Mittwoch, 10. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Hinfahrt und Begegnung mit dem Heiligen Christopherus

Die schon zur lieben Gewohnheit gewordene Wanderwoche mit Hans Kammerlander fand dieses Jahr im Frühling statt, notfalls auch mit Schneeschuhen, wie im Programm zu lesen war. Wir packten also neben Wander- auch Schneeschuhe mit ein und verließen Mommenheim am Morgen des 15. Mai 2015 um 9:20 Uhr und machten uns auf die Fahrt nach Südtirol.
Das Wetter war eher regnerisch. Wir fuhren diesmal nicht die mit langen Baustellen garnierte Strecke über Karlsruhe nach Stuttgart und Ulm, sondern die A6  Richtung Nürnberg und dann die A7 nach Ulm. An einem großzügigen und fast schon nett zu nennenden Rastplatz hinter der Kochertal-Brücke besichtigten wir die dort ein Jahr zuvor erbaute Kirche und lernten dort die Sage des Opherus kennen, der seinem Herrn dienen wollte und sich nichts mehr wünschte als einmal Jesus Chrsitus zu begegnen.

Der Heilige St. Christopherus -
Wandgemälde
an der Kirche in Meran
Der Herr sandte ihn, der groß und kräftig war, zu einem reißenden Flug am Ende der Wüste, dort solle er den Reisenden über den Fluß helfen. Er ließ sich dort nieder, baute sich ein Haus und tat wie ihm geheißen. Eines Tages stand ein Kind am Ufer und wollte über den Fluß gebracht werden. Er nahm es auf die Schulter und stiefelte durch die reißenden Flute, die plötzlich immer reißender wurden, wie auch das Kind immer schwerer zu werden schien. Nach großer Anstrengung erreichte er schließlich mit dem Kind das Ufer und erzählte ihm von dem Erlebten. “Ich bin Jesus Chrsitus”, erwiderte das Kind, “und Du hast mit mir die Last der ganzen Welt über diesen Fluß getragen.” Seitdem nannte man ihn den Heiligen Christopherus, den “Christus-Träger”.
Vor der Kirche stand eine im Schwarzwald geschnitzte Holzstatue, die den großen Mann mit Stock und dem Kind auf den Schultern darstellte, das Kind trug einen Ball, der wohl vielmehr die Welt symbolisiert. Ich sah mir daraufhin meinen Christopherus-Kettenanhängern genauer an, den mir meine Frau mal schenkte, um mich auf allen meinen Reisen zu beschützen. Und tatsächlich auch dort zu sehen: ein Kind auf den Schultern des Mannes, mit einem Ball. Verwundert stellte ich fest, daß ich mir diesen Anhänger erst jetzt nach vielen vielen Jahren genauer angesehen hatte.
Weiter ging es auf der Autobahn. Auch hier gab es schließlich Baustellen, aber dennoch kamen wir gut voran, es war relativ wenig Verkehr an diesem Freitag nach Chrsiti Himmelfahrt.
Von Ulm ging es ein Stück weiter auf der Autobahn nach Süden, dann lotste mich mein Navi nach Bregens am Bodensee und in Richtung Reschenpass. Mal was neues, dachten wir uns, nicht wie immer über den Brenner. Zu Hause hatte ich versucht per Google Maps eine Route durchs Ötz-Tal und über das Timmelsjoch zu berechnen, Google hatte mich aber immer wieder nach Innsbruck geschickt und eine Fahrt über das Timmelsjoch verweigert. Wie wir später vor Ort sahen zeigten Straßenschilder hinter Meran an, daß das Timmelsjoch gesperrt war.
Hinter Bregens wurde das Navi dann sichtlich nervös, zeigte eine Strassensperrung an und wollte uns plötzlich zurück nach Bregens schicken. Ich fuhr unbeirrt weiter. Schilder wiesen schließlich darauf hin, daß der Arlbergtunnel gesperrt sei, wir fuhren trotzdem weiter und wurden dann auf eine Strasse geleitet, die über den Arlbergpass führte.
Hotel Mitterplarserhof
Hinauf ging es in den Nebel, beiderseits der Strasse waren noch kleinere Schneefelder zu sehen.  Dann ging es zurück zur Strasse nach Innsbruck und weiter und bald zweigten wir zum Reschenpass ab. Noch 120 km bis zum Ziel ! Wir kamen gut voran, natürlich nicht mehr so schnell wie auf der Autobahn. Um etwa 16:30 Uhr tranken wir Kaffee am Reschensee und kauften dort Speck und Brot als Wanderproviant. Es nieselte immer noch, nur selten kam etwas Sonnenlicht durch. Beschaulich ging es weiter durch das Vinschgauer Land und hinunter nach Südtirol, dann in Richtung Meran, wo wir um 18:20 Uhr an unserem Hotel Mitterplaser Hof in Algund ankamen.
Wir bezogen ein hübsches geräumiges Zimmer mit grossem Balkon, schlüpften sofort in unsere Badesachen und schwammen noch ein paar Runden im hoteleigenen Schwimmbad, bevor es zum Abendessen ging.

