Freitag, 7. Oktober 2016

Nepal Reise 2016-12.Etappe: Vom Hill-Top-Guest House in Goa Valley Bimtang über Tilje bis fast nach Jagat (1315m)

Die Party am Vorabend war bis 22:30 Uhr im Gange gewesen, am Morgen nach einem guten Frühstück in der gemütlichen Gaststube ging es dann los zur bronzenen ( dritt-letzten ) Wanderetappe.

Leaving Goa Valley in the morning
Da wir gestern nicht bis Tilje gekommen waren mußten wir diese eineinhalb Stunden lange Strecke erstmal zurück legen, wieder dem Fluß folgend. Wir durchwanderten den malerischen Ort Tilje und überquerten mal wieder den Fluß über eine Hängebrücke. In einer Schlucht ging es weiter, gut eine weitere Stunde lang bis Dharapani, wo wir in einer weiteren hübschen und bunt angestrichenen Lodge zur Teepause einkehrten.
Amarylis am Wegesrand
Von da war es nicht mehr weit zur Mittagsrast, wie hatten vielleicht eine halbe Stunde zu gehen und nun wieder eine Strasse erreicht. ‘Strasse’ nach nepalesichen Verhältnissen, eigentlich eher eine Steinpiste, die mit Jeeps befahrbar war, so daß Wanderer nun schneller in die Anapurna-Region gelangen konnten. Vor fünf Jahren habe es diese Strasse noch nicht gegeben, meinte Hans.
Swing Bridge to Tilje
Wie so oft übernahmen die Scherpas und ein paar Porter die Küche des Hotels, in das wir eingekehrt waren, und bereiteten uns ein leckeres Mittagessen bestehend aus Frühlingsrolle, gebratenen Kartoffeln mit Gemüse und einer gebackenen Banane.
Anschließend hieß es nun für die nächsten 3,5 Stunden der Strasse folgen, die teilweise abenteuerlich in die Felswände gehauen und gesprengt worden war.
Our lunch in Dharapani
Der Weg auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses wäre vielleicht angenehmer zum Gehen gewesen, war aber steinschlaggefährdet. Immer wieder sahen wir Arbeiter, die mit primitiven Werkzeugen dabei waren die Strasse auszubessern.
Um 16:35 Uhr erreichten wir einen Ort etwa eine Weg-Stunde vor Jagat mit einigen Hotels. In eines davon kehrten wir ein zum Übernachten, es erinnerte mich ein bischen an ein Wild-West-Haus mit seiner hölzernen Veranda und den Balkons.Dort waren wir jedenfalls gut untergebracht. Wir saßen noch etwas auf der schmalen Veranda und tranken Bier und gönnten uns dazu heute mal Kartoffelchips, während draußen noch ein paar Jeeps vorbei holperten. Nach dem Abendessen gab’s einen Geburtstag zu feiern mit Torte und jenem merkwürdigen Punsch, den die Porter hier in Nepal manchmal zusammenbrauten. Den Namen habe ich vergessen, er besteht irgendwie aus Reismaische und Kaffee.
Strasse im Fels

Tibet Lhasa Hotel

Sonntag, 2. Oktober 2016

Nepal Reise 2016-11.Etappe: Von Bimtang fast nach Tilje (2240m)

