Mittwoch, 12. Oktober 2011

Auf dem Westerwald-Steig – 5. Etappe von Dreifelden nach Nistertal


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Unsere fünfte Westerwald-Steig-Wanderung führte uns nach Nistertal. Dank eines Druckfehlers in unserem Wanderführer “Abenteuer Westerwald-Steig” nahmen wir an, daß es von Nistertal nach Bad Marienberg weitere 16 km sein würden, was sich dann aber bei näherem Hinsehen als falsch erwies: der Druckfehler befand sich im Titel des entsprechenden Kapitels, das Profil der Wanderung verriet uns dann aber daß diese Etappe nur 6 km lang ist.

Eine Relax-Bank am Westerwald-Steig
"Eine Relax-Bank am Westerwald-Steig"

So hätten wir eigentlich Nistertal überspringen und gleich nach Bad Marienberg wandern können.

14 km war somit unsere heute zu erbringende Leistung, und morgen würden wir dann einen “Ruhetag” einlegen mit einer sehr kurzen Wanderung und ansonsten einem Tag zum Relaxen; wir planten einen Sauna-Nachmittag im Marienbad.

Bei herrlichem Sommerwetter verließen wir den kleinen Ort Dreifelden und erreichten nach einer dreivirtel Stunde einen Rastplatz bei Linden, den man nicht links liegen lassen kann: eine Relax-Bank an einem Froschtümpel.

Die Wied-Quelle
"Die Wied-Quelle"

Über eine Stunde hielten wir es dort aus und beobachteten eine Libelle, die “ihren” Tümpel gegen andere Libellen verteidigte, und zahlreiche Frösche, die sich im und am Teich tummelten.

Dann war es nur ein kurzer Weg zur Wied-Quelle. 106 km lang windet sich das Flüßchen durch den Westerwald bis hin zur Rheinmündung, und später würden wir öfters am Wied-Wanderweg entlang demselben folgen.

Bester Rastplatz auf dem Westerwald-Steig: die Alpenroder Hütte
"Bester Rastplatz auf dem Westerwald-Steig: die Alpenroder Hütte"

Unser nächster Stopp war die Alpenroder Hütte auf dem Gräbersberg (518 m), eindeutig die beste bewirtschaftete Einkehrmöglichkeit auf dem ganzen Westerwald-Steig. Wer hier nicht einkehrt ist selber Schuld, schreibt schon Heidrun Braun in ihrem Wanderführer. Weizenbier, Radler, Wurstsalat und Kuchen gab’s zur Jause, bevor wir weiter wanderten zum großen und kleinen Welterstein, zwei Basaltbrocken, um die sich auch eine Sage rankt, nämlich die von den Schabernack treibenden Zwergen, vor deren Behausung (der große Welterstein) eines Tages ein Stein rollte, so daß sie sich schließlich einen Tunnel zu ihrem Backhaus (der kleine Welterstein) graben mußten, um wieder ans Tageslicht zu gelangen.

Kleiner Welterstein
"Kleiner Welterstein"

Der Stöffelpark bei Enspel war unser nächstes Ziel. Hier konnten wir einen stillgelegten Basalt-Steinbruch besuchen und erhielten allerlei Informationen über die mühsame Arbeit der Kipper am Anfang des 20. Jahrhunderts, die in 10-12 Stunden pro Tag – auch samstags – mit der Hand bis zu 800 Pflastersteine herstellten, für 22 Cent pro Stunde. Ein Laib Brot kostete damals 19 Cent, ein Glas Bier 5 Cent; somit war der Lohn für die harte Arbeit im Vergleich zu den Lebenshaltungskosten nicht hoch.

Besuch bei der Stöffelmaus
"Besuch bei der Stöffelmaus"

Nun war es nur noch ein kurzer Weg nach Nistertal zum Biker-Hotel “Zur Quelle” (ÜF für € 73), wo wir um 16:15 Uhr eintrafen und auf der Terasse Bier tranken und später auch zu Abend aßen, und den köstlichen Williams mit Honig von der Brennerei Birkenhof probierten, während immer mehr Mitglieder mehrerer, vor allem holländischer Motorradgruppen eintrafen und das Hotel bis zum letzten Zimmer bevölkerten ( es war schließlich Samstag ! ).