Donnerstag, 7. Mai 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Abstieg und Ausklang

Am Freitag den 27. Februar 2015 ging unsere Schneeschuh-Wanderwoche auf der Schweinfurter Hütte zu Ende.

Gepäck verladen
an der Schweinfurter Hütte
Am Morgen luden wir unser Gepäck in die Schneeraupe und nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den netten Wirtsleuten Carmen und Andreas.
Der Weg zurück nach Niederthai war schnell zurückgelegt. Das Wetter war noch gut, aber dunkle Wolken zogen heran. Im Gasthof zur Sonne setzten wir uns noch einmal zusammen für einen Abschieds-Kaffee. Dann ging jeder seiner Wege und Alex und ich waren wieder unter uns.
Schlechtes Wetter naht
Wir hatten uns noch für zwei Tage ein Zimmer im Falkner Hof reserviert, um unseren Urlaub noch etwas zu verlängern. Den heutigen Nachmittag verbrachten wir im Sauna-Bereich, Zeit für einen Ruhetag war allemal.
Am nächsten Tag unternahmen wir am Vormittag eine kurze Wanderung durch den Wald und auf den Taufersberg, von dem herab man das Ötztal sehen kann.  Der Weg ließ sich gut ohne Schneeschuhe bewältigen, nur an wenigen Stellen wurde es etwas steil und rutschig. Am Nachmittag, nach einem Mittagessen im Hotel Tauferberg ( der Stramme Max war wirklich was besonderes ! ) wanderten wir hinunter zur Brücke am Gasthof zur Sonne und von dort weiter zum Stuibenfall, um diesen von einer Plattform aus von oben anzuschauen. Rauschendes Wasser, flankiert von Eisformationen, stürzte hier in eine Tiefe von 150 Metern.
Blick vom Taufersberg nach Niederthai

Niederthaier Kirche
und Gasthof Zur Sonne
Eine weitere kleinere Rundwanderung führte uns zu einem Cafe außerhalb von Niederthai, wo wir bei einem herrlichen Blick auf die Ötztaler Alpen einen ebenso herrlichen Kuchen genossen. Wir saßen eine ganze Weile dort in der Sonne vor dem Haus, unterhielten uns mit den Eigentümern und einigen Stammgästen und konnten unsere Blicke kaum abwenden von dieser grandiosen Aussicht.
Tree above troubled water
Am späten Nachmittag wanderten wir zurück ins Hotel, besuchten nochmals die Sauna und am Abend das großzügige Restaurant, in dem wir gut versorgt wurden.
Am folgenden Tag, dem Sonntag, traten wir nun die Heimreise an. Die Fahrt über den Fernpass dauerte diesmal ziemlich lange, der Stau zog sich vom Tal hinauf bis zum Pass und löste sich auch danach nur zögerlich auf.
Oetztaler Alpengipfel
So kam es daß die Heimreise gut 2 Stunden länger dauerte als die Hinreise, aber schließlich kamen wir wohlbehalten im Rhein-Main-Gebiet an, wo die Arbeit auf uns wartet, wir aber nicht mehr so gerne wohnen, weil es viel schönere und ruhigere Plätze gibt auf dieser Welt, wie wir auch in diesem Urlaub wieder gesehen hatten.

