Mittwoch, 6. Oktober 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 7. Etappe am 17.9.2010, von Börfink nach Morbach


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Börfink, Forllengut
Über: Erbeskopf
Ziel: Morbach
Strecke: 24 km
Gehzeit: ca. 6.5 Stunden

Da wir gestern nur eine kurze Etappe zurückgelegt hatten und heute das Wetter besser wurde, beschlossen wir bis nach Morbach zu wandern: 24 km.  Da es Freitag war begannen wir dortige Unterkünfte anzurufen, um ein Zimmer für uns sicherzustellen. Wir versuchten es zuerst mit dem Landhaus am Kirschbaum, das am nächsten zum Steig liegt (600 m), wo wir das letzte Zimmer – ein komplettes Appartement – für einen fairen Preis bekamen.

Nach einem Frühstück im Forellenhof brachen wir kurz vor 09:00 Uhr auf und wanderten guter Dinge los und in einen wunderschönen sonnigen Morgen hinein.

Into the morning
"Into the morning"

Die Wanderung führte uns zuerst zu Siegfried’s Quelle, der Quelle unterhalb des Erbeskopfes, wo der Sage nach Siegfried von Hagen von Tronje erstochen wurde ( es gibt aber auch Siegfried’s Quellen in den Vogesen und im Odenwald ). Dann ging es weiter auf den Erbeskopf (818 m) und natürlich auf den dortigen Aussichtsturm. Wir stiegen entlang einer Ski-Piste ab und erreichten das Hunsrück-Haus, wo wir uns bei Gulasch-Suppe und Apfelstrudel aufwärmten; das Wetter war ganz gut, die Luft aber sehr kalt.

Blick vom Erbeskopf
"Blick vom Erbeskopf"

Nun ging es eine ganze Weile bergab. Wir passierten recht schnell den Zugangsweg nach Thalfang und wanderten weiter, vorbei an einem Viadukt und eine alte Bahntrasse überquerend, vorbei an kleinen Orten wir St. Kuno, Morscheid und Hoxel. Der Weg nach Morbach zog sich dann noch etwas in die Länge – wie schon gesagt sind 24 km eine ganz ordentliche Strecke auf dem Saar-Hunsrück-Steig – und als wir den Abzweig nach Morbach erreichten fanden wir dort eine schön angelegte Kneipp-Anlage und setzten unsere geplagten Füße dem eiskalten Wasser aus.

Zu unserem Hotel war es jetzt nicht mehr weit, und um 17:00 Uhr bezogen wir unser geräumiges Appartement. Drei Sauna-Gänge am Abend, gefolgt von gutem Essen und Trinken, brachten uns schnell wieder auf Vordermann.

Montag, 4. Oktober 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 6. Etappe am 16.9.2010, von Nonnweiler nach Börfink


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Nonnweiler
Über: Keltenwall beei Otzenhausen
Ziel: Börfink, Forellengut
Strecke: 13 km
Gehzeit: ca. 4 Stunden

Am Morgen war es kühl und bewölt. Wir suchten zunächst das Tourismus-Büro in Nonnweiler auf, um uns über Entfernungen und Übernachtsungsmöglichkeiten für die nächsten Etappen zu erkundigen. Das nette Mädel dort hatte nicht viel Ahnung vom Saar-Hunsrück-Steig, war aber sehr hilfsbereit und flink mit dem Computer und konnte uns so die gewünschten Informationen beschaffen.

Wir kehrten zum Steig zurück und stiegen an der Staumauer zunächst mal hinauf zum See, dann weiter zum Keltenwall von Otzenhausen.

Primstalsperre bei Nonnweiler
"Primstalsperre bei Nonnweiler"

Es gab immer wieder Regenschauer.  Vom Keltenwall hat man eine gute Aussicht hinunter zur Primstalsperre Nonnweiler. Wir begegneten dort einigen keltischen Göttern, bzw. Abbildern derselben.

