Freitag, 10. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 10 – Papenburg

 

Schon immer wollte ich mal eine Schiffswerft besichtigen, eine richtig große, wo die großen Kreuzfahrtschiffe gebaut werden.

Museumsschiff Friederike in Papenburg
"Museumsschiff Friederike in Papenburg "
Die Meyer Werft ist eine solche Werft und befindet sich in Papenburg, was ziemlich genau auf unserem Weg nach Ostfriesland lag.

Also buchte ich per Internet zwei Karten für uns für die 15:00 Uhr Tour zu € 13.50 pro Person und wir fuhren am Morgen dorthin, ca. 160 km. Deutschland hatte uns also wieder.

In Papenburg angekommen parkten wir unweit des Museumsschiffs “Brigg Friederike” und schlenderten dorthin, um die Karten abzuholen.

Mittagessen in Papenburg
"Mittagessen in Papenburg "
Anschließend spazierten wir durch die beschauliche Fußgängerzone entlang eines Kanals. In einem urigen Fischrestaurant aßen wir ein Krabben-Brötchen.

Um 15:00 Uhr startete die Tour per Bus von einem Kiosk neben dem Rathaus. Wir wurden zur Werft gebracht und erhielten unterwegs erste Informationen über Geschichte und Dimensionen der Werft. 1795 wurde die Werft gegründet. Man baute zuerst Holzschiffe im Zentrum der Stadt, später dann Schiffe aus Stahl, und es bedurfte einiger Überredungkünste von Josef L. Meyer um die Papenburger davon zu überzeugen daß auch Stahl schwimmen kann.

Schiffsbau in der Meyer Werft
"Schiffsbau in der Meyer Werft "
Als die Schiffe immer größer wurden mußte eine neue Werft her weiter draußen, wo früher angeblich die Papenburg gestanden hat.

Im Besucherzentrum angekommen ging’s los mit einem Film, dann mit der Führung durch mehrere Ausstellungsräume und schließlich in eine Kanzel, von der aus wir in die größte Halle der Werft schauen konnten. Vor uns stand die “Aida Nova”, deren Rohbau bereits abgeschlossen war, der Innenausbau war nun im Gange. Das Schiff soll am 1. September vom Stapel laufen. Was bedeutet: die Halle wird geflutet, was in wenigen Stunden möglich ist, dann öffnet sich eines der größten Tore der Welt und das Schiff zeigt sich der Öffentlichkeit und wird in das Hafenbecken manövriert.

Schiffsmodell eines Kreuzfahrtschiffes
"Schiffsmodell eines Kreuzfahrtschiffes "
Nach der Taufe wird es dann rückwärts mit der Hilfe von zwei Schleppern und fünf Kapitänen 15 Stunden lang rückwärts durch die Ems manövriert, mehr als 50 km weit bis zur Nordsee. Diese wurde zuvor aufgestaut auf 2,70 m über Normalniveau ( was die Naturschutzverbände nicht gerne sehen und nur zweimal im Jahr ‘gestatten’ ). Trotzdem bleiben einem Schiff von der Größe einer “AIDAnova” oder “Quantum Of The Seas” nur 30 cm Wasser unter dem Kiel.
Besucher der Meyer Werft
"Besucher der Meyer Werft "
36 Monate dauert der Bau eines solchen Schiffs, es kostet etwa 300 Millionen Euro. Es soll noch größere und luxoriösere Schiffe geben, deren Kosten sich auf über eine Milliarde Euro belaufen, die zum Beispiel im Inneren einen Central Park haben.

100.000 Tonnen Stahl benötigt die Werft im Jahr, 10.000 Tonnen sind ständig vorrätig in den Hallen des nahe gelegenen Zulieferers. Ein weiterer Zulieferer liefert die Kabinen – eine alle 15 Minuten. Über 6000 Kabinen benötigt die Werft im Jahr für zwei Schiffe ( nächstes Jahr sogar drei ).

