Samstag, 13. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Wanderung auf dem Marlinger Höhen- und Waalweg

Forst Holzsteg über die Etsch
Auch heute lockte wieder schönes Wetter zu einer Wanderung. Nach dem Frühstück wanderten wir zum Freibad, überquerten die Etsch über den hölzernen Forster Steg und folgten nun rechter Hand der Brauhausstrasse ( nachdem wir zuerst in eine Sackgasse gewandert waren ). Eine ganze Weile ging es geradeaus, alsbald am E-Werk vorbei, dann der Beschilderung zum Marlinger Waalweg folgend über eine Wiese bergan zur Autostrasse Richtung Reschenpass, auf der der Verkehr bereits zum Stillstand gekommen war ( es war schließlich Sonntag nach einem langen Wochenende ).

Felsdurchlass am Marlinger Waal
An einem Parkplatz dort beginnt der Marlinger Waalweg. An einem Obststand kauften wir frische Himbeeren und folgten sogleich dem zunächst trockenen Waal, der erst nach einer Weile mit Wasser versorgt wurde, während wir die frischen Himbeeren gleich aus der Schale naschten. Es dauerte nicht lange bis wir auf den Abzweig zum Marlinger Höhenweg trafen, der nun ansteigend hinauf führte in den Wald. Während auf dem Waalweg viele Menschen unterwegs waren, wurde es hier auf dem Höhenweg ruhiger.
Blick vom Marlinger Höhenweg
Bei schöner Aussicht auf Algund und Meran mit den Bergen im Hintergrund wanderten wir nun auf Marlingen zu. Zur Mittagsrast erreichten wir das Gasthaus “Senn am Egg”. Hier war viel los, viele Tische reserviert. Wir tranken Radler und setzten unsere Wanderung gleich fort.
Eine Forststrasse brachte uns bald zur Halbgasse, von hier zweigt der Weg Nr. 33 ab hinab zum Marlinger Waalweg. Um 14:15 erreichten wir den Gasthof Waalheim und kehrten ein zu Tee und Himbeertorte.
Blick nach Meran
vom Marlinger Höhenweg
Gemächlich ging es dann am Marlinger Waal entlang zurück nach Algrund. Unterwegs erspähten wir eine Natter, die wohl in den Waal gefallen war und nun auf der Wasseroberfläche schlängelnd um ihr Leben kämpfte; für sie gab es kein Entrinnen aus der Betonrinne. Alex eilte beherzt sofort hinterher, schnappte sich einen Ast und fischte damit das Reptil aus dem Waal, das sich sofort zwischen ein paar Sträuchern zusammenrollte.
Zurück über den Marlinger Waalweg
Oberhalb von Forst, wo sich auch die Brauerei Forst befindet, verließen wir den Waalweg und folgten einem Weg hinab zum Forster Schloß und weiter zurück zum Forster Steg.
Schloß Forst
Am Abend um 19:00 Uhr trafen wir uns mit Hans Kammerlander und der Wandergruppe zur Begrüßung mit einem Gläschen Sekt auf der Terrasse unseres Hotels “Mittelplarser Hof”, bekamen die üblichen Informationen zum Beginn der Wanderwoche und gingen dann in den Wintergarten, wo wir mit der dreizehn-köpfigen Gruppe zum Abendessen Platz nahmen.
Begrüßungstreffen im Hotel Wiesenhof
Einige wenige bekannte Gesichte waren wieder dabei: Rolf und Inge aus dem Schwabenländle ( Inge war nur zur Begleitung dabei und würde die Wanderungen nicht mitmachen ) und Marianne auf dem Grenzgebiet zwischen Schweiz und Schwabenland, mit einem entsprechenden Dialekt. Überhaupt waren außergewöhnlich viele Schwaben hier anzutreffen; für sie ist es keine so weite Fahrt nach Südtirol.

Freitag, 12. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Wanderung zum Partschinser Wasserfall

Erste Wanderung im Meraner Land
Blauer Himmel und Sonnenschein wurden uns am Morgen des folgenden Tags geboten.  Nach dem Frühstück um 9:30 Uhr verließen wir das Hotel in kurzen Wanderhosen, denn es war recht schnell recht warm geworden. Wir wanderten die Strasse entlang ein kurzes Stück bergab bis zur Algunder Sennerei. Dort begann die Wanderung zum Partschinser Wasserfall, ein Wandervorschlag aus dem Info-Material, das wir uns gestern noch im Hotel besorgt hatten. 4-6 Stunden Gehzeit, 750 Höhenmeter, eine gute Etappe für eine Eingeh-Tour.