Mittels einer steinernen Treppe überquerten wir den Wall und weiter ging es durch den Ebertswald und die Landkreise St. Wendel und Birkenfeld, teilweise über einen Bergkamm. Nebel, Wolken und Regen erzeugten eine mystische Stimmung im Wald und am Keltenwall. Hinter dem Tirolerstein rasteten wir in einer Schutzhütte. Dort konnten wir einen stärkeren Regenschauer abwarten, bevor dann der Himmel etwas aufklarte.

Keltischer Ringwall
"Keltischer Ringwall"

Wegen dem schlechten Wetter hatten wir uns nur eine kurze Etappe vorgenommen und steuerten zuerst das Forellengut bei Börfink an, das nur etwa 300 m vom Steig entfernt liegt, und fragten dort nach einem Zimmer. Prompt bekamen wir eins für günstige € 59 incl. Frühstück. Das Zimmer war groß und hatte Balkon, ideal also um ein paar Sachen zu trocknen. Im Restaurant des Forellenhofs ließen wir uns mittags frische Waffeln und abends natürlich Forellenfilets und Moselweine schmecken. Da wir schon vor 15:00 Uhr dort angelangt waren hatten wir praktsich einen halben Ruhetag und nutzen diesen zum Lesen oder Musik hören.

Samstag, 2. Oktober 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 5. Etappe am 15.9.2010, von Grimburg nach Nonnweiler


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Grimburg
Über: Abzweigung nach Trier
Ziel: Nonnweiler
Strecke: 19 (+5) km
Gehzeit: ca. 7 Stunden

An diesem Morgen hieß es Regenhose und –jacke anziehen und Regenschirm auspacken, denn es regnete. Bevor wir aufbrachen bekamen wir vom Wirt der Burgschänke ein ordentliches Frühstück und durften uns auch noch ein Sandwich zum Lunch mitnehmen.

Dann verabschiedeten wir uns von Grimburg und den Pferden auf der Weide, denen der Regen nicht viel auszumachen schien.

Wir wanderten 2 km zurück zum Saar-Hunsrück-Steig, überquerten einen Bach und wanderten weiter gen Norden auf den Abzweigpunkt nach Trier zu … den wir dann tatsächlich verpassten.

Regnerischer Morgen in Grimburg
"Regnerischer Morgen in Grimburg"

Erst als wir die B 407 erreichten und fast schon in Kell am See waren und den Wegweiser nach Trier erblickten wußten wir daß wir falsch gelaufen waren und kehrten zähneknirschend um. Unterwegs kamen uns die Wanderer aus dem Frankenland entgegen, die wir gestern schon getroffen hatten. Als wir denen erzählten daß wir den Wegweiser nach Idar-Oberstein verpasst hatten schüttelten sie nur mit dem Kopf und fragten sich, wie man den wohl übersehen kann – und machten sich sicher so ihre Gedanken über uns, während sich unsere Wege nun entgültig trennten.

Hiking in the rain
"Hiking in the rain"

Während wir noch in Richtung Trier gewandert waren, hatte es noch geregnet, jetzt war plötzlich die Sonne da und ließ den Wald dampfen. Nach einem Umweg von gut einer Stunde und 5 Kilometern erreichten wir den Abzweigpunkt, von dem wir mittlerweile vermutet hatten, daß wir dort falsch abgebogen waren. Wir erblickten einen Holzsteg, überquerten diesen und standen nun vor dem Wegweiser, der links nach Trier und rechts nach Idar-Oberstein zeigte. Dort trafen wir auf vier junge Wanderer, die uns erzählten, daß sie genau an dieser Stelle sich auch schon verlaufen und deswegen auch schon das Tourismus-Büro für den Saar-Hunsrück-Steig angeschrieben hätten.

Abzweigung nach Trier
"Abzweigung nach Trier"

Diese Information tat gut, denn wir hatten schon ein bischen an unserem Verstand gezweifelt. Tage später, als wir dann die Strecke nach Trier in Angriff nehmen sollten, trafen wir genau an der Stelle, an der wir falsch abgebogen waren, wieder zwei Wanderer, die ratlos auf ihre Karte blickten.

