Sonntag, 6. Juli 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 3 – Wittenberge an der Elbe

Blick vom WoMo zum Bootshafen
Wir waren eingermaßen früh auf den Beinen und frühstückten vor unserem Wohnmobil in der Sonne. Dann hieß es Wohnmobil startklar machen für die nächste Etappe. Wir wollten heute ein gutes Stück vorankommen und möglichst nahe ans “Zielgebiet” herankommen – der Mecklenburgischen Seenplatte, wo für Sonntag nun ein ornithologischer Tagesausflug in das Naturschutzgebiet Lewitz geplant war. Unser heutiges Ziel hieß Wittenberge, wo es direkt an Elbe und Bootshafen einen netten Stellplatz geben sollte.

Spaziergang auf dem Elbradweg
Wir verließen den Harz und kamen dann auf der A7 und schließlich auf der A39 vorbei an Salzgitter, Braunschweig und Wolfsburg gut voran.  Hinter Wolfsburg endete die Autobahn und es ging weiter über Landstrassen durch einsame Landstriche. Um 13:30 waren wir in dem winzigen Ort Tannenkrug und kehrten in dem dortigen gleichnamigen Landgasthof ein zum Mittagessen: Altmark-Spargel mit Rouladen und Zanderfilet mit Kartoffeln und Salat gab es, dann noch eine leckere Apfel-Pudding-Torte und zwei Espressi. So gestärkt setzten wir unsere Fahrt fort. Wir waren gut vorangekommen heute und von Tannenkrug hatten wir noch 45 Minuten zu fahren. Bald schon überquerten wir die Elbe und hielten auf Wittenberge zu.

Der steinerne Turm von Wittenberge
Die Navigation zum Elbufer mit den Stellplätzen gestaltete sich dann etwas verwirrend und umständlich, bald aber hatten wir unseren Stellplatz eingenommen plus der letzten verfügbaren freien Steckdose an einer Stromdose. ( Merke: nicht jeder Campingplatz hat für alle Stellplätze auch einen Stromanschluß ! )
Wir erkundeten Wittenberge, das unserer Ansicht nach nicht sehr viel zu bieten hat. Viele der ehemaligen DDR-Häuser sind mittlerweile hübsch restauriert, es gibt auch viele Hotels und einige Kneipen und Restaurants, dazwischen sieht man aber auch immer wieder alte verfallene DDR-Häuser. Der Ort verfügbt über breite Strassen und eine breite Einkaufsmeile sogar mit Theater, die Strasse ist überwiegend mit Kopfstein gepflastert. Hier vorbei führt der Elbradweg, den wir morgen vielleicht ein Stück weit erkunden werden.
Speicher an der alten Ölmühle

Um 17:00 Uhr waren wir zurück an unserem Wohnmobil und tranken Tee und blickten dabei hinaus auf den Bootshafen, die Elbe und die dahinter liegende Auen-Landschaft. Kurz nach 18:00 Uhr erschien dann der Hafenmeister, bei dem wir € 5 für den Stellplatz bezahlten plus ein paar mehr Euro für Strom-Münzen, Brötchenlieferung frei Wohnmobil, insgesamt € 9 mit Trinkgeld.
Bierprobe in Wittenberge
Am Abend spazierten wir zur Alten Ölmühle, die uns der Hafenmeister empfohlen hatte. Dort befinden sich eine Brauerei, ein Hotel und eine Strandbar. Wir besuchten erstere und ich bestellte mir eine Bierprobe von den drei Bieren, die hier gebraut werden und die man “Herzbier” nennt: ein Pilz, das aber eher trüb ist und mehr wie Weizenbier schmeckt, ein rötliches mildes Bier, mein Favorit, und ein dunkles malziges Bier, aber nicht zu stark und bitter, von dem sich meine Frau ein Glas bestellt hatte und das selbst mir gut schmechte, obwohl ich kein Fan von dunklem Bier bin.
Blick vom Fährhaus
auf Wohnmobile und Boote
Nach diesem Bierumtrunk spazierten wir zurück zu unserem Wohnmobil, schalteten den Fernseher und SAT-Anlage ein mit Antenne, die sich automatisch auf- und ausrichtet, und sahen uns das WM-Vorrundenspiel Spanien gegen Holland an, das sehr unterhaltend war: die Spanier ging zunächst mit einem wie ich meine ungerechtfertigten Elfmeter in Führung, dann aber kamen die Holländer zum Zug, und das nicht zu knapp. Es begann mit einem Bilderbuch-Kopfballtor und es folgten vier weitere Treffer, bevor sich der ehemalige Weltmeister mit hängendem Kopf vom Platz schlich. Die Holländer spielten schnell und effektiv, das muß man sagen: präzise Pässe und originelle Tore führten dann zum Waterloo für die Spanier.
Während des Spiels aßen wir zu Abend und schnitten dabe auch die Harzer Salami an, die wir in Osterode gekauft hatten.