Partschins
Von der Sennerei aus folgten wir dem Wanderweg Nr. 7, bergan an urigen Häusern und Apfelplantagen vorbei nach Mittel- und Oberplars, am Plarser Schloß vorbei weiter ansteigend bis zur Saxner Mühle. Dort wanderten wir noch 5 Minuten weiter zum Saxner Hof, wo wir leckere kühle hausgemachte Fruchtsäfte bekamen, kehrten dann um und nahmen an der Saxner Mühle den Abzweig Richtung Partschins.  Wir folgten nun der Beschilderung “ Partschinser Waalweg”, kamen am Hotel Niedermayer und an einer Jausenstation vorbei und erreichten den Eingang zum Partschinser Waalweg.
Entlang des
Partschinser Waalweges

Ein Waal, so lernten wir dort durch eine Info-Tafel, ist ein Bewässerungskanal. Diese Kanäle wurden angelegt um das Wasser aus den Bergen ins Tal zu den Apfelplantagen zu bringen, ähnlich der auf der Insel Madeira bekannten Levadas. An den Waalen gibt es auch immer bequeme Wanderwege und sogar ein Waal-Rundweg, die “Meraner Wallrunde”, der diese alle verbindet.
Der nun folgende Waalweg verlief auf gleichbleibender Höhe oberhalb von Partschins entlang durch den Wald.
Axel am Partschinser Wasserfall
Rechter Hand gurgelte das Wasser, links bot sich uns oft eine schöne Aussicht auf den Ort Partschins und ins grüne Tal. Am Ende des Waalweges verhieß ein Wegweiser: noch 1 Stunde bis zum Wasserfall, den wir dann auch bald schon in der Ferne sehen konnten. Wir stiegen weiter auf und hatten dann um 11:45 Uhr den Fall erreicht, über den Wassermassen 97 Meter tief und in einem weiten Bogen herab fielen.
Wasser ins Tal
Eine kühlende Gischt umfing uns. Wir machten hier Mittagsrast und verzehrten mitgebrachte Wurst und Vinschgauer Brot. Dann stiegen wir noch hoch am Gasthof Zum Wasserfall vorbei, der heute auf Samstag Ruhetag hatte, und erreichten eine Plattform direkt vor der gewaltigen Wasserwand, die sich im oberen Teil des Falles bildete.
Im Juni und Juli rauschen hier 6000 Liter pro Sekunde abwärts, und wir hatten heute dieses Maß sicherlich erreicht.
Wegweiser am
Partschinser Wasserfall
Zurück wanderten wir zunächst denselben Weg, wieder am beschaulichen Waal entlang, bis zu einer Jausenstation, wo es erstmal ein kühles Radler gab. Weiter ging es dann bis zu einer Quelle unterhalb der Saxner Mühle. Hier verließen wir den Weg Nr. 7 und folgten dem Weg Nr. 21B ( nach Algund noch eine Stunde ) am Berg entlang durch den Wald, dann den Wegen 21 und 25A bis zum Algunder Waalweg, am Cafe Konrad dann hinunter nach Algund und schließlich nach Mitterplars zu unserem Hotel, wo wir um 17:00 Uhr anlangten.
Algund
Zeit also noch für eine Abkühlung im recht frischen Außenpool, ein kurzes Sonnenbad und einen Aperitif, bevor es zum Abendessen ging. Ein toller erster Wandertag ging zu Ende mit einer abwechslungsreichen Wanderung und einem phantastischen Wetter; oftmals war es warm gewesen wie bei uns im August, und einige Liter Schweiß waren geflossen.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Wanderwochen in Meran – Hinfahrt und Begegnung mit dem Heiligen Christopherus

Die schon zur lieben Gewohnheit gewordene Wanderwoche mit Hans Kammerlander fand dieses Jahr im Frühling statt, notfalls auch mit Schneeschuhen, wie im Programm zu lesen war. Wir packten also neben Wander- auch Schneeschuhe mit ein und verließen Mommenheim am Morgen des 15. Mai 2015 um 9:20 Uhr und machten uns auf die Fahrt nach Südtirol.
Das Wetter war eher regnerisch. Wir fuhren diesmal nicht die mit langen Baustellen garnierte Strecke über Karlsruhe nach Stuttgart und Ulm, sondern die A6  Richtung Nürnberg und dann die A7 nach Ulm. An einem großzügigen und fast schon nett zu nennenden Rastplatz hinter der Kochertal-Brücke besichtigten wir die dort ein Jahr zuvor erbaute Kirche und lernten dort die Sage des Opherus kennen, der seinem Herrn dienen wollte und sich nichts mehr wünschte als einmal Jesus Chrsitus zu begegnen.