Winter Hiking in Bimtang
Die Nacht war wirklich kalt, kälter als die in Dharamsala.  Am Morgen fiel es schwer dem warmen Schlafsack zu entsteigen, aber nach einem Blick auf die herrlichen schneebedeckten Berge und Wälder ringsum kam man doch ganz gut in Gang.
Nach dem Frühstück setzten wir den vorgestrigen Abstieg fort und wanderten durch eine atemberaubende Winterlandschaft.
Bimtang
Zunächst war der Weg schneebedeckt und recht rutschig, die winterliche Stimmung mit Sonnenschein und blauem Himmel aber grandios. Immer weiter ging es an einem Fluß entlang, diesen dann überquerend, eine Schutthalde hinauf, und plötzlich standen wir in herrlich blühenden Rhododendron-Wäldern ! Diese sind ein weiteres Highlight in Nepal, die Farbenbracht vor weißer Bergkulisse ein unvergesslicher Eindruck.
Weiße Bergweilt zum Staunen
In dieser Höhe wachsen hier üppige Rhododendron-Bäume und Büsche, voll mit Blüten in allen Rot- bis Rosa-Tönen und weiß, teilweise noch mit Schnee bedeckt.
Wir stiegen durch diesen bezaubernden und farbenprächtigen Wald weiter hinab und ließen den Schnee schnell hinter uns, sehr schnell wurde es wieder warm, trocken und sommerlich.
Hiking in the
Rhododendron Forest
An einer Lodge machten wir kurz Rast und blickten zurück auf die weißen Berge, die nun mehr und mehr in die Ferne rückten. Alex war noch ziemlich schwach und kleinere Gegenanstiege machten ihr sehr zu schaffen, wir blieben immer weiter zurück.
Durch Wald, an einem Fluß entlang, alsbald durch erste Siedlungen ging es immer weiter und weiter, die Mittagsrast wollte einfach nicht kommen. Es war 14:15 Uhr, als wir endlich an einer bezaubernden Lodge anlangten, die Vorbereitung des Mittagessens war noch in vollem Gange.
Die Hill-Top-Guest House & Restaurant Lodge in Goa Valley gefiel uns allen auf Anhieb sehr gut mit ihren bunten Häuschen, der ordentlichen Küche und der gemütlichen Gaststube mit richtigen Holzstühlen und Sofas.
Rose Rhododendron Blüten
Als Hans nach dem guten Mittagessen den Vorschlag machte hier über Nacht zu bleiben gab es keine Gegenstimmen. So bezogen wir ordentliche Zimmer und genossen die erste, richtig heiße Dusche seit langem, welch genüßlicher Luxus !
Gemütlich und zufrieden verbrachten wir den restlichen Tag in der Gaststube.
Red flowers and white mountains
Die Porters hatten sich drei Hühner im Hof gefangen und bereiteten nun ein Hühnchen-Curry zu. In der Küche ging es locker und lebhaft her, alle waren Hand in Hand damit beschäftigt Essen zuzubereiten. Es machte Spaß sich einfach dazu zu setzen und Teil des fröhlichen Treibens zu sein.
Arriving in Goa Valley
Später begann eine große Suchaktion nach dem Ehering von Michael, der plötzlich von seinem Finger verschwunden war. Beim Duschen, oder schon heute auf der Wanderung ? Mit einem Foto, das ich beim Mittagessen geschossen hatte, konnte ich beweisen, daß zu diesem Zeitpunkt der Finger noch an seiner Hand gewesen war. Er mußte sich also irgendwo hier in der Lodge befinden. Alle suchten eifrig, inklusive aller Porters, schließlich mit Stirnlampen, denn es wurde schon dunkel.
Lunch @ Hill-Top-Guest
House & Restaurant Lodge
in Goa Valley
Und der Ring wurde wieder gefunden. Was Michael und seine Frau sehr freute, aber natürlich eine Runde Bier kostete.
Am Abend wurde wieder ausgelassen getanzt und Tuborg getrunken. So ging ein weiterer großartiger Tag in Nepal dem Ende entgegegen.

Samstag, 1. Oktober 2016

Nepal Reise 2016-Ruhetag in Bimtang (3630m)

Den Blick aus unserem Zimmer am Morgen auf die weißen Gipfel hier oben unter strahlend blauem Himmel werde ich wohl nie vergessen !