Riesen-Schiffsschraube
"Riesen-Schiffsschraube "
Die Kabinen werden fertig angeliefert ohne Boden, mit hochgeklappten Möbeln und Teppichböden. Diese Module werden dann in den Schiffsrumpf gestopft, angeschlossen, montiert und fertig. Konstruiert wird so ein Schiff mit Hilfe der Software CATIA.

3500 Menschen arbeiten in der Werft, zig Tausende in Zulieferbetrieben, hundert Tausende Besucher kommen jedes Jahr. Für die kleine Stadt Papenburg ist diese Werft also ein nicht weg zu denkender Wirtschaftsfaktor.

Schiffsmontage in der Meyer Werft
"Schiffsmontage in der Meyer Werft "
Dennoch ist Papenburg auch bekannt (mehr oder weniger) für die Herstellung von Kräuterpflanzen und Gurken.

Die Tour dauerte über zwei Stunden. Nachdem uns der Bus zurück gebracht hatte gingen wir zurück zu unserem WoMo und gaben die Adresse des Hotels Hilling ein. Dort befindet sich ein guter WoMo-Platz mit 20 Stellplätzen auf festem Untergrund und 180 weiteren möglichen Stellplätzen auf einer riesigen Wiese.

Zu Abend aßen wir im Hotel, wo es recht gutes Essen und auch Weine aus der Pfalz gibt.

Hotel-Restaurant Hilling

Lage: ca 5 km vom Museumsschiff “Brigg Friederike” entfernt, Stellplätze hinter dem Hotel, 20 auf Pflastersteinen mit Stromversorgung, 180 weitere auf riesiger Wiese

Stellplätze: ca. 22+180

Preis: 8 € pro Nacht für 2 Personen, Duschen 3 €, Strom 0,50 € pro kWh

Ausstattung: WC im Hotel 6-23 Uhr, Duschen im Hotel, Strom, Sani-Station zum Befüllen oder Entsorgen von Wasser für 1 €, Restaurant im Hotel

+:

  • Günstige Lage, nicht weit zum Centrum von Papenburg

  • günstig

  • ruhig

Kommentare:

  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Mittwoch, 1. August 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 9 – Harlingen

Harlingen gilt als Zentrum der holländischen Krabbenfischerei. 1) Vom Hafen ziehen sich Grachten in den historischen Stadtkern, man sieht überall alte Segelschiffe und ein paar Krabbenkutter.

Auf dem Damm am Issjelmeer
"Auf dem Damm am Issjelmeer "
Wir fuhren etwa 60 km bis dorthin und überquerten dabei den 32 km langen Abschlußdeich, der das Ilsselmeer vom Wattenmeer trennt.

1,5 km südlich der Stadt befindet sich der Campingplatz De Zeehoeve gleich hinter dem Deich, ein ordentlicher aber auch teurer Standplatz, wo wir für eine Nacht bleiben würden.

Von dort schlenderten wir am Deich entlang in den Ort, in dem zur Zeit ein Strassenfest im Gange war mit offenen Geschäften, Kirmes und Strassenmusik.

Enten vor unserem WoMo
"Enten vor unserem WoMo "
Das Wetter war eher unfreundlich, bewölkt und kühl, nicht so ganz das, was die Wetter-App anzeigte.

Nachdem wir etwas umher geschlendert waren aßen wir in einer Kneipe ein Krabbenbrötchen und tranken ein Bier dazu, bevor wir zum WoMo zurück spazierten zum Nachmittags-Kaffee.

Heute hatten wir besonderes Glück: irgend so ein Vogelvieh schaffte es durch unsere WoMo-Dachluke zwischen unsere Betten zu scheißen. Respekt !

Historischer Hafen Harlingen
"Historischer Hafen Harlingen "
Aber vielleicht doch nicht so ein Zufall wie ich denke. Möglicherweise üben die Vögel das hier jeden Tag.

Am Abend machten wir uns abermals los und spazierten nun am Deich entlang bis zum Fähr-Anleger und sahen dort eine Weile dem Treiben im Hafen zu. Die Sonne lies sich jetzt ab und an mal blicken.