Der Heilige St. Christopherus -
Wandgemälde
an der Kirche in Meran
Der Herr sandte ihn, der groß und kräftig war, zu einem reißenden Flug am Ende der Wüste, dort solle er den Reisenden über den Fluß helfen. Er ließ sich dort nieder, baute sich ein Haus und tat wie ihm geheißen. Eines Tages stand ein Kind am Ufer und wollte über den Fluß gebracht werden. Er nahm es auf die Schulter und stiefelte durch die reißenden Flute, die plötzlich immer reißender wurden, wie auch das Kind immer schwerer zu werden schien. Nach großer Anstrengung erreichte er schließlich mit dem Kind das Ufer und erzählte ihm von dem Erlebten. “Ich bin Jesus Chrsitus”, erwiderte das Kind, “und Du hast mit mir die Last der ganzen Welt über diesen Fluß getragen.” Seitdem nannte man ihn den Heiligen Christopherus, den “Christus-Träger”.
Vor der Kirche stand eine im Schwarzwald geschnitzte Holzstatue, die den großen Mann mit Stock und dem Kind auf den Schultern darstellte, das Kind trug einen Ball, der wohl vielmehr die Welt symbolisiert. Ich sah mir daraufhin meinen Christopherus-Kettenanhängern genauer an, den mir meine Frau mal schenkte, um mich auf allen meinen Reisen zu beschützen. Und tatsächlich auch dort zu sehen: ein Kind auf den Schultern des Mannes, mit einem Ball. Verwundert stellte ich fest, daß ich mir diesen Anhänger erst jetzt nach vielen vielen Jahren genauer angesehen hatte.
Weiter ging es auf der Autobahn. Auch hier gab es schließlich Baustellen, aber dennoch kamen wir gut voran, es war relativ wenig Verkehr an diesem Freitag nach Chrsiti Himmelfahrt.
Von Ulm ging es ein Stück weiter auf der Autobahn nach Süden, dann lotste mich mein Navi nach Bregens am Bodensee und in Richtung Reschenpass. Mal was neues, dachten wir uns, nicht wie immer über den Brenner. Zu Hause hatte ich versucht per Google Maps eine Route durchs Ötz-Tal und über das Timmelsjoch zu berechnen, Google hatte mich aber immer wieder nach Innsbruck geschickt und eine Fahrt über das Timmelsjoch verweigert. Wie wir später vor Ort sahen zeigten Straßenschilder hinter Meran an, daß das Timmelsjoch gesperrt war.
Hinter Bregens wurde das Navi dann sichtlich nervös, zeigte eine Strassensperrung an und wollte uns plötzlich zurück nach Bregens schicken. Ich fuhr unbeirrt weiter. Schilder wiesen schließlich darauf hin, daß der Arlbergtunnel gesperrt sei, wir fuhren trotzdem weiter und wurden dann auf eine Strasse geleitet, die über den Arlbergpass führte.
Hotel Mitterplarserhof
Hinauf ging es in den Nebel, beiderseits der Strasse waren noch kleinere Schneefelder zu sehen.  Dann ging es zurück zur Strasse nach Innsbruck und weiter und bald zweigten wir zum Reschenpass ab. Noch 120 km bis zum Ziel ! Wir kamen gut voran, natürlich nicht mehr so schnell wie auf der Autobahn. Um etwa 16:30 Uhr tranken wir Kaffee am Reschensee und kauften dort Speck und Brot als Wanderproviant. Es nieselte immer noch, nur selten kam etwas Sonnenlicht durch. Beschaulich ging es weiter durch das Vinschgauer Land und hinunter nach Südtirol, dann in Richtung Meran, wo wir um 18:20 Uhr an unserem Hotel Mitterplaser Hof in Algund ankamen.
Wir bezogen ein hübsches geräumiges Zimmer mit grossem Balkon, schlüpften sofort in unsere Badesachen und schwammen noch ein paar Runden im hoteleigenen Schwimmbad, bevor es zum Abendessen ging.