Samstag, 8. Oktober 2011

Auf dem Westerwald-Steig – 4. Etappe von Westerburg nach Dreifelden


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Für heute, den 2. September 2011, war die 20 km lange Etappe nach Freilngen vorgesehen.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz
"Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz"

Die einzige Unterkunft aber, die uns dort bekannt war – Hedy’s  Landgasthof – gab es wohl nicht mehr, weswegen wir noch 5 km dranhängen und bis nach Dreifelden wandern mußten.

Es sollte uns noch öfter passieren daß Unterkünfte, die auf unserem Gastgeberverzeichnis oder der Wanderkarte vermerkt waren entweder geschlossen waren oder nicht mehr exisitierten, weswegen wir hin und wieder mit unserer Tourenplanung umdisponieren mußten.

Westerwald-Steig Wanderzeichen
"Westerwald-Steig Wanderzeichen"

Kaum hatten wir das Hotel Bender verlassen begann es zu regnen. Also hieß es erstmalig auf dieser Tour: Regenjacke und Regenschirm auspacken. Wir stiegen wieder hinauf zum Westerwald-Steig und begannen unsere lange Tagesetappe.

Der Weg führte über Hergenroth zu einem stillgelegten Truppenübungsplatz, der in dem regnersichen Wetter fast mystisch wirkte, als wir ihn überquerten. Weiter ging es an den Dörfern Brandscheid und Rothenbach vorbei, wo wir oberhalb des Friedhofs rasteten.

Dreifelder Weiher
"Dreifelder Weiher"

Der Regen hatte aufgehört und das Wetter besserte sich zusehends. In der Nähe war schon die B 255 zu hören, die wir bald überqueren würden und über die sich der Schwerverkehr durch den Westerwald wälzte.

Alex’ neue Hanwag-Schuhe ( Modell Yuma ) waren bereits nach einer halben Stunde Laufen durch nasses Grass vollkommen durchnäßt. Nicht nur das: sie färbten auch ordentlch ab und hinterließen rote Flecken auf ihrer Wanderhose.

Weg am Dreifelder Weiher
"Weg am Dreifelder Weiher"

Ein totaler Fehlkauf, der ihr bei Sine in Mainz als toller und wasserdichter Wanderschuh angepreisen worden war.

Als wir an Wölferlingen vorbei nach Freilingen kamen schien die Sonne. Mosquitos empfingen uns in der Westerwälder Seenplatte und hinterließen ein paar juckende Andenken, während wir an Postweiher und Dreifelder Weiher vorbei nach Dreifelden wanderten. Gleich neben der Kirche, der ältesten Steinkirche des Westerwaldes, und gegenüber der mächtigen Friedenseiche lag der Gasthof “Zum Seeweiher”, in dem wir ein sehr hübsches und modernes Zimmer erhielten, ein frisches Bier auf der Terasse und ein reichhaltiges und gutes Abendessen; endlich probierte ich mal “Westerwälder Krüstchen”, ein Schnitzelgericht auf Brot mit Ei, während Alex einen leckeren Salat mit Lachsröllchen bekam.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Wandern, Schlemmern, Rotweinfest

Unter diesem Motto stand für uns das letzte verlängerte Wochenende mit dem Feiertag am 3. Oktober. Sonnenschein und warme Temperaturen veranlassten uns dazu dieses Wochenende so richtig zu genießen, und zwar überwiegend in freier Natur, denn wie lange noch wird dieser herrliche Spätsommer bestehen bleiben ?
Am Samstag fuhren wir nach Stephanshausen im Rheingau und wollten eine 15 km lange Wanderung zum Weißenturm unternehmen.