Zum Abendessen gab’s Fisch satt im Cafe ‘T Noorderke. Dazu wurde eine interessante Beilage gereicht: ein Mus aus rotem Rhabarber.

1) Werner K. Lahmann in seinem Buch “Niederlande mit dem Wohnmobil

Camping De Zeehoeve

Lage: 1,5 km von Harlingen entfernt, direkt hinter dem Deich, Autobahn in der Nähe, Rasenplätze

Stellplätze: ca. 40

Preis: 27 € pro Nacht für 2 Personen, WLAN 2 € am Tag, Duschen 0,50 €

Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Spülen, Restaurant

+:

  • Günstige Lage, nicht weit zum Strand und nach Harlingen

  • alles da was man braucht

-:

  • teuer

  • Autobahn in der Nähe

Kommentare:

  • nicht im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Montag, 30. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Den Helder

Über den Dünen-Radweg und dann rechts abbiegend über die Radwege 22 und 99, durch Nieuw Den Helder und entlang eines Kanals radelten wir nach Den Helder, dem Tor zur Insel Texel.

Mit dem Rad nach Den Helder
"Mit dem Rad nach Den Helder "
Wir stellten die Räder an der Fußgängerzone ab und spazierten durch die Stadt bis runter zum Hafen, wo sich Schiffs- und Marinemuseum befinden und ein paar hübsche Cafes. Wir wanderten weiter zum Deich und spähten hinüber zur Insel Texel.

Dann schlenderten wir zurück in die Fußgängerzone und machten ein paar Einkäufe fürs Abendessen im WoMo. Anschließend radelten wir wieder zum Hafen zu einem Lunch in einem der schon erwähnten Cafes.

Marine-U-Boot in Den Helder
"Marine-U-Boot in Den Helder "
Leckere Brodjes bekommt man hier überall, und ein Texels Weißbier dazu schmeckte nicht schlecht.

Am Deich entlang, vorbei am Leuchtturm und dann dem Radweg # 5 folgend radelten wir zurück zu unserem WoMo und genossen einen ruhigen Nachmittag und Abend auf unserem ruhigen und friedlichen kleinen Campingplatz.

Sonntag, 29. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 8 – Julianadorp aan zee

Julianadorp aan zee liegt 6 km südlich von Den Helder, von wo aus man mit der Fähre zur Insel Texel übersetzen kann, also ganz im Nordwesten von Holland.

Unser Standplatz in Mariahoeve
"Unser Standplatz in Mariahoeve "
Dorthin fuhren wir heute, gut 55 km von Hoorn entfernt.

Das Wetter heute war nicht so gut wie in den vergangenen zwei Tagen: bewölkt, manchmal leichter Nieselregen.

Wir hatten uns zwei kleine Campingplätze im ADAC Reiseführer ausgesucht: Minicamping Hoeve Ons Lust und Camping Duinzoomhoeve, beide waren aber voll belegt. Glücklicherwüeise gibt es weitere Plätze hier, u.a. ein sehr goßer Campingplatz direkt an der Hauptstraße. Von Camping Duinzoomhoeve fuhren wir 1 km weiter die schmale Strasse entlang zu einem anderen ausgeschilderten Platz: Camping Mariahoeve.

Mariahoeve
"Mariahoeve "
Wie die anderen auch war dies ein Bauernhof inmitten von Blumenfeldern gelegen, die aber z.Z. nicht blühten. Im Frühling muß es hier bezaubernd sein. Dort bekamen wir einen Platz für € 19 pro Nacht incl. Kurtaxe. Es war alles da, was man braucht: saubere Toiletten und Duschen, Strom, WLAN, Spülen, Wasserver- und entsorgung für WoMos. Wir standen auf einer Wiese hinter der Scheune mit Blick über die Felder bis hin zu den hohen Dünen, hinter denen die Nordsee liegt.
Draußen auf dem Land
"Draußen auf dem Land "
Dorthin radelten wir erstmal und spazierten zum Strand, dann radelten wir weiter den schönen Dünen-Radweg entlang zum Ort Julianadorp aan zee. Dort kauften wir ein – Fleisch, Salate, Brötchen, Milch, Obst, Kuchen – und besorgten uns Bargeld, dann radelten wir über den Radweg nach Den Helder zurück zum Gehöft Mariahoeve.