Mittwoch, 2. Juli 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 2 - Osterode

Schloß Willhelmshöhe
Das Wetter besserte sich um 11:00 Uhr, Regen ging zu Ende, der Himmel riß auf und machte der Sonne Platz. So fuhren wir also los Richtung Willhelmshöhe – wie wir dachten. 
Da ich keine Hausnummer hatte für die Adresse des Schloßparks Wilhelmshöhe hatte ich einen von zwei möglichen Nummernkreisen im Navi ausgewählt. Leider den falschen. Das Navi lotzte uns unerbittlich in die Innenstadt von Kassel und damit von der Willhelmshöhe weg. Ich navigierte das Wohnmobil durch zahlreiche Baustellen, in Sackgassen hinein und wieder heraus, durch das Verkehrschaos in Kassel durch die halbe Innenstadt, bis wir endlich
auf der Willhelmshöher Allee in die richtige Richtung fuhren. Dort angekommen wurden wir sogleich auf einen Parkplatz für Wohnmobile gelotst ( von dem ich auch schon im Internet gelesen hatte ) und der uns um € 5 erleichterte.
Herkules blickt über Kassel
Von hier aus traten wir die Wanderung am Schloß vorbei auf die Willhelmshöhe an. Die Sonne schien nun immer öfter. Am Fontainen-See vorbei ging es weiter aufwärts, denn über zahllose Stufen direkt hinauf zum Herkules-Denkmal. Die Menschenmassen wurden immer dichter, erste Gruppen von Führungen für die Wasserspiele kamen uns entgegen. Etwa um 14:15 Uhr langten wir oben an. Das Gedränge war nun fast nicht zum Aushalten. Für eine Führung hätten wir wohl weit früher am Besucherzentrum sein müssen, wie mir eine Führerin erzählte; die Gruppen waren nun schon alle unterwegs.
Pünktlich um 14:30 Uhr öffneten sich die Rohre unterhalb des Herkules. Ein Wasserstrahl, alsbald in einen Wasserfall übergehend, ergoß sich in das erste Bassin, das von zwei Posaunenbläser-Statuen flankiert war, die nun zwei Posaunen-Töne erklingen ließen.
Wassertreppe und Besucher
Zusammen mit einer der Gruppen wanderten wir nun wieder abwärts. Der obere Wasserstrahl ebbte nach 15 Minuten ab, während sich das Wasser über zahlreiche Stufen nach unten vorarbeitete. Wir erreichten das Ende der Treppen – dem “barocken” Teil der Wasserspiele – in das sich ein immer schwächer werdender Wasserfall ergoß. Ein Blick nach oben zeigte uns, daß die obersten Stufen bereits wieder trocken waren.
Weiter ging es zum “romantischen” Teil der Wasserspiele, einem bezaubernden Wasserfall, gegen den die erwartungsvolle Menschenmenge brandete. Bedingt wohl durch die heftigen Niederschläge des Vortags ergoß sich bereits etwas Wasser über die Fälle. Dann wurden aber oberhalb Schleusentore geöffnet und ein gewaltiger, überwiegend brauner Wasserschwall lies die Fälle anschwellen zu einem beeindruckenden Schauspiel: überall tauchten neue Kaskaden auf, bis alles schließlich in einen Bach mündete, der das Wasser weiter nach unten führte.
Wasserfall der wildromantischen Art
Wir folgten ihm zu einem weiteren Wasserfall mit Brücke, den wir zuvor schon gesehen hatte und der bereits Wasser führte. Dann aber kündete lauter werdendes Rauschen das Anschwellen der Wassermassen an; von der Brücke wie auch von weiter unten ein großartiges Schauspiel. Vorbei an einem weiteren hohen Wasserfall am Äquadukt und vielen kleinen Fällen ging es schließlich hinunter zum Fontainen-See, wo das Schauspiel nach 1 1/4 Stunden in einer gewaltigen Wasserfontaine endete.
Wasserfall mit Bogenbrücke
Nachdem die Menschenmassen abgewandert waren begaben wir uns zum Schlosscafe, wo es um diese Zeit aber nix herzhaftes zu Essen gab. Also begaben wir uns zurück zu unserem Wohnmobil. Es war bereits nach 16:00 Uhr und eine Fahrt nach Wernigerrode erschien mir zu lang. Zudem erhielten wir einen Anruf von Lewitz-Kieker, daß die für Sonntag geplante ornithologische Führung durch ein Naturschutzgebiet in der Mecklenburgischen Seenplatte nun doch zustande kommen würde; wir mußten uns also etwas ranhalten. Das Wetter war weiterhin unbeständig, also verschoben wir unsere Wanderung auf den Brocken um gut eine Woche; vielleicht würde es ja bei der Rückfahrt klappen.
Stattdessen wählten wir Osterode als neues Ziel aus, dort sollte es einen Campingplatz mit allem Komfort geben, also inklusive Toiletten, Duschen, frsichen Brötchen am Morgen und einem Restaurant.
Der letzte Wasserfall
Das Navi lotzte uns durch den Kasseler Stadtverkehr, auf die Autobahn nach Hannover, dann irgendwann ab Richtung Harz und über eine kurvenreiche Strasse zum Campingplatz bei Osterode. Sogleich suchten wir dort das Restaurant auf – nun gut: eine typische Campingplatz-Kneipe eben. Wir bezahlten unsere Standgebühr ( € 9 ), konnten auch noch Brötchen bestellen ( eigentlich nur bis 18: 30 Uhr ! ) und bekamen als einzige Speise Currywurst angeboten, es war bereits nach 19:00 und die Küche sei schon zu, hieß es zuerst.
Am Fontänen-Brunnen
Erst als der ( vermutliche ) Chef intervenierte reichte uns die Köchin die Speisekarte und wir bestellen Radler oder Bier, dazu zwei Portionen Strammer Max, die uns dann auch ordentlich mundeten. Pflaumenschnäpschen und Schierkerer Feuerstein gab’s in kleinen Fläschen, und noch ein Paar Duschmarken für € 1,40. Meine Frau hat ihre schon “abgearbeitet”, ich mach das erst morgen.
Den folgenden Tag verbrachten wir in Osterode. Am Morgen radelten wir in den 2,5 km entfernten Ort, besahen uns die Innenstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern, und erledigten einige Einkäufe. Wir suchten auch die Touristeninfo auf und versorgten uns mit Material über den Hexensteig, der über 107 km in 6 Tagen von Osterode zum Brocken führt und weiter nach Thale ( jedes “Projekt”, das wir in einem Uralub abarbeiten, generiert mindestens ein neues ).
Auf zur Radtour !