White Needle @ Bhimthang
Da das Wetter heute morgen herrlich war wurde der Reservetag, der in unser Wanderprogramm eingeplant war, gleich hier in Bimtang als Ruhetag verbracht. Da wir problemlos über den Pass gekommen waren konnten wir hier nun entspannt ausruhen.
Nach dem Frühstück setzten wir uns vor die Lodge und genossen die Sonne und den Ausblick auf die weißen Anapurna-Berge, wobei man den Hauptgipfel von hier aus nicht sehen konnte.
Our Lodge in Bimtang
Am Morgen hatte noch Schnee gelegen und unsere Porter trugen zunächst ausgelassen eine Schneeball-Schlacht aus. Die Sonne leckte den Schnee dann rasch weg und es wurde warm und gemütlich. Nun begannen die Porter mit dem Waschen ihrer Klamotten.
Lesend, schreibend, dösend oder mit einem Dorfspaziergang verbrachten wir den Vormittag bis zum Mittagessen, bestehend aus Momos und Spaghetti.
Idylle in Bimtang
Auch der Nachmittag verlief ruhig und gemütlich, niemand hatte Lust auf eine größere Tour. Eine Eselskarawane traf ein und brachte Nachschub. Gemächlich stapften die Tiere über das Anwesen und einmal mehr realisierte ich wie langsam die Uhren hier ticken im Vergleich zu der Kultur, aus der wir hierher gekommen waren. Alex besorgte sich einen Pott heißes Wasche um mal wieder die Haare zu waschen. Ich verschob meine Dusche noch etwas, da hier ein großer Andrang auf die Dusche bestand und mir die Luft noch etwas zu frisch war.
Bald fing es dann am Nachmittag wieder an zu schneien und alle verzogen sich in die Gaststube, die über einen Ofen verfügte, den der Wirt auch unverzüglich anfeuerte.
Nachschub
Der Ofen wurde so heiß, daß der eine oder andere sich die Klamotten versengte, aber wir waren dankbar für die warme Stube.
Am Abend aß ich eine vegetarische Pizza, die sehr gut schmeckte, auch Alex konnte wieder etwas essen, es gab für sie Spiegelei, von Nudeln und Brot hatte sie momentan die Nase voll.
What's cooking in Bhimthang ?
Nach dem Essen wurden Lieder angestimmt. Unsere Guides und Porter machten den Anfang, dann kamen wir mit unserem begrenzten Repertoire, mehr als zwei Lieder bekamen wir nicht hin. Immerhin, wir hatten trotzdem unseren Spaß und feierten abermals die gelungene Pass-Überquerung. Als wir uns auf dem Weg zu unseren Schlafsäcken machten merkten wir, daß diese Nacht wieder kalt zu werden versprach.

Freitag, 30. September 2016

Nepal Reise 2016-10.Etappe: Von Dharamsala über den Larkya Pass (5200m) nach Bimtang (3630m)

Um 4:00 Uhr morgens piepste die Weckuhr, es war noch dunkel. Im Licht der Stirnlampen rafften wir unser Zeug zusammen und verstauten es im Seesack.