Donnerstag, 7. Mai 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Abstieg und Ausklang

Am Freitag den 27. Februar 2015 ging unsere Schneeschuh-Wanderwoche auf der Schweinfurter Hütte zu Ende.

Gepäck verladen
an der Schweinfurter Hütte
Am Morgen luden wir unser Gepäck in die Schneeraupe und nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den netten Wirtsleuten Carmen und Andreas.
Der Weg zurück nach Niederthai war schnell zurückgelegt. Das Wetter war noch gut, aber dunkle Wolken zogen heran. Im Gasthof zur Sonne setzten wir uns noch einmal zusammen für einen Abschieds-Kaffee. Dann ging jeder seiner Wege und Alex und ich waren wieder unter uns.
Schlechtes Wetter naht
Wir hatten uns noch für zwei Tage ein Zimmer im Falkner Hof reserviert, um unseren Urlaub noch etwas zu verlängern. Den heutigen Nachmittag verbrachten wir im Sauna-Bereich, Zeit für einen Ruhetag war allemal.
Am nächsten Tag unternahmen wir am Vormittag eine kurze Wanderung durch den Wald und auf den Taufersberg, von dem herab man das Ötztal sehen kann.  Der Weg ließ sich gut ohne Schneeschuhe bewältigen, nur an wenigen Stellen wurde es etwas steil und rutschig. Am Nachmittag, nach einem Mittagessen im Hotel Tauferberg ( der Stramme Max war wirklich was besonderes ! ) wanderten wir hinunter zur Brücke am Gasthof zur Sonne und von dort weiter zum Stuibenfall, um diesen von einer Plattform aus von oben anzuschauen. Rauschendes Wasser, flankiert von Eisformationen, stürzte hier in eine Tiefe von 150 Metern.
Blick vom Taufersberg nach Niederthai

Niederthaier Kirche
und Gasthof Zur Sonne
Eine weitere kleinere Rundwanderung führte uns zu einem Cafe außerhalb von Niederthai, wo wir bei einem herrlichen Blick auf die Ötztaler Alpen einen ebenso herrlichen Kuchen genossen. Wir saßen eine ganze Weile dort in der Sonne vor dem Haus, unterhielten uns mit den Eigentümern und einigen Stammgästen und konnten unsere Blicke kaum abwenden von dieser grandiosen Aussicht.
Tree above troubled water
Am späten Nachmittag wanderten wir zurück ins Hotel, besuchten nochmals die Sauna und am Abend das großzügige Restaurant, in dem wir gut versorgt wurden.
Am folgenden Tag, dem Sonntag, traten wir nun die Heimreise an. Die Fahrt über den Fernpass dauerte diesmal ziemlich lange, der Stau zog sich vom Tal hinauf bis zum Pass und löste sich auch danach nur zögerlich auf.
Oetztaler Alpengipfel
So kam es daß die Heimreise gut 2 Stunden länger dauerte als die Hinreise, aber schließlich kamen wir wohlbehalten im Rhein-Main-Gebiet an, wo die Arbeit auf uns wartet, wir aber nicht mehr so gerne wohnen, weil es viel schönere und ruhigere Plätze gibt auf dieser Welt, wie wir auch in diesem Urlaub wieder gesehen hatten.

Samstag, 25. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Vierte Tour: zum Schartenkopf

Für unsere letzte Schneeschuhwanderung diese Woche bekamen wir noch einmal phantastisches Wetter geboten. Christian war leider nicht mehr dabei: bei seinem Einbruch gestern hatte er sich wohl nasse Füße und damit eine Erkältung geholt.