Am Mittag radelten wir dann zur Sösetalsperre, setzten uns dort auf eine Bank und nahmen eine bescheidene Vesper zu uns als Mittagessen. Dann radelten wir weiter um den Stausee herum, umrundeten auch das Vorbecken und kamen in ein kleines Dorf, wo wir im Landgasthof einkehrten zu Kaffee, Tee und Kuchen: Kirschkuchen mit Schmand und einem Hexenkuchen: dunkler Nußkuchen mit Schokolade, Sahne und Eierlikör; nicht schlecht !
Kirche und Rathaus in Osterode
Anschließend radelten wir zurück zu unserem Stellplatz und verbrachten den Mittag im erfrischenden Schwimmbecken des Campingplatzes und auf der sonnigen Liegewiese dahinter, wo wir völlig ungestört waren.
Am Abend radelten wir abermals nach Osterode und kehrten zum Abendessen im Ratskeller ein. Endlich mal wieder was vernünftiges zu Essen: Kalbsleber für meine Frau, Harzer Geröstel für mich, bestehend aus gebratenen Stückchen vom Schweinenacken mit Bratkartoffeln und einem guten Krautsalat.
An der Sösetalsperre
Dazu ein paar frische Biere und ein Kräuterschnaps hinterher vollendeten diesen relaxten Urlaubstag. 36 km sind wir insgesamt geradelt an diesem Tag.