Wir genossen einen ruhigen Nachmittag mit Kaffee trinken und Grillen.

Camping Mariahoeve

Lage: 1,5 km von der Nordsee entfernt, ca. 6 km südlich von Den Helder oder 3 km von Julianadorp aan zee entfernt. Rasenplatz hinter der Scheune, Feldrand

Stellplätze: ca. 10

Preis: 19 € mit allem, inkl. Kurtaxe, Duschen kostet 0,50 €

Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Spülen

+:

  • Schöne, ruhige Lage

  • alles da was man braucht

-:

  • 1,5 km bis zum Strand

Kommentare:

  • nicht im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Mittwoch, 25. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 7 – Hoorn

Nach einem Frühstück in der Sonne vor unserem WoMo brachen wir auf und fuhren weiter gen Norden, nachdem wir Frischwasser aufgefüllt und Brauchwasser abgelassen hatten.

Hafen Hoorn
"Hafen Hoorn "
Wir fuhren nur 40 km weit bis Hoorn am Markermeer, das durch einen Damm vom Ijsselmeer abgetrennt ist, das durch einen Damm von der Nordsee abgetrennt ist. Eigentlich hatten wir Hoorn nur angesteuert um mal am Ijsselmeer gewesen zu sein und weil es dort am Jachthafen einen komfortablen WoMo-Platz gibt.

Der holländischen Entdecker Willem Cornelisz Schouten wurde in Hoorn geboren, weswegen der von ihm entdeckte südlichste Punkt Südamerikas nach diesem Ort benannt wurde.

Altes Segelschiff in Hoorn
"Altes Segelschiff in Hoorn "
Als wir den Ort dann am Mittag erkundeten waren wir überrascht wie gut er uns gefiel: eine schmucke alte Innenstadt mit Fußgängerzone und vielen Kneipen sowie ein historischer Hafen mit vielen alten Segeglschiffen machen diesen Ort zu einem lohnenden Ausflugsziel. Knapp 2 km entfernt vom Jachthafen gibt es auch einen winzigen Strand, zu dem wir am Nachmittag radelten, nachdem wir im Ort am Hafen Sandwiches und Salat zum Lunch gegessen hatten.
Alter Hafen in Hoorn
"Alter Hafen in Hoorn "
Wir schwammen im Markermeer und sonnten uns, das Wetter heute wieder sommerlich schön.

Am Abend spazierten wir nochmal in die Stadt zu einem Abendessen im Restaurant De Hoofdtoren. Wir saßen draußen vor dem hübschen Hafenturm und aßen Seezunge ( schmacke Kerlchen mit wenig Masse, immerhin gab es drei davon ) oder Bouillabaisse. “Nicht wirklich eine Bouillabaisse”, war Alex abschätzige Meinung.

Stichting Jachthaven Hoorn

Lage: 10 Geh-Minuten vom alten Hafen in Hoorn entfernt, fast direkt am Markermeer gelegen. Stellplätze auf Asphalt, leicht geneigt

Stellplätze: ca. 28, aber es ist viel Reserve-Platz vorhanden

Preis: 15 € mit Strom + WLAN, Duschen kostet 1 €

Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Außenküche, Lädchen

+:

  • Schöne Lage

  • guter Preis

  • alles da was man braucht

-:

  • den Eingang muß man erst mal finden, dann klingeln, damit der Hafenmeister auf macht

Kommentare:

  • im ADAC Stellplatzführer aufgeführt

Dienstag, 24. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 6 – Noch ein Tag in Amsterdam

Am Morgen radelten wir wieder zur Ilplein-Fähre, nachdem wir im Camping-Restaurant gefrühstückt hatten, und setzten abermals nach Amsterdam über.

