nach Thierbach"

Immer unser Hotel auf dem Roggenboden und auch die Stationen unserer gestrigen Tour im Blick – Feldalphorn und Horler Stiege – erreichten wir die Skipisten und arbeiteten uns zwischen den Skifahrern hindurch nach oben zum Ziel unserer Wanderung. Dort kehrten wir ein zu Bier, Tee und Kaffee.

Wir sahen dem Treiben hier eine ganze Weile interessiert zu, tranken noch Cappuchino und machten uns um 14:00 Uhr wieder an den Abstieg.

Schatzberg Alm
"Schatzberg Alm"

Zurück in Thierbach so gegen 16:00 Uhr ließen wir uns im dortigen Cafe nieder mit einem der malerischsten Ausblicke im Tal, warteten ab, bis der Bummelzug ein paar Rodler und Skifahrer ins Tal transportiert hatte und traten dann ebenfalls die Rückfahrt an.

13. Tag, Freitag, 16.3.2012

Auch unseren letzten Urlaubstag verbrachten wir nicht ganz untätig, zumal es sonning und warm blieb. Wir fuhren nach Niederau und mit der Gondelbahn aufs Markbachjoch.

Auf dem Markbachjoch
"Auf dem Markbachjoch"

Dort wanderten wir zuerst zur kleinen Kapelle unterhalb des Gipfels, dann in die andere Richtung etwa 45 Minuten lang zur Anton-Graf-Hütte. Dort wie auch später an der Hütte bei der Bergstation der Markbachjoch-Bahn lungerten wir eine ganze Weile herum, tranken Bier oder Tee, später wieder Cappuchino, dazu gab’s Topfenstrudel, und frischten unsere Urlaubsbräune noch etwas auf – und unsere Erinnerung an alte Udo-Jürgens-Lieder.

Um 15:00 Uhr fuhren wir wieder gen Tal und nach Oberau, wo wir im Bauernladen allerlei Mitbringsl für uns und Nachbarn, Freunde, Verwandte einkauften: Tiroler Speck, Wurst, Käse, Bauernbrot, Beinwell-Creme und Marmelade.

Heimfahrt am Samstag, 17.3.2012

Glänzende Berge
"Glänzende Berge"

Ein großartiger Urlaub ging zu Ende. Im Hotel Silberberger mit dem wunderschönen und geräumigen Turmzimmer, großem Schwimmbad, Sauna und Dampfbad sowie dem leckeren Abendessen hatten wir uns prächtig erholt. Das Wetter hatte auch gut mitgespielt und das Highlight waren natürlich die vier Schneeschuh-Touren mit Hari gewesen, die uns hoch hinauf in die winterlichen Berge gebracht hatten. Daneben hatten wir zahlreiche andere Schneeschuh- und Winterwanderungen unternommen und die Zeit gut ausgenutzt, uns viel bewegt und Sonne getankt.

Nun bereit für den Frühling traten wir um 09:00 Uhr die Heimfahrt an, nachdem wir unsere Hotelrechnung bezahlt und uns von Silberbergers verabschiedet hatten. Mein Navi lotste uns von München aus in Richtung Stuttgart und wir hangelten uns von Baustelle zu Baustelle, teilweise bis zu 40 km lang, und trafen nach etwa 6 Stunden Fahrt wohlbehalten zu Hause ein.

Sonntag, 28. März 2010

Schneeschuhwandern mit dem DAV von Lermoos aus

Hinfahrt am 21. März 2010
Gegen 08:30 Uhr starteten wir mit unserem nagelneuen Mondeo zur Fahrt nach Lermoos, wo wir eine Woche lang mit dem Deutschen Alpenverein Schneeschuhwandern wollten.
Unser Navi lotste uns über Alzey, Karlsruhe und Stuttgart nach Lermoos in Österreich. Es war nicht viel Verkehr und wir kamen gut voran, so daß wir gegen 13:00 am Hotel Zugspitze anlangten und sogleich nach einer Haus-Führung ein Zimmer mit dirktem Blick auf die Zugspitze erhielten.