Sonntag, 29. Juni 2014

Unterwegs mit dem Wohnmobil – Etappe 1 - Kassel

Gestern, am Dienstag den 10.6.2014 war es soweit: unsere erste Wohnmobiltour stand bevor.

Our Caravan
Alex hatte uns ein Wohnmobil gemietet bei Caravan Vöpel in Gustavsburg. Kosten: € 1.400 für 18 Tage, plus € 1000 Kaution. Um 14:00 Uhr holten wir den Weinsberg ( Länge 5,99 m, Breite 2,30 m, Höhe 3,15 m ) bei Caravan Vöpel ab und erhielten zunächst eine technische Einweisung in all die Besonderheiten eines Wohnmobils: Bordpanel mit Info über den Ladestand der beiden Batterien und Füllstand für Frisch- und Abwasser. Bedienung von TV und SAT-Receiver, der, recht komfortabel, die Sat-Schüssel automatisch zum Astra-Satelliten ausrichtet, Gasversorgung inklusive Durchlauferhitzer für heißes Wasser, Kühlschrank, der in drei Modi bedient werden kann: Batterie ( nur empfehlenswert bei laufendem Motor, also während der Fahrt ), Strom oder Gas.
Strom und Wasser GO !
Weiter ging es mit Frischwasser-Betankung, Frischwasser-Entsorgung, Abwasser-Entleerung und Entleeren des Fäkalientanks sowie  Befüllen mit Chemie und 1 l Wasser anschließend. Markise, Auto, Aussenfächer – es gabe eine Menge Infos, die wir uns zu merken versuchten, und eine mehrere Zentimeter dicke Infomappe.
Alex, die schon vier Fahrstunden auf einem Wohnmobil in einer Fahrschule in Bad Kreuznach ( für Frauen ) absolviert hatte steuerte anschließend das Gefährt gekonnt nach Mommenheim und in unsere recht enge Einfahrt.
Unser WoMo: Innenausstattung hinten
Dann hieß es: beladen.
Hierzu benötigten wir mehr als zwei Stunden, bis Klamotten, Geschirr und Lebensmittel sowie sonstiges Equipment verstaut waren. Da es ziemlich heiß war kamen wir gut ins Schwitzen und suchten nochmal die Dusche auf, bevor es losging zu unserer ersten Etappe nach Kassel.
Für die Strecke nach Kassel benötigten wir mehr als drei Stunden, inklusive einer kurzen Eß- und Trinkpause an einer Autobahn-Raststätte ( es waren kaum freie Parkplätze zu kriegen, alles voll mit LKWs ). Nach der Rast übernahm ich das Steuer des Wohnmobils, das über 6 Gänge verfügt und 130 PS. Bei den vielen Steigungen der Kasseler Berge fand ich mich dann immer wieder zwsichen LKWs auf der rechten Spur und war heftig mit Schalten beschäftigt: selten brachte ich das Gefährt mal auf 120 Stundenkilometer, ansonsten fuhren wir mit 80-100 dahin. Es ist sehr windanfällig und schon bei etwas Wind fährt es ab 110 km/h recht schwammig daher.
Unser WoMo: Innenausstattung vorne
Dunkle Wolken hingen über Kassel, ein Gewitter war angekündigt. Kaum hatten wir den Platz dort erreicht, unsere € 12,50 bezahlt und das Stromkabel reingesteckt, da begann ein heftiges Unwetter mit Regenmassen und Hagel. Das Wasser auf dem Platz stieg zunehmend, der Lärm innen drin war beträchtlich, und wir hoffen das der Weinsberg keinen Schaden davongetragen hat. Irgendwann ließ das Gewitter dann nach. Ich wagte mich nach draußen um Limo und eine Flasche Wein aus dem hinteren Stauraum zu holen und unsere Kabeltrommel mit dem Stromkabel zu überprüfen, die schon gefährlich nahe an einer großen Pfütze stand.
Unser WoMo: das Bad
Bald aber ließ nun das Unwetter nach, die Sirenen von Feuerwehrautos waren nun noch stundenlang zu hören; Gott sei Dank hat ein Wohnmobil keinen Keller, den man auspumpen muß, wenn er vollläuft.
Nach dem Abendbrot gings in die Betten. Zu zweit im Alkoven wurde uns zu eng, meine Frau bekam in dem äußeren abgeflachten Teil Platzangst, so zog ich um in das Bett im Heck und wir beide schliefen recht gut in unserer ersten Nacht in einem Wohnmobil. Um die Wahrheit zu sagen: so gut wie in dem Wohnmobil habe ich schon lange nicht mehr geschlafen ! Der Regen setzte erst wieder am Morgen ein uns es donnerte und blitze auch wieder. Wir frühstückten ( ich mußte nochmal raus die Gasflache aufdrehen ) und warten nun auf Wetterbesserung.
Nach dem Unwetter in Kassel
Eigentlich war heute ein Besuch der Willhelmshöhe geplant mit den bekannten Wasserspielen, aber wenn sich das Wetter nicht bessert fahren wir wohl gleich weiter in den Harz.