Ferry arriving in Amsterdam
"Ferry arriving in Amsterdam "
Zielstrebig steuerten wir den Dam Square an, wo um 11:00 Uhr eine “free tour”, veranstaltet von 360amsterdamtours, stattfinden sollte. Wir erspähten auch gleich eine Mitarbeiterin der Firma, leicht zu erkennen an einem großen orange-farbenen Schirm, und meldeten uns für die Tour an.

Um 11:00 Uhr gind es dann los mit Barm, einem Musikstudenten, der uns allerhand über Amsterdam wie auch über die holländische Laissez-Faire-Kultur erzählte. Das Wetter war herrlich, Sonne pur und sommerlich warm.

Magna Plaza
"Magna Plaza "
Die Tour begann vor dem Royal Palace, der für Louis Bonaparte errichtet wurde, dem Bruder von Napoleon Bonaparte, als dieser zum König von Holland ernannt wurde. Da ihn das Marktgeschehen vor seinem Palast störte wurde der Markt und alles sonstige hier kurzerhand verlegt, weswegen der Platz heute einen eher verwaisten Eindruck macht.

Wir spazierten zur ersten Gracht zwei Strassen weiter. Bis hierhin reichte Amsterdam ursprünglich, hier gab es eine Statdtmauer mit Tor, dahinter begann Sumpf-Landschaft.

Die schiefen Häuser von Amsterdam
"Die schiefen Häuser von Amsterdam "
Heute verfügt Amsterdam über mehrere Grachtengürtel, auf dem Stadtplan kann man bis zu sechs Kanäle parallel gelegen erkennen. Insgesamt gibt es 100 Grachten, in der Summe 100 km lang, mit 1000 Brücken.

Die Häuser an den Grachten sind typische Handelshäuser, schmal, leicht nach vorne geneigt und mit einem Haken am Dachgiebel: über Seile wurden die erstandenen Waren auf einen Speicher unter dem Dach befördert. Im Keller läßt sich nix lagern, alles würde zu feucht werden. Amsterdam ist ( wie Venedig ) auf Holzstämmen erbaut, die im Wasser stehen.

Hier in Amsterdam mündet die Amstel, nach der auch ein bekanntes holländisches Bier benannt ist, in die Ij.

Begjinenhof
"Begjinenhof "
Über die Amstel wurde ein Damm gebaut, auf dem die ersten Häuser standen, so erhielt die Stadt ihren Namen: Amsterdam. Das Wasser der Amstel fließt unterirdisch in die vielen Kanäle ringsum.

Zwei Stunden dauerte die Tour und wir lernten auch viel über die Toleranz der Holländer. In Coffeshops kann man auch Kaffee bekommen, doch dafür geht man besser in ein Cafe oder eine Bar. Coffeeshops dienen eher dem Konsum von Haschich oder Mariuhana. Alkohol trinken auf der Strasse ist verboten, außer am Geburtstag des Königs ( der bekannt dafür ist gerne selbst Bier zu konsumieren ).

Amsterdam Water Ways
"Amsterdam Water Ways "
Wenn aber jemand Äpfel für € 5 verkauft und dazu einen gratis Drink, dann ist das die “Brücke”, die ein Polizist braucht, um ein Auge zuzudrücken. Holländische Toleranz eben !

Amsterdam ist die Stadt der Fahrräder. Ich habe noch nie in einer Stadt so viele Fahrräder gesehen. Es gibt 838.000 Einwohner und mindestens ebensoviele Fahrräder. Sie stellen auch gleichzeitig die größte Gefahr dar in Amsterdam, denn wie bei uns auch gibt es zwar Regeln im Strassenverkehr, Fahrrad-Fahrer halten sich aber selten daran.