Samstag, 25. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Vierte Tour: zum Schartenkopf

Für unsere letzte Schneeschuhwanderung diese Woche bekamen wir noch einmal phantastisches Wetter geboten. Christian war leider nicht mehr dabei: bei seinem Einbruch gestern hatte er sich wohl nasse Füße und damit eine Erkältung geholt.

Schweinfurter Hütte in Winterlandschaft
Zur gewohnten Zeit – 8:15 Uhr – begann der Aufstieg direkt hinter der Hütte: gleich ging es steil aufwärts an einem Schneehang empor. Mit jedem Schritt wurde die Hütte unter uns kleiner und die Aussicht besser. Es dauerte gut 1,5 Stunden, bis wir ein Kar erreichten – das Weite Kar – wo es nun gemütlich und flacher durch Schnee weiter ging durch eine herrliche Berglandschaft.
Am Schneehang aufwärts
Schon lag die Finstertaler Scharte vor uns, dahinter ragte der Schartenkopf empor, unser heutiges Ziel und damit der einzige Gipfel für diese Woche. Immerhin !
Zu Scharte hin steilte es wieder auf, dann liefen wir noch ein Stück weiter Richtung Gipfel und suchten uns einen Rastplatz. Wir beobachteten eine Gruppe Ski-Wanderer, die den Gipfel bereits erreicht hatte und nun wieder abfuhr: ein Ski-Führer gefolgt von seinen holländischen Damen.
Durch unendliches Weiß
Erhard schaute sich den Hang daraufhin etwas besorgt an, er war nun durch Skispuren zerschnitten. Für den Aufstieg wählte er dann eine Route seitlich zum Hang, auf einem Grat ansteigend. Wir anderen folgten, waren aber angehalten große Abstände einzuhalten. In Kehren ging es dann weiter hinauf, gewartet wurde immer an den Kehren selbst, so daß immer nur eine Person im Hang war.
Weiter zum Gipfel des Schartenkopfs
Alex war am Rastplatz zurückgeblieben und genoß Sonne und Ruhe; letztere aber nicht sehr lange, denn es folgte eine weitere größere Ski-Gruppe.
Um 12:20 Uhr hatte ich den Gipfel erreicht. Einige waren schon oben, einige noch beim Aufsteigen. Eine schöne Rundumsicht bot sich uns mit dem Finstertaler Speichersee direkt unter uns und dem Hoteldorf Kühtai dahinter.
Finstertaler Stausee und Kühtai
Der Abstieg begann 15 Minuten später und eine halbe Stunde später hatten wir unseren Rastplatz etwas oberhalb der Scharte wieder erreicht. Die große Ski-Truppe hatte jetzt ihre Ski abgelegt und begann nun den Aufstieg zum Gipfel: in Schneeschuhen und ohne irgendwelche Abstände einzuhalten, wie die Lemminge dicht an dicht stand die gesamte nicht gerade kleine Gruppe schließlich im Hang.
Gipfelphoto auf dem Gipfel des Schartenkopfs
Wir genossen unsere Mittagspause, die mitgebrachte Vesper, die herrlich warme Sonne und die Schnee- und Bergpracht um uns herum, bis wir uns dann schließlich an den Abstieg zurück zur Schweinfurter Hütte machten. Wir waren guter Dinge, genossen das Absteigen durch den Tiefschnee, und kamen so flott voran.
Nur wir und der Schnee
Dort langten wir um 15:00 Uhr an, begossen die erfolgreiche Wanderwoche und vor allem diese letzte grandiose Tour mit einem Schnapserl, den uns Erhard servierte, saßen noch etwas in der Sonne und hatten viel Zeit den Tag ausklingen zu lassen, bis es Abendessen gab gefolgt von gemütlichem Beisammensein in der Stube inklusive Verleihung einer Anstecknadel von Erhard.
Eine Runde Schnaps
für die Schneeschuhwanderer

Freitag, 10. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Dritte Tour: zum Zwieselbachjoch

Für heute stand uns die längste Tour bevor: von der Schweinfurter Hütte zum Zwieselbachjoch (2870 m), also hin und zurück 13 km mit 830 Höhenmeter Auf- und Abstieg.