Wetterstein gesehen von Lermoos aus
"Wetterstein gesehen von Lermoos aus"
Den Mittag nutzten wir für einen kleinen Spaziergang nach Biberwier über den Wächtersteig, dann zurück durch “das Moos” nach Lermoos, wo wir in ein Cafe zu Tee und Latte-Macciato-Torte einkehrten. Danach kaufte mir Alex als verfrühtes Ostergeschenk einen neuen Rucksack, ein “High Colorado Eiger Pro 40”, da mein alter zu verfallen drohte. Dieser schlank geschnittene 40-Liter-Rucksack mit “Rückenentlüftung”, Beckengurt-Taschen und Riemen an den Seiten sowie zwei Fächern in der Deckelklappe und einem weiteren unten erwies sich als guter Kauf und sollte sich bei den bevorstehenden Schneeschuh-Touren ausgezeichnet bewähren.
Schnee lag nicht mehr viel hier unten im Tal, es war so um die 16° C warm, alles war weggetaut in den letzten 4 Tagen, wie uns die Wirtin des Hotels erzählt hatte. Wir waren daher nicht sicher, ob Schneeschuhwandern überhaupt stattfinden würde
Zurück im Hotel machten wir noch einen Saunagang, bevor wir um 18:00 Uhr die 12-köpfige Wandergruppe trafen und unseren Bergführer Bernd. Nach einem Gläschen Sekt gab es dann die Ausrüstung: Schneeschuhe, Stöcke, Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS), Schaufel und Sonde. Somit sah es also doch so aus als wäre Schneeschuhwandern noch möglich.
Am Abend wurde ein hervorragendes 5-gängiges Gala-Dinner serviert, ein brillianter Einstieg in die Wanderwoche. Besonders erwähnenswert: das saftige Milch-Kalb-Fleisch zum Hauptgang, aber auch der Fischteller am Anfang und das Honigmelonen-Sorbee zwischendurch waren vorzüglich.

1. Wanderung, 22. März 2010
Um 07:30 Uhr gab es Frühstück. Wir ließen uns unsere Teekannen füllen und packten auch etwas Vesper mit ein. Mit dem Bus fuhren wir dann um 08:30 Uhr zur Talstation der Zugspitz-Seilbahn. Dort konnten wir gleich die Schneeschuhe anlegen und wanderten zunächst leicht ansteigend eine Forststrasse hinauf.
Auf dem Schmugglersteig
"Auf dem Schmugglersteig"
Wir erreichten einen Aussichtspunkt, den “Eisseeblick”, und starrten gegen eine Nebelwand. Hinter dieser verbarg sich auch noch die Westwand der Zugspitze, die Sonne kämpfte sich aber allmählich durch und bald hatten wir blauen Himmel über uns und eine bessere Aussicht. Über den Schmuggler- bzw. Schützensteig, eine ehemalige Grenze zwischen Bayern und Tirol, an der Zöllner oft auf Schmuggler lauerten mit dem Gewehr im Anschlag, ging es ein kurzes Stück lang steil bergauf, bis wir eine Höhe von 1.600 m erreichten und somit von der Talstation der Seilbahn 400 Höhenmeter aufgestiegen waren.
Bald machten wir dann eine längere Pause und bekamen eine Einweisung in den Umgang mit dem Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS) und etwas Lawinenkunde. 80 % der Lawinenopfer überleben die physische Gewalt einer Lawine nicht, die bis zu 300 Stundenkilometer erreichen kann. Für die restlichen 20 % ist dann das LVS unter Umständen die letzte Hoffnung und befindet sich dann hoffentlich eingeschaltet am Körper des Verunglückten.
Nach 15 Minuten im Schnee sinken dessen Überlebenschancen und halbieren sich alle weiteren 15 Minuten. Dennoch hat Bernd von einem Fall berichtet, bei dem ein Verschütteter noch nach 17 Stunden lebend geborgen wurde.
Bald hatten wir dann die Talstation wieder erreicht und die erste Eingehtour gut hinter uns gebracht. Gegen 14:00 Uhr waren wir wieder im Hotel und genossen ein Sonnenbad auf der Terrasse mit einem frischen Radler in der Hand und Blick auf die Sonnenspitze, zwei weitere Saunagänge mit Blick auf die Zugspitze vom Ruheraum aus und Abendessen um 19:00 Uhr.