Auf dem Weg ins Wispertal
"Auf dem Weg ins Wispertal"
Wir verließen Stephanshausen in nördlicher Richtung auf dem Rheinhöhenweg, bogen an einer Schutzhütte nach links ab und gleich wieder nach rechts auf den mit einem liegenden U gekennzeichneten Weg. Hinter der Wickersheiler Brücke verpassten wir allerdings den Abzweig auf den Weg mit dem gelben Punkt und landeten so schließlich im Wispertal. Entlang der Strasse wanderten wir zum Gasthof Kammerburg, wo wir uns mit Wildsülze und Forellenfilets stärkten ( letztere gibt es hier im Wispertal ganz frisch und sind unbedingt zu empfehlen !), bevor wir den nun deutlich längeren Rückweg in Angriff nahmen. Am Forsthaus Weißenturm nach dem zähen 75minütigen Anstieg aus dem Wispertal kehrten wir nochmal ein zu einer Teepause, bevor es dann weiter ging nach Stephanshausen, wo wir nach nunmehr 23 km und gut 5stündiger Gehzeit eintrafen.

Mit dem Auto fuhren wir nun nach Oestrich-Winkel und setzten dort über mit der Fähre nach Ingelheim, um erstmalig das dortige Rotweinfest zu besuchen, daß uns gut gefiel, nicht unbedingt wegen dem Rotwein, aber wegen der hübschen Kulisse der Burgruine  und den zahlreichen Musikangeboten an jeder Ecke.
Willkommen zum Rotweinfest in Ingelheim
"Willkommen zum Rotweinfest in Ingelheim"
Nach dieser anstrengenden Wanderung nahmen wir uns am nächsten Tag eine kurze Wanderung vor: die 8 km lange Schlemmerwanderung bei Oppenheim mit 7 Schlemmer-Ständen, so daß man zwischen jedem Schoppen und Bissen nicht zu lange wandern mußte. Herrlich bei dieser Wanderung auch der grandiose Blick auf Oppenheim, den Rhein, und das ganze Rhein-Main.Gebiet bis zu Taunus und Odenwald. Damit die Wanderung nicht allzu gemütlich wurde fuhren wir sportlich mit dem Fahrrad von Mommenheim über Köngernheim nach Dexheim, bogen dort nach rechts ab, nahmen tapfer den Anstieg auf die Höhe und radelten dann zum Schlemmerstand # 3, wo wir unsere Räder parkten und die Wanderung begannen.
In den Weinbergen über Oppenheim
"In den Weinbergen über Oppenheim"
Neben Wein gab’s natürlich Zwiebelkuchen, Fischsuppe, geräucherte Bratwürste. Da wir uns viel Zeit ließen war der Spundekäse am letzten Stand leider alle, aber wir hatten wohl genug gegessen und getrunken und radelten schließlich bei einbrechender Dämmerung zurück über Oppenheim, Nierstein und Schwabsburg.
Der freie Montag sah uns wieder nach Stephanshausen fahren, um abermals von Stephanshausen aus los zu wandern, diesmal zur Eisernen Hand entlang des Weges, der mit einem schwarzen Punkt markiert ist.
Nothgottes
"Nothgottes"
Leider nicht überall, an entscheidenden Stellen fehlt die Markierung, insbesondere am Ortsausgang von Stephanshausen, wo man an einem steinernen Kreuz links abbiegen muß, und an der Landstrasse 3454, wo man an der ersten Linkskurve wohl wieder im Wald verschwinden kann. Wir fanden die Eiserne Hand auch so und folgten nun nach einer kurzen Rast dem Rheinhöhenweg nach Süden, dann dem roten Vogel und der grünen Tanne zum Ponyhof Ebental zur Kaffeepause, dann später dem Rheinhöhenweg und schließlich dem Rheinsteig zum Kloster Mariental, von wo aus wir dann wieder aufstiegen nach Stephanshausen.