Wir fanden heraus, daß der Saar-Hunsrück-Steig irgendwo nördlich von Grimburg irgendwann vom linken auf das rechte Bach-Ufer wechselt. Wer diesen Weg geht, kommt am ausgeschilderten Abzweigpunkt nach Trier vorbei. Offensichtlich ist dieser Abzweig ( ich habe ihn unten auf der Karte mit einer 1 markiert ) aber nicht so deutlich ausgeschildert, weswegen ihn viele verpassen. 

Axel auf der Relax-Bank
"Axel auf der Relax-Bank"

Wer dann wie wir auf dem links vom Bach verlaufenden Weg weiter wandert ( und wir hätten schwören können auch dort Wegmarkierungen des Saar-Hunsrück-Steigs gesehen zu haben ) trifft auch wieder auf den Saar-Hunsrück-Steig, verpasst aber den offiziellen Abzweigpunkt und marschiert weiter Richtung Trier.

Um dies zu vermeiden wäre an der kritischen Stelle, die ich unten auf der Karte mit einer 2 markiert habe, ein zusätzlicher Wegweiser äußerst hilfreich ! Bis dieser vielleicht irgendwann mal aufgestellt wird, hier noch eine einfache Merkregel:

Der Abzweig nach Reinsfeld befindet sich auf dem Teil des Saar-Hunsrück-Steigs, der nach Trier führt.

Wer also an diesem Abzweig vorbei kommt, weiß definitiv, daß er sich auf dem Weg nach Trier befindet.

Auszug von der Saar-Hunsrück-Steig Wanderkarte des Projektbüro Saar-Hunsrück Steig, zeigt den Abzweigpunkt nach Trier nördlich von Grimburg. Diese Karte für ca. € 9 hat sich als sehr übersichtlich, leicht und strapazierfähig erwiesen und bietet zudem auch Tipps für Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Den Wanderführer “Abenteuer Saar-Hunsrück-Steig” von pepper-wandern haben wir zu Hause gelassen: viel zu schwer für den Rucksack !

Allgemein läßt sich sagen, daß der Saar-Hunsrück-Steig sehr gut ausgeschildert ist, bis auf eben an dieser kritischen Stelle.

Alex auf der Relax-Bank
"Alex auf der Relax-Bank"

Dennoch kann man manchmal leicht den Weg verlieren, der immer wieder unvermittelt von bequemen Wegen abzweigt, wenn man diesen in Gedanken oder ins Gespräch vertieft folgt und führ einige Minuten nicht auf Wegzeichen achtet.

Nach diesen Zusatz-Kilometern wanderten wir nun weiter in Richtung Idar-Oberstein. Auf einer Relax-Bank machten wir erst mal Rast und verzehrten unsere mitgenommen Sandwiches. Dann unterquerten wir die A1, umgingen Hermeskeil und wanderten weiter nach Nonnweiler, wo wir uns telefonisch bei der Hotel Parkschenke Simon angemeldet hatten.

Staumauer bei Nonnweiler
"Staumauer bei Nonnweiler"

Vom Damm der Talsperre waren es noch etwa 1,5 km bis in den Ort.

Dieses Hotel hat zwei Nachteile: einmal im Ort angekommen muß man nun wieder ziemlich weit bergauf, um es zu erreichen. Und: es liegt direkt an der Autobahn. Dafür bekommt man aber für wenig Geld ein modernes blitzblankes Doppelzimmer und hat auch gleich ein nettes Restaurant dabei. Dank der guten Fenster und Oropax, die wir ständig im Rucksack dabei haben, schliefen wir wie immer prächtig nach einem weiteren erholsamen, anstrengenden und erlebnisreichen Tag auf dem Saar-Hunsrück-Steig.