Kurze Rast auf der Tour
durchs Zwieselbachtal
Durch die Länge der Tour waren die Steigungen meistens gering, erst am Ende wurde es steiler und zum Schluß auf das Joch hoch ganz steil.
Das Wetter war etwas besser als gestern, es regnete nicht mehr und immer öfter kam schemenhaft die Sonne vor und tauchte uns besonders am Nachmittag in ein milchiges weißes Licht.
Schnee und ein weißer Himmel
Wie gewohnt ging es um 8:15 Uhr los, immer dem Tal folgend, das allmählich einen Bogen nach rechts ( Süden ) machte. Wir kamen an einem Schnee-Höhenmesser vorbei: der Stab zeigte eine Schneehöhe von immerhin über 3 Metern an.
Am Mittag hielten wir direkt auf die Sonne zu, das Joch lag direkt vor uns. “Noch 45 Minuten”, schätzten Judithia und ich.
Alex und Axel
auf dem Zwieselbachjoch
Wir sollten etwa die doppelte Zeit brauchen. Der Weg zog sich in die Länge, aber endlich um 13:25 Uhr hatten wir das Ziel erreicht. Der Dunst hatte sich etwas gehoben und so konnten wir zumindest die umliegenden Berge in der Nähe erkennen.
Den Abstieg begannen wir um 13:45 Uhr. Unterwegs brach Christian so unglücklich mit seinen Schneeschuhen ein, daß sie sich unter der Schneedecke im Fels verkanteten. Dumme Situation, zumal er als letzter ging und wir anderen schon etwas weiter waren. Glücklicherweise hatte er eine Pfeife an seinem Rucksack und konnte so auf sich aufmerksam machen. Ein paar Mann kehrten um und hatten ihn dann auch bald befreit.
Am Ende vom Zwieselbachtal
( Erst gestern hatte ich gelernt daß ich ebenfalls eine Pfeife am Rucksack habe, sie befindet sich in einer der Riemen-Verschlüsse. Jetzt wurde mir auch klar warum ausgerechnet dieser gelb angemalt war !)
Es war 16:45 Uhr, als wir an der Hütte anlangten. Eine lange Tour, aber nicht so lange, daß wir nicht noch vor dem Abendessen jede Menge Zeit hatten uns auszuruhen.

Donnerstag, 9. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Zweite Tour: ins Wannenkar

Das schöne Wetter von gestern war verschwunden, heute war es trüb und es schneite leicht.

Aufbruch zur zweiten Schneeschuhtour
Trotzdem hieß es wieder um 8:15 Uhr: Schneeschuhe anziehen, LVS-Gerät überprüfen, und raus in die freie Natur.
Wir stiegen ein kurzes Stück von der Hütte ab Richtung Niederthai, dann bogen wir nach rechts ab in den Wald und erreichten nach einem ersten kurzen Anstieg die Finstertaler Sennhütte.
Nach kurzer Pause, während der uns die Hütte selbst guten Schutz bot vor dem einsetzenden Schneegestöber, wanderten wir weiter Richtung Hochreichscharte.
Finstertal Sennhütte
Die Sicht wurde schlechter, es umgab uns eine weiße milchige Nebelsuppe.
Nach einer Weile packte Erhard sein Gerät zur Vermessung der Steilheit von Hängen aus und vermaß die vor uns liegenden Hänge.
Zu Steil für das angegebene Lawinenrisiko für die Ausrichtung dieser Hänge, befand er. “Wenn wir da lang gehen”, erklärte er, “darf immer nur einer im Kar sein.
Ankunft an der Finstertal Sennhütte
Jeder wird für den Aufstieg etwa 45 Minuten benötigen.” 8 x 45 Minuten warten ? Keine gute Aussicht. Wir stimmten schnell überein eine weniger gefährliche Alternativtour zu machen,
Wir kehrten um und stiegen dann rechter Hand aufwärts ins Wannenkar unterhalb des Peistakogels. Jeder durfte jetzt mal voran stapfen und dabei auch die Richtung wählen, was nicht einfach ist, wenn man plötzlich vor einem weißen Berg steht.
Into The White
Es erfordert nicht nur Kraft und Ausdauer die Spur zu machen, sondern auch volle Konzentration den besten Weg nach oben zu finden, steil, um voran zu kommen, aber nicht zu steil, vor allem wenn der Schnee schwierig wird. Winzige Details und Konturen im Berg müssen beachtet werden, um einen optimalen Anstieg zu finden, was uns in der Regel allen nicht gut gelang, weswegen Erhard immer wieder korrigieren mußte.
Schutz bei der Finstertal Sennhütte
Wir erreichten eine Erhebung im Kar, unseren heutiger “Gipfel”. Nach kurzer Pause ging es auf demselben Weg wieder zurück, schlußendlich folgte noch ein kurzer Aufstieg wieder hinauf zur Schweinfurter Hütte.
Trotz sub-optimalem Wetter, wirklich schlecht war es eigentlich nicht gewesen, und trotz einer Alternativ-Route, die wir gehen mußten, hat auch diese Tour ihren eigenen Charakter gehabt und viel Spaß gemacht, und war vor allem lehrreich ! Jedenfalls hatten wir auch diesen Tag gut genutzt und uns den nötigen Hunger erlaufen für das wie immer vortreffliche Abendessen in der gemütlichen Schweinfurter Hütte.

