Sonntag, 11. Januar 2009

Von München nach Venedig in 28 Tagen: 21. Etappe von Alleghe zur Tissi-Hütte

Start: Alleghe
Ziel: Tissi-Hütte
Entfernung: 5 km
Aufstieg: 830 m
Abstieg: 470 m
Gehzeit: 4h

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Looking down to Alleghe
"Looking down to Alleghe" Blick hinab vom Cima di Col Rean. Die Tissi-Hütte lag nur wenige Geh-Minuten hinter uns.

Daß man nach Venedig auch zu Fuß noch schneller gelangen kann als über die Route, die wir für unsere Wanderung wählten, habe ich bereits in meinem Bericht über die 18. Etappe erwähnt. Auch die folgenden Etappen ließen sich wesentlich beschleunigen, wenn man es denn eilig hätte, so wie Ludwig Grassler es auch in seinem Buch beschreibt: “Am 19. Wandertag …” ( für uns der 21., denn wir machten ja noch einen Umweg hinter der Marmolada entlang ) “… mit dem Verlassen des Alleghesees erreichen wir die südlichen Dolomiten. Würden wir nicht wandern, sondern marschieren oder laufen, so könnten wir die 48 Strassenkilometer bis Belluno an einem Tag zurücklegen. Damit verzichteten wir aber auf all das Schöne, was diesen Weg zu einem ‘Traumpfad’ werden läßt. Fünf Tage lang durchstreifen wir von Hütte zu Hütte und von Joch zu Joch das stille Felsenreich der Belluneser Dolomiten.”

Tissi-Hütte
"Tissi-Hütte" vor der Civetta Nordwest-Wand

In unserem Tourenbuch finden wir folgendes zu lesen: “Leider startete die letzte Wanderwoche ohne Brigitte, Jolanda und Kiwi, denn für sie war gestern der Urlaub zu Ende. Die restlichen 10 Unentwegten machten sich zusammen mit Ludwig mit der Seilbahn und dem Sessellift auf zum Col dei Baldi und genossen dabei das herrliche Sommerwetter. Erster Stop war die Coldaihütte und dann ging es vorbei am Coldaisee unterhalb der Civetta Nordwest-Wand Richtung Hütte.”

Wenn man hinter dem Coldaisee ein Joch überschreitet und linkerhand die Civetta Nordwest-Wand sieht und vor einem etwas entfernt die Tissi-Hütte, dann bieten sich zwei Wege-Alternativen: links direkt an der Felswand der Civetta entlang oder rechts, erstmal bergab, dann aber wieder bergauf gehend. Der linke Weg sieht leichter aus, ist es aber nicht, wie uns Ludwig erzählte, und wie es auch Ludwig Grassler in seinem Buch beschreibt. Er ist bechwerlicher – und wegen möglichem Steinschlag auch gefährlicher. Also empfiehlt sich der rechte Weg, um sicher und ohne große Mühen die Tissi-Hütte zu erreichen.

Unsere Unterkunft:
Die Tissi-Hütte hat einen dramatischen Standpunkt und ist so gesehen die aufregendste Hütte gewesen auf dem Weg nach Venedig. Hoch oben über Alleghe wurde sie knapp vor einer steil abfallenden Felswand errichtet, wenige Gehminuten entfernt; man blickt fast senkrecht hinab auf den Ort und den See. Auf der gegenüberliegenden Seite richten sich die Felswände der Civetta auf, man hat sie direkt for sich, wenn man aus den Fenstern der Hütte blickt. Die Hütte war stark belegt, wir hatten aber das Glück einige kleinere Mehrbett-Zimmer gleich unten neben der Gaststube belegen zu dürfen. Es wurde eng abends in der Hütte, aber gemütlich.

Mittags rasteten wir an einem sonnigen Plätzchen ca. 1 Stunde unterhalb der Hütte und aßen unsere mitgebrachte Vesper. Ein kleines Mauswiesel leistete mir fast die ganze Zeit Gesellschaft.

Dann erreichten wir am frühen Nachmittag die herrlich gelegene Tissi-Hütte und genossen den unglaulichen Ausblick vom Hausberg Cima di Col Rean auf die Civetta und das beeindruckende Alpenpanorama …” … und auf dem Bauch liegend senkrecht hinunter nach Allegehe und zum Alleghesee.

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