Freitag, 1. Oktober 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 4. Etappe am 14.9.2010, von Weiskirchen nach Grimburg


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Wieskirchen
Über: Hochwald Alm
Ziel: Grimburg
Strecke: 21 km
Gehzeit: ca. 6.5 Stunden

Unser heutiges Etappenziel hieß Grimburg. Am Morgen rief ich dort an, da die Übernachtungsmöglichkeiten dort begrenzt sind: 7 Betten, wie ich später erfuhr: 5 im Grimburger Hof und 2 weitere im Ort. Ich rief zuerst beim Grimburger Hof an, wo sich niemand meldete. Später erfuhren wir dann, daß der Grimburger Hof heute und an einem zweiten Tag in der Woche Ruhetag hat. Das bedeutet dann auch, daß man mitten im Wald sitzt und abends nix zu essen bekommt. Der Ort Grimburg ist 3 km entfernt und bietet nur eine Dorfkneipe.

Willkommen in Weiskirchen
"Willkommen in Weiskirchen"

Dort kamen wir unter: in der Burgschänke in Grimburg, wo ich ein Zimmer bekam für € 60 inklusive Frühstück und Lunch-Paket !

Als wir Weiskirchen am Morgen verließen war es bewölkt und kühl. Es blieb aber trocken und die Sonne ließ sich hin und wieder mal kurz blicken. Oberhalb des Sees im Kurpark wählten wir den nördlichen Zugang zum Saar-Hunsrück-Steig, der nun in zahlreichen Schleifen um Weiskirchen herum mäanderte. Durch Wälder, über Stege, an Teichen vorbei, führte uns unser Weg zum Schwarwälder Hochwald; viele Pilze, ein Mammut-Baum und ein paar Lupinien fielen uns am Wegesrand auf.

Die Hochwald Alm - einzige Alm auf dem Saar-Hunsrück-Steig
"Die Hochwald Alm - einzige Alm auf dem Saar-Hunsrück-Steig"

Um 14:30 Uhr erreichten wir die Hochwald Alm, einzige Alm auf dem ganzen Saar-Hunsrück-Steig und einzige der wenigen direkt am Steig gelegenen Einkehrmöglichkeiten.

Einkehren war also ein Muß und wir ließen uns Vesper, Kuchen, Tee und Weizenbier schmecken und genossen dabei ein paar Sonnenstrahlen. Ein Wander-Ehepaar aus dem Frankenland gesellte sich zu uns. Sie blieben noch länger auf der Alm, als wir dann wieder aufbrachen, denn sie wohnten im Grimburger Hof, wo es abends nix zu essen geben würde, und wollten so noch ein frühes Abendbrot auf der Alm einnehmen – guter Plan !

Vesper auf der Hochwald Alm
"Vesper auf der Hochwald Alm"

Der Weg verlief nun über Weideland, stieg zu einem Waldrand empor, von wo aus wir nochmal auf die Alm zurückblicken konnten. Dann ging es weiter durch Wald zur Grimburg. Der Weg umrundete diese und führte dann weiter durch ein Tal am Grimburger Hof vorbei Richtung Norden. Ein 2 km langer, leicht ansteigender Abzweig brachte uns dann direkt in das kleine Dorf Grimburg und wir fanden die Burgschänke rasch: hinter der Kirche links. Die beiden verfügbaren Zimmer lagen in einem neben der Kneipe liegenden Reihenhaus, das der Wirt irgendwann mal dazu gekauft hat. Zwei weitere Zimmer waren noch nicht ausgebaut. Unser Zimmer befand sich in der ersten Etage und es gab ein separates gemeinsames Bad, wir hatten das Haus allerdings für uns.

Die Grimburg
"Die Grimburg"

Zimmer und Bad waren ganz nett gestaltet und einigermassen sauber, was man von der Kneipe nicht wirklich sagen kann. Dort saßen viele Kunden beim Bier an der Bar und ansonsten waren wir am Abend die einzigen “fremden” Gäste. Die örtliche Tanzgruppe, die ansonsten dienstags hier trainiert, war heute leider nicht da. Der Wirt brutzelte uns einen Spanferkelbraten mit Kartoffelsalat und setzte sich dann zu uns, vielleicht um mal ein paar andere Stories zu hören als die seiner Stammkundschaft. Wie meist bei dieser Wanderung gingen wir früh ins Bett, insbesondere auch heute, als der Video-Beamer zum Fussballgucken angeworfen wurde und all die Raucher näher an uns heranrückten.