Freitag, 6. Juni 2014

Soonwaldsteig 2014 – 3. Etappe

Unsere dritte Etappe führte uns von Gemünden nach Argenthal. In Gemünden hatten wir eine private Ferienwohnung ergattert, da das Hotel am Ort ausgebucht war.

Blick zurück nach Argenthal
Das ältere Ehepaar, das diese Wohnung vermietete, wollte uns diese erst auch nicht geben, da sie am Montag früh Stammgäste erwarteten, aber als ich erwähnte daß wir Wanderer waren und frühzeitig aufbrechen würden, waren sie bruhigt. Die Wohnung war “urig” eingerichtet und pikobello sauber. Sie war die mit Abstand preiswerteste Übernachtung seit langem und auch auf dieser Tour: € 20 pro Person, allerdings ohne Frühstück.
Somit suchten wir am Montag morgen erstmal die Bäckerei im Ort auf, wo wir ein reichhaltiges Frühstück erhielten.
Ein ruhiger Morgen
auf dem Soonwaldsteig
Danach fuhr uns der Vermieter der Wohnung mit seinem Auto zu der Stelle, wo wir den Soonwaldsteig gestern verlassen hatten. Es war ein wunderschöner ruhiger Morgen und wir genossen die Stille im Wald und die friedlichen Pfade durch den Soonwald. Am nächsten Tag schon sollte es anders werden.
Bald erreichten wir den Aussichtspunkt Alteburg und blickten zurück und nach vorne und nach Norden zu den Dörfern des Hunsrücks. Dann wanderten wir weiter, trafen nur wenige Menschen. Von einem gemütlichen Forstweg zweigte der Steig dann ab auf gewundene Pfade durch herrliche Wälder, bis wir wieder zur Forststrasse zurückgeführt wurden und zur “runden Tanne”, wo wir uns  zu einer längeren Ruhepause und Vesper niederließen und uns dann liegend auf der Bank sonnten.
Auf der dritten Etappe
des Soonwaldsteig
Weiter führte uns der Sonnwaldsteig durch ein herrliches Naturschutzgebiet im Quellgebiet des Gräfenbaches und dann zu den Glashütter Wiesen, wo vom frühen Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert hinein Glashütten standen, deren hoher Holzbedarf einen 140 Hektar großen Wald innerhalb von 30 Jahren in eine riesige Lichtung verwandelte. Von hier aus konnte man schon den Aussichtsturm Schanzerkopf sehen, den wir heute aber nicht mehr erreichen wollten.
Wald in der Nähe der Glashütter Wiesen
Kurz hinter den Glashütter Wiesen  kam schon der Abzweig nach Argenthal: über 5,2 km noch nach Argenthal und zu unserer nächsten Unterkunft Hotel Pension Kraemer. Während man am Anfang und am Ende des Soonwaldsteigs Unterkünfte direkt am Steig findet, wird es auf den Etappen dazwischen etwas schwieriger und man muß einige zusätzliche Kilometer in Kauf nehmen, bis man eine Gaststube und ein Bett gefunden hat.
In Argenthal
Der Weg nach Argenthal war nicht ganz perfekt ausgeschildert, aber bei jeder fragwürdigen Abzweigung trafen wir intuitiv die richtige Entscheidung, bis wir wieder mal einen Wegweiser entdeckten, der den Zuweg zum Soonwaldsteig ordentlich aussichilderte und uns Gewißheit verschaffte, daß wir hier richtig waren. Immer noch 3 km bis Argenthal. Bald trafen wir mal wieder auf den Schinderhannes-Weg und erreichten endlich den gesuchten Ort, durchwanderten noch einige Straßen, bis wir unser Hotel gefunden hatten. Zur Belohnung gab es ein hübsches Zimmer mit Balkon und Blick auf den Soonwald, am Abend vorzügliche Spargel-Gerichte.