Sonntag, 29. März 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Erste Tour: auf die Breite Scharte

Winterpanorama
an der Schweinsfurter Hütte
Unsere erste Schneeschuhtour führte uns zunächst ins Zwieselbachtal, dann linkerhand ansteigend bis zur Breiten Scharte auf 2780 m.
Als mich mein Handy um 06:45 Uhr weckte begann es draußen bereits zu dämmern und der Himmel sah klar aus, langsam begannen die Schneegipfel um uns herum rötlich zu leuchten. Es versprach ein guter Tag zu werden.
Durch den Schnee der Sonne entgegen
Frühstück mit Müsli, Säften, Joghurt, Obstsalat, Brot, Wurst, Käse, Kaffee oder Tee gab es ab 07:15 Uhr, Abmarsch war für 8:15 Uhr vorgesehen. Der Lawinenbericht, der um 07:30 Uhr eintraf per Internet und Ausdruck, zeigte im Mittel eine mäßige Lawinengefahr, Stufe 2, Tendenz gleichbleibend. Im Detail konnte man sehen ab welcher Höhe welche Hänge – je nach Ausrichtung und Steilheit – zu vermeiden waren.
Aufstieg aus dem Zwieselbachtal
Wir legten erstmals unsere Schneeschuhe an und sammelten uns vor der Hütte im “Wintergarten” zur Überprüfung der LVS Geräte. Erhards Vorgehen war dabei wie folgt: zuerst geht er auf Senden und wir alle auf Empfang.
Oberhalb des ersten Anstiegs
zur Breiten Scharte
Es wird sichergestellt daß alle unsere Geräte ihn finden; dann umgekehrt: er stellt sicher daß er alle Geräte empfangen kann. Somit ist auch sichergestellt daß jeder Teilnehmer sein LVS Gerät eingeschaltet und auf Senden gestellt hat, bevor es losgeht. “Auf Senden stellen” heißt: das Gerät zuklappen, was man ohnehin macht, wenn man es in die Hülle steckt, die um den Körper gebunden wurde.
Schneeschuhwandern im Sellrain
Wir wanderten los in eine friedliche Schneewelt hinein. Die Sonne stieg höher, der Himmel war blau, als wir aus dem Schatten des Tals heraustraten wurde es gleich wärmer. Am nur an wenigen Stellen sichtbaren Bach ging es an diesem entlang, bis wir nach links abzweigten und es nun steiler werdend bergauf ging.
Es folgte zunächst ein steiles, schwieriges Stück, auf dem wir uns teilweise durch Tiefschnee voran wühlen mußten, d.h. ein bis zwei Schritte vorwärts, dabei versuchen mit den Schneeschuhen Halt zu finden, Gewicht drauf, und wieder runterrutschen.
Zwei Schneeschuhwanderer
Das kann frustrierend und Kräfte zehrend werden, aber es war nur ein kurzes Stück und irgendwann hatten wir es alle bis oben hin geschafft.
Danach ging es gemütlicher weiter in ein Hochtal hinein, später wieder aufsteilend zur Breiten Scharte, die wir um 12:30 Uhr erreichten.  Unter uns im dahinter liegenden Tal konnten wir die Pforzheimer Hütte sehen.
Blick zur Pforzheimer Hütte
Wir suchten uns einen windgeschützten Platz, denn direkt über die Scharte pfiff es gar ordentlich, und machten Mittagsrast.
Der Abstieg begann um 13:00 Uhr und war angenehm zu gehen, bis wir wieder an jene steile Stelle kamen. Hier hieß es deutlich ins Knie gehen, Gewicht nach vorne auf den Schuh, um nicht wegzurutschen. Ich rutschte trotzdem weg, drehte mich auf den Bauch, fand Halt an einem Stein, und legte den restlichen Abstieg auf dem Hosenboden zurück.
Auf der Breiten Scharte
Um 15:30 Uhr hatten wir die Hütte wieder erreicht und genossen einen gemütlichen Nachmittag in der Gaststube, mit warmen oder mehr durststillenden Getränken, gefolgt von einer weiteren Lektion am LVS Gerät, gefolgt vom wie immer deftigen aber lecker gemachten Abendessen.
Jens verkündete, daß hier für ihn die Tour zu Ende sei. Beim Aufstieg hatte er noch ganz fit gewirkt, der Abstieg hatte ihn aber ordentlich mitgenommen, und er bekam wohl auch eine Erkältung.  Am nächsten Morgen nach dem Frühstück würde er abreisen.