2. Wanderung, 23. März 2010
Wieder ging es um 08:30 Uhr los mit dem Bus, diesmal nur bis hinunter nach Lermoos. Am Panorama-Bad stiegen wir aus und begannen mit dem zunächst steilen Anstieg zur Tuftlalm, wobei wir unsere Schneeschuhe mangels Schnee tragen mußten. Die Sonne hatte sich bereits früh durch den Nebel über dem “Moos” gekämpft und bescherte uns nun einen sehr warmen Tag.
Blick vom Upps
"Blick vom Upps"
An der Tuftlalm angekommen machten wir eine kurze Rast, legten dann unsere Schneeschuhe an, schalteten unsere LVS ein und begannen den Aufstieg zum 1.800 m hohen Upps, dessen Gipfel wir um 12:00 Uhr erreicht hatten. Wir hatten einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Berge, die Zugspitze ( von hier aus konnte man nun auch den Gipfel sehen ), Sonnenspitze und weiter bis hin zu den Alpen jenseits des Inn-Tals.
Der Abstieg führte uns zurück zur Tuftlalm. Wie oftmals bei Bergführern der Fall war auch unser Bernd, der ohnehin meist ein gutes Tempo vorlegte, mit unserer Abstiegs-Geschwindigkeit nicht vollauf zufrieden. Ein weiteres Sonnenbad verschönerte uns diese Pause inmitten des herrlichen Alpen-Panoramas. Wir packten die Schneeschuhe wieder weg und machten uns an den steilen und teilweise durch Schnee- und Eisreste schlüpfrigen Abstieg, der uns direkt zurück nach Lermoos führte. Um 15:00 Uhr standen wir wieder vor unserem Hotel und beschlossen so den zweiten Wandertag. Alex und ich steuerten sofort die Sonnenterasse an und bestellten uns zwei Radler.

3. Wanderung, 24. März 2010
Unsere heutige Wanderung führte uns in das Skigebiet Ehrwalder Alm. Mit der Seilbahn fuhren wir auf eine Höhe von 1.500 m. Wir überquerten einige Pisten und kamen an der “Pest-Kapelle” vorbei, wo man früher zu Zeiten der Pest Wächter stationiert hatte, um Ankommende daran zu hindern in das Tal einzudringen, notfalls auch mit Waffengewalt.
Pestkapelle und Wetterstein
"Pestkapelle und Wetterstein"
Wir wanderten weiter in Richtung Gattl, wo wir einen Sattel erklimmen wollten. Ein steiler Anstieg führte uns in ein dünnes Latschenwäldchen. Von der Zugspitze donnerten hin und wieder Eisfälle herab und eine abgegangene Schneelawine blockierte auch unseren Weg. Zudem wurde der Schnee unter unseren Füßen durch die heiße Sonne immer weicher und unzuverlässiger, oder “sulziger”, wie der Fachmann sagt, weswegen wir die Tour nicht weiter fortsetzten und frühzeitig den Rückweg antraten. Wie Bernd anmerkte müßte man bei solchen Wetterverhältnissen solche Touren wesentlich früher beginnen, was aber wegen der angebotenen Frühstückszeiten im Hotel, sowie den Bus- und Seilbahnverbindungen nicht möglich ist.

Dennoch hatten wir einen schönen Ausblick und konnten sogar das Karwendel-Massiv erspähen. Beim Abstieg sanken wir immer wieder tief in den weichen Schnee ein. Auch Bernd mußte zweimal einen Schneeteller seines Stocks aus dem Tiefschnee klauben. Wir überquerten einen Bach und folgten dann einer Skiabfahrt zu einer Alm, wo wir es uns bei Tee und Topfen-Palatschinken in der herrlichen Berglandschaft unter strahlend blauem Himmel gut gehen ließen. Zur Bergstation der Seilbahn war es dann nicht mehr weit und um 15:00 Uhr waren wir wieder beim Hotel und hatten wieder genügend Zeit für Radler, Sonnenbad auf der Hotel-Terrasse und Sauna.
Die Tour heute hatte uns ganz schön unseren Muskelkater spüren lassen, obwohl wir nur 400 Höhenmeter bewältigt hatten. Der dritte Tag bei solchen Touren ist oft der kritische und viele Teilnehmer fühlten sich etwas mitgenommen, so daß ein frühzeitiger Abbruch auch aus diesem Grund wahrscheinlich keine schlechte Idee war.
Wie auch immer: bei Schneeschuh-Touren muß man flexibel sein und viele Faktoren führen dazu, daß Planänderungen notwendig sind: die Kondition der Gruppe, die Beschaffenheit des Schnees, der sich über den Tag hinweg verändert, das Gelände und die Lawinengefahr, die sich ebenfalls über den Tag hinweg verändert – meist zunimmt. Beim Abendessen unterhielten wir uns mit Hans, einem unserer Mitwanderer aus der Umgebung von Bad Tölz, der diese Tour im Vorjahr schon einmal gemacht hatte bei extrem viel Schnee, was teilweise einige Besteigungen unmöglich machte. Wegen Tiefschnee und Lawinengefahr verliefen viele Touren ganz anders als geplant und ganz anders, als wir sie dieses Jahr machen.