Nochmal setzten wir mit der Fähre über nach Ingelheim und begaben uns abermals zum Rotweinfest. Beim Weingut Hamm ließen wir es uns gut gehen, die dort angebotenen Rotweine trafen auch wirklich unseren Geschmack, und von dort konnten wir auch prima das Feuerwerk sehen, mit dem das Rotweinfest beschlossen wurde.

Freitag, 30. September 2011

Auf dem Westerwald-Steig – 3. Etappe von Rennerod nach Westerburg


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Das Wetter besserte sich weiter, es wurde wärmer und sonniger. Nach dem Frühstück verließen wir Rennerod wieder über den Friedhofsweg und folgten weiter dem Westerwald-Steig für die heutige 19 km lange Etappe nach Westerburg.

Am Grossen Weiher
"Am Grossen Weiher"

Am Vorabend hatten wir uns schwer getan dort ein Zimmer zu bekommen: alle in unserem Gastgeber-Verzeichnis aufgeführten Unterkümfte waren ausgebucht. Schließlich erhielten wir noch ein Zimmer mit Etagendusche in einer weiteren Pension, die uns genannt worden war, für einen etwas überhöhten Preis. Im Hotel Röttger erzählte man uns dann aber von dem kürzlich neu in einer Landratsvilla eröffneten Hotel Bender, wo wir problemlos ein Zimmer bekamen und das zuerst gebuchte wieder stornierten.

Naturschutzgebiet Holzbachschlucht
"Naturschutzgebiet Holzbachschlucht"

Mit € 88 sollte das die teuerste Übernachtung unserer gesamten Tour werden, aber der Preis war für das nagelneue und tolle Zimmer auf jeden Fall angemessen !

Vorbei am Grossen Weiher bei Seck, wo es auch einen Campingplatz und eine Einkehr- und Einkaufsmöglichkeit gibt, ging es weiter an den Gemeinden Seck und Gemünden vorbei ins Naturschutzgebiet Holzbachschlucht, wo uns ein Pfad oberhalb des Holzbaches in Richtung Westerburg führte.

Petermännchen von Westerburg
"Petermännchen von Westerburg"

Am Ausgang der Holzbachschlucht genossen wir einen lauschigen Rastplatz, bevor wir weiter wanderten zwischen Gemünden und Winnen hindurch in Richtung Westerburg. Die gleichnamige Burg war schon von weitem zu sehen. Oberhalb von Westerwald an einem Aussichtspunkt mit Mauer nahmen wir ein Sonnenbad, es war mittlerweile sommerlich warm geworden, bevor wir nach Westerburg hinab stiegen und durch die Oberstadt in die Unterstadt gelangten, wo wir auf dem zentralen Platz in einem Eiscafe die Wanderung beschlossen.

Anschließend mußten wir noch die Neustrasse hinauf wandern, um zum Hotel Bender zu gelangen, wo wir ein tolles Zimmer bezogen.

Hotel Bender in Westerburg
"Hotel Bender in Westerburg"

3 Jahre hat es gedauert aus der alten Landratsvilla dieses Hotel zu gestalten, so erfuhren wir vom Besitzer, der uns hinter dem Rezeptions-Tresen in Empfang genommen hatte.

Am Abend saßen wir bei einem Bier in der Sonne auf der Terasse, bevor wir uns zum Abendessen Tafelspitz bzw. Flugente im gediegenen Restaurant des Hotels schmecken ließen.

Dienstag, 27. September 2011

Auf dem Westerwald-Steig – 2. Etappe von Breitscheid nach Rennerod


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Als wir am Morgen nach einem gemütlichen Frühstück im Wintergarten der Pension Lehr aufbrachen Richtung Fuchskaute standen einige Westerwälderinnen in auf der Strasse un meinten: “Heute wird es heiß !”.

Friedhofskapelle in Breitscheid
"Friedhofskapelle in Breitscheid"

Tatsächlich schien die Sonne und es wurde ein schöner Tag, wenngleich sich auch Wolken zeigten und die Luft kühl blieb. So lernten wir schnell daß die Westerwälder ein raues Klima gewöhnt sind. 20° C ist für sie schon Hitze, während jemand von Rheinhessen sich da lieber noch eine Jacke überzieht.

