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Freitag, 21. März 2008

Schornsteinfeger müßte man sein !

Alle Jahre kommt er wieder: der schwarze Mann. Er braucht etwa eine halbe Stunde um unseren Kamin zu reinigen und die Heizung zu überprüfen. Rechnung: € 65.00. Nicht schlecht - Schornsteinfeger müßte man sein.

In sechs Stunden kann er 12 Haushalte bedienen, oder sagen wir mal: 10. Macht € 650 pro Tag, € 3.250 pro Woche oder € 13.000 im Monat. Materialkosten fallen keine an, lediglich Fahrtkosten. Nach Abzügen müßten ihm eignetlich 50 % übrig bleiben, also € 6.500 netto im Monat. Wow !

Da hat es mein Friseur schwerer: er verlangt € 11 für eine halbe Stunde Arbeit. Naja, mit Männern verdienen Friseure wahrscheinlich eh nicht viel, sie müssen von den Frauen leben.

Liebe Schornsteinfeger, Euch müßte es eigentlich gut gehen. Oder habe ich bei meiner Rechnung etwas übersehen ? Wenn ja, laßt es mich wissen. Wenn nein, ladet mich mal zum Essen ein Wink.


Photo von Götz A. Primke

Donnerstag, 6. März 2008

Ingenieure gesucht !

Die EWeek (Engineers Week) ist eine Initiative aus Amerika, bei der es darum geht Ingenieure auf Schulen zu schicken um Schüler für ein Studium der Ingenieurwissenschaften zu gewinnen. Seit einigen Jahren ist diese Initiative auch in Deutschland angekommen und seit drei Jahren bin ich mit dabei.

Nächste Woche geht es los: die erste Schule, die ich besuchen werde, ist die Karl-Rehbein-Schule in Hanau, die ich auch schon letztes Jahr besuchte.

Bei Recherchen zur Aktualisierung meines Vortrages bin ich auf einige interessante Fakten gestossen:

  • Im Jahr 2006 konnten 48.000 Ingenieur-Stellen nicht besetzt werden [1]
  • was der deutschen Wirtschaft einen Schaden von 3.5 Mrd. Euro beschehrt hat [1]. Andere Studien gehen sogar von entgangenen Aufträgen ( "Wertschöpfungen" ) in Höhe von 18.5 Mrd. Euro aus [3]
  • Die meisten Ingenieure ( 15.000 ) fehlten im Bereich "forschungs- und wissenbasierte Dienstleistungen",
  • 12.500 Ingenieure fehlten der metallverarbeitenden, Elektro- und Fahrzeugbau-Industrie,
  • und 8.000 im Maschinenbau, womit diese traditionelle Ingenieurswissenschaft damit auf Platz 3 steht. [1]
  • Das mittlere Ingenieursgehalt in Deutschland liegt bei brutto 58.550 Euro, das sind 20.000 Euro mehr als ein Vollzeit-Durchschnittsverdiener in Deutschland bekommt. [1]
  • Pro 1000 Beschäftigte gibt es Deutschland weniger als 2 mit einem MINT-Abschluss, also einem angeschlossenen Studium eines mathematischen, Informatik-, naturwissenschaftlichen oder technischen Studiums. In Eurpoa ist Polen das führende Land mit einer Rate von 5,3 pro 1000. [2]


Quellen:

[1] bild der wissenschaft 08/2007

[2] Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln

Samstag, 28. Juli 2007

Ingenieure braucht das Land


Auch in diesem Jahr war ich wieder an zahlreichen Schulen unterwegs in der Umgebung von Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Darmstadt und Heidelberg, um im Rahmen der Engineering Week Initiative bei Schülern der Klassen 10-12 Werbung für den Ingenieurberuf zu machen. Die Engineering Week gibt es schon eine ganze Weile in Amerika, seit letztem Jahr wird dies auch intensiv in Deutschland betrieben und IBM war dabei - für den Raum Rheinland-Pfalz und Süd-Hessen mit etwa 12 Ingenieuren aus dem Standort Mainz und den Studenten der Berufsakademie, die das Projekt organisierten.

Während eines Besuchs bei einer Schule bieten wir in der Regel einen 45minütigen Vortrag eines Ingenieurs an gefolgt von einem praktischen Teil, bei denen Studenten der Berufsakademie nicht nur ein oder mehrere technische Themen vorstellen wie z.B. RFID, die Wii Spielekonsole, Schock-Protection für Festplatten oder SecondLife, sondern die Schüler auch hautnah über Erfahrungen mit dem Ingenieurstudium, speziell an der Berufsakademie, informieren. Der Ingenieur-Vortrag beginnt mit der Definition von Ingenieurwissenschaften, zeigt auf, was einen guten Ingenieur ausmacht und wie man einer wird, beschreibt die verschiedenen Ingenieur-Berufe, die es so gibt ( also nicht nur der Maschinenbau-Ingenieur oder der Bauingenieur, an die man sofort denkt; laut VDI gibt es mindestens 55 verschiedene Ingenieurberufe ) und ist in der Regel auch gespickt mit Anekdoten des jeweils vortragenden Ingenieurs über dessen Berufsleben.

So war ich also dieses Jahr an der Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule in Mainz ( gleich gegenüber von IBM ), der Internationalen Gesamtschule in Heidelberg, dem Karl-Rehbein Gymnasium in Hanau, dem Max-Planck-Gymnasium in Rüsselsheim (zweimal), der Oranienschule in Wiesbaden (zweimal), und der Friedrich-Ebert-Schule in Pfungstadt.

Ich fühlte mich wieder an die EWeek erinnert, als ich diese Woche einen Artikel in bild der wissenschaft 8/2007 las ("Ingenieure verzweifelt gesucht"), der genau das bestätigt, was wir auch den Schülern erzählen: im letzten Jahr konnten in Deutschland 48.000 offene Ingenieurstellen nicht besetzt werden, was unserer Wirtschaft einen Schaden von 3,5 Mrd. Euro beschert hat. Besonders werden Ingenieure in den Fachbereichen forschungs- und wissensintemsive Dienstleistung, Metall- und Elektroindustrie sowie Fahrzeugbau gesucht. Grund für den mangelnden Nachschub von Univeritäten, Fachhochschulen oder Berufsakadiemien ist: mangelndes Interesse junger Menschen an technischen Berufen.