4. Wanderung, 25. März 2010
Unsere zweite hoch-alpine Tour führte uns auf den 2.100 m hohen Höllkopf. Um 08:15 Uhr fuhren wir mit drei Autos nach Biberwier und von dort mit zwei Sesselliften auf eine Höhe von 1.500 m, wo wir unsere Wanderung frühzeitig begannen. Zuerst ging es ein kurzer Stück an einer Ski-Piste entlang, dann in die abgeschiedene Bergwelt. Heute war es deutlich kühler und es ging ein frischer Wind, so daß wir erstmalig Fliesmütze, Handschuhe und Ski-Jacke gut gebrauchen konnten.
Beim folgenden Aufstieg wurde es und jedoch sogleich wieder ordentlich warm, denn auch heute war wieder ein sonniger Tag. Wir überquerten die Trümmer einer abgegangenen Schneelawine und erreichten bald einen Sattel. “Noch 10 Minuten bis zum Gipfel”, versprach Bernd. Nun ging es an einem sehr steilen Hang aufwärts und wir mußten die vorderen Eiszacken einsetzen, um nach oben zu gelangen. Die Waden begannen zu schmerzen, aber nach einem kurzen Aufstieg hatten wir es geschafft und betraten den Gipfel des Höllkopfes, von wo sich eine atemberaubende Aussicht auf die schneebedeckten Alpen in alle Richtungen bot.
Durch das Höllental
"Durch das Höllental"
Zeit für eine Rast und Brotzeit. Wenn mir beim Aufstieg jemand gesagt hätte daß wir an dieser steilen Stelle auch wieder absteigen würden hätte ich ihn für verrückt erklärt. Dennoch kam es so. Bernd gab uns noch ein paar Tipps: Knie beugen, Gewicht auf die Füße, Schwerpunkt immer tiefer je steiler es wird. Und so stiegen wir tatsächlich an dieser steilen Stelle wieder ab und erreichten den Einstieg ins Höllental, das wir zügig hinabsteigen wollten um das Risiko eines Lawinenunfalls so weit wie möglich zu verringern. Auch hier ging es am Anfang sehr steil abwärts und die Kraft in den Beinen ließ bald nach. Vorbei an den Überresten abgegangener Lawinen gelangten wir hinunter in die Hölle. Die Landschaft war fantastisch schön und der Himmel fantastisch blau.
Von der Hölle aus ging es gemütlicher weiter zum Lehnberghaus, das leider geschlossen war. Trotzdem ließen wir es uns auf der sonnigen Terrasse eine Weile gut gehen, bevor wir den restlichen knapp einstündigen Abstieg unter die Füße nahmen mit den Schneeschuhen am Rucksack festgeschnallt, denn auf der Forststrasse war kaum noch Schnee vorhanden, und je tiefer wir kamen desto mehr wichen auch die spärlichen Schneereste dem Schotter der Strasse. Auch unten im Tal fanden wir keine offene Gaststätte und marschierten weiter zum nächsten Ort. Ebenfalls Fehlanzeige. Also wanderten wir weiter zur Bundesstrasse, wo wir endlich ein Hotel fanden mit sehr gemütlicher Sonnenterasse. Weizen und Radler zischten gar köstlich, während wir auf das Taxi warteten, das Bernd für 15:30 Uhr bestellt hatte. Dieses brachte uns dann über den Fernpass zurück nach Lermoos bzw. Biberwier, wo unsere Autos geparkt waren. 
Alex und ich fuhren sogleich nochmal runter in den Ortskern von Lermoos, um im Supermarkt ein paar Kekse sowie Schnaps und Tiroler Speck als Mitbringsel für ein paar Geburtstagskinder zu kaufen. Zurück im Hotel gab’s dann noch Tee und Strudel sowie einen Saunagang.