Here we go !
"Here we go !" by axel_magard.

Der Westerwald-Steig verläßt Breitscheid an der katholischen Kirche vorbei und führte uns zunächst zum Flugplatz von Breitscheid, von wo aus wir die Windräder auf der Fuckskaute bereits sehen konnten. Weiter ging es zum Heisterberger Weiher, in dem meine Frau Garnelen entdeckte. Um 12:40 Uhr kamen wir auf der Fuchskaute an, wo es ein vornehmes Gasthaus gibt. Wir nahmen draussen Platz und verteidigten unsere Getränke und eine leckere Sauerkrautsuppe mit Blutwurst gegen zahlreiche Wespen. Die Fuchskaute ist die höchste Erhebung im Westerwald, hat aber nicht den Character eines Berges und erhebt sich nur 100 m über die umliegenden Hügel.

Windkraft im Westerwald
"Windkraft im Westerwald"

Dominiert wird sie von zahlreichen Windkraftwerken und der B 414. Sie ist das Ziel der 2. Westerwald-Steig-Etappe, wir hatten aber bereits beschlossen die ebenfalls 11 km lange 3. Etappe gleich dranzuhänden und weiter nach Rennerod zu wandern.

So trugen uns unsere Füße zunächst nach Rehe, wo es ein hübsches Rathaus und ein typisches Westerwald-Haus mit dem heruntergezogenen Dach gleich dahinter zu sehen gibt.

Altes Rathaus von Rehe
"Altes Rathaus von Rehe"

Zuvor hatten wir uns mal wieder verlaufen und warem im Örtchen Homberg gelandet, weil wir oberhalb mal wieder einen Abzweig des Westerwald-Steigs übersehen hatten. Trotz guter Beschilderung muß man immer aufpassen und darf sich nicht in seinen eigenen Gedanken verlieren. Annahmen, wie der Weg eigentlich weiter verlaufen müßte erweisen sich oft als falsch, also: Augen auf !

Eingang zum Alten Rathaus von Rehe
"Eingang zum Alten Rathaus von Rehe"

Weiter ging es zur Krombach-Talsperre, von der aber durch die Bäume nicht viel zu sehen war. Um 15:30 Uhr erreichten wir die Wasserscheide zwischen Lahn und Dill und wanderten nun auf einem Radweg an einem Truppenübungsplatz entlang Richtung Rennerod. An einem Brunnenhäuschen dort gibt es frisches Wasser, wir waren aber noch gut versorgt. 5 km vor Rennerod rasteten wir noch einmal an einem schönes Aussichtspunkt, bevor wir die letzten Kilometer unter die Füße nahmen, schließlich die B  54 unterquerten und am alten Bahnhof von Rennerod und dem Hexenplatz vorbei zum Westerwald-Steig-Zubringer nach Rennerod gelangten.

Alter Bahnhof von Rennerod
"Alter Bahnhof von Rennerod"

Einen knappen Kilometer ging es nun über den Friedhofsweg hinab in den Ort und direkt zu unserem Hotel Röttger, wo uns ein Zimmer mit Frühstück und Blick auf den Kirchturm für € 75 erwartete und ein leckeres Rehragout mit gerösteten Spätzle und Merlot am Abend in dem gemütlichen in einer alten Scheune eingerichteten Restaurant.

Sonntag, 18. September 2011

Auf dem Westerwald-Steig – 1. Etappe von Herborn nach Breitscheid


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Für diesen Herbst hatten meine Frau und ich den Westerwald-Steig für einen Wanderurlaub eingeplant. Laut dem Buch “Abenteuer Westerwald-Steig” von Heidrun Braun standen uns also 235 km bevor in 16 Etappen von Herborn nach Bad Hönningen am Rhein, so daß wir also knapp drei Wochen Zeit veranschlagten.