Donnerstag, 30. September 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 3. Etappe am 13.9.2010, von Losheim nach Weiskirchen

Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Losheim, Stausee
Über: Scheiden, Waldhölzbach
Ziel: Weiskirchen
Strecke: 16 km
Gehzeit: ca. 4 Stunden

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Unser heutiges Etappenziel war Weiskirchen und damit unsere heutige Etappe mit 16 km deutlich kürzer als die gestrige. Die Etappenlängen kann man übrigens prima mit diesem Entfernungsrechner ausrechnen auf der Web-Seite des Saar-Hunsrück-Steigs.

Die gestrige Etappe von rund 25 km war doch recht ordentlich gewesen, da der Steig oft die bequemen Forstwege verläßt um als Pfad über Höhen und Felsen auf- und abzusteigen, wodurch man zusätzlich zur Entfernung einige Höhenmeter bewältigen muß.

Stausee Losheim
"Stausee Losheim"

Der Saar-Hunsrück-Steig macht also seinem Namen alle Ehre und ist etwas mehr als ein simpler Wanderweg.

Es soll Wanderer geben, die den gesamten Steig in 5 Tagen erledigen und dabei Etappen von mehr als 40 km zurückliegen. Das ist sportlich gesehen sicher sehr beeindruckend, gibt einem aber wahrscheinlich nicht mehr die Zeit die Natur hier und da wirklich zu geniessen und an dem einen oder anderen interessanten Platz länger zu verweilen.

Adlersköpfchen bei Scheiden
"Adlersköpfchen bei Scheiden"

Schon bei unserer gestrigen Etappe hatten wir wenig gerastet und wollten es daher heute ruhiger angehen. Weiskirchen bietet zudem mehrere Übernachtungsmöglichkeiten inklusive einer Jugendherberge und ist auch daher ein geeignetes Etappenziel.

In der warmen Morgensonne wanderten wir gegen 09:30 Uhr los und waren gleich wieder auf unserem Steig, der direkt am Seehotel vorbei führt.  Noch 118 km bis Idar-Oberstein, verkündete ein Wegweiser. Es ging über feuchte Weiden und durch Wälder und wir trödelten richtig herum und genossen die freundliche Morgenstimmung.

Abstieg am Teufelsfelsen
"Abstieg am Teufelsfelsen"

Bei Scheiden lockte schon die erste Relax-Bank in der Sonne mit herrlichem Ausblick zurück auf die Landschaft um Losheim. 500 m von Scheiden entfernt erklommen wir die alte Römerburg auf dem Adlersköpfchen, deren Ursprünge möglicherweise bis in die Keltenzeit zurückreichen. Verwitterte Felsen ließen einen diese Burg nur erahnen, die vielleicht dazu diente, die unten im Tal verlaufende Römerstrasse zu sichern.

Dieser folgend gelangten wir alsbald zu einem Anglerteich und legten gleich wieder eine Rast ein und merkten schon, daß wir heute nicht so schnell vorankommen würden.

Grenzweg zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz
"Grenzweg zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz"

Nach Vesper aus dem Rucksack ging es aber dann weiter in Richtung Waldhölzbach, wo wir einen weiteren Felsen erkletterten und durchquerten: den Teufelsfelsen – den man sicher auch locker hätte umwandern können, was aber natürlich nicht im Sinne des Saar-Hunsrück-Steigs ist. Dieser ist eben so angelegt, daß er durch die landschaft schönsten Gebiete führt. Dabei schindet er ordentlich Kilometer, und wenn man wollte könnte man an vielen Stellen ordentlich abkürzen. Schon die Schleife am Losheimer Stausee hätte man rechts liegen lassen können um gleich eine Abkürzung direkt nach Scheiden zu machen, aber wie gesagt: dann kann man es auch gleich lassen, denn die Highlights des Saar-Hunsrück-Steiges würde man verpassen.