Sonntag, 22. März 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Aufstieg zur Hütte

Am Sonntag den 22. Februar 2015 fuhren wir morgens mit dem Auto nach Niederthai und parkten auf dem großen Parkplatz in der Mitte des Tals, wo wir 24 € für 5 Tage bezahlten.  Wir machten noch einen Spaziergang durch und rund um Niederthai und kehrten dann in den Gasthof Zur Sonne ein, wo wir uns mit der Wandergruppe treffen sollten. Noch war viel Zeit, wir waren die ersten, und bestellten uns etwas zum Mittagessen.

Am Hotel Johanna

Nach und nach trafen die Teilnehmer ein: Jens, Christian, Siegfried, Jürgen mit seiner Tochter Judithia, Matthias und zum Schluß der Bergführer Erhard. Um 13:00 Uhr waren alle da. Nach kurzem Kennenlernen gingen wir zum Parkplatz und luden unser Gepäck in einen Container, wo der Wirt der Schweinfurter Hütte es mit seiner Schneeraupe abholen würde. Auch die Schneeschuhe kamen in den Container, die Hütte war gut auf einem planierten Winterwanderweg erreichbar.
Niederthai im Winter

Zur Hütte mußten wir 500 m aufsteigen. Wir wanderten los, es schneite ganz leicht und war bewölkt. Anfangs relativ flach, wurde der Weg erst nach einer Weile steiler. Auf halber Strecke kamen wir an der Jausenstation Larstighof vorbei, wo wir nicht einkehrten, dafür aber die kleine Kapelle besichtigten. Bald überquerten wir den Bach und sahen von hier aus zunächst eine Alm unterhalb der Schweinfurter Hütte, dann dieselbe selbst, während es nun ordentlich bergan ging.
Start der Wanderung
auf die Schweinsfurter Hütte

Nach etwas über zwei Stunden hatten wir die Schweinfurther Hütte erreicht, bezogen unsere Zimmer, aßen Apfelstrudel in der gemütlichen Gaststube und bekamen dann vor dem Abendessen eine erste Einführung von Erhard in den Gebrauch eines Lawinenverschüttetensuchgeräts (LVS-Gerät).
Wanderung zur Schweinsfurter Hütte
Dabei lokalisierten wir sofort jemanden in einem der Zimmer, der sein LVS-Gerät wohl nicht ausgeschaltet hatte.
Nach einem guten Abendessen – es gab meistens eine leckere Suppe vorneweg, ein Hauptgericht mit Salat und ein leckeres Dessert zum Abschluß -  und einigen weiteren Drinks ging’s um 22:00 Uhr in die Betten, damit die Hüttenruhe pünktlich beginnen konnte.
Ausbildung am LVS-Gerät
Das Schlafen im Hüttenschlafsack ( irgendwie zu eng ) und die ungewohnten Geräusche in der Hütte ließen mich einige Stunden wach liegen, am Ende bekam ich aber wohl doch ausreichend Schlaf bis der Alarmton meines Handy um 6:45 Uhr ertönte.