Der Aufstieg zum Larka Pass beginnt
Die Porter waren sofort zur Stelle um diese in Empfang zu nehmen.
Nach einem schnellen und spärlichen Frühstück ging’s eine halbe Stunde später los. Die Dunkelheit wich der Morgendämmerung, so daß wir Stirnlampen beim Wandern nicht mehr brauchten. Schon bald erstrahlten die Berge um uns herum im orangen Licht der Morgensonne, die auch uns bald Licht und Wärme schenkte. Entlang einer Moräne stiegen wir gemächlich aufwärts.
Auf dem Weg zum Larka Pass
Um 7:30 Uhr machten wir eine erste Rast an einem verfallenen Steinhaus. Zahlreiche Lastenträger und eine amerikanische Familie waren mit uns unterwegs. Wie wir später erfuhren war der Mann höhenkrank geworden und mußte mit dem Hubschrauber abgeholt werden.
Über uns leuchtete ein blauer Himmel, als wir aber weiter gingen zog sich dieser allmählich mit Wolken zu. Wir stapften nun bald durch etwas verharschten Schnee und eine Stein-Landschaft.
Into the snow @ Larka Pass
Um 9:30 Uhr hatten wir den Larkya Pass erreicht, markiert durch unzählige farbige Fähnchen. Die Aussicht war leider einer grauen Wolkenwand gewichen.
Nur kurz genossen wir den Triumph den Pass auf 5200 m erreicht zu haben. Alex verabschiedete sich von den beiden Porter, die sie in einem Korb herauf getragen hatten. Sie war sehr durchgefroren und konnte zunächst kaum gehen.
Auf dem Larka Pass
Wir machten uns gleich an den Abstieg, denn es stand uns noch ein langer Weg bevor. Dieser war nicht sehr steil, aber durch Schnee und Eis stellenweise etwas schwierig. Eine Esels-Karawane kam uns entgegen, unter uns sahen wir einen Gletscher in das Tal reichen, durch das wir dann nach Bimtang gelangen wollten.
Die Gruppe war zügig voraus gegangen, Chhewang Sherpa und ich blieben bei Alex und folgten etwas langsamer.
Der Abstieg vom Larka Pass beginnt
Unterwegs machten wir eine kurze Pause und ernährten uns von Nüssen und Keksen. Um 12:00 Uhr hatten wir das Tal erreicht. Nun ging es auf einem einfacheren Weg weiter nach Bimtang. Es begann zu schneien und wir konnten nicht weit sehen, auch das Ziel konnten wir nirgends ausmachen. Also folgten wir dem Weg, der allmählich weiter bergab führte.
Abstieg vom Larka Pass
Alex war am Ende ihrer Kräfte. Dann endlich, so um 15:00 Uhr, tauchten die bunten Häuser einer Siedlung vor uns auf. Wir hatten unsere Lodge in Bimtang erreichen und kehrten sofort in die Hütte ein um uns bei Tee aufzuwärmen. Die Gruppe war schon dort und die Scherpas und Porter nun froh daß alle es geschafft hatten.
Chewang Sherpa hatte uns ein Zimmer beschafft mit privatem Klo und Wasserhahn – welch ein Luxus in Nepal.
Gletscher hinter dem Larka Pass
Die Zimmer befanden sich in kleinen schmucken Hütten, überhaupt war diese Lodge super schön, verglichen mit den Lodges, die wir auf der anderen Seite des Passes gesehen hatten. Wir kamen nun in das Anapurna-Gebiet, wo die Infrastruktur für Wanderer offensichtlich deutlich besser ist als im Manaslu-Gebiet.
Reaching Bimtang
Wir ließen uns das Abendessen und ein Bier schmecken. Am Abend wurde ausgiebig getanzt in der gemütlichen Stube, man merkte allen die Erleichterung an, daß die Pass-Überschreitung gut und erfolgreich verlaufen war. In der Stube befand sich auch ein Ofen, der vom Wirt fleißig befeuert wurde. Draußen schneite es weiter und im Schnee stapften wir schließlich zu unseren kalten Hütten, um uns im warmen Schlafsack zu verkriechen.

Freitag, 16. September 2016

DHL–Wir sind angeblich für Sie da

OK, muß das jetzt loswerden, manchmal dient so ein Blog eben auch als Kummerkasten.
Habe vorletzte Woche versucht einen Brief zu schicken an die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen, Raiffeisenstr. 8 in Usingen; die Adresse wurde mir so am Telefon genannt. Während unseres Urlaubs kam der Brief zurück mit dem Hinweis: “Empfänger/Firma unter der angegebenen Anschrift nicht zu finden”.
Habe daraufhin im Internet die Adresse ausfindig gemacht. OK, es ist die Raiffeisenstr. 10. Verwirrtes Smiley. Diese Postboten der DHL schauen also während ihrer Arbeit keinen Zentimeter nach links oder rechts. Dienst nach Vorschrift, stur wie Automaten.
Habe also einen neuen Umschlag erstellt und zur Post gebracht um mich darüber zu beschweren. “Die Post beschäftigt zur Zeit viele Studenten”, bekam ich zu hören. “Was wollen Sie erwarten bei dem Stundensatz ?”
Aha. Zähnezeigendes Smiley. Studenten also. Das sind doch die die zukünftig Brücken bauen, Flugzeuge entwickeln und vielleicht sogar als Ärzte tätig werden. Wie auch immer. Man kriegt, für was man bezahlt. Geiz ist geil. Mindestlohn = Mindestleistung. Ich als Kunde zahle aber 1,45 Euro für diesen schlechten Service, in diesem Fall sogar gleich zweimal, denn der Postbeamte konnte meinen zweiten Umschlag natürlich nicht auf Kosten der DHL nochmal auf die Reise schicken. “Wie soll das gehen ?” strahlte er mich an und drückte mir ein gelbes Kärtchen in die Hand mit einer Web-Adresse, wo man sich eventuell beschweren kann.