Start des Westerwald-Steigs in Herborn
"Start des Westerwald-Steigs in Herborn"

Eine ganze Zeit lang war diese Unternehmung wegen der instabilen Wetterverhältnisse in diesem Sommer ungewiß gewesen. Als dann aber eine mehrtägige Schönwetter-Periode vorhergesagt wurde beschlossen wir unseren Urlaubsplan in die Tat umzusetzen, und zwar in der von uns bevorzugten Art: mit Rucksack und in einem Rutsch, ohne die Unterkünfte für die einzelnen Etappen vorzubuchen.

Die erste Schwierigkeit war das Buchen der ersten Übernachtung in Herborn für Montag, den 29. August. Wegen eines Kongresses waren alle Zimmer in Herborn ausgebucht und nach zahlreichen erfolglosen Telefonaten bekamen wir schließlich ein letztes Zimmer im Hotel Garni in Burg, das kurz zuvor storniert worden war.

Gegen 11.00 Uhr startete unser Zug vom Mainzer Hauptbahnhof nach Frankfurt, von dort ging es weiter nach Herborn, wo wir so um 13:00 Uhr anlangten. Somit hatten wir den ganzen Nachmittag Zeit uns die hübsche Innenstadt von Herborn mit all den Fachwerkhäusern anzusehen.

Rathaus in Herborn
"Rathaus in Herborn"

Nach einem Kaffee am Rathaus, wo auch der Westerwald-Steig beginnt, wanderten wir hinauf zur Burg, vorbei am Hochzeitshaus, das die Stadt im 17. Jahrhundert erbaute, um Heiratswilligen ein Haus für die ersten vier Wochen zur Verfügung zu stellen und somit die Gründung einer Familie zu erleichtern.

Hochzeitshaus in Herborn
"Hochzeitshaus in Herborn"

Da der Ortsteil Burg, wo sich unser Hotel befand, am Westerwald-Steig liegt, nahmen wir noch an diesem Tag gleich die ersten 2 der insgesamt 235 Kilometer in Angriff und wanderten zu unserem Hotel, wo uns ein hübsches Zimmer zugewiesen wurde.

Die Rucksäcke dort geparkt kehrten wir an der Strasse entlang nach Herborn zurück und wanderten noch zwei weitere Kilometer in die entgegengesetzte Richtung zum Gutshof in Herborn, wo auch leckeres Bier gebraut wird, das wir ab 18:00 Uhr serviert bekamen, zusammen mit einem guten Abendessen. In der Sonne sitzend genossen wir beides und die Vorfreude auf die bevorstehende Wanderung.

Schloss in Herborn
"Schloss in Herborn"

Am nächsten Morgen nach einem liebevoll zubereiteten und umfangreichen Frühstück in unserem Hotel schulterten wir die etwa 9 kg schweren Rucksäcke und starteten bei gutem Wetter zu unserer ersten Wander-Etappe. Per Handy hatten wir die nächste Unterkunft im 15 km entfernten Breitscheid vorgebucht: die Pension Lehr.

Der Westerwald-Steig führte uns zunächst am Amdorfbach entlang unter der A45 hindruch zum Vogelpark bei Uckersdorf. Gleich am Anfang verpassten wir einen der ersten Abzweige: obwohl der Steig gut ausgeschildert ist muß man sich doch auf die kleinen grünen Zeichen konzentrieren, denn immer wieder wechselt er unvermutet die Richtung, so daß man sich dennoch leicht verlaufen kann, wenn man einfach so in Gedanken vor sich hinwandert.

Wie geht der auf ?
"Wie geht der auf ?"

Im Vogelpark konnten wir sehen: Flamingos und Störche, Ibisse, Papageien und Coco, den zutraulichen Kakadu, Kraniche, schwarze Schwäne, kleine Kängurus, Erdmännchen und Ziegen, Eulen, Uhus, Käuze, einen winzigen Laubfrosch und eine Vogelspinne, Affen und Nattern. Eine längere Pause – wir verbrachten dort knapp zwei Stunden – lohnt auf jeden Fall !