Axel auf dem Felsenweg
"Axel auf dem Felsenweg"

Der Weg nach Weiskirchen war nun ein “Grenzweg”, wie viele alte Genzsteine bezeugten, nämlich die Grenze zwischen Saarland und Rheinland-Pfalz. Vorbei an weiteren Felsen – Hoher Fels, Iltisfelsen und Bärenfels – gelangten wir um 16:00 Uhr nach Weiskirchen. Hier mußten wir noch gut 2 km zulegen bis zur Ortsmitte mit Kurgarten, Teich und Parkhotel, wo wir zu Tee und Kuchen einkehrten und sehr unfreundlich bedient wurden. Offensichtlich passte unser Wander-Outfit nicht in die Sanatoriums-Atmosphäre dieses Hotels. Machte nix: die Birnentorte und auch der Tee schmeckten uns sehr gut. Wie wir von anderen Wanderern später erfuhren ist die Bausubstanz des Hotels übrigens nicht die beste und die Zimmer daher sehr hellhörig.

Weiskirchen
"Weiskirchen"

Gestärkt wanderten wir zurück am See entlang durch den Staudengarten zum Rathaus, Pfarrhaus und in die Trierer Strasse, wo wir im Hotel Schinderhannes ein gutes Zimmer mit Balkon für € 70 bekamen. Zum Abendessen stiefelten wir noch zu den Afrika Stuben und aßen afrikanisch. Auf dem Weg zurück zum Hotel spürten wir, daß sich die Luft ordentlich abgekühlt hatte. Für den nächsten Tag mußten wir wohl mit schlechterem Wetter rechnen.

Dienstag, 28. September 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 2. Etappe am 12.9.2010, von Mettlach nach Losheim


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Mettlach
Über: Britten, Bergen
Ziel: Losheim
Strecke: 24 km
Gehzeit: ca. 7 Stunden

Für heute war die erste vollständige Saar-Hunsrück-Steig-Etappe angesagt: von Mettlach bis Losheim, 24 km, mit vollem Gepäck. Wir hatten uns für die zünftige Art der Fernwanderung entschieden, d.h. mit vollem Gepäck. Unsere 10 Kilo schweren Rucksäcke beinhalteten alles, was wir in den nächsten 2 Wochen benötigen würden: Regenkleidung und Regenschirm, ansonsten Mikrofaser-Unterwäsche, T-Shirts und Hemden, einen Fliespulli, ein paar Sandalen, einen minimalistischen Toiletten-Beutel, Handy, und in meinem Fall noch Fotoapparat und Akkus. Und natürlich Proviant und Wasser.

Der Saar-Hunsrück-Steig verläuft T-förmig, hat also drei mögliche Anfangs- bzw. Endpunkte: die Saarschleife, Idar-Oberstein und Trier.

Der Erdgeist in Mettlach
"Der Erdgeist in Mettlach"

Unser Plan war es zuerst die Strecke Saarschleife – Idar-Oberstein zu wandern, dann in die Nähe des Abzweigpunktes nach Trier zu fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dann noch die Strecke nach Trier zu laufen – also das volle Programm am Stück mit voller Ausrüstung und ohne Gepäck-Transport.

Um 09:00 Uhr verließen wir das Haus Schons, überquerten abermals die Saar, über der noch der Nebel hing, der aber innerhalb der nächsten Stunde von der Sonne aufgelöst wurde, durchquerten noch einmal die Mettlacher Fussgängerzone, besuchten nochmals den Park neben der Villeroy & Boch Zentrale, wanderten dann an der Abtei-Brauerei vorbei und nahmen unseren ersten Anstieg in Angriff zum Schloss Zegelberg, von dem aus wir noch einmal nach Mettlach zurückblicken konnten.