Update 30.9.2016
Der zweite Umschlag kam auch zurück. Lag wohl also nicht an der Hausnummer, der Postbote hatte einfach keine Lust oder ist unfähig.
Während ich in den Dolomiten wandern war hat sich meine Frau dahinter geklemmt und einen Weg gefunden die Beschwerde an die richtigen Stelle zu adressieren.. Mittlerweile hat die DHL eingestanden daß die Adresse korrekt war und daß sie ihren Postboten zu sorgfältigerer Arbeit anhalten wollen. Außerdem haben Sie uns € 7,00 in Briefmarken zugeschickt.

Freitag, 2. September 2016

Nepal Reise 2016-9.Etappe Samdo–Dharamsala (4460m)

Der Aufstieg nach Dharamsala war nicht besonders schwierig, aber Alex hatte sehr zu kämpfen wegen ihrer Magenbeschwerden sowie  Husten und Schnupfen, und Sharki Sherpa  und ich blieben bei ihr und weit hinter der Gruppe zurück.

Into Samdo Valley
Unterwegs trafen wir auf einen Händler, der wohl aus Tibet über die Berge gekommen war und hier am Trail seine Waren auf einem Tuch anbot. Er hatte das Glück, daß einige von der Gruppe tatsächlich zur Geldbörse griffen und etwas kauften.
Sehr langsam gingen wir weiter, es ging nun etwas bergauf, bis wir schließlich in weiter Ferne die Steinhäuser und Zelte von Dharamsala vor uns im Steinmeer der Berge liegen sahen.
On our way to Dharamsala
Um 12:15 Uhr waren wir dort. Sharki Sherpa war sehr besorgt wegen Alex und machte den Vorschlag ein Reittier aufzutreiben, um sie am nächsten Tag über den Pass zu bekommen. Alex fand die Idee nicht schlecht.
Während viele eines der kleinen grünen Zelte bezogen bekamen Alex und ich ein ‘Zimmer’ in einem der Steinhäuser zugewiesen. Mehr eine Höhle mit groben Steinen auf dem Boden hatten wir doch zumindest ein festes Dach über den Köpfen und feste Mauern um uns herum.
First sight of Dharamsala
Alex verkroch sich in ihren Schlafsack und ich stieg noch etwas weiter auf Richtung Larka Pass um mich besser zu aklimatisieren. Der Himmel zog sich zu, gegen Abend fing es an zu schneien.
Abendessen gab es dann in der Gaststube, ebenfalls eher eine lang-gestreckte Höhle mit groben Steinen auf dem Fussboden und einer langen Tafel. An der Stirnseite befand sich die Küche, dessen Anblick manchen verwöhnten Westeuropäer sicher veranlassen würde eher nichts hier zu essen. Aber: Essen muß sein, besonders in dieser Höhe, um nicht zu viel Kraft zu verlieren.
Getting ready in Larke Hotel
Alex ging es leider nicht gut, entsprechend konnte sie auch nicht viel essen.
Der Abmarsch für morgen war für 4:30 Uhr geplant, ein langer Marsch, 9-12 Stunden lang, stand uns bevor über den 5200 m hohen Pass und 1700 m abwärts bis nach Bimtang. Deswegen verkrochen wir uns gerne früh in den Schlafsäcken. Vorher erfuhren wir noch daß kein Pferd für Alex zur Verfügung stand.
Our room in Larke Hotel
Schlechte Nachricht ! Einzige verbleibende Option, um die Tour für sie nicht abbrechen zu müssen, war, zwei Träger zu engagieren, die sie für 250 US-Dollar über den Paß tragen würden. Aus eigener Kraft würde sie es jedenfalls nicht schaffen.
In dieser Nacht schlief ich nicht ein, obwohl ich warm, trocken und gemütlich im Schlafsack lag und es mir sonst gut ging. Sicher eine Folge der Höhe und etwas Aufregung darüber wie der morgige Tag verlaufen würde.

Samstag, 20. August 2016

Nepal Reise 2016-8.Etappe Samdo–Samdo Peak Vorgipfel (4800m)

Bei schönem Wetter und nach einer guten Nacht ging es nach dem Frühstück für einige zum Samdo Peak, andere entschieden sich für einen Ruhetag.