Schweinfurter Hütte in Winterlandschaft
Zur gewohnten Zeit – 8:15 Uhr – begann der Aufstieg direkt hinter der Hütte: gleich ging es steil aufwärts an einem Schneehang empor. Mit jedem Schritt wurde die Hütte unter uns kleiner und die Aussicht besser. Es dauerte gut 1,5 Stunden, bis wir ein Kar erreichten – das Weite Kar – wo es nun gemütlich und flacher durch Schnee weiter ging durch eine herrliche Berglandschaft.
Am Schneehang aufwärts
Schon lag die Finstertaler Scharte vor uns, dahinter ragte der Schartenkopf empor, unser heutiges Ziel und damit der einzige Gipfel für diese Woche. Immerhin !
Zu Scharte hin steilte es wieder auf, dann liefen wir noch ein Stück weiter Richtung Gipfel und suchten uns einen Rastplatz. Wir beobachteten eine Gruppe Ski-Wanderer, die den Gipfel bereits erreicht hatte und nun wieder abfuhr: ein Ski-Führer gefolgt von seinen holländischen Damen.
Durch unendliches Weiß
Erhard schaute sich den Hang daraufhin etwas besorgt an, er war nun durch Skispuren zerschnitten. Für den Aufstieg wählte er dann eine Route seitlich zum Hang, auf einem Grat ansteigend. Wir anderen folgten, waren aber angehalten große Abstände einzuhalten. In Kehren ging es dann weiter hinauf, gewartet wurde immer an den Kehren selbst, so daß immer nur eine Person im Hang war.
Weiter zum Gipfel des Schartenkopfs
Alex war am Rastplatz zurückgeblieben und genoß Sonne und Ruhe; letztere aber nicht sehr lange, denn es folgte eine weitere größere Ski-Gruppe.
Um 12:20 Uhr hatte ich den Gipfel erreicht. Einige waren schon oben, einige noch beim Aufsteigen. Eine schöne Rundumsicht bot sich uns mit dem Finstertaler Speichersee direkt unter uns und dem Hoteldorf Kühtai dahinter.
Finstertaler Stausee und Kühtai
Der Abstieg begann 15 Minuten später und eine halbe Stunde später hatten wir unseren Rastplatz etwas oberhalb der Scharte wieder erreicht. Die große Ski-Truppe hatte jetzt ihre Ski abgelegt und begann nun den Aufstieg zum Gipfel: in Schneeschuhen und ohne irgendwelche Abstände einzuhalten, wie die Lemminge dicht an dicht stand die gesamte nicht gerade kleine Gruppe schließlich im Hang.
Gipfelphoto auf dem Gipfel des Schartenkopfs
Wir genossen unsere Mittagspause, die mitgebrachte Vesper, die herrlich warme Sonne und die Schnee- und Bergpracht um uns herum, bis wir uns dann schließlich an den Abstieg zurück zur Schweinfurter Hütte machten. Wir waren guter Dinge, genossen das Absteigen durch den Tiefschnee, und kamen so flott voran.
Nur wir und der Schnee
Dort langten wir um 15:00 Uhr an, begossen die erfolgreiche Wanderwoche und vor allem diese letzte grandiose Tour mit einem Schnapserl, den uns Erhard servierte, saßen noch etwas in der Sonne und hatten viel Zeit den Tag ausklingen zu lassen, bis es Abendessen gab gefolgt von gemütlichem Beisammensein in der Stube inklusive Verleihung einer Anstecknadel von Erhard.
Eine Runde Schnaps
für die Schneeschuhwanderer

Freitag, 10. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Dritte Tour: zum Zwieselbachjoch

Für heute stand uns die längste Tour bevor: von der Schweinfurter Hütte zum Zwieselbachjoch (2870 m), also hin und zurück 13 km mit 830 Höhenmeter Auf- und Abstieg.