Freitag, 30. Mai 2014

Soonwaldsteig 2014 – 2. Etappe

Im Besuchersbergwerk Herrenberg
Heute, am Sonntag den 4.5., nahmen wir wieder den Sonnwaldsteig unter die Sohlen unserer Wanderschuhe und gingen die zweite Etappe an.  Es hieß also Abschied nehmen vom Forellenhof und bei schönem Frühsommer-Wetter stiegen wir wieder den kurzen Anstieg zum Soonwaldsteig hinauf, diesmal mit vollem Gepäck beladen. Am Parkplatz des Besucher-Bergwerks, wo sich auch der Schinderhannes-Brunnen befindet, stiegen wir noch weiter auf eine Anhöhe mit Gipfelkreuz, von der aus man gut das gesamte Ausmaß der Schmidtburg in Augenschein nehmen kann.

Keltensiedlung
Am Besucher-Bergwerk angekommen bekamen wir heute eine Privat-Führung von einer jungen Studentin, die uns zeigte und auch demonstrierte, wie man früher hier Schiefer abgebaut und bearbeitet hat. Fast ebenerdig ging es in den Berg hinein, dann weiter hinten im Bergwerk etwas abwärts. Wir lernten, daß das Bergwerk aus mehreren Sohlen bestand. Direkt darüber liegt ein Dorf. wo früher die Bergarbeiter zu Hause waren.
Rastplatz zum Träumen
In einem Seitenstollen gab es neben dem Schild mit der Überschrift “Alkohol – und Rauschmittelverbot unter und über Tage” gegen einen kleinen Obulos ein Schnäpschen zu probieren. Auch konnten wir ein paar der Fosilien bewundern, die man hier im Schiefer gefunden hat und die Weltberühmtheit erlangten.
Nach dieser Führung wanderten wir weiter. Der Soonwaldsteig zweigte nun nach rechts ab von der gestern erwanderten Hahnenbachtalrundtour weg und führte vorbei an der Keltensiedlung, die man hier auch besichtigen kann.
Der Lange Heinrich am Teufelsfels
Dahinter bot sich eine weitere Aussicht auf die Schmidtburg, dann ging es hinab ins Tal unterhalb der Burg, über eine Brücke überquerten wir den Hahnenbach und stiegen auf der anderen Seite kurz auf zum Walderlebnispfad, den wir gestern schon kennengelernt hatten und nun in umgekehrter Richtung abwanderten.
Vorbei an den Teichen hier ging es nun weiter Richtung Simmerbachbrücke, dem offiziellen Ende der zweiten Etappe, wie im Buch “Abenteuer Soonwaldsteig” von Heidrun Braun beschrieben.
Steinmännchen am Soonwaldsteig
Unterwegs trafen wir auf eine Blindschleiche und danach auf eine wunderschöne Rast-Bank inmitten einer grünen Wiese, wo man die Ruhe richtig genießen und noch einmal zum Hahnenbachtal zurück blicken konnte. In die andere Richtung blickend konnten wir bereits den Turm “Langer Heinrich” erspähnen, der direkt am Teufelfelsen steht. Dort langten wir um 14:00 Uhr an und machten ein weiteres Päuschen auf einer Relax-Bank. Vom Turm aus genoß ich die Aussicht zum Nahetal auf der einen und Hunsrück auf der anderen Seite.
Brücke über den Simmerbach
Weiter ging es über einsame Waldpfade mit alten Grenzsteinen, an einem Platz vorbei, wo viele Steinmännchen errichtet wurden, bis zur Simmerbachtal-Brücke, die wir um 16:00 Uhr errichten. Zuvor waren wir an Schlierschied vorbeigekommen und hatten in der Ferne auch schon das Ziel unserer heutigen Wanderung erspäht: die Statdt Gemünden mit ihrem markanten Schloß, wo wir für die kommende Nacht eine Unterkunft gebucht hatten. Wir wollten den schönen Tag noch nutzen und ein Stückchen weiterwandern, anstatt hier ein Taxi zu rufen; ob wir hier Empfang haben würden probierten wir erst gar nicht aus.
Baum auf dem Koppenstein
Es folgte ein steiler Anstieg auf den Koppenstein, über einen wildromantischen Pfad, der mit Maiglöckchen umsäumt war. Dummerweise hatten wir nix zum Trinken und Essen mehr, wir hatten uns nicht ausreichend um unseren Tagesproviant gekümmert. Es erwartete uns ein weiterer schöner Aussichtspunkt, dann erreichten wir einen Abzweig, der uns nach knapp 3 km nach Gemünden bringen sollte. Der Weg war etwas verwirrend ausgeschildert, so daß wir uns einmal verliefen, dann an der Strasse entlang und teilweise über den Schinderhannes-Weg Gemünden aber erreichten.
Schloss in Gemünden
Es war fast 19:00 Uhr, als wir unsere Ferienwohnung bezogen, die von einem älteren Ehepaar vermietet wurde und top sauber und urig war. Zum Hotel Gemündener Hof war es nicht weit. Hier hatten wir zwar kein Zimmer mehr bekommen, dafür bekamen wir jetzt aber ein gutes Bier und Hunsrücker Braten vorgesetzt, der uns nach dieser langen Wanderung ausserordentlich gut mundete.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Soonwaldsteig 2014 – Hahnenbachtaltour

