Donnerstag, 18. Dezember 2008

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 17. Etappe vom Grödnerjoch zur Boehütte

Start: Grödnerjoch
Ziel: Boehütte
Entfernung: 7 km
Aufstieg: 1270 m
Abstieg: 530 m
Gehzeit: 7h

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Morning at Grödner Joch
"Morning at Grödner Joch"

Um 08:15 Uhr brachen wir vom Berghaus Frara auf und stiegen durch das Val Setus auf zur Pisciaduhütte. Das letzte Drittel des Aufstiegs war seilversichert und erforderte etwas Kletterei.”

Wir waren in Ladinien, wie ich aus Ludwig Grasslers Buch gelernt habe, wo eine eigene, dem Lateinischen ähnliche Sprache noch von etwa 20.000 Menschen gesprochen wird. Das Val Setus bezeichnet Ludwig Grassler als “eine Breche in die Gralsburg Ladiniens” – den Sella Stock, der für das ungeübte Auge tatsächlich wie eine unüberwindbare Festung anmutet.

Blick zurück auf die Cirspitzen
"Blick zurück auf die Cirspitzen"

Gudrun und Hans Dieter waren nicht mit dabei. Ludwig hatte sich am Abend zuvor mit ihnen zusammengesetzt um ein Alternativ-Programm für die beiden auszuarbeiten, so daß sie die schweren Touren auslassen aber die Reise an sich doch mitmachen konnten. Ludwig, den wir oft nur von seiner harschen Seite kennenlernten, wenn er uns klare Regeln setzte oder Kritik übte, zeigte sich hier von seiner herzlichen Seite. Wir würden die beiden oben auf der Boehütte wiedertreffen. Auf der anderen Seite des Sella-Massivs gab es eine Seilbahn, die die beiden benutzen würden.

Oben auf der Pisciaduhütte “gab’s neben einem Cappuchino eine wunderbare Ausicht, bevor wir weiter wanderten und kletterten zur Boehütte (2.873 m).

Wir betraten eine Mondlandschaft. Mittendrin lag die Hütte, dahinter erhob sich der Gipfel des Piz Boe.

View at the end of the climb to the Pisciaduhütte
"View at the end of the climb to the Pisciaduhütte". Stolz blickt man zurück in die weite Bergwelt, aus der man gekommen ist, sieht Berge und Übergänge, die man tags zuvor überquert hat.

Nach dem Mittagessen starteten wir um 14:00 Uhr zu einem zweistündigen Gipfelsturm auf den Piz Boe (3.152 m), meinem ersten Dreitausender, soweit ich mich erinnern kann”, und dem höchsten Punkt auf der gesamten Venedig-Tour.

Unsere Unterkunft:
Auf der Boehütte (2.873 m) bekamen meine Frau und ich zusammen mit Gisela und Tina ein 4-Bett-Zinmmer. Es gab gewöhnungsbedürftige Steh-Klos und wenig kaltes Wasser zum Waschen. Dafür eine gemütlche Gaststube und ein netter Hüttenwirt, der auch Ludwig hieß und seinen gesterigen Namenstag mit uns und einem leckeren Schnaps begoss.

Nach einem Glühwein” in der Gipfelhütte, in der man auch übernachten kann, “stiegen wir über den Grad ab und mußten wieder etwas klettern, unter Ludwig’s kritischen Blicken. Eine Kritik war uns sicher, als wir wieder an der Hütte eintrafen.

Die Sicht vom Gipfel war bescheiden gewesen wegen Wolken, trotz Hochdruck-Wetterlage bis Samstag, aber einen kurzen Blick auf die Marmolata konnten wir erhaschen.” Wir würden sie in den nächsten Tagen noch oft genug bewundern können – von allen Seiten.

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