Am Nieuwmarkt
"Am Nieuwmarkt "
Fahrräder klauen scheint ein Volkssport zu sein in Amsterdam, weswegen die meisten mit den billigsten Klapper-Gestellen unterwegs sind. Kommt einem das Fahrrad abhanden klaut man sich am besten selbst eins, oder kauft ein gebrauchtes für € 50, wenn man Glück hat für € 10, was wahrscheinlich dann ebenfalls geklaut war. Man sollte nicht zu sehr an einem besonderen Fahrrad hängen, meinte Bram, dem in vier Jahren neun Räder abhanden gekommen sind. Sein Vater, wie er erzählte, klaut ebenfalls gerne Fahrräder, vorwiegend kaputte, repariert sie dann und stellt sie wieder ab wo er sie “gefunden” hat, wenn er sie nicht anders los wurde, ein “Robin Hood” der Fahrräder sozusagen.
Auf den Kanälen von NEMO Science Museum Amsterdam
"Auf den Kanälen von Amsterdam "
Man sagt, daß auch auf dem schlammigen Grund der Kanäle eine Schicht Fahrräder liege, neben ein paar Autos, von denen auch eins pro Woche ins Wasser fällt, obwohl die Stadt für viel Geld an den meisten Ufern niedrige Metallzäune errichtete.

( Nicht alles was ich hier berichte haben wir auf Bram’s Tour erfahren, einiges auch auf der später folgenden Kanal-Rundfahrt. )

Man sieht überraschend wenig Autos. Auf meine Frage, warum das so sei, erfuhr ich die zwei Hauptgründe: erstens ist Parken in Amsterdam sehr teuer, € 7 pro Stunde, und zweitens sind Autofahrer immer im Unrecht, wenn es zu einem Unfall mit einem Fahrrad kommt – selbst wenn das Fahrrad in ein stehendes Auto fährt.

NEMO Science Museum Amsterdam
"NEMO Science Museum Amsterdam "
Wir sahen u.a. noch das schmalste Haus Amsterdam, das älteste Holzhaus, eine Wohn-Oase für Nonnen, der Begjinenhof, mit einer katholischen Kirche versteckt in einem Privathaus – dieses Versteckspiel war üblich in der Zeit des protestantischen Regimes hier – das ehemalige Männergefängnis, und einiges mehr.

Um 13:00 Uhr endete die Tour. Sie war natürlich nicht wirklich “free”, jeder war angehalten ein Trinkgeld zu geben, je nachdem, wie die Tour gefallen hatte.

Chines Restaurant and NEMO Science Museum Amsterdam
"Chines Restaurant and NEMO Science Museum Amsterdam "
Wir aßen ein Sandwich im ruhigen, schattigen Innenhof des Amsterdam-Museums, schlenderten dann an einem Kanal entlang zum Blumenmarkt, wo überwiegend Kitsch feilgeboten wurde, zur Oper und zum Nieuw Markt mit dem Waaghujs, durch das Chinesen-Viertel zurück zum Bahnhof, von wo aus wir um 17:00 Uhr zu einer einstündigen Kanal-Rundfahrt starteten. Amsterdam ist die Stadt der Kanäle, man schaut sie sich am besten von dort aus an.

So voller Eindrücke spazierten wir anschließend noch zu dem gigantischen Sea Palace, einem schwimmenden China-Restaurant nicht weit vom Bahnhof entfernt, um dort unser Abendessen einzunehmen, bevor es mit Fähre und Fahrrad ( letztere glücklicherweise nicht geklaut ) zurück ging zum Campingplatz Vliegenbos.

Freitag, 20. Juli 2018

Wieder unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 6 – Amsterdam

Nachdem wir nun drei Tage am selben Ort geblieben waren ging es heute weiter nach Amsterdam, etwa 100 km entfernt, gut eine Stunde Fahrt.