Vor der 2. Etappe des Soonwaldsteiges wollten wir erstmal die Hahnenbachtaltour abwandern, ein Rundweg durch das Hahnenbachtal, für die der Forellenhof Reinhartsmühle ein günstiger Ausgangspunkt ist.

Die Schmidtburg
Diese Tour ist knapp 10 km lang und überwindet 380 Höhenmeter. Man braucht dafür 2,5 Stunden – reine Gehzeit. Da es viel zu sehen gibt und hübsche Rastplätze und Ausgucke sollte man eher die doppelte Zeit veranschlagen, was wir auch taten. Die Hahnenbachtaltour überschneidet sich mit dem Soonwaldsteig auf mindestens der Hälfte der Strecke. Das Wetter heute war besser als gestern: mehr Sonne !
Vom Forellenhof ging’s erstmal ein Stück durch den Wald bergauf, bis wir nach einem halben Kilometer den Soonwaldsteig erreichten.  Diesem nun folgend gelangten wir zum Besucherbergwerk Herrenberg bei Bundenbach. Gerade war eine Gruppe unterwegs und wir warteten ein Weilchen Kaffee trinkend, setzten dann aber unseren Weg fort, als keine weitere Führung zustande kam, wohl wissend daß wir morgen nochmal hier vorbeikommen würden.
Schiefer Schutthalde im Hahnenbachtal