Morgenstimmung in Samdo
Der Aufstieg zum Samdo Peak war recht steil und recht schnell merkten wir was das bedeutete in dieser Höhe. Wenn ich normalerweise beim Bergsteigen mal aus der Puste komme bleibe ich stehen und erhole mich recht schnell wieder, innerhalb von 1-2 Minuten. Hier war dem nicht so. Ich schnaufte weiter und es gelang mir nur nach langer Zeit mich wieder zu erholen.
Der Aufstieg auf den Samo Peak beginnt
Es hieß also einen noch langsameren Rythmus zu finden, um eine Überanstrengung zu vermieden; leichter geschrieben als getan, denn wie gesagt, der Anstieg war sehr steil.
Einige Teilnehmer kehrten alsbald um. Am Anfang waren wir noch durch niedrige dürre Latschenbäume gestiefelt, die das Vorwärtskommen zusätzlich erschwerten. Vier Porter und Sharki Sherpa begeiteten uns, die anderen waren unten im Dorf geblieben um auf den Rest der Gruppe aufzupassen.
Bergpanorama beim Aufstieg
auf den Samdo Peak
Die Gewissenhaftigkeit der Porter und Sherpa kennt keine Grenzen, immer waren sie zur Stelle, achteten auf uns und halfen wenn nötig.
Alex, die unten geblieben war, beobachtete mit anderen zusammen unseren Aufstieg für eine Weile und machte sich dann auf zu einem Spaziergang durch das Dorf und hinaus in das Tal, in das wir auch morgen wandern würde. Sofort hatte sie einen Begleiter: Chhewang Sherpa ließ es sich nicht nehmen und begleitet sie.
Manaslu Gipfel - Sonne und Wind
Es gab her viele Murmeltiere zu sehen, Adler und Blauschafe. Nach einer Stunde machten sie sich auf den Rückweg zur Lodge.
Wir erreichten den Vorgipfel so um 11:00 Uhr. Meine Trittsicherheit war nicht mehr die beste und ich war froh daß wir uns den Aufstieg auf den eigentlichen Gipfel schenkten, der mit der Überquerung eines Geröllhangs und wahrscheinlich Kletterei durch Fels verbunden gewesen wäre.
Steil hinauf zum Samdo Peak
Ein herrliches 360-Grad-Bergpanorama umgab uns mit Blick auf den Manaslu, die Berge am Larka-Pass, den wir übermorgen überqueren wollten, die Berge Tibets und das Tal, durch das wir gestern gekommen waren. Weit unten lagen die kleinen Häuser von Samdo mit ihren blauen Dächern in der Sonne.
Wir blieben eine knappe Stunde und begannen dann den Abstieg über eine etwas andere Route in das Seitental hinein, in das Alex und ich gestern noch etwas aufgestiegen waren.
Auf dem Samdo Peak Vorgipfel
Ebenso steil ging es flott hinab, da ich der langsamste war übernahm einer der Porter alsbald meinen Rucksack. Schnell wurden die Häuser von Samdo größer, genauso schnell meine Knie und Fußgelenke müde. Nach einer kurzen Pause im Gras setzten wir den Abstieg fort und hatten um 13:20 Uhr das Dorf wieder erreicht, oberhalb dessen wir auf eine Blauschaf-Herde trafen. 
Abstieg nach Samdo
Somit hatten wir dann jede Menge Zeit uns auch zu erholen und einen halben Ruhetag einzulegen mit Mittagessen, Tee und Sonnenbad vor der Lodge.
Alex ging es nicht so gut, sie hatte sich nun auch noch den Magen verdorben, keinen Appetit mehr, was angesichts der anstrengenden Touren in dieser Höhe nicht wirklich gut war. Sie verkroch sich kleinlaut in ihren Schlafsack.
Blauschafherde oberhalb von Samdo
Wir bereiteten uns geistig und körperlich durch Ausruhen auf den Aufstieg morgen nach Dharamsala vor, wo wir auf 4400 m Höhe übernachten würden, um dann den Larke Pass (5200 m) zu überqueren.