5. Wanderung, 26. März 2010
Für die abschließende Tour war eine Umgehung des Vorderen Tajakopfes von der Ehrwalder Alm ausgehend geplant. Die Wettervorhersage kündigte für heute einen Wetterumschwung an, der sich ab dem Nachmittag bemerkbar machen sollte. Am Morgen war es bewölkt und windig, es klarte aber bald auf zu einem weiteren sonnigen Tag für unsere letzte Wanderung.
Um Zeit zu gewinnen für unsere lange Wanderung fuhren wir um 08:15 Uhr mit drei Autos nach Ehrwald und mit der Seilbahn hinauf zur Alm, wie schon am vorgestrigen Tag. Da die letzte Talfahrt um 16:30 Uhr geht hatten wir also ein zeitliches Limit für unsere Wanderung zu beachten.
Zunächst ging es gemütlich an einer Langlauf-Loipe entlang durch Wald aufwärts, dann weiter der Ganghofer-Loipe folgend vorbei an der Ganghofer Rast zu einem Aussichtspunkt, von dem aus wir einen herrlichen Blick auf Ehrwald und Lermoos hatten mit den umliegenden Bergen; Upps und Daniel lagen uns genau gegenüber, rechter Hand trohnte die Zugspitze und links sahen wir die Sonnenspitze.
Seebensee
"Seebensee"
Der weitere Anstieg führte uns zum Seebensee, der noch vereist war. Oben in den Bergen sahen wir die Coburger Hütte liegen, links ragte der Vordere Tajakopf auf. Hier endete leider unsere Tour, denn Bernd wollte nicht weiter gehen. Der Schnee war zu nass und damit wäre der Aufstieg zur Coburger Hütte zu anstrengend, zeitaufwendig und wegen Lawinengefahr zu gefährlich geworden. Wir machten also eine längere Rast und Brotzeit und genossen die Ruhe am See und das Panorama der ihn umgebenden Berge, dann traten wir den Rückweg an.
Wie auch am Mittwoch kehrten wir wieder in den Gasthof Alpenglühen ein und diesmal probierte ich den vorzüglichen Apfelstrudel mit heisser Vanillesoße. Dann fuhren wir wieder ins Tal und beendeten diese Wanderung, die nun wesentlich einfacher und kürzer geworden war als ursprünglich angenommen und somit zu einer beschaulichen “Ausgeh”-Tour geworden war mit 350 Höhenmetern.
Während ich diese Zeilen schreibe ist es 15:00 Uhr und die Berge haben sich plötzlich zugezogen und der angekündigte Regen eingesetzt. Die Entscheidung unseres Bergführers, die Tour abzubrechen, war sicher auch aus diesem Grund gut getroffen !

Heimfahrt am 27. März 2010
Am Tag unserer Heimfahrt wurde das Wetter besser als gedacht und angekündigt, weswegen wir nach dem Frühstück und nachdem wir uns von unserer Wandergruppe verabschiedet hatten doch noch einen Ausflug auf die Zugspitze machten.
Blick von der Zugspitze
"Blick von der Zugspitze"
In wenigen Minuten brachte uns die Tiroler Zugspitzbahn auf das Dach von Deutschland und da sich die Wolken am Vormittag fast vollständig auflösten hatten wir eine grandiose Sicht auf die Alpen – bis hin zum Großglockner.
Wir hielten es eine ganze Weile dort oben aus, tranken Kaffee im Zugspitz-Restaurant und genossen immer wieder die Aussicht in alle Richtungen, z.B. auch auf den Eibsee und den Schmugglersteig, wo wir am ersten Tag gewandert waren. Nach einem Mittagessen, bestehend aus Leberknödelsuppe und Weißwürsten, fuhren wir mit der Seilbahn wieder ins Tal und traten die Heimfahrt an.
Gegen 15:00 Uhr besuchten wir noch meinen Neffen und dessen Familie in der Nähe von Ulm, bevor wir die Heimfahrt über Stuttgart fortsetzten und so um 21:00 Uhr zu Hause anlangten.