Saar-Hunsrück-Steig Wegweiser in Mettlach
"Saar-Hunsrück-Steig Wegweiser in Mettlach"

Ein weiterer Anstieg brachte uns auf den ”Herrgottstein”. Der Sage nach lagerte 1351 Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier mit seinen Mannen hier, um sich auf den Angriff der Burg Montclair vorzubereiten und den dort hausenden Raubritter Jakob von Montclair zu züchtigen, und zelebrierte für das Gelingen dieses Unterfangens eine heilige Messe auf dieser Anhöhe. Trotzdem soll es einer achtmonatigen Belagerung der Burg bedurft haben, bevor das Unternehmen erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Bei nunmehr schönem Wetter durchwanderten wir die Höhen und Wälder des Saarlandes und kamen an den Orten Britten und Bergen vorbei.

Schloss Zegelberg
"Schloss Zegelberg"

Es sei an dieser Stelle angemerkt daß der Saar-Hunsrück-Steig meist Orte meidet, die dann nur über einen Zubringer ( d.h. Um-) Weg erreichbar sind. Desweiteren gibt es auch fast keine Einkehrmöglichkeiten am Steig, weswegen eigener Proviant im Rucksack absolut empfehlenswert ist. Dafür verläuft der Steig durch die schönsten Landschaften und einsame, ruhige Gebiete, und bietet ein beeindruckendes Natur-Erlebnis.

Als wir Bergen tangierten, riefen wir per Handy das Seehotel am Losheimer Stausee an, um uns zu vergewissern, daß wir dort ein Zimmer bekommen konnten, und setzten nach positivem Bescheid die Wanderung fort. Das Wetter verschlechterte sich und kurz vor Erreichen des Sees setzte Regen ein.

Verregnete Ankunft am Stausee von Losheim
"Verregnete Ankunft am Stausee von Losheim"

Der Steig schlängelte sich noch eine Weile am See entlang, erklomm noch einmal eine kleine Anhöhe und endlich erreichten wir das Hotel um etwa 17:15 Uhr und bezogen ein hübsches Zimmer für € 80 zum Wald hin.

Nach Drink bzw. Kaffee und Dusche nahmen wir zum Abendessen im gepflegten Hotel-Restaurant Platz und bekamen riesige Fleisch-Portionen serviert, die gut schmeckten, aber unmöglich zu bewältigen waren.

Montag, 27. September 2010

Saar-Hunsrück-Steig, 1. Etappe am 11.9.2010, Rundwanderung von Mettlach zur Saarschleife


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Tour Details
Art der Tour: Wandern, Tagestour
Start: Mettlach
Über: Cloef
Ziel: Mettlach
Strecke: 16 km
Gehzeit: ca. 4 Stunden

Früh klingelte der Wecker, denn die Wettervorhersage war gut für diesen Tag, den wir daher schon für eine erste Wanderung nutzen wollten. In Orscholz hatten wir keine Unterkunft mehr bekommen, weswegen wir am Vortag ein Doppelzimmer im “Hotel Haus Schons” in Mettlach gebucht hatten – und auch nur bekamen, weil jemand anderes storniert hatte. Samstag ist immer ein schwieriger Tag um spontan ein Zimmer zu bekommen, vor allem auch in Mettlach, wo sich viele Touristen herumtreiben um Villeroy & Boch Porzellan einzukaufen.

Um 8 Uhr ging unser Zug ab vom Hauptbahnhof in Mainz und brachte uns nach Saarbrücken, von dort fuhren wir weiter in Richtung Trier und stiegen in Mettlach um 11:15 Uhr aus. Tatsächlich strahlte die Sonne vom Himmel. Vom Bahnhof war es nur ein kurzer Fussweg zum Hotel, direkt an der Saar gelegen hinter der Brücke am gegenüberliegenden Ufer. Dort bekamen wir unser Zimmer und einen Wandervorschlag, den wir uns auch schon überlegt hatten: von Mettlach über die von der Saar umschlungene Landzunge und die Burg Montclair bis zur Saarschleife, dann Übersetzten mit der Personenfähre, Aufstieg zur Cloef und Rückweg nach Mettlach, insgesamt 16 km.