Coco
"Coco"

Weiter ging es nun auf dem Steig durch Uckersdorf hindurch nach Erdbach und weiter über die Felder, wo an diesem Nachmittag ein kalter Wind blies und der Westerwald somit seinem Ruf gerecht wurde: ei, da pfeift der Wind so kalt !

Im Cafe Galerie in Breitscheid wärmten wir uns zunächst mal mit Tee auf, bevor wir die Pension suchten, die am Ende des Ortes direkt am Waldrand im Tannenweg zu finden war. Dort waren wir die einzigen Gäste und bewohnten ein schönes geräumiges Zimmer mit Balkon – für € 60 inklusive Frühstück (im Wintergarten!), damit die preiswerteste Unterkunft in diesem Urlaub.  Zum Abendessen ging’s wieder ins Cafe Galerie.

Noch 220 km bis nach Bad Hönningen !

Samstag, 25. Juni 2011

Rheinsteig 2011 – Von Oberdollendorf nach Bonn

Noch einmal hieß es 15 km wandern – von Oberdollendorf nach Bonn.

Oberdollendorf
"Oberdollendorf"

Am Morgen nach dem Frühstück stiegen wir wieder hinauf auf den Rheinsteig und blickten über die Weinberge hinunter nach Oberdollendorf mit der kleinen Pension gegenüber der Kirche, wo wir die Nacht verbracht hatten. Langer Eugen und der Posttower von Bonn waren jetzt schon ganz nahe.

Vorbei an diversen Aussichtspunkten wie “Rheinblick” und “Rabenley” ging es noch einmal auf der Höhe entlang durch Wald. Wir kamen an zwei Seen vorbei, von denen wir aber nix zu sehen bekamen, dazu hätten wir wohl nochmal irgendwo einen Abstecher machen müssen.

Auf dem Marktplatz von Bonn
"Auf dem Marktplatz von Bonn"

Ein letzter kurzer Aufstieg führte uns zum Foveaux-Häuschen, ein 1820 von einem Kölner Unternehmer errichtetes Schutzhäuschen, wo wir um 12:30 Uhr unsere Mittagsrast einlegten.

Nun ging es bergab, die A59 überquerend, zum Bonner Ortsteil Küdinghoven, zwischen Oberkassel und Bonn-Beuel gelegen, wo wir an Friedhof und Kirche vorbei, die Hauptstrasse über- und die S-Bahn-Linie unterquerend vorbei am Telekom-Gebäude zum Rhein gelangten. Diesem folgten wir jetzt noch 5 km weit bis zur Kenedey-Brücke, die uns zur anderen Rheinseite und zum Ende des Rheinsteigs auf den Marktplatz von Bonn führte.

Moby Dick bei Bonn
"Moby Dick bei Bonn"

Dort belohnten wir uns erstmal mit einem Eisbecher, dann stellten wir fest, daß unser Hotel praktisch in Küdinghoven direkt am Rheinsteig lag, wir also schon längst daran vorbei gelaufen waren. Glücklicherweise gab es eine Strassenbahn-Verbindung dort hin, die wir später nutzten, nachdem wir uns an der Uni auf dem Rasen niedergelassen und die Füße gelüftet hatten. Und nachdem wir uns noch ein paar Kölsch im Brauhaus “Zum Gequetschten”, nicht weit vom Sterntor entfernt, gegönnt hatten.

Im Hotel Zur Post bekamen wir ein riesiges Zimmer, frsich renoviert und modern eingerichtet, und natürlich ein gutes Abendessen.

Am nächsten Tag wanderten wir zum Schiffsanleger bei Oberkassel und fuhren mit der ”Moby Dick” um 11:30 Uhr zurück nach Bad Honnef, wo wir eine knappe Stunde später eintrafen und unser Auto auf uns wartete.