Kurz vor der Keltensiedlung verließen wir den Soonwaldsteig und folgten weiter dem Zeichen für die Hahnenbachtaltour. In einer Schleife ging es über eine grüne Hochebene, wo gerade laut blökende Rinder verladen wurden, zurück zu einem Aussichtspunkt an einer Schieferhalde oberhalb des Hahnenbachtals, mit Relaxbank und somit ein Muß für eine kurze Rast. Grüne Wälder und Wiesen, soweit das Auge blicken konnte !
Fenster an der Ruine Hellkirch
Der Weg führte nun hinunter ins Tal, querte den Bach über eine Holzbrücke und führte uns auf eine bezaubernde weite Lichtung. Auch hier: Natur pur ! Nun folgte ein Anstieg zur Ruine Hellkirch. Dasselbe Tal konnten wir nun von der gegenüberliegenden Seite begutachten, wieder entspannt auf einer Relaxbank sitzend.  Am Wassererlebnispfad Hahnenbach traf der Weg wieder auf den Soonwaldsteig. An Tümpeln vorbei und dem Bach entlang gingen wir nun in Richtung Schmidtburg. Zahlreiche Schautafeln informierten uns über die Überreste und frühere Bedeutung von Mühlen hier im Tal, Tiere und Pflanzen und den Wasserkreislauf und was bei Überschwemmungen passierte. Und über ein frühes Umweltproblem: der Schiefer-Abbau, der schon damals große Teile des Waldes in Mitleidenschaft zog.
Burganlage Schmidtburg
Wir erreichten die Schmidtburg und besahen uns die riesige Burganlage ein Weilchen, bevor uns dann ein letzter Absteig wieder hinunter ins Tal und zurück zu unserem Hotel führte.

Donnerstag, 15. Mai 2014

Soonwaldsteig 2014 – 1. Etappe

Am Freitag den 2.5.2014 war es mal wieder so weit: die Rucksäcke, ca. 8-9 kg schwer, waren gepackt und meine Frau und ich brachen auf zur Erwanderung eines weiteren Wandersteigs: des 85 km langen Soonwaldsteiges von Kirn nach Bingen.

Erster Anstieg in Kirn
Der Nahverkehrszug brachte uns am Vormittag von Mainz nach Kirn und zur Mittagszeit kehrten wir auf dem Marktplatz von Kirn erstmal in ein altes Fachwerkhaus ein, in dem schon 1799 Schinderhannes das gute Kirner Bier genoß und in dem sich heute ein asiatisches Restaurant befindet, und stärkten uns erstmal für die erste Wanderetappe.
Diese führte uns dann aus Kirn heraus und alsbald zu einem ersten Anstieg am Parkhotel vorbei, in dem wir bei unserer kürzlich hierher unternommenen Radtour übernachtet hatten. Weiter ging es zu den Ruinen von Steinkallenfels und weiter zum Schloß Wartenburg, wo wir von einer dort im Garten arbeitenden Frau herzlich willkommen gehießen wurden und eine kurze Einführung in die Geschichte und heutige Nutzung des Schlosses bekamen. Das Lokal hier ist leider geschlossen, aber es gibt Wohnungen zu mieten.
Rathaus von Kirn
Weiter ging es ab- und aufsteigend bis zum herrlichen Talblick: gelb schimmerten Ginsterfelder in der ansonsten grünen Landschaft.
Nun war es gar nicht mehr so weit zu unserer ersten Unterkunft, dem herrlich ruhig gelegenen Forellenhof Reinhartsmühle, wo wir um 17:40 Uhr eintrafen und uns gleich für zwei Nächte einquartiert hatten, denn wir wollten am nächsten Tag erstmal genußvoll die Hahnenbachtaltour abwandern.
Schloss Wartenstein
Mit € 50 ÜF pro Person nicht ganz billig, aber sein Geld wert: schöne neu renovierte Zimmer mit großem Balkon zum See heraus und ein großzügiger Wellnessbereich mit Sauna und Dampfbad erwarteten uns. Am Abend im Restaurant gab’s natürlich frische Forelle in allen Variationen, andere leckere Speisen wie z.B. Bärlauchsuppe mit Bärlauch frisch geschnitten vom Hahnenbachtal ( wir sahen den Koch bei dieser Tätigkeit am nächsten Tag, als wir zum Hotel zurückkehrten ).
See am Forellenhof im Hahnenbachtal
Das Hotel liegt knapp vor Ende der ersten “offiziellen” Etappe, wie im Buch “Abenteuer Soonwaldsteig” von Heidrun Braun beschrieben, so daß wir knapp 14 km gewandert waren und dabei 746 Höhenmeter auf- und 591 m abgestiegen waren. Großer Vorteil: das Hotel liegt quasi direkt am Steig, was man von den folgenden Unterkünften erstmal nicht mehr sagen konnte, und ist auch idealer Ausgangspunkt für die Hahnenbachtaltour.
Das Wetter an diesem ersten Tag war bewölkt aber trocken gewesen, nachdem es in der Nacht zuvor viel geregnet hatte.