Kurze Rast auf der Tour
durchs Zwieselbachtal
Durch die Länge der Tour waren die Steigungen meistens gering, erst am Ende wurde es steiler und zum Schluß auf das Joch hoch ganz steil.
Das Wetter war etwas besser als gestern, es regnete nicht mehr und immer öfter kam schemenhaft die Sonne vor und tauchte uns besonders am Nachmittag in ein milchiges weißes Licht.
Schnee und ein weißer Himmel
Wie gewohnt ging es um 8:15 Uhr los, immer dem Tal folgend, das allmählich einen Bogen nach rechts ( Süden ) machte. Wir kamen an einem Schnee-Höhenmesser vorbei: der Stab zeigte eine Schneehöhe von immerhin über 3 Metern an.
Am Mittag hielten wir direkt auf die Sonne zu, das Joch lag direkt vor uns. “Noch 45 Minuten”, schätzten Judithia und ich.
Alex und Axel
auf dem Zwieselbachjoch
Wir sollten etwa die doppelte Zeit brauchen. Der Weg zog sich in die Länge, aber endlich um 13:25 Uhr hatten wir das Ziel erreicht. Der Dunst hatte sich etwas gehoben und so konnten wir zumindest die umliegenden Berge in der Nähe erkennen.
Den Abstieg begannen wir um 13:45 Uhr. Unterwegs brach Christian so unglücklich mit seinen Schneeschuhen ein, daß sie sich unter der Schneedecke im Fels verkanteten. Dumme Situation, zumal er als letzter ging und wir anderen schon etwas weiter waren. Glücklicherweise hatte er eine Pfeife an seinem Rucksack und konnte so auf sich aufmerksam machen. Ein paar Mann kehrten um und hatten ihn dann auch bald befreit.
Am Ende vom Zwieselbachtal
( Erst gestern hatte ich gelernt daß ich ebenfalls eine Pfeife am Rucksack habe, sie befindet sich in einer der Riemen-Verschlüsse. Jetzt wurde mir auch klar warum ausgerechnet dieser gelb angemalt war !)
Es war 16:45 Uhr, als wir an der Hütte anlangten. Eine lange Tour, aber nicht so lange, daß wir nicht noch vor dem Abendessen jede Menge Zeit hatten uns auszuruhen.

Donnerstag, 9. April 2015

DAV Schneeschuhtour von der Schweinfurter Hütte aus–Zweite Tour: ins Wannenkar

Das schöne Wetter von gestern war verschwunden, heute war es trüb und es schneite leicht.

Aufbruch zur zweiten Schneeschuhtour
Trotzdem hieß es wieder um 8:15 Uhr: Schneeschuhe anziehen, LVS-Gerät überprüfen, und raus in die freie Natur.
Wir stiegen ein kurzes Stück von der Hütte ab Richtung Niederthai, dann bogen wir nach rechts ab in den Wald und erreichten nach einem ersten kurzen Anstieg die Finstertaler Sennhütte.
Nach kurzer Pause, während der uns die Hütte selbst guten Schutz bot vor dem einsetzenden Schneegestöber, wanderten wir weiter Richtung Hochreichscharte.
Finstertal Sennhütte
Die Sicht wurde schlechter, es umgab uns eine weiße milchige Nebelsuppe.
Nach einer Weile packte Erhard sein Gerät zur Vermessung der Steilheit von Hängen aus und vermaß die vor uns liegenden Hänge.
Zu Steil für das angegebene Lawinenrisiko für die Ausrichtung dieser Hänge, befand er. “Wenn wir da lang gehen”, erklärte er, “darf immer nur einer im Kar sein.
Ankunft an der Finstertal Sennhütte
Jeder wird für den Aufstieg etwa 45 Minuten benötigen.” 8 x 45 Minuten warten ? Keine gute Aussicht. Wir stimmten schnell überein eine weniger gefährliche Alternativtour zu machen,
Wir kehrten um und stiegen dann rechter Hand aufwärts ins Wannenkar unterhalb des Peistakogels. Jeder durfte jetzt mal voran stapfen und dabei auch die Richtung wählen, was nicht einfach ist, wenn man plötzlich vor einem weißen Berg steht.
Into The White
Es erfordert nicht nur Kraft und Ausdauer die Spur zu machen, sondern auch volle Konzentration den besten Weg nach oben zu finden, steil, um voran zu kommen, aber nicht zu steil, vor allem wenn der Schnee schwierig wird. Winzige Details und Konturen im Berg müssen beachtet werden, um einen optimalen Anstieg zu finden, was uns in der Regel allen nicht gut gelang, weswegen Erhard immer wieder korrigieren mußte.
Schutz bei der Finstertal Sennhütte
Wir erreichten eine Erhebung im Kar, unseren heutiger “Gipfel”. Nach kurzer Pause ging es auf demselben Weg wieder zurück, schlußendlich folgte noch ein kurzer Aufstieg wieder hinauf zur Schweinfurter Hütte.
Trotz sub-optimalem Wetter, wirklich schlecht war es eigentlich nicht gewesen, und trotz einer Alternativ-Route, die wir gehen mußten, hat auch diese Tour ihren eigenen Charakter gehabt und viel Spaß gemacht, und war vor allem lehrreich ! Jedenfalls hatten wir auch diesen Tag gut genutzt und uns den nötigen Hunger erlaufen für das wie immer vortreffliche Abendessen in der gemütlichen Schweinfurter Hütte.