Burg Montclaire
"Burg Montclaire"

Wir kehrten nach Mettlach zurück, durchquerten die Fußgängerzone und hielten uns dahinter nach rechts. Vorbei an der Lutwinuskirche folgten wir dem Tafel-Weg, der mit einer Kochmütze markiert ist. Oberhalb vom Friedhof ging es entlang und dann leicht ansteigend, bis wir auf die erste Relax-Bank trafen. Diese einladenden Beglleiter des Saar-Hunsrück-Steigs und angrenzender Wanderwege sind wirklich sau-bequem, und wenn man erst mal drin sitzt will man eigentich gar nicht weiter wandern sondern einfach nur da sitzen und die Natur genießen. Es ist fast unmöglich an ihnen vorbei zu gehen ohne die Füße hochlegen zu wollen.

Warten auf die Personenfähre an der Saar-Schleife
"Warten auf die Personenfähre an der Saar-Schleife"

Wir blickten hinunter auf die Saar, gingen dann bald aber doch weiter und erreichten die Burg-Ruine, die man für 1 € Eintritt begehen konnte, über Treppen und Übergänge. Wir blickten hinüber zur Cloef und hinuter zum Biergarten, wo wir etwas später vergeblich auf eine Bedienung warteten und so unsere Wanderung fortsetzen, glücklicherweise mit Wasser und Proviant in unseren Rucksäcken. Der Weg ging nun bergab, schwenkte nach rechts und erreichte die Saar. Eine weitere Relax-Bank nahm uns gefangen und diente uns als gemütlicher Platz für die Mittagsrast.

Dann folgten wir der Saar nach links um die Schleife herum und erreichten die Personenfähre und leuteten die Glocke an der Anlegestelle. Der Fährmann kam herüber und hatte uns nach wenigen Minuten ans andere Ufer gebracht. Nun folgte ein weiterer Aufstieg zur Cloef, wo wir plötzlich von Touristen-Schwärmen umzingelt waren. Wir blickten beeindruckt auf die Saarschleife und ich versuchte diese in Gänze zu fotografieren, was ohne Weitwinkel-Objektiv fast nicht möglich ist.

Die Saar-Schleife
"Die Saar-Schleife"

Hier oben beginnt nun der Saar-Hunsrück-Steig – unspektakulär sieht man plötzlich zum ersten mal die Markierung an einem Baum. Der Weg führte oberhalb der Saar entlang zurück nach Mettlach, direkt zu unserem Hotel. Wir machten noch zwei mal Rast und genossen – nun mit mehr Ruhe – die Aussicht auf die Saarschleife und die Burg Montclair. Vor 18 Uhr langten wir wieder im Hotel an, und hatten neben einer schönen Rundwanderung auch gleich die ersten 6 km des Saar-Hunsrück-Steigs erledigt.

Gefilde und Bier in der Klosterbrauerei von Mettlach
"Gefilde und Bier in der Klosterbrauerei von Mettlach"

Nach einer Dusche spazierten wir nochmal über die Brücke, wandten uns nach links und besuchten den Park neben der Villeroy & Boch Villa mit einer alten Abtei und dem Erdgeist, dem Wahrzeichen der Weltausstellung 2000, mit Weltkarten von Villeroy & Boch für WWF gefertigt aus 137.000 Kermaik-Puzzleteilen. Weiter ging es noch ein Stück die Saar entlang zur Abtei-Brauerei von Mettlach, wo wir uns das dort gebraute Bier und einheimische Gerichte, wie z.B. “Gefillde” schmecken ließen: Klöße mit Leberwurst gefüllt. Echt lecker !

Nach diesem ersten erfolgreichen Tag schliefen wir recht gut, obwohl unser Hotelzimmer über ein Wasserbett verfügte und wir das warme Geschwabbel unter uns beide nicht so gut leiden können.