Unser Standplatz in Amsterdam
"Unser Standplatz in Amsterdam "
Wie für Rotterdam bot unser ADAC-Stellplatzführer auch für Amsterdam keine vernünftigen Plätze an, wir fanden aber einen im Internet: Camping Vliegenbos. Der Platz war leicht zu finden und wir bekamen auch noch einen Stellplatz, wenngleich es recht voll war; wir waren aber glücklicherweise früh da.
Behutsam manövrierte ich unser WoMo in eine Lücke. Die Plätze sind hier numeriert und wir befanden uns nicht auf dem zugewiesenen Platz, der allerdings für unser WoMo viel zu klein war.
An den Grachten von Amsterdam
"An den Grachten von Amsterdam "
Also ging ich nochmal zur Rezeption und veranlasste einen Platz-Tausch, was kein Problem darstellte.
Der Platz befindet sich in einem grünen, ruhigen Park. Die Fähre nach Amsterdam ist 2 km entfernt, also ein idealer Standort für einen Besuch von Amsterdam mit dem WoMo.
Es war kurz nach 13:00 Uhr, als wir uns zu Fuß aufmachten zur Fähre. Diese ist kostenlos und verkehrt ständig bis Mitternacht. Nach Mitternacht ist noch eine zweite Fähre verfügbar, die wenige hundert Meter entfernt anlegt.
Hooks
"Hooks "
Als wir die Fähre auf der anderen Seite des Flusses Het Ij verließen standen wir direkt vor dem Hauptbahnhof. Eine Passage führte direkt hindurch und schon waren wir drin im Getümmel einer lebhaften Stadt. Fußgänger, Fahrradfahrer, Strassenbahnen, Busse, Autos, alles umströmte uns massenhaft. Wir landeten sogleich in dem Viertel, in dem vor manchem Fenster plötzlich die Vorhänge zur Seite glitten und eine leicht bekleidete Dame vor einem stand.
Brücken von Amsterdam
"Brücken von Amsterdam "
Weiter ging es zum Dam Square, von dort durch weitere Gassen, bis wir ein gemütliches Lokal fanden, in dem es Pfannkuchen aller Art gab, etwas, das man hier in Holland oft auf der Speisekarte findet. Nach dem späten Mittagessen schlenderten wir weiter in den Grachtengürtel, der berühmt ist für diese Stadt. Malerische Winkel überall, Kanäle und Bäume, hübsche und oftmals schmale Häuser, Cafes, Bars und viele kleine Läden gestalten eine zauberhafte Atmosphäre in dieser Stadt, die sofort auf unsere Top-10-Liste aufrückte, zusammen mit San Fransisco, New Orleans und Venedig; die Liste ist noch nicht vollständig ;-)
Cannabis Shop
"Cannabis Shop "
Condom-Läden, Gay and Lesbian Info Points, Cannabis-Shops: Amsterdam bietet einiges, was man in anderen Städten nicht ( so leicht ) findet. Cannabis kann man hier haben als Schokolade, Eis, Lutscher, Tee, Tropfen, und sicherlich in vielerlei anderen Darreichungsformen.
Müde traten wir am frühen Abend den Rückzug an und kehrten zu unserem Campingplatz zurück. Der morgige Tag gehört nochmal vollständig dieser faszinierenden Stadt.
Camping Vliegenbos Amsterdam
Addresse:
Camping Vliegenbos Amsterdam
Meeuwenlaan 138
1022 AM Amsterdam
Lage: 2 km entfernt vom Anleger der Ijplein Fähre, die einen direkt zum Hauptbahnhof bringt. Vorne ca. 20 Plätze auf Kies unter großen Bäumen, recht eng, kein Satelliten-Empfang und schlechtes WLAN. Weiter hinten noch mehr Plätze.
Stellplätze: ca. 40
Preis: 29 € mit Strom + WLAN
Ausstattung: WC, Duschen, WLAN, Strom, Außenküche, Lokal und Lädchen
+:
  • Super Lage für Amsterdam, ruhig und doch nahe
-:
  • etwas gehobener Preis, aber gerechtfertigt
  • auf den Plätzen vorne ist es eng, kein Satelliten- und WLAN Empfang
Kommentare:
  • nicht im ADAC Stellplatzführer aufgeführt